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Dienstag, 6. Oktober 2026

Im Kino: Hope

Das abgelegene südkoreanische Städtchen Hope Harbor wird eines Tages von mysteriösen und zunehmend gewalttätigen Geschehnissen erschüttert. Polizist Bum-seok (Hwang Jung-min) und seine Kollegin Sung-ae (Hoyeon) nehmen sich der Sache an, aber wer auch immer das Chaos verursacht, lässt sich nicht so einfach stoppen und die Situation gerät völlig außer Kontrolle…

Was mit einer scheußlich zugerichteten Kuh auf dem Acker beginnt, entwickelt sich schnell zu einer wilden Jagd quer durch die Straßen einer Kleinstadt, die durch etwas Unbekanntes förmlich zerlegt wird. Wer dahintersteckt, bleibt für die Polizisten und eine Bürgerwehr zunächst ein Rätsel und dieses soll hier auch nicht verraten werden, nur so viel: es sind keine Gangster, aber auch kein Bär…

Der Film hält alle Beteiligten, einschließlich Publikum, durchgehend in Atem und immer wenn dem Ganzen zwischendurch einmal kurz die Puste auszugehen droht, nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf, bis zum durchaus überraschend melancholischen Ende, das wahrscheinlich nicht einmal das Ende markiert, sondern eher den Weg in eine Fortsetzung ebnet.

Die Action-Szenen sind furios und wuchtig, man spürt förmlich die körperlichen Anstrengungen der Protagonisten, die von einem Schrecken zum nächsten hetzen und dabei immer mal wieder den Überblick verlieren. Dabei hat die Polizistin Sung-ae einige herausragende und witzige Momente, bei denen vor allem ihre Fahrkünste im Mittelpunkt stehen, niemand legt so perfekte U-Turns auf den Asphalt, wie sie!

Der Film ist trotz seiner Länge durchgehend spannend inszeniert, macht durch eingestreute humorige Elemente Spaß und lässt sich nur schwer in ein Genre quetschen, man sollte ihn nehmen, wie er ist, sich zurücklehnen und einen der ungewöhnlichsten Blockbuster des Jahres genießen – und vielleicht, wenn möglich, sogar in der koreanischen Originalfassung, weil zu den koreanischen Darstellern, wie ich finde, einfach keine deutschen Stimmen passen.

 

Regie: Na Hong-jin

Drehbuch: Na Hong-jin

Kamera: Hong Kyung-pyo

Schnitt: Lee Hwo-Kyoung

Musik: Michael Abels

 Besetzung:

Hwang Jung-min, Zo In-sung, Hoyeon, Eum Moon-suk, Michael Fassbender, Alicia Vikander, Taylor Russell, Cameron Britton

 Forged Films/ MUBI

2026

160 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 08. Oktober 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=e6XI6WlkLo0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=mYRc2Gl7geY (Koreanisch)

Mittwoch, 30. September 2026

Im Kino: Digger

Digger Rockwell (Tom Cruise), milliardenschwerer Öl-Magnat, bohrt in Grönland, bis es kein Morgen mehr gibt, das heißt, bis dort ein gigantisches Eisschelf abbricht und Richtung Europa treibt, wo es voraussichtlich eine riesige Katastrophe auslösen wird. Digger ist bestens vernetzt, die amerikanische Regierung unter ihrem Präsidenten (John Goodman) steht geschlossen hinter ihm, erwartet aber auch, dass er das Problem irgendwie in den Griff bekommt…

Regisseur Iñárritu ist nicht unbedingt für leise Kammerspiele bekannt, aber was er diesmal auffährt, ist eine laute, bombastische Groteske, die an allen Ecken quietscht und hakt. Angelegt als Satire, oder sollte man besser sagen, wie es im Film sogar selbst(kritisch) umschrieben wird: als Farce, in aufdringlicher Künstlichkeit, mit einer als Gesellschaftskritik getarnten, aber völlig aus den Fugen geratenen Botschaft.

Dabei gibt es nach dem ersten Drittel des Films noch einen scheinbar originellen Kniff, der hier natürlich nicht verraten werden soll, der alles kurzzeitig auf den Kopf stellt, aber während man noch darauf wartet, dass sich daraus eine interessante Wendung entwickelt, bremst es die Handlung gerade, wenn es einmal interessant zu werden scheint, aus voller Fahrt aus, vielleicht, um den Zuschauern Gelegenheit zum Durchschnaufen zu geben, führt aber eher dazu, das Ganze endgültig zu einem inhomogenen Pappmaché-Brei (sic!) zu verkleistern, nur dass daraus am Ende leider kein Kunstwerk mehr wird.

Die Akteure, mit Ausnahme von Riz Ahmed und Sandra Hüller, chargieren, und ja, es soll Satire sein, da darf man ruhig übertreiben, aber es gibt eine Schmerzgrenze, die sollte man auch dort nicht derart überstrapazieren. Der sonst gern gesehene John Goodman allein sorgt für viele schmerzhafte Momente und Tom Cruise schließlich, der hier einmal völlig gegen sein übliches Image anspielen darf, tut dies auch mit Verve. Aber wenn man einen Schauspieler mithilfe von Maske und Fatsuit so unkenntlich macht, damit ihn niemand auf den ersten Blick erkennt, ohne dass er eine bekannte Persönlichkeit oder zum Beispiel den Elefantenmenschen verkörpert, so stellt sich die Frage, weshalb dann nicht direkt einen dicklichen Schauspieler mit schütterem Haar engagieren, der sich bestimmt über eine solch tragende Rolle gefreut hätte. So bleibt der schale Beigeschmack, dass nach Leonardo DiCaprio in „The Revenant“ nun auch Tom Cruise mit Iñárritus Hilfe endlich zu seinem Oscar verholfen werden soll…   

Wer bei einem Film die leisen Töne liebt, wird an diesem Film keine Freude haben, Freunde des lauten Brachialspektakels könnten auf ihre Kosten kommen, aber der in Aussicht gestellte schwarze Humor zündet an keiner Stelle wirklich, auch wenn es bei der Pressevorführung durchaus den ein oder anderen Lacher gab.

