Blog-Archiv

Donnerstag, 4. Juni 2026

Im Kino: Masters of the Universe

Im Alter von zehn Jahren muss Prinz Adam (zunächst Artie Wilkinson-Hunt, später Nicholas Galitzine) seinen wunderschönen Planeten Eternia verlassen, um vor dem bösen Skeletor (Jared Leto) in Sicherheit gebracht zu werden, der dort seine Schreckensherrschaft aufbaut. Ausgestattet mit einem machtvollen Schwert (By the Power of Greyskull, I have the Power!) soll Adam seinen Planeten später wieder befreien, aber das Utensil geht auf der Flucht verloren und Adam verbringt die nächsten Jahre als Büroangestellter auf der Erde, hat aber die Suche nach dem Schwert sowie den Traum, nach Eternia zurückzukehren und zusammen mit den Helden seiner Kindheit den bösen Skeletor zu bekämpfen, nie aufgegeben…

Ferne Planeten, machtvolle Schwerter, Superhelden mit putzigen Namen und ein kraftstrotzender blonder Held namens He-Man,  das alles sind die Elemente mit denen die Firma Mattel in Gestalt ihrer Action-Figuren und der darauf beruhenden Cartoons für reichlich Spaß in vielen Kinderzimmern gesorgt hat. Nach einem eher misslungenen Versuch aus dem Jahr 1987, diese Abenteuer auf die große Leinwand zu bringen, gibt es nun einen neuen Ansatz, und der macht seine Sache richtig gut.  

Man darf eintauchen in die bunte und zunächst heile Welt von Eternia, wird Zeuge, wie der kleine Adam immer wieder bei seiner Kampfausbildung scheitert, weil er viel zu weich und sanftmütig ist und begleitet ihn schließlich auf seiner schweren Mission, der er sich dann natürlich doch irgendwann stellen muss. Optisch großartig aufbereitet und akustisch mit einem immer wieder mitreißenden Soundtrack unterlegt, sind auch die Figuren, einschließlich des bösen Skeletor, liebevoll gestaltet. Der Held ist nicht eindimensional strahlend, vor allem hat er sich seine gutherzige kindliche Seite bewahrt, und sein Widersacher, mit seiner Bösartigkeit konfrontiert, entscheidet sich dafür, genau das zu sein, nämlich böse, ein treffendes Porträt aller Schurken dieser Welt, der lebenden wie der toten.

Der immer wieder aufblitzende Humor nimmt dem Ganzen die Verbissenheit und lässt den Film zu einem großen Spaß werden, ob dies auch im Sinne der Hardcore-Fans ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, aber am Ende gehen wir sogar mit einer Erkenntnis nach Hause, die auch in unserer Welt zutrifft: Der Böse hält Monologe, der Gute führt Dialoge (nimm das, Donald T., stellvertretend für all die anderen aktuellen Diktatoren!)

 

   Regie: Travis Knight

Drehbuch: Chris Butler, Aaron Nee, Adam Nee, Dave Callaham, b/a diversen Geschichten von Adam + Aaron Nee, Alex Litvak, Michal Finch

Kamera: Fabian Wagner

Schnitt: Paul Rubell

Musik: Daniel Pemberton

 Besetzung:

Nicholas Galitzine, Artie Wilkinson-Hunt, Camila Mendes, Idris Elba, Jared Leto, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Jon Xue Zhang, Alison Brie, Sam C. Wilson, James Purefoy, Morena Baccarin, Kristen Wiig und Dolph Lundgren

 

Amazon MGM Studios, Mattel Studios/ Sony Pictures Entertainment Germany

2026

140 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=U7pen5FRxXs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=X21JsHLHnY8 (Englisch)

Im Kino: Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes (Heel)

Der neunzehnjährige Tommy (Anson Boon) lebt ein Leben zwischen Drogen- und Gewaltexzessen, die er gerne auf Social Media teilt, bis er eines Tages entführt wird und sich angekettet im Keller eines abgelegenen Landhauses wiederfindet. Hier leben Familienvater Chris (Stephen Graham) mit Frau Kathryn (Andrea Riseborugh) und Sohn Jonathan (Kit Rakusen), und bei ihnen soll Tommy „gerettet“ und zu einem guten Menschen gemacht werden…

Der Film bewegt sich eher uneindeutig zwischen Horror-, Entführungs- und Resozialisierungsdrama, aber genau hieraus bezieht er auch seine Spannung, zumal bis zum Schluss nicht wirklich klar wird, wes Geistes Kind die seltsame Familie ist – sind es einfach nur Spinner, die ein Experiment wagen, von dessen Ausgang sie sich Erlösung versprechen, und zwar sowohl für sich, als auch für ihr Versuchskaninchen, oder sind sie auf ihre Art genauso Täter, wie Tommy, denen es eher um Bestrafung als um Läuterung geht.

Vater Chris zeigt immer wieder sowohl harte und grausame Züge, kann aber auch ausgesprochen gütig und liebevoll sein, auch Kathryn oder Jonathan scheinen keine Sadisten zu sein, denen es Spaß macht, ihr Opfer im Keller zu quälen, insofern bleibt die Geschichte, bei der sich sicherlich gewollte Bezüge zum Klassiker „A Clockwork Orange“ ergeben, spannend bis zum Schluss, wenn sich Tommys missliche Lage durch äußere Umstände plötzlich verändert. Hier liegt allerdings auch die Schwachstelle des Films, denn die Figur einer Haushälterin, die die Veränderung unfreiwillig heraufbeschwört, wirkt eher wie ein Fremdkörper, letztlich einzig zur Auflösung der Lage eingebaut, was am Ende aber nicht ganz befriedigen kann.

