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Dienstag, 16. April 2024

Im Kino: Civil War

Amerika befindet sich mitten in einem blutigen Bürgerkrieg und eine Gruppe von Foto-ReporterInnen macht sich auf den Weg nach Washington D.C., um mit dem Präsidenten ein möglicherweise finales Interview zu führen. Ihr Weg dorthin ist eine Tour de Force und mehr als einmal ist ihr Leben in Gefahr…

Der Film breitet schnörkellos und unerbittlich ein Szenario aus, das nach der jüngsten politischen Entwicklung in den USA nicht mehr unrealistisch erscheint. Ohne dass die jeweiligen Seiten noch der Weg in den Bürgerkrieg näher erläutert werden, ist man plötzlich mitten in einer Kriegs-Kulisse, die vor einigen Jahren so noch undenkbar gewesen wäre.

Die Gewalt in diesem Film geht unter die Haut, weil sie absolut realistisch ist, und wenn jeder gegen jeden zu kämpfen scheint, gibt es keine klaren Frontlinien: „Die da drüben schießen auf uns, wir schießen auf sie“ – so das lakonische Fazit einer Kampfeinheit unterwegs in einem Land, das seine innere Zerrissenheit nun auch Mann gegen Mann (und Frau gegen Frau) austrägt. Die Rolle der Berichterstatter ist, wie vielleicht immer bei Kriegsreporten, zwiespältig, sie sind mit ihren Fotokameras immer dicht am Geschehen, weil sie ihrer Chronistenpflicht nachkommen, gleichzeitig treibt sie der Ehrgeiz nach dem Foto an, das sonst kein anderer hat.

So wie uns der Film mitten in die brutale Geschichte hineinwirft, entlässt er uns am Ende auch wieder: ratlos, wie es so weit kommen konnte und ebenso ratlos, wie es nach der Eroberung des Weißen Hauses weitergehen wird, denn dass die Gesellschaft sich danach wieder zusammenfindet, dafür fehlen jegliche Anhaltspunkte.

Ein pessimistischer Film mit realistischen Szenen, laut und martialisch, nichts für schwache Nerven, der am Ende viele Fragen offen lässt.

 

 

Regie: Alex Garland

Drehbuch: Alex Garland

Kamera: Rob Hardy

Schnitt: Jake Roberts

Musik: Geoff Barrow, Ben Salisbury

 

Besetzung:

Kirsten Dunst, Wagner Moura, Cailee Spaeny, Stephen McKinley Henderson, Nick Offerman, Jefferson White, Nelson Lee, Evan Lai, Jesse Plemons,

 

A24/ DCM

109 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 18. April 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ESjt2Mvh55g (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=c2G18nIVpNE (Englisch)

 

Dienstag, 8. März 2022

Im Kino: Blue Bayou

Antonio LeBlanc (Justin Chon) ist koreanischer Abstammung. Als Kind wurde er von einer amerikanischen Familie adoptiert und lebt seither im Süden der USA. Seine Frau Kathy (Alicia Vikander) ist gerade mit ihrem ersten gemeinsamen Kind schwanger und er kümmert sich rührend um deren Tochter aus erster Ehe. Den Lebensunterhalt für die kleine Familie verdient er mehr schlecht als recht als Tätowierer, aber dann gerät er eines Tages in Konflikt mit der Polizei, die ihn zu Unrecht verhaftet. Plötzlich wird sein Status als Amerikaner in Frage gestellt, denn seine Adoptiveltern haben sich nie um seine Einbürgerung gekümmert, die für Kinder wie ihn damals nicht selbstverständlich war und ihm droht die Abschiebung in sein „Heimatland“ Korea. Er und Kathy setzen alle Hebel in Bewegung, aber sein Schicksal scheint besiegelt…

Regisseur Justin Chon, der auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernommen hat, macht mit seinem Film auf flammendes Unrecht aufmerksam, das in den USA lange gängige Praxis war. Dabei konzentriert er sich auf das Porträt seines Protagonisten Antonio LeBlanc und zeichnet ihn als einen liebenswerten, aber auch sperrigen Sturkopf, der sich zunächst zu weigern scheint, alles Notwendige zu tun, um seine Situation zu verbessern, wie zum Beispiel seine inzwischen entfremdete Adoptivmutter um Beistand zu bitten, und um das Geld für einen teuren Anwalt zusammen zu bekommen, schreckt er auch nicht vor kriminellen Aktionen zurück. Chon zeigt mit seinem Helden Antonio, dass dies alles keine „Rückführung“ eines in den USA aufgewachsenen Menschen rechtfertigt, der Skandal sind die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und im Abspann des Films werden viele reale Beispiele solcher Schicksale genannt.

Die Empörung, die Chon hervorrufen möchte, ist also völlig legitim, aber es ist immer ein wenig problematisch, wenn ein Film seine Zuschauer quasi als Geiseln nimmt und aus ihnen das Maximum an Emotionen herauszupressen versucht, wie es dann gerade in der Schlussszene geschieht. Diese hinterlässt leider einen unangenehmen Beigeschmack, da jedem Zuschauer und jeder Zuschauerin das furchtbare Unrecht, das hier im Namen des Gesetzes begangen wird auch ohne eine solch massive Gefühlsmanipulation bewusst gewesen wäre.