 

 Regie: Alejandro G. Iñárritu

Drehbuch: Sabina Berman, Jez Butterworth, Alexnder Dinelaris, Nicolás Giacobone, Alejandro G. Iñárritu

Kamera: Emmanuel Lubezki

Schnitt: Stephen Mirrione, Conor O‘Neill

Musik: Cosmo Sheldrake

 Besetzung:

Tom Cruise, Riz Ahmed, John Goodman, Sandra Hüller, Michael Stuhlbarg, Jesse Plemons, Robert John Burke, Emma D’Arcy, Burn Gorman, Mercedes Hernández, Danny Kirrane, PipTorrens

 Warner Bros./ Warner Bros. Pictures Germany

2026

128 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 01. Oktober 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=qU-7KUMw-tk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=qORTe1wW3Wg (Englisch)

 

Im Kino: Corpus Delicti

In einer nicht allzu fernen Zukunft leben die Menschen unter der Obhut der sogenannten „Methode“, die ihnen Gesundheit und Sicherheit verspricht. Als der Bruder der Wissenschaftlerin Mia Holl (Hannah Herzsprung), Moritz (Damian Hardung), des Mordes beschuldigt wird und die Beweise gegen ihn erdrückend scheinen, lehnt Mia sich auf, weil sie von seiner Unschuld überzeugt ist, damit stellt sie das ganze System in Frage, und das darf nicht sein…

Wenn von der Obhut der „Methode“ die Rede ist, geht es in Wirklichkeit natürlich um einen autoritären Staat, der unter diesem Deckmantel seine Bürger in jeder Lebenslage kontrolliert und bevormundet. Wie in solchen Regimen üblich darf die Autorität an keiner Stelle angezweifelt werden, sonst bricht früher oder später das ganze Regime zusammen, weshalb es keinen Platz für Individualisten oder gar Systemkritiker gibt.

Wie der Film dies allerdings umsetzt, ist leider nicht ganz überzeugend. Weder gibt es ein umfassendes Bild über die nur grob skizzierte Gesellschaft als solche, noch über die Repressalien im Einzelnen, denen die Menschen unterworfen sind, wie es die bedrückendste Dystopie von allen, nämlich der vielzitierte Roman „1984“ von George Orwell, in so eindrucksvoller Weise schafft.

Der Vergleich ist vielleicht etwas hochgegriffen, wenngleich diesem Film eine von Juli Zeh bereits 2009 verfasste literarische Vorlage zugrunde liegt, in der durchaus weitsichtig bereits die gerade so aktuelle Gefahr einer KI beschrieben wird, die sich den Menschen zum Untertanen macht und ein System errichten könnte, das sich Zugang zu allen Lebenslagen verschafft, zu welchen Zwecken auch immer.

Man könnte in der Vorlage natürlich auch einen Vorgriff auf die „Corona-Diktatur“ erkennen, von der sich ein Teil der aktuellen Bevölkerung geknechtet gesehen hat und teilweise wohl noch immer sieht, aber dafür gibt es leider auch zu wenige handfeste Bezüge.

Stattdessen steht am Ende schlicht und einfach ein juristisches Problem im Vordergrund, das jedes Rechtssystem an seine Grenzen bringen würde, ohne dass es dafür die Konstruktion eines autoritären Regimes wie der „Methode“ bedürfte, sowie das etwas stereotype Klischee eine Heldin, die als einzige aufsteht, um für Recht und Gerechtigkeit zu kämpfen.

Leider ist das Ganze ist allzu konventionell inszeniert, laviert zwischen Krimi und Zukunftsvision, wobei auch die Darstellerriege nicht vermag, den Film über ein Durchschnittsniveau zu heben, was schade ist, denn das Thema birgt durchaus Potential für etwas Spannendes.

   

Regie: Lena Stahl

Drehbuch: Lena Stahl, b/a Roman von Juli Zeh

Kamera: Philipp Haberlandt

Schnitt: Barbara Gies

Musik: Volker Bertelmann, Lennart Saathoff

 Besetzung:

Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, Christian Friedel, Haley Louise Jones, Leopold Hornung, Imogen Kogge, Karolina Lodyga

 Wiedemann & Berg/ Leonine Distribution

2026

103 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 01. Oktober 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8tF1gAnnuXE (Deutsch)

Mittwoch, 23. September 2026

Im Kino: Primetime

Chris Hansen (Robert Pattinson) ist Mitte der 2000er Jahre mit einem Reality-Format im amerikanischen Fernsehen auf Sendung, bei dem Pädophile mit Lockvögeln geködert werden, um sie dann vor laufender Kamera spektakulär bloßzustellen. Weil er sich trotz immer weiter steigender Zuschauerquoten jedoch im Grunde nicht als seriöser TV-Mann ernstgenommen fühlt, treiben Hansen und sein Team ihre Hatz immer weiter, bis es eines Tages zur Katastrophe kommt…