Trotzdem ein ungewöhnlicher Thriller, der mit den oben genannten Elementen auf seine ganz eigene Weise fasziniert und sich, auch dank der hervorragenden Darstellerriege, wohltuend vom Einheitsbrei vieler aktueller Werke abhebt.

 


 Regie: Jan Komasa

Drehbuch: Bartek Bartosik, Naqqash Khalid

Kamera: Michael Dymek

Schnitt: Agnieska Glinska

Musik: Abel Korzeniowski

 Besetzung:

Stephen Graham, Andrea Riseborough, Anson Boon, Kit Rakusen, Monika Frajczyk, Savannah Steyn

 

RPC/ X Verleih AG

2025

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ddwD_pJ-C_Q (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=e7KWBSfZmOE (Englisch)

Donnerstag, 28. Mai 2026

Im Kino: I swear - Verflucht Normal

John Davidson (Robert Aramayo) wächst in einer schottischen Kleinstadt auf, ist ein guter Schüler und Fußballer, als er plötzlich mit 12 Jahren Symptome entwickelt, bei denen er unkontrollierte Zuckungen und obszöne Ausrufe ausstößt, was später als Tourette-Syndrom diagnostiziert wird. Er wird zum Außenseiter, nur Dottie, die Mutter eines Mitschülers (Maxine Peake) sowie der Hausmeister des Gemeindezentrums Tommy (Peter Mullan) nehmen ihn vorbehaltlos, wie er nun mal ist und unterstützen ihn dabei, seinen Weg zu finden. Für seine Verdienste, Tourette in Großbritannien bekannter zu machen und anderen Betroffenen zu helfen, akzeptiert zu werden, erhält John im Jahr 2019 von der Queen persönlich, einen hohen britischen Orden verliehen, aber auch bei dieser Zeremonie lassen sich seine Tics nicht einfach abstellen und spielen ihm einen weiteren Streich…

Basierend auf der wahren Lebensgeschichte des echten John Davidson schafft es dieser Film in bester Manier ein schwieriges Thema mit Witz und Warmherzigkeit aufzubereiten, ohne dabei die innere Tragik des von einer so lebensverändernden Krankheit Betroffenen aus den Augen zu verlieren. Johns Sehnsucht nach Anerkennung und ja, auch Liebe, wird einfühlsam und ohne Voyeurismus vor Augen geführt, man leidet mit, während man gleichzeitig ohne schlechtes Gewissen über seine unfreiwillig komischen oder peinlichen Erlebnisse lachen darf.

Auch wenn man bereits von dem Tourette-Syndrom gehört hat, für das es bis heute keine Heilung gibt, fehlt vielleicht eine genaue Vorstellung über die Auswirkungen auf das tägliche Leben, insofern kann dieser Film, der stets die Balance zwischen Schmerz und Freude im Blick behält, dazu beitragen, ganz im Sinne von John Davidson, aufzuklären. Dass er dabei auch noch verflucht gut zu unterhalten weiß, hebt ihn wohltuend von der Masse an durchschnittlichen Filmen ab und lohnt einen Kinobesuch unbedingt.

 


Regie: Kirk Jones

Drehbuch: Kirk Jones

Kamera: James Blann

Schnitt: Sam Sneade

Musik: Stephen Rennicks

 Besetzung:

Robert Aramayo, Scott Ellis Watson, Maxine Peake, David Carlyle, Peter Mullan, Shirley Henderson

 StudioCanal Films/ Wild Bunch Germany

2025

121 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=WwxS_xnKF1g (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=oeWqQN3snCU (Englisch)

Im Kino: Passenger

Maddie (Lou Llobell) und ihr Verlobter Tyler (Jacob Scipio) sind mit einem Camper unterwegs, als sie auf einer einsamen Landstraße an einem schrecklichen Unfall vorbeifahren. Danach scheint sie irgendetwas – oder irgendwer – zu verfolgen und ein wahrer Alptraum beginnt…

Dieser Horrorfilm über einen entsprechenden Horrortrip wartet mit einigen hübschen Grusel-Effekten auf, er gibt sogar eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb das junge Paar im Gegensatz zu anderen Opfern der gefährlichen Wesenheit, die zur Nachtzeit auf einer einsamen Landstraße durch einen unwegsamen Wald ihr Unwesen treibt, so lange überlebt. Ansonsten ist nicht alles ganz stimmig und der Film braucht nach einem furiosen Auftakt eine Weile, um wieder richtig in Gang zu kommen. Auch wird nicht genügend über den aktuellen Urheber der geheimen Zeichen, die das Paar begleiten, aufgeklärt, aber alles in allem wird solide Horror-Unterhaltung geboten, mit einer beeindruckend taffen jungen Frau, die am Ende überzeugend ihren Mann steht.

