Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling), langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Langenheide, arbeitet routiniert die Tagesordnung der Vereinssitzung ab, bei der unter anderem die Anschaffung eines neuen Grills beschlossen wird. Bevor man zum gemütlichen Teil übergehen kann, entwickelt sich Punkt 7 „Sonstiges“ zum Stolperstein, als Melanie (Anja Knauer) vorschlägt, für ihren muslimischen Doppelpartner Erol (Fahri Yardim) einen zweiten Grill zu kaufen, damit dessen Grillgut nicht zusammen mit Schweinswürsten bruzzeln muss. Aus dieser Idee entwickelt sich zur Überraschung aller eine heftige Diskussion, die am Ende beinahe den Verein zu sprengen droht…
Angelehnt an das sehr erfolgreiche Theaterstück der bewährten Comedy-Autoren Jacobs und Netenjakob beschränkt sich Regisseur Rosenmüller auch bei seiner Verfilmung räumlich auf den Bereich der Tennishalle und das dazugehörende Vereinsheim, um sein gut aufgelegtes Schauspielensemble aufeinander zu hetzen.
Schwein oder nicht Schwein... Alles beginnt, wie so oft, eher harmlos, als ein gutgemeinter Vorschlag sich zu einem Sprengsatz entwickelt, plötzlich hat jeder eine Meinung und tut diese in einer immer hitziger werdenden Stimmung auch kund. Die Fassade der harmonischen Gemeinschaft, von der anfangs geschwärmt wird, beginnt sehr schnell zu bröckeln, bis am Ende nur ein Scherbenhaufen übrigbleibt und die Erkenntnis, dass manches wohl besser unausgesprochen bleiben sollte, was auch bereits Thema anderer Filme wie „Das perfekte Geheimnis“ war.
Die pointiert herausgearbeiteten Streitpunkte dürften jedem und jeder vertraut sein: wann und wie lange ist man eigentlich Ausländer und wann „gehört man“ endlich „dazu“, braucht es für alle und jeden eine Sonderbehandlung oder sprengt das am Ende jedes Kollektiv, Frauen fühlen sich von Männern bevormundet, revanchieren sich dafür mit der Totschlaggeschichte vom „alten weißen Mann“, an jedem Argument ist etwas dran und gleichzeitig auch nicht, entscheidend sind die Verletzungen, die man sich zufügt, wenn irgendwann sämtliche Hemmungen fallen, wenn tief Verborgenes ungefiltert ohne Rücksicht auf Verluste herausbricht und alles auf den Grill, äh Tisch kommt, was man sich schon immer mal sagen wollte, aber bisher nie auszusprechen wagte.
Der Film verzichtet dabei dank der Qualität der beiden Autoren auf allzu platte Schenkelklopfer-Gags und sorgt am Ende für ein – beinahe – versöhnliches Ende, aber, man kennt es: einmal in Fahrt gekommen, ist aufhören nicht leicht, und so gibt es noch einen kleinen boshaften Schlussgag, den man sich einfach nicht verkneifen konnte…
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Drehbuch: Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob
Kamera: Daniel Gottschalk
Schnitt: Andrea Mertens
Musik: Gerd Baumann
Besetzung:
Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel
StudioCanal Film
2025
FSK 12
Ab 18. Mai 2026 digital und
Ab 28. Mai 2026 auf Blu-ray/ DVD
Details DVD:
Filmlänge: ca. 94 min.
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung
Details Blu-ray:
Filmlänge: ca. 98 min.
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung






