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Donnerstag, 25. Juni 2026

Im Kino: Minions & Monster

Immer noch auf der Suche nach dem Oberschurken, dem sie ihre Dienste anbieten können, geraten die Minions nach Hollywood, wo sie überraschend Karriere in einer Reihe von frühen Filmen machen, bis der Tonfilm auch ihnen zum Verhängnis wird. Danach beschließen die beiden Begabtesten, James und Henry, den größten Monsterfilm aller Zeiten zu machen, doch die mittels eines Zauberbuchs heraufbeschworenen Monster haben ihre eignen Pläne, und es droht bald eine große Katastrophe für die gesamte Menschheit, aber die Chaostruppe hält dagegen…

Im ersten Teil des Films gibt es, zur Freude aller Cineasten, einen buchstäblich wilden Ritt durch die Frühgeschichte des Films, beispielsweise Eadweard Muybridges „The Horse in Motion“, Georges Méliès‘ ersten Science-Fiction-Film „Die Reise zum Mond", dazu Szenen aus Hollywoods Kindertagen, von Max Fleischers frühen Comics über Buster Keaton, Harold Lloyd bis Orson Welles, Massenszenen aus Monumentalschinken, Casablanca darf nicht fehlen, aber auch die Exzesse, wie sie kürzlich der Film „Babylon“ noch einmal zelebrierte, und vieles mehr: überall waren, wenn man genau hinschaut, bereits Minions im Bild zu sehen. Dann das tragische Scheitern mit Einführung des Tonfilms, wenn man zum Beispiel das Wort „Rosebud“ nicht unfallfrei über die Lippen bekommt, das alles ist wirklich ein wahres Vergnügen und es lohnt mit Sicherheit eine zweite Sichtung, um alle versteckten Anspielungen aufzuspüren, für Kinder dürfte allerdings nichts davon wirklich verständlich sein.

Der zweite Teil, der sich mit der Entwicklung des Monsterfilms beschäftigt, ist nicht mehr ganz so unterhaltsam, die Monster sind eher Nervensägen, als zum Fürchten, die Rahmenhandlung mit Roboter Dort und seiner Frauenrechtlerin Debbie können auch nicht recht überzeugen, aber immer wenn die Chaostruppe wieder das Ruder übernimmt, kommt der Spaß zurück.

Für die Synchronisation die Kaulitz-Brüder einzuspannen gehört zur aktuellen Unsitte, gestandenen Sprechern den Job wegzunehmen. Christoph Waltz spricht sowohl im Original als auch in der deutschen Fassung, die übrigen deutschen Sprecher konnte ich außer im Abspann trotz intensiver Suche nirgendwo finden, so wenig Wertschätzung ist schon beschämend.

Aber alles in allem ist der Film ein gelungenes Vergnügen für Minion-Freunde und, zumindest zu Beginn, ein Fest für Cineasten und alle, die es werden wollen.

 

 

Regie: Pierre Coffin, Patrick Delage

Drehbuch: Pierre Coffin, Brian Lynch

Storyboard Head: Nima Azarba

Schnitt: Claire Dodgson, Gregory Perler

Musik: John Powell

 Besetzung:

Originalstimmen: Pierre Coffin, Zoey Deutsch, Allison Janney, Jesse Eisenberg, Jeff Bridges, Christoph Waltz, George Lucas

Deutsche Stimmen: Christoph Waltz, Bill und Tom Kaulitz und

 Universal Pictures

2026

90 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 01. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=EabfVeaKpoA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=drr0on3W0K8 (Englisch)

Mittwoch, 17. Juni 2026

Im Kino: The Death of Robin Hood

Nach einem Leben als Outlaw und einem finalen blutigen Gemetzel gelangt der gezeichnete Robin Hood (Hugh Jackman) unter die Fürsorge der Nonne Brigid (Jodie Comer), die sich auf einer kleinen Insel um Leprakranke und andere Hilflose kümmert. Er ist nie der edle Rächer der Witwen und Waisen gewesen, als der er in allen kursierenden Geschichten dargestellt wurde, vielmehr war er es, der sie alle zu Witwen und Waisen gemacht hat, und das auf seinen Raubzügen Erbeutete hat er lieber selbst verprasst, als es den Armen zu geben. Nun sieht er sich immer mehr den auf Rache sinnenden Nachkommen seiner Opfer gegenüber, doch keinem von ihnen scheint es vergönnt, ihm die selbst ersehnte Erlösung zu verschaffen, vielleicht findet er diese bei der guten Frau Brigid, die ihn aufgenommen hat…

Man muss sich rigoros vom Bild verabschieden, das wahrscheinlich jeder bisher von Robin Hood hatte, dem im Grunde gutherzigen Hallodri, der den Reichen nahm, um es den Armen zu geben, denn hier wird eine Legende so unnachgiebig demontiert wie selten und das, zumindest zu Beginn, mit unbeschreiblicher Brutalität und Härte. Einige der heftigen Szenen hätten durchaus eine FSK-Freigabe ab 18 gerechtfertigt.

Aber dann geht es für den Rest des Films eher ruhig weiter, wenn der von einer schweren Verletzung Genesende seine innere Abkehr sucht und findet und in Gesprächen mit Brigid oder einem Leprakranken sein bisheriges Leben reflektiert. Er, der sich auch nie gescheut hat, Kinder zu meucheln, kümmert sich um die Ziehtochter seines alten Gefährten Little John (Bill Skarsgård) und bringt einen jugendlichen Rächer von seinen Plänen ab, ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, irgendwann den Teufelskreis von Schuld und Rache und neuer Schuld zu durchbrechen, weil es sonst immer weitergeht mit dem sinnlosen Morden.