Das oben beschriebene Konzept des Formats „To Catch A Predator“, war tatsächlich jahrelang in den USA erfolgreich, ein Kreuzzug gegen Kinderschänder, bei dem sich jeder Zuschauende automatisch moralisch auf der richtigen Seite fühlen durfte, ging es doch um die Überführung widerlicher Verbrecher. Dies ist allerdings grundsätzlich Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, alles andere reicht weit in den Bereich einer nicht zulässigen Selbstjustiz, und auch bei Polizei und Staatsanwaltschaft ist ein sogenannter Agent Provocateur, der, um Kriminelle besser überführen zu können, diese erst zu Straftaten anstiftet, hochumstritten.

Wenn nach der öffentlichen Demaskierung echte Polizisten, auch sie öffentlichwirksam, vor dem Fernsehstudio zugriffen, ändert das nichts an dem insgesamt fragwürdigen Geschäftsmodell, zumal es, wie der Film ziemlich plakativ deutlich macht, den Fernsehleuten, und hier allen voran dem Journalisten Hansen, in erster Linie um die immer höher werdenden Einschaltquoten ging, für die Menschen unfreiwillig an einen öffentlichen Pranger gestellt wurden. Aber auch die Lockvögel, meistens ambitionierte junge Schauspieler, wurden skrupellos eingesetzt, man kann schon fast sagen: missbraucht, während einige der im Hintergrund agierenden Onlinelockvögel sich durchaus selber an den schlüpfrigen Ergüssen, die sie für ihre Opfer fabrizierten, zu delektieren schienen. Natürlich ist auch der moralisch so überlegen agierende Hansen selbst nicht ohne Fehl und Tadel, und das, was er und seine Mitstreiter am Ende verursachen, überrascht dann nicht wirklich.

So ehrenwert das Anliegen des Films ist, dies alles sowie die fatale Eigendynamik des Fernsehformats an den Pranger zu stellen (sic!) und dabei auf die darstellerische Stärke von Robert Pattinson zu setzen, der mittlerweile auf schmierige Rollen abonniert zu sein scheint, so liegt seine Schwäche darin, dass er obwohl durchaus als Spielfilm angelegt, wie ein Pseudo-Dokumentarfilm daherkommt. Scheinbar improvisiert in die Kamera gesprochenen Monologe oder verrutschte, teilweise unscharfe Kameraeinstellungen machen das Zuschauen anstrengend und wenn am Ende die Fernsehmacher ebenso vorgeführt werden, wie vorher ihre Opfer, hinterlässt dies einen recht schalen Beigeschmack.  

Wieder einmal bestätigt sich, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht ist, das Thema hätte auf jeden Fall eine ansprechendere Umsetzung verdient gehabt.

 

  Regie: Lance Oppenheim

Drehbuch: Ajon Singh, b/a auf einem Artikel von Luke Dittrich

Kamera: David Bolen

Schnitt: Daniel Garber

Musik: Ari Balouzian

 Besetzung:

Robert Pattinson, Merritt Wever, Skyler Gisondo, Mathew Maher, Phoebe Bridgers, Bokeem Woodbine, Jonathan Lipnicki, Jeff Zucker

 A24/ Leonine Distribution

2026

110 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 24. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=iaO2VzUthKc (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=5fHXyqQOKL8 (Englisch)

 

Mittwoch, 16. September 2026

Im Kino: Pressure

72 Stunden vor der geplanten Landung der alliierten Truppen in der Normandie, der größten Seeinvasion aller Zeiten, kommt der hinzugezogene Meteorologe James Stagg (Andrew Scott) mit schlechten Nachrichten: ein heraufziehender Sturm droht die Aktion zum Scheitern zu bringen, damit steht alles in Frage, worauf sich Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser) und sein gesamter Stab so lange vorbereitet haben, und einen Aufschub kann es nicht mehr geben, denn lange lassen sich die geheimen Landungspläne nicht mehr vor den Nazis geheim halten…

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig und schildert die bisher unbekannte Vorgeschichte der als D-Day in die Geschichte eingegangenen Landung der Alliierten in der Normandie. Aber es ist kein Schlachten-Film im üblichen Sinne, sondern eher ein Kammerspiel, bei dem die Kämpfe in Konferenzräumen ausgetragen werden. Der ungeheure Druck („Pressure“), in der neben der meteorologischen zweiten Bedeutung des Wortes, ist förmlich spürbar, hängen doch von den Entscheidungen das Leben von tausenden Soldaten sowie der Erfolg des Unternehmens und damit des gesamten Krieges ab.

Dass die Spannung zum Greifen nah ist, liegt an der Leistung der Akteure, wobei Brendan Fraser den bullerigen, kriegserprobten Haudegen heraushaut, der nur durch seine Vertraute Captain Kay Summersby (Kerry Condon) zu bändigen ist. Demgegenüber brilliert einmal mehr Andrew Scott, dessen nuancierte Darstellung das ganze Drama trägt. Sein sperriger Charakter Stagg buhlt nicht um Beifall, schon gar nicht von der falschen Seite, er weiß, was er kann, aber auch, was ein Meteorologe zum damaligen Zeitpunkt nicht kann, stur, aber jederzeit seiner Verantwortung bewusst, auch wenn ihn ein privates Schicksal fast aus der Bahn zu werfen droht, zieht er sein Ding durch und überzeugt am Ende alle.

