Blog-Archiv

Posts mit dem Label Kampf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kampf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juni 2026

Im Kino: The Furious

Als Rainy (Enyou Yang), die Tochter von Wang Wie (Xie Miao) von Mitgliedern eines skrupellosen Kinderhändlerrings entführt wird, mutiert dieser zunächst harmlos scheinende Handwerker auf dem Weg, sie zu befreien, zum Berserker. Während die korrupte Polizei keine Hilfe ist, findet Wang einen Verbündeten in dem Journalisten Navin (Joe Taslim), der seine ebenfalls verschwundene Frau sucht, dabei offenbaren beide Männer ihre aus ihrer jeweiligen Vergangenheit rührenden überraschenden Kampfkünste und die Verbrecher müssen sich warm anziehen…

Die Handlung ist zwar überschaubar, dennoch bietet sie einen mehr als nachvollziehbaren Grund für die eigentliche Triebfeder des Films, nämlich eine Aneinanderreihung von sich immer weiter steigernder Kampfszenen, die ihren absoluten Höhepunkt in einer gefühlt halbstündigen finalen Kampforgie finden, bei der sich alle bis dahin noch verbliebenen Akteure mit ihren unterschiedlichen Techniken einen ultimativen Fight liefern, der ebenso hervorragend inszeniert wie choreographiert abläuft, dabei aber auch immer blutiger und brutaler wird und damit weit über die erwartbaren reinen Martial-Arts-Künste hinausgeht.

Eine besondere Erwähnung verdient Rainy bzw. ihre Darstellerin Enyou Yang, die das Ganze mit ihrer Entführung quasi in Gang gebracht hat und sich dann nicht als hilfloses Opfer, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten als taffes Mädchen erweist, das sich seiner Haut zu wehren weiß, also ganz die Tochter ihres Vaters...

Für Liebhaber des Martial-Arts-Genres ist „The Furious“ ein absolutes Muss, man kann sich sogar als Nicht-Kenner der Materie der Faszination nicht entziehen, die diese absoluten Könner sowohl vor als auch hinter der Kamera auf die Leinwand zaubern, am Ende wird es dann aber, zumindest für den letzteren Teil des Publikums, irgendwann ziemlich ermüdend, wenn das Kampf-Gemetzel so gar kein Ende finden will. 

 

Regie: Kenji Tanigaki

Drehbuch: Tin Shu Mak, Zhilong Lei, Kwan-Sin Shum, Frank Hui

Kamera: Meteor Cheung

Schnitt: Chris Tonick

Musik: Olivia Xiaolin

 Besetzung:

Miao Xie, Joe Taslim, Enjou Yang, Brian Le, Yahan Ruhian, JeeJa Yanin

  

Capelight Pictures/ Central Film/ Lionsgate Movies

2025

113 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 18. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ovH8Vrn8Bz8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Avky8dVaqAI (Englisch)

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Im Kino: Mortal Kombat II

Um die Schreckensherrschaft von Shao Khan (Martyn Ford) zu beenden, findet sich ein hochkarätiges Team von Kämpfern zu einem ultimativen Tournier zusammen, bei dem es um nichts weniger als die Rettung der Welt geht. Verstärkung erhält die Truppe durch Ex-Fighter Johnny Cage (Karl Urban), der seine besten Tage allerdings bereits hinter sich zu haben scheint. Wird die Mission dennoch gelingen?

Nachdem im Jahr 2021 Teil I dieser Video-Spiel-Verfilmung für leichte Enttäuschung gesorgt hat, weil es nie zu dem damals schon angepeilten Tournier kam, sollte es diesmal für alle Fans ein Fest sein, denn jetzt findet es tatsächlich statt. Die Kämpfe sind rasant choreographiert und teilweise sehr blutig, weshalb die FSK-Einstufung etwas befremdet, aber wahrscheinlich sind Video-Gamer etwas härter im Nehmen als die meisten Zuschauer und es muss schließlich etwas geboten werden, will jemanden von seiner oder ihrer Video-Konsole weg- und ins Kino locken.

Die Figur des Johnny Cage, von Karl Urban mit Coolness und lockeren Sprüchen ausgestattet, bringt etwas Humor in die ansonsten finstere Geschichte, bei der ein kleines Mädchen, dessen Vater einst von Khan gemeuchelt wurde, inzwischen zur jungen Frau herangewachsen, auf Rache sinnt, obwohl sie zunächst auf der falschen Seite steht.

Die Story an sich ist eher simpel und bedient sich bei der Jagd nach einem Amulett, das seinem Träger unbezwingbare Macht verleiht, eines bereits vielfach strapazierten McGuffins, einen Innovationspreis gibt es dafür nicht, aber alles in allem bietet der Film genug Spektakel, um den Fans des Video-Spiels zu gefallen und für alle anderen immerhin noch passable Unterhaltung, wenn man auf diese Art Kampf-Filme steht.

 

Regie: Simon McQuoid

Drehbuch: Jeremy Slater, Ed Boon, John Tobias, b/a dem gleichnamigen Videospiel

Kamera: Stephen F. Windon

Schnitt: Stuart Levy

Musik: Benjamin Wallfisch

 Besetzung:

Karl Urban, Ludi Lin, Jessica McNamee, Joe Taslim, Hiroyuki Sanada, Adeline Rudolph, Tati Gabrielle, Josh Lawson, Martyn Ford

 

New Line Cinema/ Warner Bros. Pictures Germany

2026

116 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 07. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1JrnAv5CLdk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=b24oG7qCwp4 (Englisch)

 

Dienstag, 22. Januar 2019

Creed II: Rocky's Legacy (Creed II)


Rocky Balboa (Sylvester Stallone), der Underdog, der im Boxring über sich hinauswuchs und damit (Film)Geschichte schrieb, steht schon längst nicht mehr selbst im Ring, aber seit „Creed: Rocky’s Legacy" aus dem Jahr 2015 betreut er den jungen Adonis Johnson (Michael B. Jordan), den unehelichen Sohn des legendären Apollo Creed, einst Gegner und später Freund von Rocky.