Die ganze Bandbreite dieses widersprüchlichen Charakters namens Robin Hood wird von einem großartigen Hugh Jackman eindrucksvoll verkörpert, der wieder einmal beweist, welch hervorragender und vielseitiger Darsteller er seit Jahren ist, es bleibt zu hoffen, dass ihm dieser Film auch einmal die lang verdienten Auszeichnungen beschert. Jodie Comer und der übrige Cast können ebenfalls überzeugen, vielleicht gelingt es dem Film nicht, über seine ganze Länge hin, die Spannung hochzuhalten, aber sehenswert ist er dennoch, allein wegen seiner Akteure und der Dekonstruktion einer Legende sowie dem Versuch, zu erklären, wie Mythen entstehen.

 

  Regie: Michael Sarnoski

Drehbuch: Michael Sarnoski

Kamera: Pat Scola

Schnitt: Andrew Mondsheim

Musik: Jim Ghedi

 Besetzung:

Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgård, Katie Breen, Noah Jupe,

 

A24/ DCM Film

2026

123 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 18. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=vcfOZhYvwKg (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=tlSDDuWxO_0 (Englisch)

Im Kino: Backrooms

Clark (Chiwetel Ejiofor) verbringt nach seiner Scheidung und Verbannung aus seinem Haus neben ereignislosen Tagen auch so manche Nacht in dem etwas heruntergekommenen Möbelhaus, in dem er arbeitet. Eines Tages macht er eine merkwürdige Entdeckung, hinter den Wänden seiner Möbelhalle scheinen sich weitere Räume zu befinden, die sich bei seinen Erkundungsgängen mehr und mehr als ein endloses Labyrinth von Gängen und leeren bis halbleeren Räumen erweisen…

Basierend auf einer seit 2019 auf YouTube veröffentlichen Kurzfilmreihe mit einer großen Fangemeinde, wagt sich Regisseur Kane Parsons nun an die Langfassung seines Sujets. Das Erschreckende und Bedrohliche liegt gerade in der scheinbar unendlichen Weite der Räumlichkeiten und nicht in den immer wieder eingestreuten unerklärlichen Phänomenen, die kurz aufblitzen, um dann wieder zu verschwinden. 

Am Ende bleiben diese leider ohne befriedigende Erklärung, für das Gesamtbild wäre es besser gewesen, darauf zu verzichten und sich ganz auf die bizarren Räume zu konzentrieren, dann wäre immer noch genug Stoff für Interpretationen geblieben und allein das Kunststück, der zunächst beengt wirkenden Örtlichkeiten eine Dimension des Unendlichen zu geben, wäre effektvoll genug gewesen. So bleibt man im Hinblick auf die Horrorelemente mit einem Gefühl der Ratlosigkeit zurück, was sich schließlich dann auf den ganzen Film überträgt.

 

 Regie: Kane Parsons

Drehbuch: Will Soodik, Kane Parsons

Kamera: Jeremy Cox

Schnitt: Greg Ng

Musik: Kane Parsons, Edo Van Breemen

 Besetzung:

Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Mark Duplass, Finn Bennett, Lukita Maxwell

 

A24/ Atomic Monster/ Constantin Film

2026

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 18. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3Q0v8vyN3Z4 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=0HjdiohVOik (Englisch)

 

 

Im Kino: The Furious

Als Rainy (Enyou Yang), die Tochter von Wang Wie (Xie Miao) von Mitgliedern eines skrupellosen Kinderhändlerrings entführt wird, mutiert dieser zunächst harmlos scheinende Handwerker auf dem Weg, sie zu befreien, zum Berserker. Während die korrupte Polizei keine Hilfe ist, findet Wang einen Verbündeten in dem Journalisten Navin (Joe Taslim), der seine ebenfalls verschwundene Frau sucht, dabei offenbaren beide Männer ihre aus ihrer jeweiligen Vergangenheit rührenden überraschenden Kampfkünste und die Verbrecher müssen sich warm anziehen…

Die Handlung ist zwar überschaubar, dennoch bietet sie einen mehr als nachvollziehbaren Grund für die eigentliche Triebfeder des Films, nämlich eine Aneinanderreihung von sich immer weiter steigernder Kampfszenen, die ihren absoluten Höhepunkt in einer gefühlt halbstündigen finalen Kampforgie finden, bei der sich alle bis dahin noch verbliebenen Akteure mit ihren unterschiedlichen Techniken einen ultimativen Fight liefern, der ebenso hervorragend inszeniert wie choreographiert abläuft, dabei aber auch immer blutiger und brutaler wird und damit weit über die erwartbaren reinen Martial-Arts-Künste hinausgeht.

Eine besondere Erwähnung verdient Rainy bzw. ihre Darstellerin Enyou Yang, die das Ganze mit ihrer Entführung quasi in Gang gebracht hat und sich dann nicht als hilfloses Opfer, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten als taffes Mädchen erweist, das sich seiner Haut zu wehren weiß, also ganz die Tochter ihres Vaters...

