Immer noch auf der Suche nach dem Oberschurken, dem sie ihre Dienste anbieten können, geraten die Minions nach Hollywood, wo sie überraschend Karriere in einer Reihe von frühen Filmen machen, bis der Tonfilm auch ihnen zum Verhängnis wird. Danach beschließen die beiden Begabtesten, James und Henry, den größten Monsterfilm aller Zeiten zu machen, doch die mittels eines Zauberbuchs heraufbeschworenen Monster haben ihre eignen Pläne, und es droht bald eine große Katastrophe für die gesamte Menschheit, aber die Chaostruppe hält dagegen…
Im ersten Teil des Films gibt es, zur Freude aller Cineasten, einen buchstäblich wilden Ritt durch die Frühgeschichte des Films, beispielsweise Eadweard Muybridges „The Horse in Motion“, Georges Méliès‘ ersten Science-Fiction-Film „Die Reise zum Mond", dazu Szenen aus Hollywoods Kindertagen, von Max Fleischers frühen Comics über Buster Keaton, Harold Lloyd bis Orson Welles, Massenszenen aus Monumentalschinken, Casablanca darf nicht fehlen, aber auch die Exzesse, wie sie kürzlich der Film „Babylon“ noch einmal zelebrierte, und vieles mehr: überall waren, wenn man genau hinschaut, bereits Minions im Bild zu sehen. Dann das tragische Scheitern mit Einführung des Tonfilms, wenn man zum Beispiel das Wort „Rosebud“ nicht unfallfrei über die Lippen bekommt, das alles ist wirklich ein wahres Vergnügen und es lohnt mit Sicherheit eine zweite Sichtung, um alle versteckten Anspielungen aufzuspüren, für Kinder dürfte allerdings nichts davon wirklich verständlich sein.
Der zweite Teil, der sich mit der Entwicklung des Monsterfilms beschäftigt, ist nicht mehr ganz so unterhaltsam, die Monster sind eher Nervensägen, als zum Fürchten, die Rahmenhandlung mit Roboter Dort und seiner Frauenrechtlerin Debbie können auch nicht recht überzeugen, aber immer wenn die Chaostruppe wieder das Ruder übernimmt, kommt der Spaß zurück.
Für die Synchronisation die Kaulitz-Brüder einzuspannen gehört zur aktuellen Unsitte, gestandenen Sprechern den Job wegzunehmen. Christoph Waltz spricht sowohl im Original als auch in der deutschen Fassung, die übrigen deutschen Sprecher konnte ich außer im Abspann trotz intensiver Suche nirgendwo finden, so wenig Wertschätzung ist schon beschämend.
Aber alles in allem ist der Film ein gelungenes Vergnügen für Minion-Freunde und, zumindest zu Beginn, ein Fest für Cineasten und alle, die es werden wollen.
Regie: Pierre Coffin, Patrick Delage
Drehbuch: Pierre Coffin, Brian Lynch
Storyboard Head: Nima Azarba
Schnitt: Claire Dodgson, Gregory Perler
Musik: John Powell
Besetzung:
Originalstimmen: Pierre Coffin, Zoey Deutsch, Allison Janney, Jesse Eisenberg, Jeff Bridges, Christoph Waltz, George Lucas
Deutsche Stimmen: Christoph Waltz, Bill und Tom Kaulitz und
Universal Pictures
2026
90 min.
FSK 6
Deutscher Kinostart: 25. Juni 2026
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=EabfVeaKpoA (Deutsch)
https://www.youtube.com/watch?v=drr0on3W0K8 (Englisch)