Eine (von mir nicht näher geprüfte) Statistik besagt, dass von jährlich 130 Millionen Menschen, die sich auf einen Road Trip begeben, etwa 15.400 für immer verschwinden, und gerade in den Weiten der USA soll es einige durch einsame Gegenden führende Überland-Routen geben, die dafür berüchtigt sind – vielleicht sollte man dies für die nächste Camper-Urlaubs-Planung im Hinterkopf behalten…

 

  Regie: André Øvredal

Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess

Kamera: Federico Verardi

Schnitt: Martin Bernfeld

Musik: Christopher Young

 Besetzung:

Lou Llobell, Jacob Scipio, Melissa Leo, Joseph Lopez

  Paramount Pictures /Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=VT2tt-x5Hvk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=eNIn8kW1kyE (Englisch)

Freitag, 22. Mai 2026

Heimkino: Extrawurst

Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling), langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Langenheide, arbeitet routiniert die Tagesordnung der Vereinssitzung ab, bei der unter anderem die Anschaffung eines neuen Grills beschlossen wird. Bevor man zum gemütlichen Teil übergehen kann, entwickelt sich Punkt 7 „Sonstiges“ zum Stolperstein, als Melanie (Anja Knauer) vorschlägt, für ihren muslimischen Doppelpartner Erol (Fahri Yardim) einen zweiten Grill zu kaufen, damit dessen Grillgut nicht zusammen mit Schweinswürsten bruzzeln muss. Aus dieser Idee entwickelt sich zur Überraschung aller eine heftige Diskussion, die am Ende beinahe den Verein zu sprengen droht…

Angelehnt an das sehr erfolgreiche Theaterstück der bewährten Comedy-Autoren Jacobs und Netenjakob beschränkt sich Regisseur Rosenmüller auch bei seiner Verfilmung räumlich auf den Bereich der Tennishalle und das dazugehörende Vereinsheim, um sein gut aufgelegtes Schauspielensemble aufeinander zu hetzen.

Schwein oder nicht Schwein... Alles beginnt, wie so oft, eher harmlos, als ein gutgemeinter Vorschlag sich zu einem Sprengsatz entwickelt, plötzlich hat jeder eine Meinung und tut diese in einer immer hitziger werdenden Stimmung auch kund. Die Fassade der harmonischen Gemeinschaft, von der anfangs geschwärmt wird, beginnt sehr schnell zu bröckeln, bis am Ende nur ein Scherbenhaufen übrigbleibt und die Erkenntnis, dass manches wohl besser unausgesprochen bleiben sollte, was auch bereits Thema anderer Filme wie „Das perfekte Geheimnis“ war.

Die pointiert herausgearbeiteten Streitpunkte dürften jedem und jeder vertraut sein: wann und wie lange ist man eigentlich Ausländer und wann „gehört man“ endlich „dazu“, braucht es für alle und jeden eine Sonderbehandlung oder sprengt das am Ende jedes Kollektiv, Frauen fühlen sich von Männern bevormundet, revanchieren sich dafür mit der Totschlaggeschichte vom „alten weißen Mann“, an jedem Argument ist etwas dran und gleichzeitig auch nicht, entscheidend sind die Verletzungen, die man sich zufügt, wenn irgendwann sämtliche Hemmungen fallen, wenn tief Verborgenes ungefiltert ohne Rücksicht auf Verluste herausbricht und alles auf den Grill, äh Tisch kommt, was man sich schon immer mal sagen wollte, aber bisher nie auszusprechen wagte.

Der Film verzichtet dabei dank der Qualität der beiden Autoren auf allzu platte Schenkelklopfer-Gags und sorgt am Ende für ein – beinahe – versöhnliches Ende, aber, man kennt es: einmal in Fahrt gekommen, ist aufhören nicht leicht, und so gibt es noch einen kleinen boshaften Schlussgag, den man sich einfach nicht verkneifen konnte…

 

  

Regie: Marcus H. Rosenmüller

Drehbuch: Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob

Kamera: Daniel Gottschalk

Schnitt: Andrea Mertens

Musik: Gerd Baumann

 Besetzung:

Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel

 

StudioCanal Film

2025

FSK 12

 Ab 18. Mai 2026 digital und

Ab 28. Mai 2026 auf Blu-ray/ DVD

 

Details DVD:

Filmlänge: ca. 94 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: Dolby Digital 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 Details Blu-ray:

Filmlänge: ca. 98 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YbC8F45HRr4

Donnerstag, 21. Mai 2026

Im Kino: Mother Mary

Die unter dem Namen Mother Mary megaerfolgreiche Pop-Diva Mary (Anne Hathaway) fühlt sich ausgebrannt und bereitet sich auf ihr Abschiedskonzert vor. Das passende Kleid dafür soll ihre alte Freundin, Modedesignerin Sam (Michaela Coel), entwerfen, aber das Wiedersehen der beiden verläuft nicht wie von Mary geplant, denn die berufliche wie auch private Beziehung der beiden ging einst schmerzvoll auseinander und so gibt es einiges zwischen den beiden aufzuarbeiten…

Zwischen Kammerspiel und immer wieder eingestreuten imposanten und stylischen Bühnenperformances bewegt sich dieses Psychodrama auf ungewöhnlichem Terrain. Stück für Stück entwickelt sich die Geschichte aus Andeutungen, bis sich allmählich das Gesamtbild einer Beziehung offenbart, die sowohl berufliche als auch private Aspekte hatte und irgendwann einseitig von der damals stärkeren Person aufgekündigt wurde, nämlich von Mary, als ihr Stern am Pophimmel aufging.

Nun sind die Rollen vertauscht und Designerin Sam spürt die ihr plötzlich erwachsene Macht, wenn nur sie das von Mary so ersehnte wichtige Kleidungsstück liefern kann und daraus entwickelt sich eine bittere Abrechnung, die für sich gesehen von den beiden Kontrahentinnen so intensiv vorgetragen wird, dass es stellenweise wehtut.

In diesem Teil des visuell ausdrucksstarken Films folgt man den Akteurinnen gerne und kann sich der Faszination ihrer Vorstellung kaum entziehen, getragen von Michaela Coels eindrucksvollem Gesicht und Anne Hathaways Fragilität hinter all dem Bombast ihrer Bühnenauftritte, einem Larger-than-life-Hybridwesen, angesiedelt irgendwo zwischen Taylor Swift, Lady Gaga und Madonna und mit entsprechend starken Sounds ausgestattet.