Für Liebhaber des Martial-Arts-Genres ist „The Furious“ ein absolutes Muss, man kann sich sogar als Nicht-Kenner der Materie der Faszination nicht entziehen, die diese absoluten Könner sowohl vor als auch hinter der Kamera auf die Leinwand zaubern, am Ende wird es dann aber, zumindest für den letzteren Teil des Publikums, irgendwann ziemlich ermüdend, wenn das Kampf-Gemetzel so gar kein Ende finden will. 

 

Regie: Kenji Tanigaki

Drehbuch: Tin Shu Mak, Zhilong Lei, Kwan-Sin Shum, Frank Hui

Kamera: Meteor Cheung

Schnitt: Chris Tonick

Musik: Olivia Xiaolin

 Besetzung:

Miao Xie, Joe Taslim, Enjou Yang, Brian Le, Yahan Ruhian, JeeJa Yanin

  

Capelight Pictures/ Central Film/ Lionsgate Movies

2025

113 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 18. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ovH8Vrn8Bz8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Avky8dVaqAI (Englisch)

 

Mittwoch, 10. Juni 2026

Im Kino: Disclosure Day

Die nicht der Regierung der USA unterstellte Organisation WARDEX sammelt unter Leitung von Noah Scanlon (Colin Firth) seit Jahren Daten und Informationen über mögliche außerirdische Kontakte und UFOs und versucht, diese vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Der Cyperexperte Dr. Daniel Keller (Josh O‘Connor) ist in den Besitz dieses Materials gekommen und will es unbedingt veröffentlichen, wovon man ihn mit allen Mitteln abzuhalten versucht. Gleichzeitig entwickelt die Fernsehmoderatorin Margaret Fairchild (Emily Blunt) merkwürdige Verhaltensweisen und scheint plötzlich zu wissen, was jeder um sie herum denkt und fühlt. Als sie mit Keller in Kontakt kommt, steuern beide, ohne es zu wissen, unaufhaltsam auf den Tag der Wahrheit für die Menschheit zu…

Mit diesem Film kehrt Steven Spielberg noch einmal zu dem Thema zurück das ihn, wie er selbst immer wieder betont, am meisten beschäftigt: Wir sind nicht allein in den Weiten des Universums. Warum hätte sich ein Schöpfer die Mühe machen sollen, das Weltall und alles, was darin herumtreibt, nur für uns ganz allein zu erschaffen? Dieser Logik folgend steht es außer Frage, dass es neben uns Erdenbewohnern irgendwo noch anderes Leben geben muss, und genau hier setzt Spielbergs aktuelles Werk an, das sich damit auseinandersetzt, ob es diesbezügliche Kontaktaufnahmen gab und wer darüber Bescheid weiß.

In einer Welt, in der, wie man mehr am Rande erfährt, die Weltmächte kurz vor einer bewaffneten, möglicherweise atomaren, Auseinandersetzung stehen, arbeitet im Geheimen eine Organisation, die sich mit allen jemals registrierten Phänomenen von Ufo-Sichtungen oder Begegnungen mit Außerirdischen beschäftigt, dies ist sozusagen die Klammer, die den Film zusammenhält, und nach allem, was man weiß, gibt es solche Stellen in den USA sogar auf Regierungsebene. Darin eingebettet wird man langsam hineingeführt in eine zunächst etwas undurchschaubar wirkende Handlung, die wie eine Spionagegeschichten beginnt, mit spannenden Flucht- und Verfolgungssequenzen, bis sich langsam der eigentliche Kern des Ganzen herausschält.

Dies geschieht in der Spielberg eigenen unnachahmlichen Weise, die uns immer tiefer in eine Zwischenwelt hineinzieht, wobei es manches gibt, was an der nach oben offenen Kitschskala kratzt (ich sage nur, die Tiere des Waldes…), aber dahinter steckt ein tief empfundener Humanismus. Es geht um die Liebe zu unserer Erde, zu den Menschen, die endlich aufhören sollten, sich gegenseitig zu bekriegen und sich auf die Suche nach neuen Erkenntnissen und dem Wesen des Universums begeben und auf die Frage nach außerirdischem Leben endlich die richtigen Antworten finden sollten. Damit hätte die Menschheit auch die Chance sich zu einen, denn wenn es darum ginge, uns gegen mögliche Invasoren von außen zu verteidigen, solange nicht feststeht, dass die Außerirdischen tatsächlich in Frieden kommen, wären alle irdischen Konflikte mit einem Schlag obsolet.

Hier wird in gewisser Weise ein Bogen geschlagen, vom frühen Werk „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ über „ET“ bis zu diesem finalen Tag der Entscheidung für die Menschheit, wer diesen Weg mit Spielberg gehen möchte, sollte sich auf ein furioses Abenteuer mit vielen verschiedenen Elementen und Ebenen einstellen, die vielleicht nicht alle gelungen sind, aber am Ende doch ein bewegendes Gesamterlebnis auf die Kinoleinwand zaubern.

