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Mittwoch, 30. September 2026

Im Kino: Digger

Digger Rockwell (Tom Cruise), milliardenschwerer Öl-Magnat, bohrt in Grönland, bis es kein Morgen mehr gibt, das heißt, bis dort ein gigantisches Eisschelf abbricht und Richtung Europa treibt, wo es voraussichtlich eine riesige Katastrophe auslösen wird. Digger ist bestens vernetzt, die amerikanische Regierung unter ihrem Präsidenten (John Goodman) steht geschlossen hinter ihm, erwartet aber auch, dass er das Problem irgendwie in den Griff bekommt…

Regisseur Iñárritu ist nicht unbedingt für leise Kammerspiele bekannt, aber was er diesmal auffährt, ist eine laute, bombastische Groteske, die an allen Ecken quietscht und hakt. Angelegt als Satire, oder sollte man besser sagen, wie es im Film sogar selbst(kritisch) umschrieben wird: als Farce, in aufdringlicher Künstlichkeit, mit einer als Gesellschaftskritik getarnten, aber völlig aus den Fugen geratenen Botschaft.

Dabei gibt es nach dem ersten Drittel des Films noch einen scheinbar originellen Kniff, der hier natürlich nicht verraten werden soll, der alles kurzzeitig auf den Kopf stellt, aber während man noch darauf wartet, dass sich daraus eine interessante Wendung entwickelt, bremst es die Handlung gerade, wenn es einmal interessant zu werden scheint, aus voller Fahrt aus, vielleicht, um den Zuschauern Gelegenheit zum Durchschnaufen zu geben, führt aber eher dazu, das Ganze endgültig zu einem inhomogenen Pappmaché-Brei (sic!) zu verkleistern, nur dass daraus am Ende leider kein Kunstwerk mehr wird.

Die Akteure, mit Ausnahme von Riz Ahmed und Sandra Hüller, chargieren, und ja, es soll Satire sein, da darf man ruhig übertreiben, aber es gibt eine Schmerzgrenze, die sollte man auch dort nicht derart überstrapazieren. Der sonst gern gesehene John Goodman allein sorgt für viele schmerzhafte Momente und Tom Cruise schließlich, der hier einmal völlig gegen sein übliches Image anspielen darf, tut dies auch mit Verve. Aber wenn man einen Schauspieler mithilfe von Maske und Fatsuit so unkenntlich macht, damit ihn niemand auf den ersten Blick erkennt, ohne dass er eine bekannte Persönlichkeit oder zum Beispiel den Elefantenmenschen verkörpert, so stellt sich die Frage, weshalb dann nicht direkt einen dicklichen Schauspieler mit schütterem Haar engagieren, der sich bestimmt über eine solch tragende Rolle gefreut hätte. So bleibt der schale Beigeschmack, dass nach Leonardo DiCaprio in „The Revenant“ nun auch Tom Cruise mit Iñárritus Hilfe endlich zu seinem Oscar verholfen werden soll…   

Wer bei einem Film die leisen Töne liebt, wird an diesem Film keine Freude haben, Freunde des lauten Brachialspektakels könnten auf ihre Kosten kommen, aber der in Aussicht gestellte schwarze Humor zündet an keiner Stelle wirklich, auch wenn es bei der Pressevorführung durchaus den ein oder anderen Lacher gab.

 

 Regie: Alejandro G. Iñárritu

Drehbuch: Sabina Berman, Jez Butterworth, Alexnder Dinelaris, Nicolás Giacobone, Alejandro G. Iñárritu

Kamera: Emmanuel Lubezki

Schnitt: Stephen Mirrione, Conor O‘Neill

Musik: Cosmo Sheldrake

 Besetzung:

Tom Cruise, Riz Ahmed, John Goodman, Sandra Hüller, Michael Stuhlbarg, Jesse Plemons, Robert John Burke, Emma D’Arcy, Burn Gorman, Mercedes Hernández, Danny Kirrane, PipTorrens

 Warner Bros./ Warner Bros. Pictures Germany

2026

128 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 01. Oktober 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=qU-7KUMw-tk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=qORTe1wW3Wg (Englisch)

 