Etwas schwierig wird es, wenn das Ganze am Ende ins Mythische und Übersinnliche mit leichtem Body-Horror abdriftet und das Kammerspiel ins Horrorkabinett wechselt, und aus einem außergewöhnlichen Film, der sich außergewöhnliche Dinge traut, ein Rätsel werden lässt, dessen Lösung man vergeblich sucht. 

Besonders erwähnt sei noch, dass in dem Film, der zwar von einem Mann inszeniert ist, außer als Hintergrundtänzer kein einziger Mann auftritt, Bechdel-Test locker bestanden, wie immer man diesen Test bewerten mag…  

  

 Regie: David Lowery,

Drehbuch: David Lowery

Kamera: Andrew Droz Palermo, Rina Yang

Schnitt: David Lowery

Musik: Daniel Hart

Original-Songs: Charli xcx

 Besetzung:

Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer, Sian Clifford,

 

A24/ Leonine Dirstribution

2026

112 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 21. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=UH8Qbm3w5wE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ATGaqU6Srcc (Englisch)

Im Kino: In The Grey

Wenn ein skrupelloser Schurke wie Manny Salazar (Carlos Bardem) sich unrechtmäßig eine Milliarde Dollar unter den Nagel gerissen hat, braucht es jemand ähnlich Skrupelloses, um ihm dieses Geld wieder zu entreißen, und so machen sich die als Unterhändlerin erfahrene Rachel Wild (Eiza González) und ihre Truppe von mit allen Wassern gewaschenen Spezialisten unter Führung der ihr treu ergebenen Sid (Henry Cavill) und Bronco (Jake Gyllenhaal) an die Arbeit. Als besondere Schwierigkeit erweist sich dabei, dass Salazar auf seiner Privatinsel residiert und man heil in sein Refugium hinein- aber vor allem auch wieder herauskommen muss…

Guy Richie versteht es immer wieder, die Grenzen zwischen Legalem und Illegalem fließend zu machen und seine Protagonisten in einer Grauzone dazwischen – eben In The Grey – agieren zu lassen. So ist auch hier das Ziel legitim, ein unterschlagenes Vermögen wiederzubeschaffen, und dafür sind dann alle Mittel recht, schließlich hält sich der Schurke auch nicht an Recht und Gesetz und von dieser Prämisse leben die actionreichen und ausgeklügelten Filme Richies immer wieder.

Auch im aktuellen Werk wird in bewährter Weise ein Heist-Plan entwickelt, bei dem von vorneherein klar ist, dass irgendwann irgendetwas schief gehen wird und man darf gespannt sein, ob und wie die gewiefte Mannschaft mit diesen Schwierigkeiten fertig werden wird. Das Ganz ist schwungvoll inszeniert, ohne dass man allzu viel Tiefgang erwarten darf, dennoch ist es ein dem Genre angemessenes unterhaltsames Abenteuer, bei dem es ordentlich kracht und ein beeindruckender Fuhrpark verschiedenster Fortbewegungsmittel zum Einsatz kommt.

Die männlichen Protagonisten verfügen über eine angemessene Coolness, wirklich mitreißen können sie am Ende aber nicht ganz und Eiza Conzález ist sicher großartig anzuschauen, aber ihr Schauwert ist größer als ihre Persönlichkeit, hierfür fehlt ihr ein bisschen das notwendige Charisma, aber vielleicht sehen das männliche Zuschauer etwas anders…

Ein Film, der temporeiche Action und durchaus spannende Unterhaltung bietet, aber am Ende etwas zu routiniert über die Bühne geht, als dass er lange im Gedächtnis bleiben würde.

 

 

Regie: Guy Richie

Drehbuch: Guy Richie

Kamera: Ed Wild

Schnitt: Martin Walsh

Musik: Christopher Benstead

 Besetzung:

Eiza González, Jake Gyllenhaal, Henry Cavill, Rosamund Pike, Jason Wong, Fisher Stevens, Emmett J. Scanlan, Kristofer Hivju, Darrell D’Silva, Christian Ochoa Lavernia, Carlos Bardem

  

Black Bear International/ Leonine Distribution

2026

98 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 21. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Q8g_oflOGaY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=nufP15iN4GE (Englisch)

Im Kino: Star Wars: The Mandalorian and Grogu

Auch nachdem das Imperium besiegt wurde, gibt es noch ehemalige Kriegsherren, die weiterhin daran arbeiten, wieder an die Macht zu kommen, während die Neue Republik versucht, sich endgültig zu etablieren. In diese Auseinandersetzungen gerät der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin, genannt The Mandalorian oder kurz Mando (Pedro Pascal), der seit einiger Zeit mit seinem jungen Schützling Grogu unterwegs ist. Zusammen versuchen sie einen Auftrag zu erledigen, ohne dabei zwischen den Fronten aufgerieben zu werden…

Unter dem Etikett „Star Wars“ kommt seit längerer Zeit wieder ein Film auf die große Leinwand, nachdem das Franchise sich in den letzten Jahren mehr auf etliche TV-Serien – sowohl Live-Action als auch in animierter Form – konzentriert hatte. Wer tief in dieser Thematik mit allen Spin-Offs und auf allen Zeitebenen zu Hause ist, wird in diesem Film auf viele bekannte Figuren und Charaktere treffen und diese korrekt ein- und zuordnen können.

