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Donnerstag, 21. Dezember 2023

Heimkino: Past Lives – In einem anderen Leben (Past Lives)

Als Kind wandert Nora (Greta Lee) mit ihrer Familie von Korea nach Kanada aus und sie muss ihren Jugendfreund Hae-Sung (Teo Yoo) zurücklassen. Zwölf Jahre später, als sie schon als Theaterautorin in New York lebt, tritt Hae-Sung mit ihr über das Internet in Kontakt, aber es dauert noch einmal weitere zwölf Jahre, bis sich die beiden wiedersehen, und da ist Nora mit dem Autorenkollegen Arthur (John Magaro) verheiratet…

In-Yun – das beschreibt im Koreanischen die Verbindung zweier Menschen, die sich über mehrere Leben aufbaut, bis die beiden irgendwann in einem Leben zusammenfinden, das Problem ist, dass man nicht sicher sein kann, ob man sich bereits in der endgültigen, oder immer noch in einer „Vorbereitungsphase“ befindet. So geht es Nora und Hae-Sung, die zunächst schicksalhaft getrennt werden und sich erst 24 Jahre später wieder treffen. Beide spüren eine innige Verbundenheit, können sich aber nicht sicher sein, ob es für dieses Leben nicht bereits zu spät ist, da sich ihre Wege nicht wirklich vereinen.

Aus diesem Dilemma ist ein berührender, trauriger, aber auch wunderschöner Film entstanden, in dem nicht unbedingt so viel über die tiefen Geheimnisse des Lebens geredet wird, sondern auch über viel Alltägliches. Dennoch wird das Wesentliche gesagt, und in jedem Bild werden die darunter liegenden Emotionen transportiert, die in die Tiefen einer allumfassenden Verbundenheit führen, die vielleicht tatsächlich in diesem Leben nicht mehr vollendet wird, aber dann sicher im nächsten, irgendwie eine bei aller Tragik doch tröstliche Botschaft für Liebende...

Wer den Film dieses Jahr im Kino verpasst hat und wer gefühlvolle Geschichten mit hervorragenden Darstellern mag, sollte das Versäumte unbedingt im Heimkino nachholen.

 

 

Regie: Celine Song

Drehbuch: Celine Song

Kamera: Shabier Kirchner

Schnitt:Keith Fraase

Musik: Christopher Bear, Daniel Rossen

 

Besetzung:

Greta Lee, Teo Yoo, John Magaro

 

A24/Killer Films/ ArtHaus/ StudioCanal

2023

102 min.

FSK 0

Seit 16. November 2023 auf DVD/ Blu-ray

Sprache: Deutsch/ Koreanisch; Englisch/ Koreanisch

Untertitel: Deutsch

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=mLXCXQ9dVwY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=kA244xewjcI (Englisch)

 

 

Dienstag, 8. März 2022

Im Kino: Blue Bayou

Antonio LeBlanc (Justin Chon) ist koreanischer Abstammung. Als Kind wurde er von einer amerikanischen Familie adoptiert und lebt seither im Süden der USA. Seine Frau Kathy (Alicia Vikander) ist gerade mit ihrem ersten gemeinsamen Kind schwanger und er kümmert sich rührend um deren Tochter aus erster Ehe. Den Lebensunterhalt für die kleine Familie verdient er mehr schlecht als recht als Tätowierer, aber dann gerät er eines Tages in Konflikt mit der Polizei, die ihn zu Unrecht verhaftet. Plötzlich wird sein Status als Amerikaner in Frage gestellt, denn seine Adoptiveltern haben sich nie um seine Einbürgerung gekümmert, die für Kinder wie ihn damals nicht selbstverständlich war und ihm droht die Abschiebung in sein „Heimatland“ Korea. Er und Kathy setzen alle Hebel in Bewegung, aber sein Schicksal scheint besiegelt…

Regisseur Justin Chon, der auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernommen hat, macht mit seinem Film auf flammendes Unrecht aufmerksam, das in den USA lange gängige Praxis war. Dabei konzentriert er sich auf das Porträt seines Protagonisten Antonio LeBlanc und zeichnet ihn als einen liebenswerten, aber auch sperrigen Sturkopf, der sich zunächst zu weigern scheint, alles Notwendige zu tun, um seine Situation zu verbessern, wie zum Beispiel seine inzwischen entfremdete Adoptivmutter um Beistand zu bitten, und um das Geld für einen teuren Anwalt zusammen zu bekommen, schreckt er auch nicht vor kriminellen Aktionen zurück. Chon zeigt mit seinem Helden Antonio, dass dies alles keine „Rückführung“ eines in den USA aufgewachsenen Menschen rechtfertigt, der Skandal sind die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und im Abspann des Films werden viele reale Beispiele solcher Schicksale genannt.

Die Empörung, die Chon hervorrufen möchte, ist also völlig legitim, aber es ist immer ein wenig problematisch, wenn ein Film seine Zuschauer quasi als Geiseln nimmt und aus ihnen das Maximum an Emotionen herauszupressen versucht, wie es dann gerade in der Schlussszene geschieht. Diese hinterlässt leider einen unangenehmen Beigeschmack, da jedem Zuschauer und jeder Zuschauerin das furchtbare Unrecht, das hier im Namen des Gesetzes begangen wird auch ohne eine solch massive Gefühlsmanipulation bewusst gewesen wäre.

In einer eigentlich schönen Nebenhandlung kümmert sich Antonio trotz seiner Probleme um eine todkranken Frau vietnamesischer Abstammung und es entsteht ein rührendes Band zwischen den beiden und ihren Familie, aber leider führt dies nirgendwohin, was immer schade ist, wenn ein Handlungsfaden am Ende irgendwie unverbunden in der Luft hängen bleibt .

Alles in allem ein ambitionierter Film, der sich aber zu sehr in seinen Ambitionen verliert und seine ehrenwerten Absichten an manchen Stellen zu durchsichtig und manipulativ umsetzt, wie so oft, wäre auch hier wieder einige Male weniger mehr gewesen.

 


 

Regie: Justin Chon

Drehbuch: Justin Chon

Kamera: Ante Cheng, Matthew Chuang

Schnitt: Reynolds Barney

Musik: Roger Suen

 

Besetzung:

Justin Chon, Alicia Vikander, Mark O’Brian, Linh-Dan Pham

 

 Universal Pictures

USA/ CAN 2021

117 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 10. März 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=uPrO8pqGx3M (Deutsch

https://www.youtube.com/watch?v=C1iLLVv2XrU (Englisch)

 

 

 

Mittwoch, 24. Juni 2020

Heimkino: Bataillon der Verdammten – Schlacht um Jangsari (Jangsa-ri 9.15)

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das seit 1910 von Japan annektierte Korea zunächst in zwei Besatzungszonen aufgeteilt, Demarkationslinie war der 38. Breitengrad. Ziel der UNO war die Etablierung eines wiedervereinigten, unabhängigen Staates, jedoch entwickelte sich, nachdem der Norden von den Sowjets und der Süden von den USA unterstützt wurde, ab dem 25. Juni 1950 ein Stellvertreterkrieg zwischen den politischen Systemen. Zunächst konnte die kommunistische Armee Nordkoreas weite Teile des Landes unter Kontrolle bringen, aber mit der Operation „Chromite“, der Landung bei Incheon und der darauffolgenden Rückeroberung von Seoul, gelang es den US-Truppen, eine Wende einzuleiten, die schließlich mit einem Waffenstillstand im Juli 1953 zu der heute noch bestehenden Aufteilung des Landes in Nord- und Südkorea führte. Maßgeblich zum Incheon-Erfolg beigetragen hatte eine als Ablenkung gedachte Truppenlandung auf der Halbinsel Jangsari, bei der im September 1950 772 junge Studentensoldaten eingesetzt wurden, die gerade einmal eine zweiwöchige Ausbildung erhalten hatten. Völlig unerfahren schlugen die durchschnittlich 17-jährigen Jungen eine Schlacht, die sie nicht gewinnen konnten, die aber den Weg für „Chromite“ ebnete.

Da es sich um eine Geheimoperation handelte, kennt bis heute kaum jemand in Korea, und erst recht nicht im Rest der Welt, die Geschichte dieser „vergessenen“ jungen Soldaten, und der Film hat sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern und dieses unbekannte Kapitel des Koreakrieges zu erzählen. Dabei ist ein Kriegsfilm im klassischen Sinn entstanden, der in teils drastischen Schlachtszenen ein realistisches Bild zeichnet. Immer ein Balanceakt zwischen legitimer Heldenehrung und glorifizierender Heldenverehrung gelingt es, vor allem dank der beeindruckenden jugendlichen Darsteller, das gelegentlich aufkommende Pathos in Grenzen zu halten. Nur eine Nebenrolle spielen die amerikanischen Verbündeten, die unter General Stevens zur Rettung der letzten Verbliebenen Jungen Jangsari erreichen, sowie die amerikanische Kriegsreporterin Higgins, die sich im Hintergrund für die jugendlichen Soldaten einsetzt.

Freunde des Genres bekommen eine gut gemachtes Spektakel mit allem, was einen Kriegsfilm auszeichnet, Schlacht- und Kampfszenen mit Blut, Schweiß und Tränen, Kameradschaft und Opferbereitschaft. Aber auch Kriegsgegner werden sich wieder einmal bestätigt sehen, dass aller Einsatz und alles Sterben sinnlos bleiben, wenn am Ende jeder all das verloren hat, was einmal einen Wert hatte. Besonders perfide wird es, das macht der Film auch in einer berührenden Sequenz deutlich, wenn sich in einem Krieg wie diesem Angehörige desselben Volkes gegenüber stehen und sich Mitglieder derselben Familie gegenseitig abschlachten, Marionetten in einem grausamen Spiel zur Durchsetzung unterschiedlicher Ideologien. When will they ever learn… 


Regie: Kyung-taek Kwak
Drehbuch: Brian Chung, Cory Gustke, Man-Hee Lee
Schnitt: Changju Kim, Wo-Hyon Kim
Musik: Komeil S. Hosseini

Darsteller:
Kim Myung-Min, Choi Min-Ho, George Eads, Megan Fox, Kim Suong-Cheol, Kim In-Kwon, Kwak Si-Yang 

Pandastorm
FSK 16
VÖ DVD, Blu-ray und digital: 26. Juni 2020




Details DVD:
Laufzeit: ca. 100 min.
Bildformat: 2,39:1 Widescreen
Audio: DD 5.1
Sprache: Deutsch, Koreanisch
Untertitel: Deutsch
Bonus: Making Of, Charakter-Trailer, Original-Trailer
EAN: 4260428052715
 

Details Blu-ray:
Laufzeit: ca. 104 min.
Bildformat: 2,39:1 Widescreen
Audio: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache: Deutsch, Koreanisch
Untertitel: Deutsch
Bonus: Making Of, Charakter-Trailer, Original-Trailer
EAN: 4260428052722

Deutscher Trailer: 
 https://youtu.be/uaNpK9Epppo