 

  Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: David Koepp, b/a Story von Steven Spielberg

Kamera: Patrick Capone, Janusz Kaminski

Schnitt: Sarah Broshar

Musik: John Williams

 Besetzung:

Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth, Colman Domingo, Wyatt Russell, Eve Hewson

 

Universal Pictures

2026

145 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Wy6hQnNqXBk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=icDuEHSxE-w (Englisch)

Donnerstag, 4. Juni 2026

Im Kino: Masters of the Universe

Im Alter von zehn Jahren muss Prinz Adam (zunächst Artie Wilkinson-Hunt, später Nicholas Galitzine) seinen wunderschönen Planeten Eternia verlassen, um vor dem bösen Skeletor (Jared Leto) in Sicherheit gebracht zu werden, der dort seine Schreckensherrschaft aufbaut. Ausgestattet mit einem machtvollen Schwert (By the Power of Greyskull, I have the Power!) soll Adam seinen Planeten später wieder befreien, aber das Utensil geht auf der Flucht verloren und Adam verbringt die nächsten Jahre als Büroangestellter auf der Erde, hat aber die Suche nach dem Schwert sowie den Traum, nach Eternia zurückzukehren und zusammen mit den Helden seiner Kindheit den bösen Skeletor zu bekämpfen, nie aufgegeben…

Ferne Planeten, machtvolle Schwerter, Superhelden mit putzigen Namen und ein kraftstrotzender blonder Held namens He-Man,  das alles sind die Elemente mit denen die Firma Mattel in Gestalt ihrer Action-Figuren und der darauf beruhenden Cartoons für reichlich Spaß in vielen Kinderzimmern gesorgt hat. Nach einem eher misslungenen Versuch aus dem Jahr 1987, diese Abenteuer auf die große Leinwand zu bringen, gibt es nun einen neuen Ansatz, und der macht seine Sache richtig gut.  

Man darf eintauchen in die bunte und zunächst heile Welt von Eternia, wird Zeuge, wie der kleine Adam immer wieder bei seiner Kampfausbildung scheitert, weil er viel zu weich und sanftmütig ist und begleitet ihn schließlich auf seiner schweren Mission, der er sich dann natürlich doch irgendwann stellen muss. Optisch großartig aufbereitet und akustisch mit einem immer wieder mitreißenden Soundtrack unterlegt, sind auch die Figuren, einschließlich des bösen Skeletor, liebevoll gestaltet. Der Held ist nicht eindimensional strahlend, vor allem hat er sich seine gutherzige kindliche Seite bewahrt, und sein Widersacher, mit seiner Bösartigkeit konfrontiert, entscheidet sich dafür, genau das zu sein, nämlich böse, ein treffendes Porträt aller Schurken dieser Welt, der lebenden wie der toten.

Der immer wieder aufblitzende Humor nimmt dem Ganzen die Verbissenheit und lässt den Film zu einem großen Spaß werden, ob dies auch im Sinne der Hardcore-Fans ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, aber am Ende gehen wir sogar mit einer Erkenntnis nach Hause, die auch in unserer Welt zutrifft: Der Böse hält Monologe, der Gute führt Dialoge (nimm das, Donald T., stellvertretend für all die anderen aktuellen Diktatoren!)

 

   Regie: Travis Knight

Drehbuch: Chris Butler, Aaron Nee, Adam Nee, Dave Callaham, b/a diversen Geschichten von Adam + Aaron Nee, Alex Litvak, Michal Finch

Kamera: Fabian Wagner

Schnitt: Paul Rubell

Musik: Daniel Pemberton

 Besetzung:

Nicholas Galitzine, Artie Wilkinson-Hunt, Camila Mendes, Idris Elba, Jared Leto, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Jon Xue Zhang, Alison Brie, Sam C. Wilson, James Purefoy, Morena Baccarin, Kristen Wiig und Dolph Lundgren

 

Amazon MGM Studios, Mattel Studios/ Sony Pictures Entertainment Germany

2026

140 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=U7pen5FRxXs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=X21JsHLHnY8 (Englisch)

Im Kino: Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes (Heel)

Der neunzehnjährige Tommy (Anson Boon) lebt ein Leben zwischen Drogen- und Gewaltexzessen, die er gerne auf Social Media teilt, bis er eines Tages entführt wird und sich angekettet im Keller eines abgelegenen Landhauses wiederfindet. Hier leben Familienvater Chris (Stephen Graham) mit Frau Kathryn (Andrea Riseborugh) und Sohn Jonathan (Kit Rakusen), und bei ihnen soll Tommy „gerettet“ und zu einem guten Menschen gemacht werden…

Der Film bewegt sich eher uneindeutig zwischen Horror-, Entführungs- und Resozialisierungsdrama, aber genau hieraus bezieht er auch seine Spannung, zumal bis zum Schluss nicht wirklich klar wird, wes Geistes Kind die seltsame Familie ist – sind es einfach nur Spinner, die ein Experiment wagen, von dessen Ausgang sie sich Erlösung versprechen, und zwar sowohl für sich, als auch für ihr Versuchskaninchen, oder sind sie auf ihre Art genauso Täter, wie Tommy, denen es eher um Bestrafung als um Läuterung geht.

Vater Chris zeigt immer wieder sowohl harte und grausame Züge, kann aber auch ausgesprochen gütig und liebevoll sein, auch Kathryn oder Jonathan scheinen keine Sadisten zu sein, denen es Spaß macht, ihr Opfer im Keller zu quälen, insofern bleibt die Geschichte, bei der sich sicherlich gewollte Bezüge zum Klassiker „A Clockwork Orange“ ergeben, spannend bis zum Schluss, wenn sich Tommys missliche Lage durch äußere Umstände plötzlich verändert. Hier liegt allerdings auch die Schwachstelle des Films, denn die Figur einer Haushälterin, die die Veränderung unfreiwillig heraufbeschwört, wirkt eher wie ein Fremdkörper, letztlich einzig zur Auflösung der Lage eingebaut, was am Ende aber nicht ganz befriedigen kann.