Für alle anderen geht es einfach nur frisch in ein durchaus unterhaltsames Weltraumabenteuer, das man auch ohne viele Vorkenntnisse verstehen kann, es reicht, zu wissen, dass es sich bei dem Mandalorian um einen intergalaktischen Kopfgeldjäger handelt, der für wechselnde Auftraggeber tätig und bei einer dieser Missionen auf eine Art Joda-Baby-Version namens Grogu gestoßen ist, den er quasi als Pflegekind angenommen hat und der durch seine umwerfende Niedlichkeit besticht.

Mit dieser Figur kann der Film durchgehend punkten, während die Handlung keine großen Überraschungen bietet, aber dennoch Spaß macht, wenn man es nicht gerade auf besondere Bezüge zur „Star-Wars“-Saga abgesehen hat, denn die fehlen ansonsten, nicht einmal das epische Musik-Thema erklingt, was man zumindest beim Abspann erwartet hätte. Dafür gibt es eine unerwartete Reminiszenz an den guten alten "Blade Runner" und in der Figur von Rotta The Hutt, Sohn des schurkischen Jabba The Hutt, einen tragischen Helden, der auf seine Weise zum Sympathiträger wird.

Alles in allem mehr etwas für Fans der TV-Serien, ansonsten für Liebhaber spaciger Weltraumabenteuer, aber nichts, um das „Star-Wars“-Feeling aus den ersten Tagen wieder zu erleben. Wer dies erwartet, wird sicher enttäuscht, andererseits lässt sich nur selten die Vergangenheit wieder heraufbeschwören, in der man selbst noch jung und frisch war, das Leben geht einfach weiter und wer in Nostalgie schwelgen möchte, schaut sich am besten die alten Filme noch einmal an…

 

 Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor, b/a den Charakteren von George Lucas

Kamera: David Klein

Schnitt: Dylan Firshein, Rachel Goodlett Katz

Musik: Ludwig Göransson

 Besetzung:

Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Martin Scorsese (Stimme), Jeremy Allen White (Stimme), Steve Blum, Hemky Madera, Matthew Willig

 

Lucasfilm/ Walt Disneyy Studios Motion Pictures

132 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 20. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OCZuCaYc_N8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_pa1KLXuW0Y (Englisch)

 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Im Kino: Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives)

Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) liebt seine Tiere, sorgt für sie und liest ihnen abends Bücher, vorzugsweise Krimis, vor. Als er eines Tages ermordet vor seinem Wohnwagen liegt, nehmen die Schafe unter Leitung der klugen Lily die Ermittlungen auf und stupsen den in ihren Augen etwas begriffsstutzigen örtlichen Ermittler langsam aber sicher auf die richtige Spur.

Vor zwanzig Jahren landete die deutsche Autorin Leonie Swann mit ihrem Kriminalroman „Glennkill“ einen Überraschungserfolg, nun also kommt die filmische Umsetzung in die Kinos, die sich allerdings in vielen Punkten von der Vorlage unterscheidet. Die Schafsnamen wurden eingedeutscht, angefangen von der schlauen Miss Maple - eine Anlehnung natürlich an die beliebte britische Senioren-Detektivin, aber auch an eine gewisse Vorliebe für Ahornsirup - die zur etwas nichtssagende Lily wird, bis hin zur Entschärfung von Schäfer Georges Todesursache und der Kappung einiger Handlungsfäden, um das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten.

Herausgekommen ist dennoch ein äußerst liebenswertes, familientaugliches Märchen, mit skurrilen Dörflern und einem, wenn auch eher simplen, aber durchaus unterhaltsam gestrickten Krimiplot, bei dem statt eines Detektivs vom Typus Benoit Blanc eine gewitzte Schafsdame ihr durch viele Krimilesungen geschultes Kombinationsvermögen eindrucksvoll ausspielt.

Hugh Jackman ist großartig als warmherziger und seine Schafe liebender Hirte, die deutsche Fassung wartet mit den Synchronstimmen von Anke Engelke und Bastian Bastewka auf, die sich beide vorab mächtig ins Zeug gelegt haben, um für den Film zu werben. Vor allem aber sind es die wunderbar animierten Tierfiguren, die einfach nur Spaß machen, nichts wirkt gekünstelt, alles ist selbstverständlich und holt die Zuschauer mühelos auch auf einer emotionalen Ebene ab, wenn das zunächst zurückgestoßene Winterlamm seinen Platz in der Gemeinschaft findet.  

Ein Wohlfühlfilm für schlechte Zeiten!

 

  

 

Regie: Kyle Balda

Drehbuch: Craig Mazin, b/s Roman von Leonie Swann

Kamera: George Steel

Schnitt: Al LeVine, Paul Machliss, Martin Walsh

Musik: Christophe Beck

 Besetzung:

Hugh Jackman, Tosin Cole, Conleth Hill, Hong Chau, Nicholas Braun

Stimmen Original: Patrick Stewart, Regina Hall, Bella Ramsey, Chris O’Dowd, Bryan Cranston, Julia Louis-Dreyfus

Deutsch: Thomas Nero Wolf, Anke Engelke, Bastian Pastewka

 

Working Titel Films, Sony Pictures Entertainment Germany

2026

109 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 14. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tHzWthdeOqo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=pyZI5oM6hWk (Englisch)

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Im Kino: Mortal Kombat II

Um die Schreckensherrschaft von Shao Khan (Martyn Ford) zu beenden, findet sich ein hochkarätiges Team von Kämpfern zu einem ultimativen Tournier zusammen, bei dem es um nichts weniger als die Rettung der Welt geht. Verstärkung erhält die Truppe durch Ex-Fighter Johnny Cage (Karl Urban), der seine besten Tage allerdings bereits hinter sich zu haben scheint. Wird die Mission dennoch gelingen?

