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Donnerstag, 29. Januar 2026

Im Kino: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Joachim (Bruno Alexander) beginnt eine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München, an der seine Großmutter (Senta Berger), in jungen Jahren ebenfalls Schauspielerin, einst lehrte. Während dieser Zeit wohnt Joachim bei ihr und dem Großvater (Michael Wittenborn) in deren nobler Villa, dabei nimmt er auch an ihren täglichen skurrilen Ritualen teil, bei denen diverse Alkoholika eine Rolle spielen, während er sich tapfer durch das erste Jahr seines Studiums kämpft, bei dem er immer wieder mit den nicht minder skurrilen Anmutungen des eigenwilligen Lehrkörpers und dessen ebenso eigenwilligen Ausbildungsinhalten konfrontiert wird…

Der (an der Falckenberg-Schule ausgebildete) Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff hat seine Leserschaft bereits in mehreren Werken an seinem Leben und dem seiner Familie teilhaben lassen, so in dem zuletzt mit Devid Striesow und Laura Tonke verfilmten Band „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, das seine Kindheit in einer von seinem Vater geleiteten psychiatrischen Klinik schildert. Hier nun macht der junge Joachim sich mit 20 Jahren auf, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, in dem er weit weg von seiner Heimat in Schleswig-Holstein das Handwerk des Schauspielens erlernen möchte.

Der Film schafft es dabei meisterlich, die beiden Seiten des neuen Lebens zwischen großelterlicher Fürsorge nebst eingestreuten Bildern aus der Kindheit bei eben diesen Großeltern, mit der immer wieder schrill anmutenden Theater- und Schauspielwelt zu verbinden, die den jungen Zögling durchaus gewollt immer wieder an seine Grenzen bringt. Ebenso meisterlich gelingt es Regisseur Verhoeven, wie auch die Buchvorlage, diese beiden Welten jeweils liebevoll zu karikieren, ohne sie auch nur einen Moment ins Lächerliche zu ziehen.

Joachims Kampf mit den Anforderungen seiner Ausbilder und Ausbilderinnen ist in erster Linie ein Kampf mit sich selbst, der Kampf eines jungen Menschen auf der Suche nach sich und seinem Platz im Leben. Wir erleben ihn schreiend, weinend, lachend, rebellierend und immer wieder an sich selbst zweifelnd, und alle diese Emotionen verkörpert der einstige Kinderdarsteller („Die Pfefferkörner“) Bruno Alexander, der sich zuletzt noch bei der Proll-Serie „Die Discounter“ ausprobieren durfte, in absolut beeindruckender Weise, man möchte ausrufen: A star is born!  

Der Film, dessen sperriger Titel aus Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ entlehnt ist, der mit kritischem Blick die Diskrepanz beschreibt zwischen dem, was man anstrebt und dem, was man unter Umständen erreicht, ist der seltene Fall einer absolut überzeugenden Buchadaption, die Kern und Seele der Vorlage übernimmt, dabei über seine Bildsprache eine eigene Seele entwickelt.

Außerdem, ebenso selten in der deutschen Kinolandschaft, ist es eine Komödie, die ohne je ins Alberne abzugleiten diese Bezeichnung wirklich verdient und dabei, wie es sich für eine gelungene Komödie gehört, die Tragik nicht vernachlässigt, denn Lachen und Weinen gehören nun einmal zum Leben dazu, bis hierher also schon einmal der beste Film des Jahres!

 

 

 Regie: Simon Verhoeven

Drehbuch: Lars Hubrich, Simon Verhoeven, b/a dem

Roman von Joachim Meyerhoff

Kamera: Jo Heim

Schnitt: Denis Bachter, Felix Schmerbeck

Musik: Segun Akinola

 Besetzung:

Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Karoline Herfurth, Devid Striesow, Laura Tonke, Victoria Trautmannsdorff, Anne Ratte-Polle, Tom Schilling, Katharina Stark, Friedrich von Thun sowie Nikolaus Paryla

 Warner Bros. Germany

2026

137 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 29. Januar 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=lHjdCsrCDnM

 

