In einer nicht allzu fernen Zukunft leben die Menschen unter der Obhut der sogenannten „Methode“, die ihnen Gesundheit und Sicherheit verspricht. Als der Bruder der Wissenschaftlerin Mia Holl (Hannah Herzsprung), Moritz (Damian Hardung), des Mordes beschuldigt wird und die Beweise gegen ihn erdrückend scheinen, lehnt Mia sich auf, weil sie von seiner Unschuld überzeugt ist, damit stellt sie das ganze System in Frage, und das darf nicht sein…
Wenn von der Obhut der „Methode“ die Rede ist, geht es in Wirklichkeit natürlich um einen autoritären Staat, der unter diesem Deckmantel seine Bürger in jeder Lebenslage kontrolliert und bevormundet. Wie in solchen Regimen üblich darf die Autorität an keiner Stelle angezweifelt werden, sonst bricht früher oder später das ganze Regime zusammen, weshalb es keinen Platz für Individualisten oder gar Systemkritiker gibt.
Wie der Film dies allerdings umsetzt, ist leider nicht ganz überzeugend. Weder gibt es ein umfassendes Bild über die nur grob skizzierte Gesellschaft als solche, noch über die Repressalien im Einzelnen, denen die Menschen unterworfen sind, wie es die bedrückendste Dystopie von allen, nämlich der vielzitierte Roman „1984“ von George Orwell, in so eindrucksvoller Weise schafft.
Der Vergleich ist vielleicht etwas hochgegriffen, wenngleich diesem Film eine von Juli Zeh bereits 2009 verfasste literarische Vorlage zugrunde liegt, in der durchaus weitsichtig bereits die gerade so aktuelle Gefahr einer KI beschrieben wird, die sich den Menschen zum Untertanen macht und ein System errichten könnte, das sich Zugang zu allen Lebenslagen verschafft, zu welchen Zwecken auch immer.
Man könnte in der Vorlage natürlich auch einen Vorgriff auf die „Corona-Diktatur“ erkennen, von der sich ein Teil der aktuellen Bevölkerung geknechtet gesehen hat und teilweise wohl noch immer sieht, aber dafür gibt es leider auch zu wenige handfeste Bezüge.
Stattdessen steht am Ende schlicht und einfach ein juristisches Problem im Vordergrund, das jedes Rechtssystem an seine Grenzen bringen würde, ohne dass es dafür die Konstruktion eines autoritären Regimes wie der „Methode“ bedürfte, sowie das etwas stereotype Klischee eine Heldin, die als einzige aufsteht, um für Recht und Gerechtigkeit zu kämpfen.
Leider ist das Ganze ist allzu konventionell inszeniert, laviert zwischen Krimi und Zukunftsvision, wobei auch die Darstellerriege nicht vermag, den Film über ein Durchschnittsniveau zu heben, was schade ist, denn das Thema birgt durchaus Potential für etwas Spannendes.
Regie: Lena Stahl
Drehbuch: Lena Stahl, b/a Roman von Juli Zeh
Kamera: Philipp Haberlandt
Schnitt: Barbara Gies
Musik: Volker Bertelmann, Lennart Saathoff
Besetzung:
Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, Christian Friedel, Haley Louise Jones, Leopold Hornung, Imogen Kogge, Karolina Lodyga
Wiedemann & Berg/ Leonine Distribution
2026
103 min.
FSK 12
Deutscher Kinostart: 01. Oktober 2026
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8tF1gAnnuXE (Deutsch)

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