Nachdem im Jahr 2021 Teil I dieser Video-Spiel-Verfilmung für leichte Enttäuschung gesorgt hat, weil es nie zu dem damals schon angepeilten Tournier kam, sollte es diesmal für alle Fans ein Fest sein, denn jetzt findet es tatsächlich statt. Die Kämpfe sind rasant choreographiert und teilweise sehr blutig, weshalb die FSK-Einstufung etwas befremdet, aber wahrscheinlich sind Video-Gamer etwas härter im Nehmen als die meisten Zuschauer und es muss schließlich etwas geboten werden, will jemanden von seiner oder ihrer Video-Konsole weg- und ins Kino locken.

Die Figur des Johnny Cage, von Karl Urban mit Coolness und lockeren Sprüchen ausgestattet, bringt etwas Humor in die ansonsten finstere Geschichte, bei der ein kleines Mädchen, dessen Vater einst von Khan gemeuchelt wurde, inzwischen zur jungen Frau herangewachsen, auf Rache sinnt, obwohl sie zunächst auf der falschen Seite steht.

Die Story an sich ist eher simpel und bedient sich bei der Jagd nach einem Amulett, das seinem Träger unbezwingbare Macht verleiht, eines bereits vielfach strapazierten McGuffins, einen Innovationspreis gibt es dafür nicht, aber alles in allem bietet der Film genug Spektakel, um den Fans des Video-Spiels zu gefallen und für alle anderen immerhin noch passable Unterhaltung, wenn man auf diese Art Kampf-Filme steht.

 

Regie: Simon McQuoid

Drehbuch: Jeremy Slater, Ed Boon, John Tobias, b/a dem gleichnamigen Videospiel

Kamera: Stephen F. Windon

Schnitt: Stuart Levy

Musik: Benjamin Wallfisch

 Besetzung:

Karl Urban, Ludi Lin, Jessica McNamee, Joe Taslim, Hiroyuki Sanada, Adeline Rudolph, Tati Gabrielle, Josh Lawson, Martyn Ford

 

New Line Cinema/ Warner Bros. Pictures Germany

2026

116 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 07. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1JrnAv5CLdk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=b24oG7qCwp4 (Englisch)

 

Donnerstag, 30. April 2026

Im Kino: Der Teufel trägt Prada 2

Miranda Priestly (Meryl Streep) ist immer noch Chefredakteurin des renommierten Modemagazins „Runway“, aber die Abkehr der Leserschaft von Print-Produkten macht ihr zu schaffen. Aus denselben Gründen verliert die mittlerweile erfolgreich als Journalistin tätige Andy Sachs (Anne Hathaway) ihren Job, bekommt dann überraschend eine Stelle bei „Runway“, wo ausgerechnet sie Miranda im Kampf ums Überleben unterstützen soll. Als dann die alte Rivalin Emily Charlton (Emily Blunt), mittlerweile Chefin eines bekannten Modelabels, auftaucht, sind die Karten gemischt für ein Intrigenspiel, bei dem Art Director Nigel (Stanley Tucci), wie immer stets stilvoll, versucht, die Fäden in der Hand zu behalten…

Zwanzig Jahre nach dem Erfolg des ersten Teils, der inzwischen Kult-Status genießt, finden sich die Akteurinnen und Akteure von damals noch einmal zusammen, um scheinbar unverwüstlich ihr altes Spiel von damals wieder aufzunehmen. Mag auch die Welt eine andere geworden sein, der Modezirkus fasziniert sein Publikum noch immer und wenn auch die strahlenden Marken dabei sind, ihre einstige Exklusivität mehr und mehr einem breiteren Massenpublikum zu opfern, noch wirkt die Magie bestimmter Namen so anziehend wie immer und darauf baut auch dieser Film.

Dabei werden unschöne Businesspraktiken, wie sie in jeder anderen Branche auch herrschen, beleuchtet, ebenso der Schmerz, den der Verlust liebgewordener Werte und nostalgischer Erinnerungen an eine sich ständige verändernde Welt bereitet, aber am Ende tröstet dann doch immer wieder das nächste Paar Schuhe oder das Designerkleid mit langer Schleppe auf dem nächsten roten Teppich und das Universum der Reichen und Schönen ist sofort wieder in Ordnung.

Alles in allem bietet der Film solide Unterhaltung, ob er an den alten Erfolg anknüpfen kann, bleibt abzuwarten, die Schauspiel-Crew, allen voran die unvergleichliche Meryl Streep und der bestens aufgelegte Stanley Tucci, hat sich jedenfalls in die entsprechende Schale geworfen, diese Erwartungen dürften daher nicht enttäuscht werden, die Welt hätte sich aber auch ohne diese Fortsetzung einfach weitergedreht...

