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Donnerstag, 9. April 2026

Im Kino: The Historie of Sound

Die beiden jungen Männer Lionel (Paul Mescal) und David (Josh O’Connor) lernen sich Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts über ein Musikprojekt in Boston kennen (und lieben), aber sie verlieren sich im Laufe der folgenden Jahre aus den Augen. Lionel erkennt erst fast am Ende seines Lebens, was ihm die Zeit mit David bedeutet hat und dass sich versäumtes Glück nicht nachholen lässt…

In ruhigen Bildern und sehr langen Szenen entwickelt sich die Geschichte zweier verwandter Seelen, die über ihr Interesse an Musik und dabei speziell an alten Folksongs zueinander finden. Dabei mäandert die Geschichte durch ein paar Jahre, in denen David als Soldat in den ersten Weltkrieg geschickt wird und Lionel wieder auf die abgelegene Farm in Kentucky zurückkehrt, von wo er einst kam, ohne dass sich diese Elemente miteinander verbinden.

Mehr als ausführlich kommt man in Kontakt mit den fremd klingenden Volksweisen, die Lionel und David während einer mehrmonatigen Tour durch Neuengland quasi einsammeln, indem sie diese, immer wieder von verschiedenen Personen, aber auch von den Protagonisten selbst, a capella gesungen auf altertümlichen Wachswalzen konservieren. Vordergründig soll das Projekt einen Kulturschatz bewahren helfen, es dient aber in erster Linie dazu, die Beziehung der beiden jungen Männer zu beleuchten, denen es aufgrund der Umstände der damaligen Zeit nicht vergönnt ist, ihre Beziehung im Alltag auszuleben.

So weit, so tragisch, leider vermag der Film aber zu keinem Zeitpunkt über eine gepflegte Langeweile hinaus diese Tragik greifbar zu machen, da helfen auch die beiden zurzeit so überaus angesagten Schauspieler O’Connor und Mescal nicht. Nichts fügt sich zu einem homogenen Ganzen zusammen, und der einzige Aspekt, der wirklich interessant klingt und in den ersten Szenen des Films durch die Off-Stimme des Kindes Lionel beschrieben wird, dass er nämlich Töne als Farben wahrnimmt, spielt im Folgenden überhaupt keine Rolle mehr und wird nicht wieder erwähnt, obwohl dies etwas gewesen, worüber man tatsächlich gerne mehr erfahren hätte.

 

 Regie: Oliver Hermanus

Drehbuch: Ben Shattuck, b/a seiner gleichnamigen Short Story

Kamera: Alexander Dynan

Schnitt: Chris Wyatt

Musik: Oliver Coates

 Besetzung:

Josh O’Connor, Paul Mescal, Chris Cooper, Molly Price, Tom Nelis

 

Film4/ MUBI/ UPI

2025

128 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 09. April 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=v_8aa29jIOw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=YfEYUoefwb8 (Englisch)

 

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