Trotzdem ein ungewöhnlicher Thriller, der mit den oben genannten Elementen auf seine ganz eigene Weise fasziniert und sich, auch dank der hervorragenden Darstellerriege, wohltuend vom Einheitsbrei vieler aktueller Werke abhebt.

 


 Regie: Jan Komasa

Drehbuch: Bartek Bartosik, Naqqash Khalid

Kamera: Michael Dymek

Schnitt: Agnieska Glinska

Musik: Abel Korzeniowski

 Besetzung:

Stephen Graham, Andrea Riseborough, Anson Boon, Kit Rakusen, Monika Frajczyk, Savannah Steyn

 

RPC/ X Verleih AG

2025

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 04. Juni 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ddwD_pJ-C_Q (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=e7KWBSfZmOE (Englisch)

Donnerstag, 28. Mai 2026

Im Kino: I swear - Verflucht Normal

John Davidson (Robert Aramayo) wächst in einer schottischen Kleinstadt auf, ist ein guter Schüler und Fußballer, als er plötzlich mit 12 Jahren Symptome entwickelt, bei denen er unkontrollierte Zuckungen und obszöne Ausrufe ausstößt, was später als Tourette-Syndrom diagnostiziert wird. Er wird zum Außenseiter, nur Dottie, die Mutter eines Mitschülers (Maxine Peake) sowie der Hausmeister des Gemeindezentrums Tommy (Peter Mullan) nehmen ihn vorbehaltlos, wie er nun mal ist und unterstützen ihn dabei, seinen Weg zu finden. Für seine Verdienste, Tourette in Großbritannien bekannter zu machen und anderen Betroffenen zu helfen, akzeptiert zu werden, erhält John im Jahr 2019 von der Queen persönlich, einen hohen britischen Orden verliehen, aber auch bei dieser Zeremonie lassen sich seine Tics nicht einfach abstellen und spielen ihm einen weiteren Streich…

Basierend auf der wahren Lebensgeschichte des echten John Davidson schafft es dieser Film in bester Manier ein schwieriges Thema mit Witz und Warmherzigkeit aufzubereiten, ohne dabei die innere Tragik des von einer so lebensverändernden Krankheit Betroffenen aus den Augen zu verlieren. Johns Sehnsucht nach Anerkennung und ja, auch Liebe, wird einfühlsam und ohne Voyeurismus vor Augen geführt, man leidet mit, während man gleichzeitig ohne schlechtes Gewissen über seine unfreiwillig komischen oder peinlichen Erlebnisse lachen darf.

Auch wenn man bereits von dem Tourette-Syndrom gehört hat, für das es bis heute keine Heilung gibt, fehlt vielleicht eine genaue Vorstellung über die Auswirkungen auf das tägliche Leben, insofern kann dieser Film, der stets die Balance zwischen Schmerz und Freude im Blick behält, dazu beitragen, ganz im Sinne von John Davidson, aufzuklären. Dass er dabei auch noch verflucht gut zu unterhalten weiß, hebt ihn wohltuend von der Masse an durchschnittlichen Filmen ab und lohnt einen Kinobesuch unbedingt.

 


Regie: Kirk Jones

Drehbuch: Kirk Jones

Kamera: James Blann

Schnitt: Sam Sneade

Musik: Stephen Rennicks

 Besetzung:

Robert Aramayo, Scott Ellis Watson, Maxine Peake, David Carlyle, Peter Mullan, Shirley Henderson

 StudioCanal Films/ Wild Bunch Germany

2025

121 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=WwxS_xnKF1g (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=oeWqQN3snCU (Englisch)

Im Kino: Passenger

Maddie (Lou Llobell) und ihr Verlobter Tyler (Jacob Scipio) sind mit einem Camper unterwegs, als sie auf einer einsamen Landstraße an einem schrecklichen Unfall vorbeifahren. Danach scheint sie irgendetwas – oder irgendwer – zu verfolgen und ein wahrer Alptraum beginnt…

Dieser Horrorfilm über einen entsprechenden Horrortrip wartet mit einigen hübschen Grusel-Effekten auf, er gibt sogar eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb das junge Paar im Gegensatz zu anderen Opfern der gefährlichen Wesenheit, die zur Nachtzeit auf einer einsamen Landstraße durch einen unwegsamen Wald ihr Unwesen treibt, so lange überlebt. Ansonsten ist nicht alles ganz stimmig und der Film braucht nach einem furiosen Auftakt eine Weile, um wieder richtig in Gang zu kommen. Auch wird nicht genügend über den aktuellen Urheber der geheimen Zeichen, die das Paar begleiten, aufgeklärt, aber alles in allem wird solide Horror-Unterhaltung geboten, mit einer beeindruckend taffen jungen Frau, die am Ende überzeugend ihren Mann steht.