Dienstag, 20. Mai 2025

Im Kino: Mission: Impossible - The Final Reckoning

Die in Teil 7 der Reihe ans Werk gegangene Entität, eine immer mächtiger werdende künstliche Intelligenz, ist kurz davor, die Welt in die Vernichtung zu stürzen, indem sie sich nach und nach der Atomwaffen sämtlicher Atommächte bemächtigt. Das einzige Mittel, sie aufzuhalten, ruht in einem havarierten U-Boot auf dem Grund des Eismeeres, und dorthin muss Ethan Hunt (Tom Hunt), aber er ist nicht der Einzige, auch der alte Widersacher Gabriel (Esai Morales) ist noch im Spiel...

 "The Final Reckoning" schließt unmittelbar an den vorhergehenden Teil an, insofern ist es von Vorteil, die Erinnerung hieran noch einmal aufzufrischen, aber man wird auch gut wieder in die Geschichte eingeführt, so dass es nahtlos weiter gehen kann. 

Die Aufgabenstellung ist somit klar, klar ist auch, dass dem guten Ethan wieder jede Menge schwierigster Hindernisse in den Weg gelegt werden, zu Land, zu Wasser und in der Luft, was Tom Cruise einmal mehr ausführlich Gelegenheit für jede Menge wahnwitziger Stunts gibt, die er nach eigenen Angaben ja alle persönlich ausführt. Dass er diese überlebt und auch seine Aufgabe am Ende lösen wird, darüber dürften keine Zweifel bestehen, der Weg dahin ist gewohnt atemberaubend, auch wenn sich  der Film leider an zwei Stellen selbst etwas ausbremst, indem die Action-Szenen einfach zu lang ausgewalzt werden, da hätte eine Straffung gut getan.

Ansonsten gibt es das erwartete Spektakel, darüberhinaus gelingt es, die Mission-Impossible-Geschichte der letzten 30 Jahre übergreifend als Gesamtstory darzustellen, indem Figuren und Ereignisse miteinander in Bezug gesetzt werden, so dass tatsächlich ein scheinbar homogenes Ganzes daraus wird, ein durchaus gelungener Schachzug, bei dem man Tom Cruise im Zeitraffer altern sieht, das allerdings erstaunlich moderat...

Außerdem gibt es einige gelungen humorige Einlagen, auch ein Markenzeichen der Reihe, zumindest seit Christopher McQuarrie für Regie und Drehbücher verantwortlich ist. Hier sei als besonderes Bonbon eine Actionszene erwähnt, bei der man die Ausführung der Kampfeshandlungen nicht sieht sondern lediglich hört, und am Ende nur das blutige Ergebnis präsentiert bekommt, kann man ruhig auch mal machen!

Alles in allem nicht ganz das erwartete Meisterwerk, aber vielleicht waren diese Erwartungen auch einfach zu hoch, dennoch insgesamt eine unterhaltsame und runde Sache, die einen durchaus nostalgisch zurück lässt, mit der vagen Hoffnung, dass es vielleicht doch noch irgendwie weiter geht... Eine Post-Credit gibt es allerdings nicht, die einer solchen Hoffnung Nahrung geben würde.

 

Regie: Christohpher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie, Erik Jendresen, b/a der TV-Serie von Bruce Geller

Kamera: Fraser Taggart

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Max Aruj, Alfie Godfrey

 

Besetzung:

Tom Cruise, Hayley Atwell, Pom Klementieff, Hannah Waddingham, Nick Offerman, Shea Whigham, Simon Pegg, Ving Rhames 


 Paramount Pictures/ Sony Pictures Releasing

2025

 169 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 21. Mai 2025

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3eww-MnQJVc (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=fsQgc9pCyDU (Englisch)

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Mittwoch, 12. Juli 2023

Im Kino: Mission: Impossible - Dead Reckoning Teil Eins (M:I - Dead Reckoning Part One)

Ethan Hunt (Tom Cruise) muss einmal mehr die Welt retten und diesmal gestaltet sich die Mission so aufwändig, dass eine Aufsplittung in zwei Filme notwendig war, jedenfalls nach Ansicht der Produzenten, obwohl bereits Teil eins die stattliche Länge von 163 Minuten aufweist…

Es beginnt wie gewohnt mit einem supergeheimen Auftrag, dieses Mal wird ein Doppelschlüssel gesucht, dessen beiden Teile gefunden und zusammengesetzt werden müssen, ohne zu wissen, zu welchem Zweck er in ein noch unbekanntes Schloss zu stecken ist. Das Interesse an diesem MacGuffin ist groß und die Jagd danach führt die Beteiligten wieder an etliche Schauplätze rund um die Welt, dabei ist auch eine Riege von taffen Frauen, Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) und die White Widow (Vanessa Kirby) geben sich die Ehre, ebenso wie eine neue Dame namens Grace (Hayley Atwell) und die herrlich durchgeknallte Paris (Pom Klementieff). Weitere Bekannte sind mit von der Partie, dazu ein geheimnisvolles Computerprogramm, das sich unterwartet teuflisch geriert, und ein neuer Gegenspieler namens Gabriel (Esai Morales), der allerdings als Bösewicht etwas sehr blass bleibt, hier hat das Budget anscheinend nicht mehr für einen wirklich charismatischen Darsteller gereicht, irgendwo muss man halt auch mal sparen.

Dass das Ganze trotz aller bekannten Bausteine und dem immer ähnlichen Ablauf dennoch unterhaltsam und spannend geraten ist, liegt an der größtenteils rasanten Inszenierung, den wieder einmal furiosen Stunts und Actionelementen und – man mag über ihn denken, was man will – einem immer noch bestens aufgelegten Tom Cruise, der diese Reihe zu seinem Markenzeichen gemacht hat. Eine Portion Humor zur Auflockerung hilft ebenso wie ein gut eingespieltes Team, und auch, wenn es zwischendurch doch die ein oder andere Länge gibt, hält der Cliffhanger am Ende das Interesse am zweiten Teil hoch, geboren aus der zunächst unverständlichen Anfangsszene, die nicht, wie sonst so oft, lediglich als Einführungsspektakel dient, sondern tatsächlich den Übergang in die Fortsetzung darstellt.

Sommerkino vom Feinsten, bei dem die Protagonisten durchgehend ins Schwitzen geraten, den Zuschauenden im gut gekühlten Kino jedoch beste, bewährte Unterhaltung geboten wird.

 

 

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Eric Jendresen, Christopher McQuarrie, b/a der Vorlage von Bruce Geller

Kamera: Fraser Taggart

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Lorne Balfe

 

Besetzung:

Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Hayley Atwell, Pom Klementieff, Vanessa Kirby, Simon Pegg, Ving Rhames, Esai Morales, Henry Kittridge, Cary Elwes, Mark Gatiss, Frederick Schmidt

 

Paramount Pictures

2023

163 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 13. Juli 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=exhqqsr-jIk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=2m1drlOZSDw (Englisch)

 

Donnerstag, 3. November 2022

Heimkino: Top Gun: Maverick

Top-Pilot Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) fliegt seit über 30 Jahren für die Navy, eine große Karriere hat er dabei nicht gemacht, alle Beförderungen, die nach Innendienst „rochen“, hat er ausgelassen. Nun soll er als Ausbilder noch einmal an seine alte Elite-Flugschule Top Gun zurückkehren und eine junge Fliegerstaffel für eine gefährliche Mission fit machen, nicht leicht, wenn einem dabei die Geister der Vergangenheit in die Quere kommen…

„Spezialoperationen“ haben aufgrund aktueller Ereignisse im Moment leider einen bitteren Beigeschmack, und es gibt es ein noch gravierenderes Problem: Kampfpiloten, die sich auf ein Himmelfahrtskommando begeben – Zielobjekt in schwierigstem Terrain anfliegen, zerstören und wieder heil zurück kommen – könnten eigentlich von Drohnen ersetzt werden, die viel effizienter und ohne Risiko für Leib und Leben operieren, damit brauchte es keine Piloten, kein Pilotentraining, keine Mission und… keinen Film! Dass Leute wie er „bald“ nicht mehr gebraucht würden, muss sich sogar Maverick zu Beginn anhören, um auf sein fortgeschrittenes Alter und seinen aus der Zeit gefallenen Status hinzuweisen. Allerdings wird dieser Gedanke – glücklicherweise für ihn und uns – nicht weiter verfolgt, und es kann losgehen, das Spektakel, auf das Fan seit 36 Jahren warten mussten, die Fortsetzung des Kultfilms aus den 1980ger Jahre, mit dem die bemerkenswerte Karriere des Tom Cruise einst begann!

