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Dienstag, 16. April 2024

Im Kino: Abigail

Eine Gruppe von sechs Gangstern entführt im Auftrag eines Unbekannten ein Mädchen, um Lösegeld von dessen Vater zu erpressen. Die Entführer wissen nicht, für wen sie tätig werden und wer der Vater des Mädchens ist, vor allem aber wissen sie nicht, mit wem sie sich bei dem Mädchen angelegt haben…

Wer weder einen Blick auf das Filmplakat oder in den Trailer des Films geworfen hat, wird erst nach einer Weile von der Wendung der Handlung von einer routinierten Kidnapping-Geschichte zum – ebenso routinierten – Achtung Spoiler-Alert:  

 

Vampir-Horror-Film

 

überrascht.

Für alle anderen gibt es ein solides nach bewährten Mustern aufgebautes Schauer-Stück, bei dem es für eine Gruppe von Menschen, gefangen in einem riesigen verlassenen Haus, um den Kampf gegen eine fast unbesiegbare Macht ums nackte Überleben geht. Der winzige schwache Punkt, um den Gegner bzw. in diesem Fall die Gegnerin zu besiegen muss gefunden und dann natürlich in die Tat umgesetzt werden, dabei kann man sich den Spaß machen und vorhersagen, in welcher Reihenfolge die Akteure wohl eliminiert werden und wer am Ende womöglich überlebt.

Das Ganze ist schaurig-schön in Szene gesetzt, es gibt ein paar dezente Splatterszenen und sogar etwas Humor, aber nach der anfänglichen Wendung keine wirklichen Überraschungen mehr, denn auch das Ende fügt sich in das dem Genre gehorchenden Ablauf ein.

Wer auf Horrorstorys steht, wird durchaus gut unterhalten, auch wenn es insgesamt ein wenig an Originalität mangelt.

 

 

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: Guy Busick, Stephen Shields

Kamera: Aaron Morton

Schnitt: Michael P. Shawver

Musik: Brian Tyler

 

Besetzung:

Melissa Barrera, Dan Stevens, Alisha Weir, Kathryn Newton, Kevin Durand, William Catlett, Angus Cloud, Giancarlo Esposito, Matthew Goode

 

Universal Pictures

2024

109 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 18. April 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=nNOFPCJ7lqs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=3PsP8MFH8p0 (Englisch)

 

Mittwoch, 19. Februar 2020

Film-Rezensionen: Ruf der Wildnis (The Call of the Wild)

Buck ist ein Hund wie kein anderer und dies ist seine außergewöhnliche Geschichte: Hundefänger reißen ihn aus seinem angenehmen Leben im sonnigen Kalifornien und verfrachten ihn in die Kälte Alaskas zur Zeit des Goldrauschs, wo er zum Abenteurer wird. Er muss sich als Schlittenhund unter anderem für die Yukon-Postlinie behaupten, kämpft gegen den – arg holzschnittartig geratenen – Fiesling Hal (Dan Stevens) und macht die Bekanntschaft des Einzelgängers John Thornton (Harrison Ford), der ihn noch tiefer in die Wildnis mitnimmt. Für beide wird ihre Bekanntschaft zum Schlüsselerlebnis, als sie sich wieder trennen, hat jeder eine neue Vorstellung von seinem Platz im Leben…

Der Film reiht sich ein in die Reihe der zahlreichen Adaptionen des 1903 erschienen Abenteuer-Klassikers von Jack London. Seit der ersten Verfilmung von 1935 mit Clark Gable und Loretta Young haben sich die Filmtechniken so verändert, dass man heute keinen echten Hund mehr ins Eis schicken muss, CGI – Computer Generated Imagery – macht es möglich, also Computeranimation fürs Kino.
Buck ist ein Zwitterwesen, einerseits, dem Roman zufolge, eine Bernhardiner- /Schäferhundmischung, was seine Größe und seine sonstigen Fähigkeiten erklärt, andererseits ist er auch sonst nicht eindeutig zuzuordnen. Mal schaut er aus eindeutig seelenvollen Augen rührend und verständig in die Welt, dann wieder bewegt er sich wie ein tierischer Homunkulus in einer zum Teil ebenfalls am Computer entstandenen Landschaft. Dass der Film dennoch funktioniert, liegt zum einen an der starken (Abenteuer)Geschichte, vor allem aber an dem nicht computeranimierten Harrison Ford, trotz Zauselbart frisch und charmant, dessen Präsenz den Film trägt und letztlich auch rettet. 
Er überspielt Bucks Künstlichkeit einfach und behandelt ihn als gleichwertigen Partner, spricht und streitet mit ihm und haucht ihm so das Leben ein, das durch die nicht einmal immer gelungene Tricktechnik verloren gegangen ist. Am Ende herausgekommen ist eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Mensch und Hund und die Macht der Natur, die stärker ist als alles, was Menschen je zu schaffen in der Lage sein werden.
 

Regie: Chris Sanders
Drehbuch: Michael Green, b/a Roman von Jack London
Kamera: Janusz Kaminski
Schnitt. David Heinz, William Hoy
Musik: John Powell

Darsteller:
Harrison Ford, Karen Gillan, Omar Sy, Cara Gee, Dan Stevens, Bradley Whitford, Terry Notary
 
Walt Disney Pictures/ 20th Century
FSK 6
96 min.
Deutscher Kinostart: 20. Februar 2020