Eine (von mir nicht näher geprüfte) Statistik besagt, dass von jährlich 130 Millionen Menschen, die sich auf einen Road Trip begeben, etwa 15.400 für immer verschwinden, und gerade in den Weiten der USA soll es einige durch einsame Gegenden führende Überland-Routen geben, die dafür berüchtigt sind – vielleicht sollte man dies für die nächste Camper-Urlaubs-Planung im Hinterkopf behalten…

 

  Regie: André Øvredal

Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess

Kamera: Federico Verardi

Schnitt: Martin Bernfeld

Musik: Christopher Young

 Besetzung:

Lou Llobell, Jacob Scipio, Melissa Leo, Joseph Lopez

  Paramount Pictures /Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=VT2tt-x5Hvk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=eNIn8kW1kyE (Englisch)

Freitag, 22. Mai 2026

Heimkino: Extrawurst

Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling), langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Langenheide, arbeitet routiniert die Tagesordnung der Vereinssitzung ab, bei der unter anderem die Anschaffung eines neuen Grills beschlossen wird. Bevor man zum gemütlichen Teil übergehen kann, entwickelt sich Punkt 7 „Sonstiges“ zum Stolperstein, als Melanie (Anja Knauer) vorschlägt, für ihren muslimischen Doppelpartner Erol (Fahri Yardim) einen zweiten Grill zu kaufen, damit dessen Grillgut nicht zusammen mit Schweinswürsten bruzzeln muss. Aus dieser Idee entwickelt sich zur Überraschung aller eine heftige Diskussion, die am Ende beinahe den Verein zu sprengen droht…

Angelehnt an das sehr erfolgreiche Theaterstück der bewährten Comedy-Autoren Jacobs und Netenjakob beschränkt sich Regisseur Rosenmüller auch bei seiner Verfilmung räumlich auf den Bereich der Tennishalle und das dazugehörende Vereinsheim, um sein gut aufgelegtes Schauspielensemble aufeinander zu hetzen.

Schwein oder nicht Schwein... Alles beginnt, wie so oft, eher harmlos, als ein gutgemeinter Vorschlag sich zu einem Sprengsatz entwickelt, plötzlich hat jeder eine Meinung und tut diese in einer immer hitziger werdenden Stimmung auch kund. Die Fassade der harmonischen Gemeinschaft, von der anfangs geschwärmt wird, beginnt sehr schnell zu bröckeln, bis am Ende nur ein Scherbenhaufen übrigbleibt und die Erkenntnis, dass manches wohl besser unausgesprochen bleiben sollte, was auch bereits Thema anderer Filme wie „Das perfekte Geheimnis“ war.

Die pointiert herausgearbeiteten Streitpunkte dürften jedem und jeder vertraut sein: wann und wie lange ist man eigentlich Ausländer und wann „gehört man“ endlich „dazu“, braucht es für alle und jeden eine Sonderbehandlung oder sprengt das am Ende jedes Kollektiv, Frauen fühlen sich von Männern bevormundet, revanchieren sich dafür mit der Totschlaggeschichte vom „alten weißen Mann“, an jedem Argument ist etwas dran und gleichzeitig auch nicht, entscheidend sind die Verletzungen, die man sich zufügt, wenn irgendwann sämtliche Hemmungen fallen, wenn tief Verborgenes ungefiltert ohne Rücksicht auf Verluste herausbricht und alles auf den Grill, äh Tisch kommt, was man sich schon immer mal sagen wollte, aber bisher nie auszusprechen wagte.

Der Film verzichtet dabei dank der Qualität der beiden Autoren auf allzu platte Schenkelklopfer-Gags und sorgt am Ende für ein – beinahe – versöhnliches Ende, aber, man kennt es: einmal in Fahrt gekommen, ist aufhören nicht leicht, und so gibt es noch einen kleinen boshaften Schlussgag, den man sich einfach nicht verkneifen konnte…

 

  

Regie: Marcus H. Rosenmüller

Drehbuch: Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob

Kamera: Daniel Gottschalk

Schnitt: Andrea Mertens

Musik: Gerd Baumann

 Besetzung:

Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel

 

StudioCanal Film

2025

FSK 12

 Ab 18. Mai 2026 digital und

Ab 28. Mai 2026 auf Blu-ray/ DVD

 

Details DVD:

Filmlänge: ca. 94 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: Dolby Digital 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 Details Blu-ray:

Filmlänge: ca. 98 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YbC8F45HRr4

Donnerstag, 21. Mai 2026

Im Kino: Mother Mary

Die unter dem Namen Mother Mary megaerfolgreiche Pop-Diva Mary (Anne Hathaway) fühlt sich ausgebrannt und bereitet sich auf ihr Abschiedskonzert vor. Das passende Kleid dafür soll ihre alte Freundin, Modedesignerin Sam (Michaela Coel), entwerfen, aber das Wiedersehen der beiden verläuft nicht wie von Mary geplant, denn die berufliche wie auch private Beziehung der beiden ging einst schmerzvoll auseinander und so gibt es einiges zwischen den beiden aufzuarbeiten…

Zwischen Kammerspiel und immer wieder eingestreuten imposanten und stylischen Bühnenperformances bewegt sich dieses Psychodrama auf ungewöhnlichem Terrain. Stück für Stück entwickelt sich die Geschichte aus Andeutungen, bis sich allmählich das Gesamtbild einer Beziehung offenbart, die sowohl berufliche als auch private Aspekte hatte und irgendwann einseitig von der damals stärkeren Person aufgekündigt wurde, nämlich von Mary, als ihr Stern am Pophimmel aufging.

Nun sind die Rollen vertauscht und Designerin Sam spürt die ihr plötzlich erwachsene Macht, wenn nur sie das von Mary so ersehnte wichtige Kleidungsstück liefern kann und daraus entwickelt sich eine bittere Abrechnung, die für sich gesehen von den beiden Kontrahentinnen so intensiv vorgetragen wird, dass es stellenweise wehtut.