Und nachdem man die genannten Bedenken aus dem Hirn verdrängt hat, kann man sich getrost im Kinositz zurücklehnen und das genießen, was Kino letztlich (auch) ausmacht: Eine zu Herzen gehende Geschichte, bei der man draufgängerischen Männern und Frauen (ja, eine Pilotin ist auch dabei!) bei der Arbeit zusehen kann, atemberaubende Bilder, Flugsequenzen, bei denen der Kinosessel zum Pilotensitz wird, Spannung, pointierter Witz und ein Held, der in Gestalt des bewundernswert fitten Tom Cruise auch verletzliche Seiten zeigen darf, während die jungen Wilden um ihn herum das tun, was ihnen zusteht, jung und wild sein.

Besondere Erwähnung verdient die Szene, in der sich Maverick und sein alter Weg- und Kampfgefährte Iceman, dargestellt von dem durch Krankheit gezeichneten Val Kilmer, noch einmal gegenüber stehen, eine bewegende Begegnung, bei der kein Auge trocken bleib. Es sind solche Momente, die den Unterschied zwischen durchschnittlichem und gutem Film ausmachen, hierfür steht letztlich die Riege der beteiligten Drehbuchschreiber, die insgesamt einen guten Job abgeliefert haben.

Fazit: Obwohl eine kriegerische Aktion glorifiziert wird, macht der Film, gerade weil der Gegner gesichts- und namenlos bleibt und tatsächlich nur die Zerstörung einer Anlage auf feindlichem Boden, wo auch immer auf der Welt, im Vordergrund steht, einfach nur Spaß, bietet spektakuläre Unterhaltung pur, die man eigentlich unbedingt im Kino genießen sollte, aber wer das verpasst hat, bekommt nun die Möglichkeit, das Versäumte zu Hause nachholen zu können und als Bonus gibt es umfangreiche Extras.

 


 Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger, Eric Warren Singer, Christopher McQuarrie, b/a story von Peter Craig, Justin Marks und der Vorlage von Jim Cash und Jack Epps Jr.

Kamera: Claudio Miranda

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Lorne Balfe, Harold Faltermeyer, Hans Zimmer

 

Besetzung:

Tom Cruise, Jennifer Connelly, Miles Teller, Glen Powell, Monica Barbaro, Lewis Pullman, Jon Hamm, Jean Louisa Kelly, Danny Ramirez, Greg Tarzan Davis, Ed Harris, Raymond Lee, Jay Ellis und VAL KILMER

 

Paramount Pictures Germany

2022

131 min.

FSK 12

Ab 03. November 2022 als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD und ab

08. Dezember als exklusive 2-Movie 4K Steelbook Superfan Collection

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3hO--XhlsfU (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=giXco2jaZ_4 (Englisch)

 

Bonusmaterial der Heimedition:

 Bereit zum Abheben – Einblick in das intensive Trainingsprogramms, mit dem sich der Cast für den Dreh im Kampfjet unter dem Einfluss von mehreren G-Kräften vorbereitet hat

Beschreiten neuer Wege – Der Dreh von TOP GUN: MAVERICK – Wie die spektakulären Flugszenen entstanden sind

Ein Liebesbrief an die Luftfahrt – Tom Cruise teilt seine Passion für die Flugkunst, während er seine eigene Maschine fliegt: eine P-51 Mustang aus dem zweiten Weltkrieg, die zu ihrer Zeit das Top Gun Flugzeug gewesen wäre.

Die Kreation des „Darkstar“ – Einblick in die Zukunft der Luftfahrt – weit über das Limit von Mach-10 hinaus.