Wer hätte gedacht, dass ein Film über das Wetter so packend und mitreißend sein kann, vor allem bei einem Ereignis, über das man schon alles zu wissen glaubte!

 James Stagg: Wie kann das Wetter langweilig sein?

Dwight D. Eisenhower: Wir hatten einfach die besseren Meteorologen.

 

 Regie: Anthony Maras

Drehbuch: David Haig, Anthony Maras, b/a Theaterstück von David Haig

Kamera: Jamie Ramsay

Schnitt: Anthony Maras

Musik: Volker Bertelmann

 Besetzung:

Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis, Tamsin Topolski, Jojo Macari, Con O’Neill, Alexander Hanson, Robert Portal

 StudioCanal/ Working Title Films/ StudioCanal Film

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8BiWvmLLyZw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_gQwG9Xi13g (Englisch)

Im Kino: Resident Evil

Brian Hodukavich (Austin Abram) ist Kurierfahrer und sein aktueller Auftrag, ein lebenswichtiges Medikament nach Raccoon City zu bringen, führt ihn auf eine irrwitzige Fahrt, bei der ihn alles, was er unternimmt, um die Sache zu Ende zu bringen, immer weiter in einen nicht enden wollenden Albtraum hineinzieht…

Diese neue Verfilmung aus der Reihe der Survival-Horror-Spiele hat jede Menge schaurige Momente zu bieten, lebt aber auch von ihren Suspense-Momenten, die ebenso an den Nerven zerren, wie die Horror-Kreaturen, aber eine gehörige Portion Humor macht das Ganze überraschend kurzweilig, auch und gerade für jemanden wie mich, die sich im Horror-Video-Spiel-Genre kein bisschen auskennt und bisher auch erst eine der vorherigen Verfilmungen kennt.

Wie Kenner der Szene das Ganze sehen, sei dahingestellt, ich habe mich jedenfalls, dank des irrwitzigen Plots und des unwiderstehlich mitreißend von einem in den anderen Schlamassel tappenden Austin Abram wider Erwarten gut unterhalten.

 

 Regie: Zach Cregger

Drehbuch: Zach Cregger, Shay Hatten

Kamera: Dariusz Wolski

Schnitt: Joe Murphy

Musik: Scott Hedrick

 Besetzung:

Austin Abram, Paul Walter Hauser, Zach Cherry, Kali Reis, Johnno Wilson, Devon Stewart, Shaun W Loeser

 Constantin Film/ Columbia Pictures/ Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=D4zDF6jENQs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=mNd1gb19A-c (Englisch)

 

Im Kino: Adams Acht

Um einer Gruppe von Jugendlichen nach dem verlorenen Krieg, der vielen den Vater genommen hat, etwas Halt zu geben, baut Lehrer Karl Adam (Oliver Masucci) in den 1950er Jahren in der direkt an der Zonengrenze gelegenen Kleinstadt Ratzeburg eine Rudermannschaft auf. Er verfügt zwar nur über theoretische Kenntnisse, die aber bringen ihn und seine Jungs gegen alle Widerstände zu ungeahnten Erfolgen…

Erzählt wird die wahre Geschichte des Außenseiterteams, das 1958 zur Überraschung der etablierten und elitären Konkurrenz die deutsche Meisterschaft in der Königsdisziplin, dem Achter, gewann, bestens eingestellt von Trainer Adam, der mit unkonventionellen Methoden diesen und viele weitere Erfolge möglich machte.

Es gelingt dem Film, den Rudersport, der eigentlich nicht unbedingt spannend anzuschauen ist, so interessant darzustellen, dass man mit den Akteuren mitfiebert, wobei auch der sozialkritische Aspekt, hier die eher elitären Rudervereine mit dünkelhaften Funktionären und ebensolchen jungen und hochnäsigen Sportlern, dort die Underdogs, die zunächst nicht einmal über ein konkurrenzfähiges Boot verfügen, eine gewichtige Rolle spielt.

Dann aber scheint der Regisseur seiner Geschichte und deren Stärken nicht ganz zu vertrauen, denn durch ein paar Nebenhandlungssträngen, wie der ein oder anderen Liebesgeschichte und politischen Komplikationen im kleinen Grenzverkehr mit der DDR vor dem Mauerbau, wirkt das Ganze am Ende ein wenig überfrachtet und man verliert die Hauptfigur, den Lehrer Adam, der mit seinen eigenen Verstrickungen während der Nazizeit zu kämpfen hat, leider ein wenig aus dem Fokus.

Dennoch ist es ein sehenswerter Film, zeitgeschichtlich interessant und vor allem an ein Sportereignis erinnernd, von dem man, wenn man nicht gerade Ruder-Fan ist, noch nichts gehört haben dürfte, das aber den Grundstein zu den späteren Erfolgen der deutschen Ruder-Achter gelegt haben dürfte.  

 

   Regie: Hannu Salonen

Drehbuch: Stephan Falk, Domenik Pockberger

Kamera: Felix Cramer

Musik: Karim Sebastian Elias

 Besetzung:

Oliver Masucci, Felix Kammerer, Leonard Kunz, Svenja Jung, Heino Ferch, Axel Milberg, Jens Münchow, Lisa Karlström

 Majestic/ Majestic Filmverleih

2026

124 min.