In diesem Teil des visuell ausdrucksstarken Films folgt man den Akteurinnen gerne und kann sich der Faszination ihrer Vorstellung kaum entziehen, getragen von Michaela Coels eindrucksvollem Gesicht und Anne Hathaways Fragilität hinter all dem Bombast ihrer Bühnenauftritte, einem Larger-than-life-Hybridwesen, angesiedelt irgendwo zwischen Taylor Swift, Lady Gaga und Madonna und mit entsprechend starken Sounds ausgestattet.

Etwas schwierig wird es, wenn das Ganze am Ende ins Mythische und Übersinnliche mit leichtem Body-Horror abdriftet und das Kammerspiel ins Horrorkabinett wechselt, und aus einem außergewöhnlichen Film, der sich außergewöhnliche Dinge traut, ein Rätsel werden lässt, dessen Lösung man vergeblich sucht. 

Besonders erwähnt sei noch, dass in dem Film, der zwar von einem Mann inszeniert ist, außer als Hintergrundtänzer kein einziger Mann auftritt, Bechdel-Test locker bestanden, wie immer man diesen Test bewerten mag…  

  

 Regie: David Lowery,

Drehbuch: David Lowery

Kamera: Andrew Droz Palermo, Rina Yang

Schnitt: David Lowery

Musik: Daniel Hart

Original-Songs: Charli xcx

 Besetzung:

Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer, Sian Clifford,

 

A24/ Leonine Dirstribution

2026

112 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 21. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=UH8Qbm3w5wE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ATGaqU6Srcc (Englisch)

Im Kino: In The Grey

Wenn ein skrupelloser Schurke wie Manny Salazar (Carlos Bardem) sich unrechtmäßig eine Milliarde Dollar unter den Nagel gerissen hat, braucht es jemand ähnlich Skrupelloses, um ihm dieses Geld wieder zu entreißen, und so machen sich die als Unterhändlerin erfahrene Rachel Wild (Eiza González) und ihre Truppe von mit allen Wassern gewaschenen Spezialisten unter Führung der ihr treu ergebenen Sid (Henry Cavill) und Bronco (Jake Gyllenhaal) an die Arbeit. Als besondere Schwierigkeit erweist sich dabei, dass Salazar auf seiner Privatinsel residiert und man heil in sein Refugium hinein- aber vor allem auch wieder herauskommen muss…

Guy Richie versteht es immer wieder, die Grenzen zwischen Legalem und Illegalem fließend zu machen und seine Protagonisten in einer Grauzone dazwischen – eben In The Grey – agieren zu lassen. So ist auch hier das Ziel legitim, ein unterschlagenes Vermögen wiederzubeschaffen, und dafür sind dann alle Mittel recht, schließlich hält sich der Schurke auch nicht an Recht und Gesetz und von dieser Prämisse leben die actionreichen und ausgeklügelten Filme Richies immer wieder.

Auch im aktuellen Werk wird in bewährter Weise ein Heist-Plan entwickelt, bei dem von vorneherein klar ist, dass irgendwann irgendetwas schief gehen wird und man darf gespannt sein, ob und wie die gewiefte Mannschaft mit diesen Schwierigkeiten fertig werden wird. Das Ganz ist schwungvoll inszeniert, ohne dass man allzu viel Tiefgang erwarten darf, dennoch ist es ein dem Genre angemessenes unterhaltsames Abenteuer, bei dem es ordentlich kracht und ein beeindruckender Fuhrpark verschiedenster Fortbewegungsmittel zum Einsatz kommt.

Die männlichen Protagonisten verfügen über eine angemessene Coolness, wirklich mitreißen können sie am Ende aber nicht ganz und Eiza Conzález ist sicher großartig anzuschauen, aber ihr Schauwert ist größer als ihre Persönlichkeit, hierfür fehlt ihr ein bisschen das notwendige Charisma, aber vielleicht sehen das männliche Zuschauer etwas anders…

Ein Film, der temporeiche Action und durchaus spannende Unterhaltung bietet, aber am Ende etwas zu routiniert über die Bühne geht, als dass er lange im Gedächtnis bleiben würde.

 

 

Regie: Guy Richie

Drehbuch: Guy Richie

Kamera: Ed Wild

Schnitt: Martin Walsh

Musik: Christopher Benstead

 Besetzung:

Eiza González, Jake Gyllenhaal, Henry Cavill, Rosamund Pike, Jason Wong, Fisher Stevens, Emmett J. Scanlan, Kristofer Hivju, Darrell D’Silva, Christian Ochoa Lavernia, Carlos Bardem

  

Black Bear International/ Leonine Distribution

2026

98 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 21. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Q8g_oflOGaY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=nufP15iN4GE (Englisch)

Im Kino: Star Wars: The Mandalorian and Grogu

Auch nachdem das Imperium besiegt wurde, gibt es noch ehemalige Kriegsherren, die weiterhin daran arbeiten, wieder an die Macht zu kommen, während die Neue Republik versucht, sich endgültig zu etablieren. In diese Auseinandersetzungen gerät der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin, genannt The Mandalorian oder kurz Mando (Pedro Pascal), der seit einiger Zeit mit seinem jungen Schützling Grogu unterwegs ist. Zusammen versuchen sie einen Auftrag zu erledigen, ohne dabei zwischen den Fronten aufgerieben zu werden…

Unter dem Etikett „Star Wars“ kommt seit längerer Zeit wieder ein Film auf die große Leinwand, nachdem das Franchise sich in den letzten Jahren mehr auf etliche TV-Serien – sowohl Live-Action als auch in animierter Form – konzentriert hatte. Wer tief in dieser Thematik mit allen Spin-Offs und auf allen Zeitebenen zu Hause ist, wird in diesem Film auf viele bekannte Figuren und Charaktere treffen und diese korrekt ein- und zuordnen können.

