Blog-Archiv

Posts mit dem Label Sport werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sport werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 24. Februar 2026

Im Kino: Marty Supreme

Der junge Marty Mauser (Timothée Chalamet) verkauft in den frühen 1950er Jahren Schuhe in New York. Sein großer Traum ist es jedoch, als Tischtennisweltmeister zu Ruhm und Ehre, vor allem aber auch zu ganz viel Geld zu kommen. Bis dahin ist der Weg steiniger, als er es sich vorgestellt hat, aber mit unerschütterlichem Optimismus, ganz viel Chuzpe und einer gehörigen Portion Rücksichtslosigkeit macht er sich daran, sein Ziel zu erreichen…

Wenn Timothée Chalamet noch eines Vehikels bedurft hätte, um „endlich“ zu seinem Oscar zu kommen, so könnte es dieser Film sein. Was anderen Schauspielern nicht vergönnt ist, die über Jahre verlässlich und gut abliefern, ist jemandem wie Chalamet offenbar ein Leichtes, eine erste Nominierung erhielt der nunmehr 30-jährige bereits mit Anfang zwanzig, und seither durfte er in etlichen Blockbustern mitwirken und ist sowohl bei Kritikern als auch Zuschauern gleichermaßen beliebt. Nun hat man ihm also mit der Rolle des tischtennisbesessenen Marty Mauser den Weg bereitet, genau wie sein Filmcharakter sein offenbar lange angepeiltes Ziel zu erreichen.

Angeblich hat Chalamet jahrelang intensiv Tischtennis trainiert und so gibt es etliche durchaus sehenswerte Matches zu bestaunen. Die Dynamik des Spiels mit seinen schnellen Ballwechseln überträgt sich nahtlos auf den ganzen Film, bei dem Marty atemlos, wie ein über die Platte getriebener Ping-Pong-Ball hin und herspringt, immer auf der Jagd und gleichzeitig selbst gehetzt von den Schlägen, die das Schicksal an jeder Ecke seines Weges für ihn bereithält. Das ist unterhaltsam, aber auf Dauer auch etwas zu viel des Guten, ein paar Wendungen weniger hätten nicht geschadet.

Die Handlung überschlägt sich immer wieder, atemlos, wie der Protagonist selbst, und so werden auch die Zuschauer durch die Geschichte gehetzt, dabei folgt man jemandem, der zu keinem Zeitpunkt wirklich sympathisch ist, nein, dieser Marty Mauser ist ein pickliges Arschloch, großmäulig, unverschämt und stets bereit, alle und alles zu verraten, wenn es ihm nützt. Ob man so jemandem bis zum Schluss die Daumen drückt, mag jeder für sich selbst entscheiden, sehenswert ist Martys Hatz auf jeden Fall – aber anschnallen nicht vergessen!

 

 Regie: Josh Safdie

Drehbuch: Ronald Bronstein, Josh Safdie

Kamera: Darius Khondji

Schnitt: Ronald Bronstein, Josh Safdie

Musik: Daniel Lopatin

 Besetzung:

Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion, Kevin O’Leary, Tyler Okonma, Fran Drescher, Abel Ferrara

 A24/ TOBIS Film

2025

149 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. Februar 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=7vFqw93woB0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=s9gSuKaKcqM (Englisch)

 

Mittwoch, 3. Januar 2024

Im Kino: Next Goal Wins

Bei Fußball-Startrainer Thomas Rongen (Michael Fassbender) läuft es gerade nicht rund, von seinem letzten Job wurde er gefeuert und er nimmt widerwillig das Angebot an, die in einem legendären WM-Qualifikationsspiel gegen Australien mit 0:31 untergegangene Mannschaft von Amerikanisch-Samoa fit zu machen. Das Ziel scheint denkbar einfach: wenigstens einmal ein einziges Tor zu erzielen - Rongen ahnt nicht, welche Herausforderung auf ihn wartt…

Auf wahren Ereignissen beruhende Underdog-Sportgeschichten haben stets einen besonderen Charme, siehe „Cool Runnings“ (Jamaikanische Bobfahrer) oder vor allem „Eddie the Eagle“, die unglaubliche Geschichte des Skispringer-Amateurs Michael „Eddie“ Edwards, der bei den Olympischen Winterspielen in Calgary zum Publikumsliebling wurde.

Hier nun also geht es um eine hoffnungslos untalentierte Fußballmannschaft, die mit ihrer laxen Einstellung ihren Trainer zur Verzweiflung treibt, bis er sich in sein Schicksal fügt und sich in seinem unfreiwilligen Exil und dem für ihn neuen, aber liebenswert-exotisch anmutenden Umfeld immer wohler zu fühlen beginnt.