„Hold My Hand“– Lady Gaga Musikvideo

“I Ain’t Worried” – OneRepublic Musikvideo

Masterclass mit Tom Cruise – Cannes Film Festival: Tom Cruise spricht über seine unglaubliche Karriere beim Vorzeigeevent des 75. Cannes Film Festivals. (nur auf der 4K Ultra HD enthalten)

„Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ Teaser Trailer – Wir teilen alle das gleiche Schicksal: Der offiziellen Teaser Trailer zu „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ mit Tom Cruise. 2023 im Kino. (Digitales Bonusmaterial auf Apple TV)

 

 

Dienstag, 24. Mai 2022

Im Kino: Top Gun: Maverick

Top-Pilot Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) fliegt seit über 30 Jahren für die Navy, eine große Karriere hat er dabei nicht gemacht, alle Beförderungen, die nach Innendienst „rochen“, hat er ausgelassen. Nun soll er als Ausbilder noch einmal an seine alte Elite-Flugschule Top Gun zurückkehren und eine junge Fliegerstaffel für eine gefährliche Mission fit machen, nicht leicht, wenn einem dabei die Geister der Vergangenheit in die Quere kommen…

„Spezialoperationen“ haben aufgrund aktueller Ereignisse im Moment leider einen bitteren Beigeschmack, und es gibt ein noch gravierenderes Problem: Kampfpiloten, die sich auf ein Himmelfahrtskommando begeben – Zielobjekt in schwierigstem Terrain anfliegen, zerstören und wieder heil zurück kommen – könnten eigentlich von Drohnen ersetzt werden, die viel effizienter und ohne Risiko für Leib und Leben operieren, damit brauchte es keine Piloten, kein Pilotentraining, keine Mission und… keinen Film! Dass Leute wie er „bald“ nicht mehr gebraucht würden, muss sich sogar Maverick zu Beginn anhören, um auf sein fortgeschrittenes Alter und seinen aus der Zeit gefallenen Status hinzuweisen. Allerdings wird dieser Gedanke – glücklicherweise für ihn und uns – nicht weiter verfolgt, und es kann losgehen, das Spektakel, auf das Fan seit 36 Jahren warten mussten, die Fortsetzung des Kultfilms aus den 1980ger Jahre, mit dem die bemerkenswerte Karriere des Tom Cruise einst begann!

Und nachdem man die genannten Bedenken aus dem Hirn verdrängt hat, kann man sich getrost im Kinositz zurücklehnen und das genießen, was Kino letztlich (auch) ausmacht: Eine zu Herzen gehende Geschichte, bei der man draufgängerischen Männern und Frauen (ja, eine Pilotin ist auch dabei!) bei der Arbeit zusehen kann, atemberaubende Bilder, Flugsequenzen, bei denen der Kinosessel zum Pilotensitz wird, Spannung, pointierter Witz und ein Held, der in Gestalt des bewundernswert fitten Tom Cruise auch verletzliche Seiten zeigen darf, während die jungen Wilden um ihn herum das tun, was ihnen zusteht, jung und wild sein.

Besondere Erwähnung verdient die Szene, in der sich Maverick und sein alter Weg- und Kampfgefährte Iceman, dargestellt von dem durch Krankheit gezeichneten Val Kilmer, noch einmal gegenüber stehen, eine bewegende Begegnung, bei der kein Auge trocken bleib. Es sind solche Momente, die den Unterschied zwischen durchschnittlichem und gutem Film ausmachen, hierfür steht letztlich die Riege der beteiligten Drehbuchschreiber, die insgesamt einen guten Job abgeliefert haben.

Fazit: Obwohl eine kriegerische Aktion glorifiziert wird, macht der Film, gerade weil der Gegner gesichts- und namenlos bleibt und tatsächlich nur die Zerstörung einer Anlage auf feindlichem Boden, wo auch immer auf der Welt, im Vordergrund steht, einfach nur Spaß, bietet spektakuläre Unterhaltung pur, die so nur im Kino zu genießen ist, da kommt kein Großbildschirm im Wohnzimmer mit!

 


   Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger, Eric Warren Singer, Christopher McQuarrie, b/a story von Peter Craig, Justin Marks und der Vorlage von Jim Cash und Jack Epps Jr.