Im Kino: Send Help

Die Bürokraft Linda Liddle (Rachel McAdams) hat in ihrer Abteilung die Zahlen für die Chefetage jederzeit im Griff, im Umgang mit anderen Menschen ist sie aber eher unbeholfen, ein Hindernis auf ihrem erhofften Karrieresprung. Auch über ihren größten Wunsch, bei einem Survival-Format mitzumachen, wird hinter ihrem Rücken gelacht, aber dann landet sie nach einem Flugzeugabsturz auf dem Weg nach Thailand ausgerechnet mit dem Juniorchef Bradley Preston (Dylan O’Brian) als einzige Überlebende auf einer kleinen Insel, und beim Kampf ums Überleben zeigt Linda, was diesbezüglich in ihr steckt…

Ein Schiffbruch auf einer einsamen Insel fördert bei dem oder den Überlebenden deren eigentlichen Charakter zutage und hilft außerdem dabei, Machtstrukturen in Frage zu stellen und gegebenenfalls umzukehren. Dies war zuletzt schon bei Werken wie „Eden“ oder „Triangle of Sadness“ zu beobachten, hieran knüpft auch dieser Film an.  

Hier wie da sind manche der Charaktere bereits zu Anfang nicht sonderlich sympathisch, so ist Lindas Chef im Kreis seiner Jungs-Clique ein ziemliches Arschloch, und wer nun angesichts seiner existentiell lebensbedrohlichen Situation auf seine Wandlung wartet, wird enttäuscht, wirklich liebenswerte Züge hat er einfach nicht, wenn ihm auch in einer speziellen Szene das Mitgefühl zumindest der männlichen Zuschauer sicher sein wird, er bleibt, was er immer war.

Schwieriger ist die Sache bei Linda Liddle, die sich wegen ihrer Unbeholfenheit zu Anfang bei der unfairen Behandlung in ihrem Job sich durchaus Sympathien erarbeitet, was jedoch immer wieder durch Fremdscham-Elemente relativiert wird. Dann erlebt man sie als zupackende und clevere Überlebensmanagerin, als Kümmerin und Versorgerin, bis sich mehr und mehr jedoch auch gewisse sadistische Momente einschleichen, bis sie etwas absolut Unverzeihliches tut – und damit meine ich nicht die gewisse Szene…

Dies alles wird, eingebettet in die faszinierende Szenerie einer Tropenkulisse zwischen Meer, Sand und Palmen, mit drastischem schwarzen, teilweise richtig fiesem Humor und eingestreuten Sam-Raimi-Jump-Scare-Horror-Momenten zelebriert, und während man mit den beiden Protagonisten, großartig verkörpert von Rachel McAdams und Dylan O’Brian, mitleidet und sich dabei immer wieder auch durchaus köstlich amüsiert, wird zweierlei immer klarer: mit keinem der beiden möchte man auch nur einen Tag auf einer einsamen Insel verbringen, aber vielleicht sollte man sich einige der Überlebenstipps aneignen, die einem während des Abspanns in anschaulichen Zeichnungen präsentiert werden.

 

  Regie: Sam Raimi

Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift

Kamera: Bill Pope

Schnitt: Bob Murawski

Musik: Danny Elfman

 Besetzung:

Rachel McAdams, Dylan O’Brian, Brad Flett, Edyll Ismail, Chris Pang, Xavier Samuel

  

20th Century Fox/ Walt Disney Studios

2026

113 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 29. Januar 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=R4wiXj9NmEE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=NwR6J0W4XN0 (Englisch)

 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Heimkino: 22 Bahnen

Tilda (Luna Wedler) studiert Mathematik und jobbt an der Supermarktkasse, vor allem aber kümmert sie sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier), denn ihrer beider Mutter (Laura Tonke) hat immer wieder alkoholbedingte Ausfälle und bekommt ihr Leben nicht in den Griff. Als Tilda ein verlockendes Promotionsangebot erhält, für das sie jedoch nach Berlin umsiedeln müsste und außerdem noch Viktor (Jannis Niewöhner) auftaucht, mit dem sie einen traurigen Schicksalsschlag teilt, muss Tilda eine schwerwiegende Entscheidung treffen, während sie regelmäßig ihre 22 Bahnen im Schwimmbad zieht…

Der dem Film zugrundeliegende gleichnamige Roman der Jungautorin Caroline Wahl war auf Anhieb ein großer Erfolg, was zwangsläufig zu einer baldigen Verfilmung führen musste. Wer das Buch kennt, wird allerdings im Film nichts grundlegend Neues finden, und wer den Film schaut, braucht das Buch nicht mehr zu lesen, was nicht heißen soll, dass beides schlecht wäre. Hier soll es aber um den Film gehen, der das Leben in einer Co-Abhängigkeit zeigt, immer am Rand des Untergangs und auf den Schultern einer jungen Frau, die mit ihren verschiedenen Rollen völlig überfordert ist, von Luna Wedler in lakonischer Sachlichkeit interpretiert.

