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Donnerstag, 4. Juni 2026

Im Kino: Masters of the Universe

Im Alter von zehn Jahren muss Prinz Adam (zunächst Artie Wilkinson-Hunt, später Nicholas Galitzine) seinen wunderschönen Planeten Eternia verlassen, um vor dem bösen Skeletor (Jared Leto) in Sicherheit gebracht zu werden, der dort seine Schreckensherrschaft aufbaut. Ausgestattet mit einem machtvollen Schwert (By the Power of Greyskull, I have the Power!) soll Adam seinen Planeten später wieder befreien, aber das Utensil geht auf der Flucht verloren und Adam verbringt die nächsten Jahre als Büroangestellter auf der Erde, hat aber die Suche nach dem Schwert sowie den Traum, nach Eternia zurückzukehren und zusammen mit den Helden seiner Kindheit den bösen Skeletor zu bekämpfen, nie aufgegeben…

Ferne Planeten, machtvolle Schwerter, Superhelden mit putzigen Namen und ein kraftstrotzender blonder Held namens He-Man,  das alles sind die Elemente mit denen die Firma Mattel in Gestalt ihrer Action-Figuren und der darauf beruhenden Cartoons für reichlich Spaß in vielen Kinderzimmern gesorgt hat. Nach einem eher misslungenen Versuch aus dem Jahr 1987, diese Abenteuer auf die große Leinwand zu bringen, gibt es nun einen neuen Ansatz, und der macht seine Sache richtig gut.  

Man darf eintauchen in die bunte und zunächst heile Welt von Eternia, wird Zeuge, wie der kleine Adam immer wieder bei seiner Kampfausbildung scheitert, weil er viel zu weich und sanftmütig ist und begleitet ihn schließlich auf seiner schweren Mission, der er sich dann natürlich doch irgendwann stellen muss. Optisch großartig aufbereitet und akustisch mit einem immer wieder mitreißenden Soundtrack unterlegt, sind auch die Figuren, einschließlich des bösen Skeletor, liebevoll gestaltet. Der Held ist nicht eindimensional strahlend, vor allem hat er sich seine gutherzige kindliche Seite bewahrt, und sein Widersacher, mit seiner Bösartigkeit konfrontiert, entscheidet sich dafür, genau das zu sein, nämlich böse, ein treffendes Porträt aller Schurken dieser Welt, der lebenden wie der toten.

Der immer wieder aufblitzende Humor nimmt dem Ganzen die Verbissenheit und lässt den Film zu einem großen Spaß werden, ob dies auch im Sinne der Hardcore-Fans ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, aber am Ende gehen wir sogar mit einer Erkenntnis nach Hause, die auch in unserer Welt zutrifft: Der Böse hält Monologe, der Gute führt Dialoge (nimm das, Donald T., stellvertretend für all die anderen aktuellen Diktatoren!)

 

   Regie: Travis Knight

Drehbuch: Chris Butler, Aaron Nee, Adam Nee, Dave Callaham, b/a diversen Geschichten von Adam + Aaron Nee, Alex Litvak, Michal Finch

Kamera: Fabian Wagner

Schnitt: Paul Rubell

Musik: Daniel Pemberton

 Besetzung:

Nicholas Galitzine, Artie Wilkinson-Hunt, Camila Mendes, Idris Elba, Jared Leto, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Jon Xue Zhang, Alison Brie, Sam C. Wilson, James Purefoy, Morena Baccarin, Kristen Wiig und Dolph Lundgren

 

Amazon MGM Studios, Mattel Studios/ Sony Pictures Entertainment Germany

2026

140 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=U7pen5FRxXs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=X21JsHLHnY8 (Englisch)

Im Kino: Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes (Heel)

Der neunzehnjährige Tommy (Anson Boon) lebt ein Leben zwischen Drogen- und Gewaltexzessen, die er gerne auf Social Media teilt, bis er eines Tages entführt wird und sich angekettet im Keller eines abgelegenen Landhauses wiederfindet. Hier leben Familienvater Chris (Stephen Graham) mit Frau Kathryn (Andrea Riseborugh) und Sohn Jonathan (Kit Rakusen), und bei ihnen soll Tommy „gerettet“ und zu einem guten Menschen gemacht werden…

Der Film bewegt sich eher uneindeutig zwischen Horror-, Entführungs- und Resozialisierungsdrama, aber genau hieraus bezieht er auch seine Spannung, zumal bis zum Schluss nicht wirklich klar wird, wes Geistes Kind die seltsame Familie ist – sind es einfach nur Spinner, die ein Experiment wagen, von dessen Ausgang sie sich Erlösung versprechen, und zwar sowohl für sich, als auch für ihr Versuchskaninchen, oder sind sie auf ihre Art genauso Täter, wie Tommy, denen es eher um Bestrafung als um Läuterung geht.

Vater Chris zeigt immer wieder sowohl harte und grausame Züge, kann aber auch ausgesprochen gütig und liebevoll sein, auch Kathryn oder Jonathan scheinen keine Sadisten zu sein, denen es Spaß macht, ihr Opfer im Keller zu quälen, insofern bleibt die Geschichte, bei der sich sicherlich gewollte Bezüge zum Klassiker „A Clockwork Orange“ ergeben, spannend bis zum Schluss, wenn sich Tommys missliche Lage durch äußere Umstände plötzlich verändert. Hier liegt allerdings auch die Schwachstelle des Films, denn die Figur einer Haushälterin, die die Veränderung unfreiwillig heraufbeschwört, wirkt eher wie ein Fremdkörper, letztlich einzig zur Auflösung der Lage eingebaut, was am Ende aber nicht ganz befriedigen kann.

Trotzdem ein ungewöhnlicher Thriller, der mit den oben genannten Elementen auf seine ganz eigene Weise fasziniert und sich, auch dank der hervorragenden Darstellerriege, wohltuend vom Einheitsbrei vieler aktueller Werke abhebt.

 


 Regie: Jan Komasa

Drehbuch: Bartek Bartosik, Naqqash Khalid

Kamera: Michael Dymek

Schnitt: Agnieska Glinska

Musik: Abel Korzeniowski

 Besetzung:

Stephen Graham, Andrea Riseborough, Anson Boon, Kit Rakusen, Monika Frajczyk, Savannah Steyn

 

RPC/ X Verleih AG

2025

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ddwD_pJ-C_Q (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=e7KWBSfZmOE (Englisch)