Kamera: Claudio Miranda

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Lorne Balfe, Harold Faltermeyer, Hans Zimmer

 

Besetzung:

Tom Cruise, Jennifer Connelly, Miles Teller, Glen Powell, Monica Barbaro, Lewis Pullman, Jon Hamm, Jean Louisa Kelly, Danny Ramirez, Greg Tarzan Davis, Ed Harris, Raymond Lee, Jay Ellis und VAL KILMER

 

Paramount Pictures Germany

2022

131 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. Mai 2022

 


Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3hO--XhlsfU (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=giXco2jaZ_4 (Englisch)

 

Dienstag, 31. Juli 2018

Film-Rezensionen: Mission: Impossible 6 - Fallout


Neben den anderen Wiederaufnahmen von bewährten Filmstoffen in diesem Sommer ist auch Ethan Hunt (Tom Cruise) zurück, um sich erneut auf eine unmögliche Mission zu begeben. Wie im Untertitel angedeutet, geht es diesmal um nichts weniger als eine atomare Bedrohung in Gestalt von gestohlenen Plutonium-Kapseln, aus denen sich atomare Sprengsätze herstellen lassen, deren Bau und Einsatz um jeden Preis verhindert werden muss, und wer anders als Ethan und sein Team Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) könnte sich dieser Aufgabe annehmen.

Würde alles glatt laufen, wäre der Film nach zehn Minuten zu Ende, aber das nukleare Material, fast schon in Händen, verschwindet wieder und es entwickelt sich eine nervenaufreibende Jagd rund um den Globus, bei der auch Alan Hunley (Aec Baldwin), einst CIA-Chef, jetzt Chef des IMF (Impossible Missions Force) und Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) wieder eine Rolle spielen, ebenso wie der bereits bekannte Widersacher Solomon Lane (Sean Harris), dessen furchtbares Credo lautet: "There cannot be peace without first, a great suffering. The greater the suffering, the greater the peace..“ (Es kann keinen Frieden geben ohne zunächst großes Leiden. Je größer das Leiden, desto größer der Frieden…") Nicht nur die skrupellosen Gegner machen Hunt zu schaffen, sondern auch wieder einmal die Irrungen und Wirrungen der Geheimdienste mit ihren Intrigen, die Ethan einmal mehr ein falsches Spiel unterstellen und ihm den zwielichtigen CIA-Mann August Walker (Henry Cavill) an die Seite stellen.

Auch der sechste Film der Reihe macht seinem Namen alle Ehre, Tom Cruise ist erneut auf einer Mission, in deren Verlauf die absurdesten und unmöglichsten Stunts zu absolvieren sind, und er macht dies nach wie vor ohne Fehl und Tadel. In unserer heutigen Welt, in der sich alles zu verändern scheint, in der unberechenbare Präsidenten und skrupellose Potentaten sich ihre Staaten und ihre Macht zurecht legen, wie es ihnen gefällt, braucht es verlässliche Helden wie Ethan Hunt, die auch in den ausweglosesten Situation eine Idee und die nötige Power haben, um uns zu beschützen und Schurken in ihre Schranken zu weisen.

Cruise nimmt den Zuschauer mit auf eine atemberaubende Reise mit irrwitzigen Verfolgungsjagden, zu Land, zu Wasser und vor allem: in der Luft! Immer atemloser hetzt er seinem Ziel hinterher und dabei bleibt zum Glück nie genügend Zeit, um sich große Gedanken über die Plausibilität der Stunts Gedanken zu machen, aber warum auch: die Handlung ist schlüssig, die mehrfachen überraschenden Wendungen halten die Aufmerksamkeit hoch bis zum brachialen Finale in den verschneiten Bergen des Himalayas, und so ist der Film für Freunde der M:I-Reihe ein Muss, für alle anderen rasante 147 Minuten Sommer-Action-Unterhaltung, die Spaß macht: Mission erfüllt!





Regie: Christopher McQuarrie 
Drehbuch: Christopher McQuarrie b/a auf der TV-Serie von Bruce Geller 
Kamera: Rob Hardy 
Musik: Lorne Balfe 
Produktion: Tom Cruise, Christopher McQuarrie, Jake Myers, J.J. Abrams
Darsteller:
Tom Cruise, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Michelle Monaghan, Henry Cavill, Alec Baldwin, Sean Harris, Angela Bassett
Paramount Pictures
USA 2018
147 min.
Kinostart: 02. August 2018