Für alle anderen geht es einfach nur frisch in ein durchaus unterhaltsames Weltraumabenteuer, das man auch ohne viele Vorkenntnisse verstehen kann, es reicht, zu wissen, dass es sich bei dem Mandalorian um einen intergalaktischen Kopfgeldjäger handelt, der für wechselnde Auftraggeber tätig und bei einer dieser Missionen auf eine Art Joda-Baby-Version namens Grogu gestoßen ist, den er quasi als Pflegekind angenommen hat und der durch seine umwerfende Niedlichkeit besticht.

Mit dieser Figur kann der Film durchgehend punkten, während die Handlung keine großen Überraschungen bietet, aber dennoch Spaß macht, wenn man es nicht gerade auf besondere Bezüge zur „Star-Wars“-Saga abgesehen hat, denn die fehlen ansonsten, nicht einmal das epische Musik-Thema erklingt, was man zumindest beim Abspann erwartet hätte. Dafür gibt es eine unerwartete Reminiszenz an den guten alten "Blade Runner" und in der Figur von Rotta The Hutt, Sohn des schurkischen Jabba The Hutt, einen tragischen Helden, der auf seine Weise zum Sympathiträger wird.

Alles in allem mehr etwas für Fans der TV-Serien, ansonsten für Liebhaber spaciger Weltraumabenteuer, aber nichts, um das „Star-Wars“-Feeling aus den ersten Tagen wieder zu erleben. Wer dies erwartet, wird sicher enttäuscht, andererseits lässt sich nur selten die Vergangenheit wieder heraufbeschwören, in der man selbst noch jung und frisch war, das Leben geht einfach weiter und wer in Nostalgie schwelgen möchte, schaut sich am besten die alten Filme noch einmal an…

 

 Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor, b/a den Charakteren von George Lucas

Kamera: David Klein

Schnitt: Dylan Firshein, Rachel Goodlett Katz

Musik: Ludwig Göransson

 Besetzung:

Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Martin Scorsese (Stimme), Jeremy Allen White (Stimme), Steve Blum, Hemky Madera, Matthew Willig

 

Lucasfilm/ Walt Disneyy Studios Motion Pictures

132 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 20. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OCZuCaYc_N8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_pa1KLXuW0Y (Englisch)

 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Im Kino: Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives)

Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) liebt seine Tiere, sorgt für sie und liest ihnen abends Bücher, vorzugsweise Krimis, vor. Als er eines Tages ermordet vor seinem Wohnwagen liegt, nehmen die Schafe unter Leitung der klugen Lily die Ermittlungen auf und stupsen den in ihren Augen etwas begriffsstutzigen örtlichen Ermittler langsam aber sicher auf die richtige Spur.

Vor zwanzig Jahren landete die deutsche Autorin Leonie Swann mit ihrem Kriminalroman „Glennkill“ einen Überraschungserfolg, nun also kommt die filmische Umsetzung in die Kinos, die sich allerdings in vielen Punkten von der Vorlage unterscheidet. Die Schafsnamen wurden eingedeutscht, angefangen von der schlauen Miss Maple - eine Anlehnung natürlich an die beliebte britische Senioren-Detektivin, aber auch an eine gewisse Vorliebe für Ahornsirup - die zur etwas nichtssagende Lily wird, bis hin zur Entschärfung von Schäfer Georges Todesursache und der Kappung einiger Handlungsfäden, um das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten.

Herausgekommen ist dennoch ein äußerst liebenswertes, familientaugliches Märchen, mit skurrilen Dörflern und einem, wenn auch eher simplen, aber durchaus unterhaltsam gestrickten Krimiplot, bei dem statt eines Detektivs vom Typus Benoit Blanc eine gewitzte Schafsdame ihr durch viele Krimilesungen geschultes Kombinationsvermögen eindrucksvoll ausspielt.

Hugh Jackman ist großartig als warmherziger und seine Schafe liebender Hirte, die deutsche Fassung wartet mit den Synchronstimmen von Anke Engelke und Bastian Bastewka auf, die sich beide vorab mächtig ins Zeug gelegt haben, um für den Film zu werben. Vor allem aber sind es die wunderbar animierten Tierfiguren, die einfach nur Spaß machen, nichts wirkt gekünstelt, alles ist selbstverständlich und holt die Zuschauer mühelos auch auf einer emotionalen Ebene ab, wenn das zunächst zurückgestoßene Winterlamm seinen Platz in der Gemeinschaft findet.  

Ein Wohlfühlfilm für schlechte Zeiten!

 

  

 

Regie: Kyle Balda

Drehbuch: Craig Mazin, b/s Roman von Leonie Swann

Kamera: George Steel

Schnitt: Al LeVine, Paul Machliss, Martin Walsh

Musik: Christophe Beck

 Besetzung:

Hugh Jackman, Tosin Cole, Conleth Hill, Hong Chau, Nicholas Braun

Stimmen Original: Patrick Stewart, Regina Hall, Bella Ramsey, Chris O’Dowd, Bryan Cranston, Julia Louis-Dreyfus

Deutsch: Thomas Nero Wolf, Anke Engelke, Bastian Pastewka

 

Working Titel Films, Sony Pictures Entertainment Germany

2026

109 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 14. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tHzWthdeOqo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=pyZI5oM6hWk (Englisch)