 

 Regie: David Frankel

Drehbuch: Aline Brosh McKenna, b/a Roman von Lauren Weisberger

Kamera: Florian Ballhaus

Schnitt: Andrew Marcus

Musik: Lady Gaga, Theodore Shapiro

 Besetzung:

Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt, Stanley Tucci, Justin Theroux, Kenneth Branagh, Lucy Liu, Lady Gaga

 

20th Century Studios, Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

2026

119 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 30. April 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=rtAKeJQSrwM (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=e9HXmMnUEdE (Englisch)

 

Donnerstag, 16. April 2026

Im Kino: Lee Cronin's The Mummy (The Mummy)

Charlie Cannon (Jack Reynor) lebt mit zwei kleinen Kindern und seiner schwangeren Frau Larissa (Laia Costa) für einige Zeit in Kairo, als eines Tages das Fürchterliche geschieht: Tochter Katie (Emily Mitchell/ Natalie Grace) verschwindet spurlos und auch alle Anstrengungen einer engagierten örtlichen Polizistin (May Calamwy) führen bei der Suche zu keinem Erfolg. Erst acht Jahre später – die Familie lebt längst wieder in den USA – scheint Katie gefunden, aber das heimgeholte katatonische Kind verbreitet nur Angst und Schrecken – was mag ihm nur widerfahren sein?

Für alle Eltern dürfte ein verschwundenes Kind bereits Horror genug sein, vielleicht sollten diese für einen entspannten Kinoabend lieber einen anderen Film wählen. Ägypten-Begeisterte werden aus anderem Grund mit ihrem Filmabend nicht zufrieden sein, bekommt man doch weniger eine Mumien-Geschichte als eine Abwandlung des Exorzisten-Themas zu sehen, gespickt mit jeder Menge unappetitlicher Szenen, die eine FSK-18-Einstufung auf jeden Fall rechtfertigen und unter Umständen zur Absage des nächsten Fußpflegetermins führen.

Das Ganze bleibt leider einigermaßen unausgegoren, viele Elemente passen nicht ganz zusammen und wie soll man eines Dämons aus einem anderen religiösen Kontext zu Leibe rücken, dem mit bewährten Mitteln wie Kruzifixen und Weihwasser nicht beizukommen ist? Herhalten muss dann ein altes Ritual, das am Ende vielleicht tatsächlich für ein paar Schauer sorgt, aber bis dahin zieht sich der Schrecken, immer wieder in Ekelsequenzen schwelgend, ziemlich hin. 

Lang ist, man kann es nur immer wiederholen, nicht automatisch besser und vielleicht sollten manche Dinge vielleicht wirklich besser begraben bleiben...

 

 

Regie: Lee Cronin

Drehbuch: Lee Cronin

Kamera: David Garbett

Schnitt: Bryan Shaw

Musik: Stephen McKeon

 Besetzung:

Jack Reynor, Laia Costa, May Calamawy, Natalie Grace, Shylo Molina, Billie Roy, Veronica Falcón, Hayat Kaille, May Elghety, Tim Seyfi, Emily Mitchell

  

New Line Cinema/ Warner Bros. Pictures Germany

2026

133 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 16. April 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=aRej4ZMs57A (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=XJ0uv-phsDk (Englisch)

Donnerstag, 9. April 2026

Im Kino: The Historie of Sound

Die beiden jungen Männer Lionel (Paul Mescal) und David (Josh O’Connor) lernen sich Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts über ein Musikprojekt in Boston kennen (und lieben), aber sie verlieren sich im Laufe der folgenden Jahre aus den Augen. Lionel erkennt erst fast am Ende seines Lebens, was ihm die Zeit mit David bedeutet hat und dass sich versäumtes Glück nicht nachholen lässt…

In ruhigen Bildern und sehr langen Szenen entwickelt sich die Geschichte zweier verwandter Seelen, die über ihr Interesse an Musik und dabei speziell an alten Folksongs zueinander finden. Dabei mäandert die Geschichte durch ein paar Jahre, in denen David als Soldat in den ersten Weltkrieg geschickt wird und Lionel wieder auf die abgelegene Farm in Kentucky zurückkehrt, von wo er einst kam, ohne dass sich diese Elemente miteinander verbinden.

Mehr als ausführlich kommt man in Kontakt mit den fremd klingenden Volksweisen, die Lionel und David während einer mehrmonatigen Tour durch Neuengland quasi einsammeln, indem sie diese, immer wieder von verschiedenen Personen, aber auch von den Protagonisten selbst, a capella gesungen auf altertümlichen Wachswalzen konservieren. Vordergründig soll das Projekt einen Kulturschatz bewahren helfen, es dient aber in erster Linie dazu, die Beziehung der beiden jungen Männer zu beleuchten, denen es aufgrund der Umstände der damaligen Zeit nicht vergönnt ist, ihre Beziehung im Alltag auszuleben.

So weit, so tragisch, leider vermag der Film aber zu keinem Zeitpunkt über eine gepflegte Langeweile hinaus diese Tragik greifbar zu machen, da helfen auch die beiden zurzeit so überaus angesagten Schauspieler O’Connor und Mescal nicht. Nichts fügt sich zu einem homogenen Ganzen zusammen, und der einzige Aspekt, der wirklich interessant klingt und in den ersten Szenen des Films durch die Off-Stimme des Kindes Lionel beschrieben wird, dass er nämlich Töne als Farben wahrnimmt, spielt im Folgenden überhaupt keine Rolle mehr und wird nicht wieder erwähnt, obwohl dies etwas gewesen, worüber man tatsächlich gerne mehr erfahren hätte.