Adonis hat es als frisch gebackener Weltmeister noch nicht gelernt, mit seinem Ruhm klarzukommen. Unsicher ist er auch in seiner Beziehung zu Freundin Bianca (Tessa Thomson), sein geplanter Heiratsantrag fällt ihm sichtlich schwerer als jede Herausforderung im Ring, aber auch hier bekommt er Unterstützung seines alten Freundes Rocky, der ihm mit seiner Lebenserfahrung stets zur Seite steht. Als Bianca schwanger wird, scheint dem Glück nichts mehr im Wege zu stehen.

Dann aber wird Adonis von der Vergangenheit eingeholt, denn er bekommt es mit einem neuen und gleichzeitig alten Herausforderer zu tun: Ivan Drago (Dolph Lundgren), der für Apollo Creeds Tod im Ring verantwortlich war, hat nach seiner darauffolgenden Niederlage gegen Rocky schwere Zeiten in seiner alten Heimat Russland hinter sich und arbeitet mit seinem Sohn Viktor (Florian „Big Nasty" Munteanu) an einer späten Revanche für seine Schmach, indem er Viktor zu einer bissigen Kampfmaschine abrichtet und ihn bereit macht für die Eroberung des Titels, der ihm seinerzeit verwehrt blieb. Adonis hat Zweifel, ob er seinen Titel gegen diesen Gegner verteidigen kann, und als auch Rocky ihm seine Unterstützung hierfür entzieht, machen ihn seine Selbstzweifel zu einer leichten Beute für Viktor und dessen Einpeitscher Ivan. Eine Disqualifizierung Viktors rettet den schwer angeschlagenen Adonis zwar zunächst, aber es ist klar, dass es zu einem Rückkampf kommen muss. Jetzt ist auch Rocky wieder an seiner Seite und gemeinsam mit ihrem alten Team baut dieser Adonis physisch aber vor allem auch mental wieder auf, und der furiose Showdown kann beginnen.

Mit Creed findet die Rocky-Saga eine Fortsetzung für eine neue Generation, die 1976, dem Jahr des ersten Rocky-Films, noch nicht einmal geboren war, der Film, der seinerzeit drei Oscars – inklusive den für den besten Film – gewann und den Beginn einer großen Hollywood-Karriere für den bis dahin völlig unbekannten Sylvester Stallone bedeutete.

Wie damals, und wie in jedem Film dieser Art, geht es um die Frage, woraus Champions gemacht sind, ob sie für sich kämpfen, oder jemand anderem etwas beweisen wollen, und es gibt keine Überraschungen bei der Antwort, nur dass sie nicht mehr so einfach ist, wie damals, als Rocky auf die Frage „Why do you wanna fight?“ lakonisch erwiderte: „Because I can’t sing or dance.“ Aber für das fast shakespearehafte Thema zweier Söhne, die das Erbe ihrer Väter mit sich herumschleppen, ist der Film dann doch zu leichtgewichtig. Die Rolle der Mütter in diesem Drama klingt kurz an, während Viktors Mutter (Brigitte Nielsen) ihren Sohn wiederholt verlässt und ihn dem zweifelhaften Einfluss des Vaters ausliefert, ist Adonis’ Stiefmutter Mary Anne Creed (Phylicia Rashad) eine gleichzeitig starke und feinfühlige Frau, die bereits weiß, dass Bianca schwanger ist, bevor diese es selbst herausfindet.

Der Schwerpunkt der Handlung liegt jedoch auf der Figur des Adonis Johnson, an manchen Stellen zu ausufernd, hier hätten eine Straffung der Geschichte und etwas weniger Kitschmomente, wie der am Grab des Vaters, dem Film gut getan. Wenig Zeit erhält Viktor, der als das Produkt seines Vaters zwar furchterregend auftritt, aber insgesamt farblos bleibt. Das Verhältnis von Drago und Viktor bleibt oberflächlich und dass Vater und Sohn am Ende schiedlich-friedlich beim Joggen gezeigt werden, erscheint nach dem verbissenen Auftreten Ivan Dragos während des ganzen Films zuvor wenig glaubwürdig.

Die Szenen rund um den Kampf im Ring sind durchaus meisterhaft inszeniert, wie es sich für einen Kampf- und Sportfilm geziemt, dennoch gelingt es nicht, den Zuschauer gänzlich mitzureißen, und so kommt nur einmal etwas wie ein Gänsehautmoment auf, als die Musik unvermittelt in die Rockyfanfare übergeht.

Der jungen Held Adonis steht zwar im Mittelpunkt, aber er kann noch nicht in die Fußstapfen der zwar gealterten, aber immer noch präsenten Ikone Sylvester Stallone treten, der seine Figur Rocky mit einer altersweisen Abgeklärtheit verkörpert, zeitweise müde zwar, aber immer noch mit dem alten Funken, der wieder aufblitzt und zündet, wenn es darauf ankommt. 


Regie: Steven Caple Jr.
Drehbuch: Juel Taylor, Sylvester Stallone b/s story von Sascha Penn und Cheo Hodari Coker
Kamera: Kramer Morgenthau
Musik: Ludwig Göransson

Darsteller:
Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thomson, Wood Harris, Russell Hornsby, Phylicia Rashad, Dolph Lundgren, Florian „Big Nasty" Munteanu, Brigitte Nielsen

MGM und Warner Bros. Pictures
130 min.
Deutscher Kinostart: 24. Januar 2019