FSK 6

                                Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=y_b_7for_m4

 

Im Kino: Runner

Hank Malone (Alan Ritchson) ist Kurierfahrer für spezielle Aufgaben in Brisbane und soll eines Tages ein lebenswichtiges Spenderorgan für ein kleines Mädchen in einem Krankenhaus abliefern, das mit einem anderen Kurier namens Ben Bishop (Owen Wilson) aus Hawaii eingeflogen wurde. Da Ben darauf besteht, das Organ bis zum Ziel nicht aus den Augen zu lassen, hat Hank nun ein wertvolles Paket, einen redseligen Mitfahrer und einen aus einem anderen Auftrag übrig gebliebenen Vogel in seinem Auto, als ihnen plötzlich ein Gangstertrupp, angeführt von dem über Leichen gehenden Damián Zaldívar (Rodrigo Santoro) die wertvolle Fracht streitig macht, und los geht eine wilde Jagd entlang der australischen Gold Coast…

Der Film hat nichts wirklich Neues zu bieten: Wir haben den gutmütigen Muskelberg Alan Ritchson, ein sanfter Riese mit der Elitesoldat-Vergangenheit, seit einem Jahr trockener Alkoholiker, der seine kleine Tochter verloren hat und nun einem kleinen Mädchen, das dringen auf ein Spenderorgan angewiesen ist, das Leben retten kann. Ihm zur Seite der ständig plappernde Owen Wilson, der mit seinem Charme und seiner Unbekümmertheit schamlos alle Sympathien auf sich zieht, ebenso schamlos wird das Schicksal des kranken Mädchens und dessen verzweifelter Mutter zum Ankerpunk am Ende einer turbulenten Schnitzeljagd, und natürlich noch die fiesen Gangster, schräge und abgerissene Typen nebst einem Bösewicht mit Mutterkomplex.

Aber alle diese Elemente werden gekonnt zu einem stimmigen Ganzen verbunden und am Ende ist ein Thriller mit jeder Menge handgemachter Action herausgekommen, hin und wieder durchaus brachial, aber ohne wirklich unappetitliches Gemetzel, dabei gut getimtem und dem ganzen etwas die Schwere nehmendem Humor, genau der richtige Film, um abzuschalten, sich zurückzulehnen und einen grundsoliden Buddy- und Gangsterfilm zu genießen, der jede Menge Spaß bereitet.

 

Regie: Scott Waugh

Drehbuch: Miles Hubley, Tommy White

Kamera: Lorenzo Senatore

Schnitt: Ryan Cook

Musik: Charlie Nguyen Kim

 Besetzung:

Alan Richson, Owen Wilson, Kate Box, Leila George, Rodrigo Santoro, Scarlett Crabtree, Cecilia Toussaint

Splendid Film 

2026

97 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=AVb3GCImolc (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rtruM8hBV9w (Englisch)

Donnerstag, 10. September 2026

Im Kino: Frühstück bei Audrey (La Poupée)

Der nach einer enttäuschenden Beziehung einsame Kunstrasenvertreter Rémi (Vincent Macaigne) lebt allein, schwärmt seinen Kollegen aber von seiner neuen Freundin Audrey vor, wobei er allerdings verschweigt, dass es sich dabei um eine lebensgroße Puppe (Zoé Marchal) handelt. Eines Tages erwacht diese plötzlich zum Leben und stellt Rémi vor ungeahnte Probleme, und dann erweckt unerwarteterweise auch noch seine neue Kollegin Patricia (Cécile de France) sein Interesse …

Eine willige schöne junge Frau, die keine Widerworte gibt – wenn das nicht der Traum eines jeden Mannes ist! Leider ist ein Verhältnis mit einer Sexpuppe gesellschaftlich nicht so angesehen, so dass man sich selten öffentlich dazu bekennt und diese Leidenschaft eher im Geheimen pflegt. Hier wird der Protagonist allerdings nicht als Sonderling mit psychopathischen Zügen präsentiert, sondern als zwar durchaus etwas verpeilter aber liebenswerter einsamer Mensch, der für sich sein Glück gefunden zu haben scheint.

Die Probleme, die man(n) eigentlich vermeiden wollte, fangen dann aber genau da an, wenn aus der Puppe eine Frau aus Fleisch und Blut wird, die zwar gewohnt begehrenswert bleibt, aber nach und nach immer mehr Ansprüche stellt, ebenso wie ihre plötzliche emanzipatorische Entwicklung zu – gelinde gesagt – irritieren beginnt. Ein offensichtlich nicht so selbstbewusster Mann wie Rémi ist damit schnell überfordert.

Aber ebenso überfordern ihn auch die anderen beiden Frauenfiguren – neben der Kollegin Patrice gibt es noch seine lesbische Schwester Domi (Adèle Journeaux) – und es ist schön zu sehen, wie sich nach und nach alle Facetten der modernen Frau vor Rémi auffächern: hier das scheinbar gutaussehende Dummchen, dort die patente und burschikose Patrice, die sich im männlichen Kollegenkreis souverän zu behaupten weiß, bis hin zur selbstbestimmten Schwester, die eben Frauen liebt.

Der Film ist dabei kein trockener Lehrfilm über männliche und weibliche Rollenmuster und ihre Brechung, sondern eine lockere und leichte Komödie, die ihr Thema mit Augenzwinkern und originellen Einfällen abhandelt, wobei es besonders nett ist, dass die Prämisse einer zum Leben erwachten Puppe zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wird. Nicht ganz gelungen ist allerdings der deutsche Titel. 