 

 Regie: Oliver Hermanus

Drehbuch: Ben Shattuck, b/a seiner gleichnamigen Short Story

Kamera: Alexander Dynan

Schnitt: Chris Wyatt

Musik: Oliver Coates

 Besetzung:

Josh O’Connor, Paul Mescal, Chris Cooper, Molly Price, Tom Nelis

 

Film4/ MUBI/ UPI

2025

128 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 09. April 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=v_8aa29jIOw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=YfEYUoefwb8 (Englisch)

 

Mittwoch, 8. April 2026

Im Kino: Das Drama - Noch einmal auf Anfang (The Drama)

Emma (Zendaya) und Charlie (Robert Pattinson) stecken mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, als ein unbedacht geäußertes Geheimnis aus der Vergangenheit alles zu erschüttern droht…

Wann kennt man seinen Partner wirklich und gäbe es möglicherweise etwas, das, wenn man es denn wüsste, die Liebe zueinander in Frage stellen könnte? Das junge Paar hier steht noch ganz am Anfang seiner Beziehung und noch gäbe es die Chance, alles noch einmal zu überdenken, bevor man sich mit der Hochzeit aneinanderbindet und mit dieser Option spielt der Film mit geradezu diebischem Vergnügen.

Um was für ein Geheimnis es sich handelt, soll natürlich nicht verraten werden, auch wenn dieses schon relativ früh ins Spiel kommt und die Geschichte sich ab da nur noch um die Auswirkungen auf die Gefühlswelt der Beteiligten dreht, zu denen neben den Verlobten auch deren Trauzeugen gehören, die, ohne es zu wollen, das Chaos heraufbeschworen haben, und an dieser Stelle sei ein für alle Mal vor irgendwelchen dummen Spielen gewarnt, bei denen man nur so aus Spaß in die Verlegenheit kommt, ein möglichst peinliches Geheimnis zu offenbaren!

Der Film lebt von seinen Darstellern und Zendaya und Robert Pattinson liefern eine gute Vorstellung ab, wobei sie so wunderbar in sich ruht, während er von einem hysterischen Anfall in den nächsten gerät, ohne dass sie es überhaupt so richtig mitbekommt, was zu einiger grotesker Situationskomik führt. Ansonsten ist es solide Unterhaltung mit einer interessanten Prämisse, die vielleicht den oder die ein oder anderen Zuschauer oder Zuschauerin zum Nachdenken anregen könnte, und ein anschauliches Beispiel für die zerstörerische Kraft eines bösen Gedankens, sobald dieser sich einmal im Hirn eingenistet hat.

Was es aber wieder einmal nicht ist: die vielleicht von vielen – vor allem aufgrund des Filmplakats – erhoffte RomCom mit zwei zur Zeit sehr angesagten Darstellern, soviel sei verraten…

 


 Regie: Kristoffer Borgli

Drehbuch: Kristoffer Borgli

Kamera: Arseni Khachaturan

Schnitt: Kristoffer Borgli, Joshua Raymond Lee

Musik: Daniel Pemberton

 Besetzung:

Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim, Mamoudou Athie, Hailey Gates, Sydney Lemmon, Anna Baryshnikov

 A24/ Leonine

2026

105 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 02. April 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=9vywWpuI61E (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=6zmKcUa4Xxk (Englisch)

 

Dienstag, 24. März 2026

Im Kino: Blue Moon

Über Jahre schreiben Songwriter Lorenz Hart und Komponist Richard Rodgers eine Fülle unsterblicher und unvergessener Lieder, unter anderem jenes, das titelgebend für den Film ist. Aber als Hart immer mehr mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen hat und sein Alkoholkonsum ein verträgliches Maß überschreitet, wendet sich Rodgers einem neuen Partner – Oscar Hammerstein – zu, und den beiden gelingt mit dem Musical Oklahoma! ein Blockbuster-Erfolg, der Startschuss für ein neues Erfolgsduo am Broadway. Den Abend dieser Premiere am 31. März 1943 verbringt Hart in Erwartung der anstehenden Feier in der berühmten Bar Sardi’s, wo er sein Leben und seine Karriere im Gespräch mit dem Barkeeper und einer jungen Frau reflektiert.

Der Film widmet sich diesem Szenario in Echtzeit, man wird Zeuge eines Lamentos, das, gespickt mit intelligenten Bonmots und Gedankengängen, zu keinem Zeitpunkt langweilt, denn die Geschichte des am Ende gescheiterten Künstlers ist einfach zu ergreifend und Ethan Hawkes Darstellung dieser Figur wird zu einem spannenden Kammerspiel.

Auch wenn die Handlung theaterhaft auf die Bar beschränkt bleibt und die agierende Personenzahl überschaubar ist, gelingt es dank eines hervorragenden Drehbuchs, die innere Zerrissenheit der Hauptfigur auszubreiten, die Dia- und Monologe sind so fesselnd und ausgefeilt, dass es ein absolutes Vergnügen ist, Zeuge eines bewegenden Dramas zu werden, wenn man eine Antenne hierfür hat.

Die Gesprächspartner, unter anderem Eddie Cannavale als Barkeeper und Margaret Qualley als junge Studentin, sind mehr als nur Stickwortgeber und die Begegnung mit seinem alten Partner und Freund Richard Rodgers, von Andrew Scott beeindruckend kühl und sachlich interpretiert, lässt die ganze Tiefe der menschlichen Tragödie eines Mannes und seines tiefen Falls miterleben und -erleiden und macht den Film zu einem kleinen Juwel.

 


 Regie: Richard Linklater

Drehbuch: Robert Kaplow, b/a auf den Briefen von Lorenz Hart und Elizabeth Weiland

Kamera: Shane F. Kelly

Schnitt: Sandra Adair

Musik: Graham Reynolds

 Besetzung:

Ethan Hawke, Andrew Scott, Bobby Cannavale, Margaret Qualley, Patrick Kennedy, Jonah Lees, David Rawle

 Sony Pictures

2025

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. März 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=s8f6x_9lTdU

https://www.youtube.com/watch?v=qo7gRHip0lI