Die stärksten Szenen gehören allerdings der Mutter, von Laura Tonke grandios verkörpert, die in ihrem Scheitern immer wieder Momente vergeblich angestrebter Stärke und hoffnungsloser Zerbrechlichkeit zeigt, die ihre Kinder permanent im Stich lässt und dabei selbst vom Leben im Stich gelassen zurückbleibt.

 

Die doppelbödige Liebesgeschichte mit dem eher blass bleibenden Viktor und Tildas seltene Ausbrüche in ein normales Leben mit Gleichaltrigen, Partys und eigenen Drogenerfahrungen bleiben zu schwach, um daraus einen echten Kontrapunkt zum trüben Alltag zu bilden, und auch die Schwimmbadszenen werden ihrer Bedeutung für die Geschichte nicht immer gerecht.

 

Dass der Film es bewusst vermeidet, zu sehr als Sozialdrama daher zu kommen ist Stärke und Schwäche zugleich, wer sich von Ersterem eher abgeschreckt fühlen würde, wird dennoch eine Leichtigkeit vermissen, die dem Thema die Schwere nehmen könnte und ein befreiendes Lachen, was zu einem richtigen Drama immer unbedingt dazu gehört. 

 

 

Regie: Mia Maariel Meyer

Drehbuch: Elena Hell, b/a Roman von Caroline Wahl

Kamera: Emil Härdtlein

Schnitt: Jamin Benazzouz

Musik: Dascha Dauenhauer

 

Besetzung:

Luna Wedler, LauraTonke, Sabrina Schieder, Zoë Baier, Jannis Niewöhner

 

 Constantin Film

LEONINE Home Entertainment

102 min.

FSK 12

 © LEONINE Studios

 

Heimkinostart: 23. Januar 2026

  

 Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=vkj0AFB9WXM  (Deutsch)

Montag, 19. Januar 2026

Im Kino: Hamnet

Um das Jahr 1580 arbeitet William, der Sohn des örtlichen Handschuhmachers (Paul Mesacal) im ländlichen Stratford-opon-Avon als Lateinlehrer, als er sich in die Heilerin Agnes (Jessie Buckley) verliebt. Man heiratet, bekommt drei Kinder, Susanna (Bodhi Rae Breathnach) sowie die Zwillinge Judith (Olivia Lynes) und Hamnet (Jacobi Jupe). William, der mit seinem Lehrerdasein hadert, geht bald nach London, um dort als Stückeschreiber und Schauspieler seiner eigentlichen Leidenschaft zu folgen, dabei lässt er seine Familie zur Enttäuschung von Agnes immer wieder für längere Zeit alleine. Als der kleine Hamnet stirbt, führt der Schmerz über diesen Verlust zur Schaffung eines der bekanntesten Werke des Autors William, der später zu Weltruhm gelangte…

Auch wenn es um das Leben eines der größten Dichter namens William Shakespeare viele Geheimnisse gibt, so ist die Existenz des kleinen Sohnes Hamnet verbürgt. Der Film entwickelt daraus eine bewegende Geschichte in grandiosen Bildern, die teilweise wie lebendig gewordene alte Gemälde wirken und einen unwiderstehlichen Sog entwickeln, dem man sich kaum entziehen kann, untermalt von einem betörenden Soundtrack. Jessie Buckley spielt sich dabei die Seele aus dem Leib in ihrem Porträt einer Frau, die alle Schläge des Schicksals mit wilder, fast schon animalisch anmutender Power meistert, während Paul Mescal das macht, wofür er gerne immer wieder gepriesen wird, er leidet still vor sich hin.

Ob der Tod des Kindes tatsächlich zur Entstehung eines der bekanntesten Theaterdramen führte, ist dabei nicht wirklich relevant, der Film erhebt weder den Anspruch eine Shakespeare-Dokumentation zu sein, noch gibt es genügend belegte Anhaltspunkte, wie es wirklich war. Warum also nicht an diese Version glauben, die mit dem wahrlich herzzerreißenden Schicksal ihrer Protagonisten spielt und ihnen in der finalen Theateraufführung, der die von Schmerz und Gram gebeutelten Agnes beiwohnt, einen Akt der Erlösung beschert, dessen kraftvolle Bilder noch lange nachwirken.