 

  Regie: Sophie Beaulieu

Drehbuch: Sophie Beaulieu

Kamera: Yann Maritaud

Schnitt: Jean-Francois

 Besetzung:

Vincent Macaigne, Cécile de France, Zoé Marchal, Marianne Basler, Adèle Journeaux, Gilbert Melki

 Novoprod/Canal+/Neue Visionen Filmverleih

2025

80 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 10. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=eBjsYCqc0Lw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=MC1Zu3KjVyQ (Französisch)

Donnerstag, 3. September 2026

Im Kino: Onslaught

Auf einer geheimen Militärbasis in der Wüste werden Experimente mit genmanipulierten Soldaten durchgeführt, doch dann geht etwas schief und drei ultrabrutale Kämpfer, die darauf programmiert sind, alles zu töten, was sich ihnen in den Weg stellt, entkommen. Nach blutigem Zwischenstopp an einer nächtlichen Tankstelle fallen sie über einen Trailerpark her, in dem die Ex-Scharfschützin Celeste (Adria Arjona) mit ihrer kleinen Tochter lebt, und diese muss all ihre Fähigkeiten abrufen, um die Killer zu stoppen…

Zugegeben, die drei martialisch metzelnden Kampfmaschinen umgibt allein aufgrund ihrer im Dunkeln funkelnden Augen eine gruselige Aura und zunächst scheint ihr Auftrag, zu kämpfen bis zum Umfallen auch eine plausible Art der Optimierung von Kriegsführung zu sein. Aber spätestens dann, wenn erkennbar wird, dass diese Soldaten trotz ihrer gewaltigen Physis und ihres kompromisslosen Vorgehens keineswegs unbesiegbar sind, stellt sich zu bei näherer Betrachtung die Frage: was soll das, sind inzwischen unbemannte Drohnen und ähnliche Gerätschaften nicht viel effektiver?

Die nächste Frage, die sich irgendwann aufdrängt: was wollen diese Krieger in einer nächtlichen Tankstelle und wieso steuern sie gezielt den Trailerpark an, wo sie jeweils auf harmlose Zivilisten treffen, die zwar – wir sind in den USA – durchaus auch über die ein oder andere Waffe verfügen, aber hier hätten auch drei landläufig. durchgeknallte Typen gereicht, um ein Blutbad anzurichten.

Spätestens als ein Regierungsbeamter (Drew Starkey) mit explizit zur Schau gestellten Manierismen aber ohne jegliches Charisma die Bühne betritt, um der Situation Herr zu werden und das aus dem Ruder gelaufene Experiment zu beenden, drängt sich der Verdacht auf, dass das Ganze nur als Vorwand für ein auf maximale Wirkung ausgerichtetes Slasher-Gemetzel dient, wofür auch der wummernde Sound spricht, der das Ganze akustisch untermalt. Als besonderes Schmankerl wird noch ein wahnsinniger Wissenschaftler (Dan Stevens) präsentiert, scheinbar direkt aus der Nazihölle entronnen, was braucht man mehr für einen unterhaltsamen Kinoabend?

Wem so etwas Spaß macht – und ich habe durchaus Stimmen gehört, die sich in dieser Richtung geäußert haben – dem wird der Film bestimmt gefallen, für alle anderen: Finger weg!

 


  Regie: Adam Wingard

Drehbuch: Simon Barrett, Adam Wingard

Kamera: Oren Soffer

Schnitt: Adam Avery, Josh Schaeffer

Musik: Matthew Pusti

 Besetzung:

Adria Arjona, Dan Stevens, Eric Wareheim, Reginald VelJohnson, Michael Biehn, Blake Kennedy, Alex Pereira, Dave Campbell, Tyler Hall, Drew Starkey

 A24/ Universal Pictures/ Plaion Pictures/ StudioCanal

2026

92 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 03. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=nc-yja1gL0g (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=L24CYVpQ-LI (Englisch)

Freitag, 28. August 2026

Im Kino: Mutiny

Cole Reed (Jason Statham) kann nicht verhindern, dass sein Boss Tibu Campallo (Jason Wong), Eigner eines milliardenschweren Logistikunternehmens, vor seinen Augen ermordet wird und statt der wirklichen Täter jagt man nun ihn. Aber der gewiefte Reed heftet sich an die Fersen der Killer und deckt dabei einen internationalen Menschenhändler-Ring auf…

Die Handlung spielt zum größten Teil auf einem Container-Schiff, dessen verwinkelte Architektur neben einer gewissen klaustrophobischen Enge in den Gängen viele Möglichkeiten zum Versteckspielen bietet, was von den Akteuren auch gerne genutzt wird. Die von den skrupellosen Gangstern an Bord eingepferchten Menschen bleiben nicht mehr als Beiwerk, für die einen die Grundlage ihrer kriminellen Geschäfte und für den anderen die Gelegenheit, für das Gute zu kämpfen – und gekämpft wird, wer hätte etwas anderes erwartet, reichlich. Nur der Titel ergibt so gar keinen Sinn, denn von einer Meuterei ist weit und breit nichts zu sehen.

Ein solider, kurzweiliger Action-Thriller, nicht mehr, aber auch nicht weniger, und Statham macht das, was er immer tut: er boxt sich durch, und alle, die sich mit ihm anlegen, sind selbst schuld.

 Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: Lindsay Michel, J.P. Davis

Kamera: Brendan Galvin

Schnitt: David Rosenbloom, Joe Rosenbloom

Musik: Marcus Trumpp

 Besetzung:

Jason Statham, Chaneil Kular, Ramon Tikaram, Jason Wong, Annabelle Wallis, Roland Møller, Adrian Lester

 MadRiver Pictures/ Leonine Distribution

95 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 27. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6Tnv1Fup2jA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=FKSdXH89jbo&vl=de (Englisch)

Mittwoch, 19. August 2026

Im Kino: Insidious 6: Out Of The Further

Die Dentalhygenikerin Gemma (Amelia Eve) lebt mit ihrer Tochter Maya (Island Austin) im Haus ihrer Mutter, der einst etwas Schreckliches widerfahren ist. Als Gemma plötzlich immer wieder von Albträumen heimgesucht wird, erfährt sie, dass sie eine Verbindung zu einem Zwischenreich zwischen den Lebenden und den Toten (im Englischen: The Further) hat, in das sie eindringen, von wo sie aber auch Dinge oder – schlimmer noch – Personen mit in die Welt der Lebenden herüberbringen kann. Ein besonders böser Geist namens Cyrus (Sam Spruell) sieht seine Chance gekommen, das zu vollenden, was ihm damals mit Gemmas Mutter nicht gelungen ist und Gemma versucht mit Hilfe von Elise Rainier (Lin Shaye) alles, um Cyrus zu stoppen, der drauf und dran ist, sich auch der Tochter zu bemächtigen…

In diesem sechsten Teil der Reihe werden neue Elemente und Personen eingeführt, ohne auf die bewährte Fachkraft Elise zu verzichten, die mittlerweile selbst im Jenseits wandelt. Zunächst arbeitet der Film mit den bewährten Mitteln, Jumpscares, gruseligen Gestalten, die immer wieder durchs Bild wandeln, aber richtigen Horror entwickelt er bei wahrhaft unappetitlichen Szenen in einer Zahnarztpraxis und in einer an die „Backrooms“-Labyrinthe erinnernden Sequenz, die allerdings wesentlich klaustrophobischer und schrecklicher ausfällt.

Das sind die insgesamt stärksten Momente des Films, daneben dürfen sich auch Freunde der lebenden Leichen an einem veritablen Panoptikum an Gruselgestalten erfreuen, die gegen Ende allerdings etwas reichlich aufgefahren werden, es gibt sogar ein paar spaßige Momente, wenn sich der Oberschurke am Ende ziemlich verzockt und dafür von seinen Spießgesellen zur Rechenschaft gezogen wird. Interessant inszeniert sind auch die Wechsel zwischen dem Diesseits und dem Zwischenreich, bei denen man höllisch aufpassen muss, ob die Mittler zwischen den Welten gerade schlafen oder wach sind, denn das macht einen entscheidenden Unterschied.

Wer auf diese Art Horror steht und dabei nichts gegen ekliges Beiwerk hat, wird recht gut bedient, definitiv kein Film für einen romantischen Abend, wobei nicht gesagt sein soll, dass man sich nicht auch gemeinsam gruseln kann, nur die Romantik fällt halt aus…

 

  Regie: Jacob Chase

Drehbuch: Jacob Chase, b/a den Charakteren von Leigh Whannell und der Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick

Kamera: David Garbett

Schnitt: Gregory Plotkin

Musik: Joseph Bishara

 Besetzung:

Lin Shaye, Sam Spruell, Amelia Eve, Island Austin, Maisie Richardson-Sellers, Brandon Perea, Joseph Lopez, Laura Gordon, Conner McLeod

 Atomic Monster/ Sony Pictures Releasing

2026

106 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 20. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tysMHMLSyak (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=gXjurDkYnEM (Englisch)

Donnerstag, 13. August 2026

Im Kino: Steckerlfischfiasko

Der Mord am örtlichen Steckerfischkönig setzt die Niederkaltenkirchener Polizeimaschinerie in Gestalt des kongenialen Ermittlerduos Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) in Gang. Schwer verdächtig ist ein konkurrierender Steckerlfischclan, dessen Mitglieder zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Aber auch privat hat der Franz wieder seine Probleme mit der Susi (Lisa Maria Potthoff), die zu seinem Leidwesen alles daransetzt, Bürgermeisterin zu werden…

Der nunmehr zehnte Teil bietet den Fans der Reihe einmal mehr die vertraute und liebgewonnene Mischung aus Krimi und Komödie, mit Rudi auf Selbstfindungstrip, einem grantelnden Franz, der sich in der niegelnagelneuen Doppelhaushälfte so überhaupt nicht wohlfühlt und der wirklich kompletten Riege von sämtlichen Figuren des Eberhoferuniversums, angefangen von der Oma, über den Papa und das Trio Infernale Flötzinger, Simmerl und Wolfi, das diesmal allerdings nicht allzu viel zu tun hat, bis hin zur Hinkelotta, der inzwischen auch vom Franz akzeptierten Nachfolgerin des leider früh verstorbenen Hundes Ludwig. Außerdem wächst die nächste Eberhofer-Generation heran, Sohn Paul darf einen eigenen Charakter entwickeln, spricht hochdeutsch und könnte ein neuer Sympathieträger werden.