Soweit nichts aufsehenerregendes Neues, dennoch ist es Regisseur Waititi gelungen, aus diesem bekannten Material einen vergnüglichen und unterhaltsamen Film zu machen, mit gewohnt verschroben Elementen, unterstützt von guten Darstellern, allen voran Michael Fassbender, der dann auch für den tragischen Unterton sorgen darf, der in einer guten Komödie nicht fehlen darf.

Alles in allem der richtige Film zum unbeschwerten Start in das neue Kinojahr.

 


 Regie: Taika Waititi

Drehbuch: Taika Waititi, Iain Morris

Kamera: Lachlan Milne

Schnitt: Tom Eagles, Yana Gorskaya, Nicholas Monsour, Nat Sanders

Musik: Michael Giacchino

 

Besetzung:

Michael Fassbender, Oscar Kightley,

 

Walt Disney Motion Pictures/ Searchlight Pictures

2023

104 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 04. Januar 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=QyyZPGDpdQY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=jFkaH84fOJo (Englisch)

 

 

 

Donnerstag, 24. Februar 2022

Im Kino: King Richard

Richard Williams (Will Smith) hat mehrere Töchter und nur ein Ziel: mindestens eine davon – besser noch: zwei – zu den besten Tennisspielerinnen aller Zeiten zu machen. Und genau das sind Venus und Serena Williams dann ja auch geworden…

Wenn man nicht wüsste, dass es am Ende funktioniert hat und die Williams-Schwestern es tatsächlich von den holprigen öffentlichen Plätzen in Compton, Los Angeles, ganz nach oben in die Beletage des Tennissports, nach Wimbledon geschafft haben, würde man den Film als eine reichlich übertriebene Hollywood-Vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär-Parabel abtun, wobei erschwerend hinzu kommt, dass die „Tellerwäscher“ auch noch schwarz sind, ein Umstand, der den Aufstieg nach wie vor nicht unbedingt leichter macht. Dabei begeht der ehrgeizige Vater auch noch immer wieder vermeintliche Fehler, die sein Unternehmen scheitern lassen müssten, aber, wie gesagt, man weiß es besser, am Ende hat er immer den richtigen Riecher und schafft es, unbeirrbar und stur bis über die Schmerzgrenze hinaus, Schritt für Schritt erst die eine und dann auch noch die andere Tochter zum Erfolg zu führen.

Dass der Film glänzend funktioniert, verdankt er seinem großartigen Ensemble, allen voran Will Smith, der diesen Vater Williams als einen freundlichen Tyrannen zeichnet, der alles für seine Familie gibt. Er sorgt bei all seinen Kinder für eine exzellente Schulausbildung, weckt ihren Ehrgeiz, lässt ihnen Freiräume und zieht im nächsten Moment wieder die Zügel an, um sie auf den –von ihm bestimmten – Weg zurückzuführen. Ein wenig Erdung erfährt er durch seine Frau Oracene, genannt Brandy, ebenfalls hervorragend besetzt mit Aunjanue Ellis, die nach außen absolut loyal zu ihm steht, während sie ihm nach innen auch einmal seine Grenzen aufzeigt.

Der Film, der sowohl Zeitkolorit als auch Sportszenen gelungen in Szene setzt, fesselt, trotz seiner wieder einmal überlangen Laufzeit – was ist eigentlich aus den guten alten 90-Minütern geworden? –  und lässt seine Zuschauer und Zuschauerinnen mitfiebern, trotzdem diese von Anfang an wissen, dass geschehen wird, was geschehen soll. Es macht Spaß, den Beginn einer solch außergewöhnlichen Sportkarriere quasi minutiös zu verfolgen, wobei man sich insgeheim fragen mag, ob man einen solchen Vater wirklich gerne an der Seite gehabt hätte.

 


 

Regie: Reinaldo Marcus Green

Drehbuch: Zach Baylin

Kamera: Robert Elswit

Schnitt: Pamela Martin

Musik: Kris Bowers

 

Besetzung:

Will Smith, Aunjanue Ellis, Saniyya Sidney, Demi Singleton, Jon Bernthal, Tony Goldwyn, Mikayla Lashae Bartholomew, Daniele Lawson, Layla Crawford

 

Warner Bros./ Telepool

2021

144 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 24. Februar 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=wy8Z366E8JM (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=FIsNbpJIa6k (Englisch)