 

  Regie: Chloé Zhao

Drehbuch: Chloé Zhao, Maggie O’Farrell, b/a auf dem Roman

„Hamnet“ von Maggie O’Farrell

Kamera: Lukasz Zal

Schnitt: Affonso Gonçalves, Chloé Zao

Musik: Max Richter

 

Besetzung:

Jessie Buckley, Paul Mescal, Joe Alwyn, Jacobi Jupe, Olivia Lynes, Bodhi Rae Breathnach, Emily Watson, Noah Jupe

 

Focus Features/ Sony Pictures/ Universal Pictures Germany

2025

125 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 22. Januar 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zdCkQR2gTzo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=xYcgQMxQwmk (Englisch)

 

Donnerstag, 15. Januar 2026

Im Kino: 28 Years Later: The Bone Temple

Die Welt nach Freisetzung des fatalen Zombie-Virus bleibt dystopisch, während sich der Junge Spike durch seine Bekanntschaft mit Jimmy Crystal (Jack O'Connell), einem Satansjünger und seiner mordenden Truppe in eine für ihn noch hoffnungslosere Lage gebracht hat, scheint jedoch durch Dr. Kelson (Ralph Fiennes) ein Hoffnungsschimmer am Horizont aufzutauchen…

Der Film entwirft das Bild einer grausamen Welt nach einer Virus-Katastrophe, aber während die Infizierten nicht anders können, als zu töten, leben andere wie der abgedrehte Jimmy Crystal und seine Anhänger ihre niedersten Instinkte aus, indem sie mordend, folternd und brandschatzend durchs Land ziehen.

Das ist nicht schön anzusehen und erfordert stellenweise sehr starke Nerven, wer diese besitzt, läuft Gefahr, der morbiden Faszination, die der Film trotz allem ausstrahlt, zu erliegen und wenngleich stellenweise angewidert, dem Schicksal der Protagonisten zu folgen.  

Neben handwerklich ausgezeichnet gefertigten Body-Horror-Elementen und einem großartigen Soundtrack liefern auch die Protagonisten eine sehenswerte Leistung, allen voran Ralph Fiennes als pragmatisch-grüblerischer Doktor und Jack O’Connell als Over-the-Top-Psychopath, die ein paar schrecklich-schöne und durchaus komische Szenen miteinander haben. Aber am beeindruckendsten ist sicherlich, wenn es Chi Lewis-Parry gelingt, die tief in seiner Bestie Samson schlummernden menschlichen Regungen zu wecken, die ihn am Ende von einer Bestie wie Jimmy Crystal abheben.

 

 

 Regie: Nia DaCosta

Drehbuch: Alex Garland

Kamera: Sean Bobbitt

Schnitt: Jake Roberts

Musik: Hildur Guðnadóttir

 Besetzung:

Ralph Fiennes, Jack O‘Connell, Alfie Williams, , Connor Newall, Erin Kellyman, Maura Bird, Emma Laird,

 

Sony Pictures

2026 

 109 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 25. Januar 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=NoWO1w3cviA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=EOwTdTZA8D8 (Englisch)

 

 

Im Kino: The Housemaid - Wenn sie wüsste

Millie (Sydney Sweeney) hofft nach der Entlassung aus dem Gefängnis auf einen Neuanfang, da scheint die Stelle eines Hausmädchens bei dem wohlhabenden Paar Nina und Andrew Winchester (Amanda Seyfried, Brandon Sklenar) ein absoluter Glücksgriff zu sein. Aber der Job ist härter als gedacht, mit der kleinen Tochter Cece (Indiana Elle) kommt sie nicht klar und auch die Launen der Hausherrin sind alles andere als angenehm. Einzig deren Gatte Andrew hält immer wieder seine schützende Hand über Millie – aber dann nimmt alles eine fatale Wendung…

Basierend auf dem Roman „Wenn sie wüsste“ der Erfolgsautorin Freida McFadden taucht der Film ein in die schicke Welt einer gutsituierten Familie, die es sich leisten kann, ein Dienstmädchen und einen Gärtner zu beschäftigen, um möglichst von allen niederen Hausarbeiten befreit zu sein. Doch natürlich lauern hinter der tollen Fassade dunkle Geheimnisse, die über ein bloßes verzogenes Kind und dessen zu hysterischen Anfällen neigende Mutter hinausgehen. Genüsslich wird auf der einen Seite das luxuriöse Ambiente zelebriert, dem die prekäre Lage der vom Leben eher gebeutelten Millie in etwas plakativer Weise gegenübergestellt wird, und man glaubt bald schon zu wissen, wohin die Geschichte steuert.