Die Krimihandlung ist solide, ermittelt wird zwischen Rummelplatz und Schickimicki-Villa, einschließlich prominenter Leiche und zarter Romeo-und-Julia-Romanze, dazwischen liefern sich der Bürgermeister und seine Herausforderin Susi ein Scharmützel, das den Eberhofer zu ungewöhnlichen Schlichtungsmaßnahmen treibt, während Kollege Birkenberger aus hier nicht näher erläuterten Gründen ständig von Fliegen umschwirrt seinen kriminalistischen Scharfsinn spielen lässt.   

Alles in allem bietet der Film zwar nichts wirklich Neues, aber das ist für eingefleischte Fans auch nicht wichtig, sondern gerade das Schöne in diesen unruhigen Zeiten!

 

 Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog, Rita Falk, b/a ihrem gleichnamigen Roman

Kamera: Sebastian Edschmid

 Besetzung:

Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Marie Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Pelle Küffner, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Gerhard Wittmann, Ruby O. Fee, Ferdinand Hofer, Sigi Zimmerschied, Michael Ostrowski, Thomas Kügel, Milan Peschel, Castro Dokyi Affum, Petra Berndt u.v.m.

 Constantin Film

2026

98 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 13. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=LLZ2GNJdaag

 

 

Donnerstag, 6. August 2026

Im Kino: Eli Roth’s Ice Cream Man

Durch eine beschauliche Kleinstadt in den USA kurvt eines Tages ein Eiswagen mit einem freundlichen Eisverkäufer, der großzügig an alle Kinder seine Köstlichkeiten verteilt, woraufhin sich das Städtchen in einen wahren Ort des Horrors verwandelt…

Die Grundidee ist gar nicht so schlecht und erinnert vage an die Geschichte des Rattenfängers von Hameln, also die Rache eines zuvor von den Einwohnern einer Stadt Gedemütigten. Hier hätte also durchaus Potential für einen interessanten Film gesteckt, wer allerdings schon einmal einen Film von Eli Roth gesehen hat, ahnt, dass diese Rache nicht subtil, sondern mit dem Schlachtermesser oder ähnlichen Instrumenten zelebriert wird, woran sich nur Fans dieser Art von Filmen delektieren dürften, und daran ändern auch nicht die ebenso wenig subtilen Anspielungen auf einen Hitchcock-Klassiker.

Wer auf Splatter-Filme steht und sich gerne an blutigen, ekligen und geschmacklosen Schockeffekten delektiert, bei denen sich den meisten Zuschauenden der Magen umdreht, kommt hier voll auf seine Kosten, viel Vergnügen!

 Regie: Eli Roth

Drehbuch: Noah Belson, Eli Roth

Kamera: Simon Shohet

Schnitt: Matt Lyon

Musik: Brandon Roberts

 Besetzung:

Charli Zeltzer, Eli Roth, Darrin Baker, Ari Mille, Luke Dietz, Benjamin Byron Davis, Carina Battrick, Charlie Storey,

 StudioCanal

2026

86 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 06. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Yggt24Zmxgk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ppOnbtMhDWM (Englisch)

Donnerstag, 30. Juli 2026

Im Kino: Bitteres Fest (Amarga Navidad)

Filmemacher Raúl (Leonardo Sbaraglia) steckt in einer Schaffenskrise und verarbeitet schließlich eine Episode aus dem Leben seiner Freundin Elsa (Bárbara Lennie), die, als sie es herausfindet, darüber nicht begeistert ist, woraufhin es zu einer heftigen Auseinandersetzung kommt…

Dass ein Künstler sich ungeniert am Leben seines Umfelds bedient, dürfte nicht neu sein, aber wie weit darf man dabei gehen, wenn man auch vor sehr persönlichen Details nicht Halt macht? Sollte sich Regisseur Almodóvar diese Frage selbst immer wieder gestellt haben, hier setzt er sich quasi im Dialog mit sich selbst damit auseinander, denn beide Hauptfiguren, sowohl Raúl als auch Elsa, tragen erkennbar seine Züge.

Der Film ist eine verschachtelte Nabelschau, in der immer wieder Fiktion und Realität miteinander verschmelzen, gleichzeitig ist man als Zuschauer sozusagen hautnah bei dem Schaffensprozess und den schwierigen Geburtswehen eines neuen Werkes dabei, das sich ein Künstler immer wieder abringt, bis am Ende das Ergebnis vorliegt, das wir dann auf der Leinwand oder auch in einem Buch erleben.

Ist es anfangs schwierig, den jeweiligen Erzählebenen zu folgen, zumal immer wieder Personen auf- und wieder abtreten, die die eigentliche Story nicht weiterbringen, so fügt sich das kunstvoll gewobene Konstrukt schließlich zu einem harmonischen Ganzen, von Almodóvar wie stets in den für ihn typischen Farben gestylt, so dass am Ende nicht so sehr die eitle Selbstreflexion im Vordergrund steht, sondern der mit dem Alter immer schwierigere Schaffensprozess fühlbar wird, mit dem ein Künstler bei jedem neuen Werk zu kämpfen hat.

Wer bei der meisterhaft konstruierten Geschichte den Überblick behält, erlebt am Ende kein bitteres, sondern ein durchaus sehenswertes Fest des Autorenkinos.

 

  Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Kamera: Paul Esteve Birba

Schnitt: Teresa Font

Musik: Alberto Iglesias

 Besetzung:

Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón, Victoria Luengo, Patrick Criado, Milena Smit, Quim Gutiérrez

 StudioCanal Film

2026

111 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 30. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=B1hY8AUSD0E (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=0S9DKxvJUgE (Spanisch)