Bis es soweit ist und sich das Drama in eine ganz andere Richtung entwickelt, als erwartet, dauert es dann reichlich lang, auch hier hätte eine straffere Inszenierung dem Film gutgetan, aber dennoch bekommt man ein durchaus spannendes Psychodrama zu sehen, das am Ende seine FSK-16 Freigabe auf jeden Fall rechtfertigt.

 

 

 Regie: Paul Feig

Drehbuch: Rebecca Sonnenshine, b/a Roman von Freida McFadden

Kamera: John Schwartzman

Schnitt: Brent White

Musik: Theodore Shapiro

 Besetzung:

Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Indiana Elle, Michele Morrone, Elizabeth Perkins

 Lionsgate/ Leonine Distribution

2025

131 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 15. Januar 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=48CtX6OgU3s (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ZvFmElCcKVg (Englisch)

 

Mittwoch, 7. Januar 2026

Heimkino: The Negotiator (Relay)

Ash (Riz Ahmed) hat sich darauf spezialisiert, Whistleblower zu schützen, die kalte Füße bekommen, indem er einen Deal zwischen ihnen und ihren Unternehmen vermittelt, die sicher sein wollen, auch wirklich alle kompromittierenden Unterlagen zurückzuerhalten – gegen ein gewisses Entgelt, versteht sich. Er selbst bleibt dabei absolut anonym und hat dafür ein cleveres und erfolgreiches System entwickelt, wie seine bisherige Bilanz beweist. Da bringt eine neue Klientin (Lily James) plötzlich alle Beteiligten in Schwierigkeiten und Ash wird gezwungen, seine sichere Zone zu verlassen…

Dass man sich als deutschen Titel etwas Englisches ausgedacht hat, scheint wenig sinnvoll, allerdings können sich Deutsche unter einem „Negotiator“ wahrscheinlich mehr vorstellen, als unter dem Originaltitel „Relay“, der sich auf etwas bezieht, das es so – zumindest meines Wissens – hierzulande nicht gibt. Dahinter steckt nämlich die Möglichkeit für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung zu telefonieren, indem sie einem Dienst (eben dem Relay-Dienst) über ein spezielles Gerät eingetippte Nachrichten zukommen lassen, die dieser dann ihrem Gesprächspartner vorliest und umgekehrt. Die Tatsache, dass dabei Anrufer und Angerufener nicht direkt in Kontakt miteinander treten, ist hier allerdings die Möglichkeit für den Protagonisten Ash, sein Geschäft zu betreiben, indem weder er noch seine eigene Stimme dem Gegenüber jemals bekannt werden.

Ausgehend von dieser Prämisse entwickelt sich eine spannende Geschichte im Stile eines Agententhrillers mit einigen überraschenden Wendungen, über die hier natürlich nichts verraten werden soll. Riz Ahmed ist großartige als der schweigende, effizient arbeitende Einzelgänger, der alles im Griff zu haben scheint und Lily James macht ihre Sache auch gewohnt gut.

 

Ein Film für alle, die Spaß an intelligenten Katz- und Mausspielen haben, der es versteht, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten.

 

  

Regie: David Mackenzie

Drehbuch: Justin Piasecki

Kamera: Giles Nuttgens

Schnitt: Matt Mayer

Musik: Tony Doogan

 

Besetzung:

Riz Ahmed, Lily James, Sam Worthington, Willa Fitzgerald, Jared Abrahamson, Pun Bandhu, Elisa Davis

  

Black Bear, AscotElite, Leonine

2024

112 min.

FSK 12

 Ab 9. Januar 2026 als DVD, Blu-ray sowie digital erhältlich

 

 

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4-iy_NHH7Ic (Deutsch)

  https://www.youtube.com/watch?v=6lopcPvgkPM (Englisch)