In einer eigentlich schönen Nebenhandlung kümmert sich Antonio trotz seiner Probleme um eine todkranken Frau vietnamesischer Abstammung und es entsteht ein rührendes Band zwischen den beiden und ihren Familie, aber leider führt dies nirgendwohin, was immer schade ist, wenn ein Handlungsfaden am Ende irgendwie unverbunden in der Luft hängen bleibt .

Alles in allem ein ambitionierter Film, der sich aber zu sehr in seinen Ambitionen verliert und seine ehrenwerten Absichten an manchen Stellen zu durchsichtig und manipulativ umsetzt, wie so oft, wäre auch hier wieder einige Male weniger mehr gewesen.

 


 

Regie: Justin Chon

Drehbuch: Justin Chon

Kamera: Ante Cheng, Matthew Chuang

Schnitt: Reynolds Barney

Musik: Roger Suen

 

Besetzung:

Justin Chon, Alicia Vikander, Mark O’Brian, Linh-Dan Pham

 

 Universal Pictures

USA/ CAN 2021

117 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 10. März 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=uPrO8pqGx3M (Deutsch

https://www.youtube.com/watch?v=C1iLLVv2XrU (Englisch)

 

 

 

Dienstag, 29. Juni 2021

Im Kino: Der Spion (The Courier)

Nach einer Phase der Aufrüstung stehen sich die Supermächte USA und Sowjetunion Anfang der 1960ger Jahre bis an die Zähne bewaffnet gegenüber. Dabei haben die USA bereits eine Vielzahl von atomaren Waffen so stationiert, dass sich die Sowjets unmittelbar bedroht fühlen und diese beginnen deshalb, ebensolche Waffen nach Kuba, sozusagen direkt vor die Haustür der USA, zu schaffen. Der hochrangige Sowjetoffizier Oleg Penkowski (Merab Ninidze) fürchtet Tod und Verderben für die ganze Welt und liefert den westlichen Geheimdiensten Informationen, um das Schlimmste zu verhindern. Um unauffällig Kontakt mit ihm halten zu können, stellen ihm MI6 und CIA den harmlosen britischen Geschäftsmann Greville Wynne (Benedict Cumberbatch) zur Seite. Dieser lässt sich zunächst nur zögernd auf die Sache ein, findet dann aber mehr und mehr Gefallen an seinem Abenteuer und es entwickelt sich sogar eine Freundschaft zu Penkowski, die beiden am Ende zum Verhängnis wird.

Der Film basiert auf wahren Ereignissen, die Protagonisten Penkowski und Wynne
hat es wirklich gegeben, ebenso wie die nur 13 Tage dauernde Kuba-Krise, nach deren Ende die beiden Supermächte ihre Beziehungen neu ordneten, wenngleich das atomare Wettrüsten weiterging. In entfärbten Bildern wird ein Stück düsterer Zeitgeschichte auf die Leinwand gebracht, gesamtgeschichtlich nichts Neues, personell im Detail vielleicht nur Wenigen bekannt. Die Geheimdienste sind wie sie immer sind, im Geheimen operierend und wenn es darauf ankommt skrupellos, wer sich ihnen ausliefert, ist, wenn es schief geht, geliefert. Es sind die Hauptfiguren, die die im Großen und Ganzen eher bieder und etwas blutleer inszenierte Geschichte auf eine andere Ebene außerhalb der üblichen Spy-vs.-Spy-Story heben.

Da ist der von Skrupeln heimgesuchte und von seinem Gewissen geplagte Penkowski, zurückhaltend und eindrucksvoll dargestellt von Merab Ninidze, der es auf sich nimmt, die Welt zu retten, obwohl er genau weiß, wie es Verrätern in seinen Kreisen ergeht. Und da ist der Geschäftsmann Greville, der etwas naiv dabei ist, im großen Spiel mitzuspielen, aber offensichtlich beeindruckt von der Lauterkeit seines russischen Gegenübers, den er mehr und mehr, über alle Grenzen, geographische und ideologische, als seinen Freund betrachtet. Der Preis, den er dafür bezahlen muss, ist hoch und die Unmenschlichkeit des sowjetischen Regimes bei der Behandlung ihrer Feinde ist grausam anzuschauen, wobei nicht gesagt sein soll, dass die Gegenseite in Fällen wie diesen wesentlich zimperlicher zu Werke geht, aber das ist eine andere Geschichte. Wie jedenfalls Benedict Cumberbatch die Leiden seines Greville im letzten Teil des Films sicht- und spürbar werden lässt, ist nichts für schwache Nerven und hinterlässt einen noch lange anhaltenden Eindruck im Gemüt.

 


 

Regie: Dominic Cooke

Drehbuch: Tom O'Connor

Kamera: Sean Bobbitt

Schnitt: Tariq Anwar, Gareth C. Scales

Musik: Abel Korjeniowski

 

Darsteller:

Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Rachel Brosnahan, Jessie Buckley

 

TELEPOOL/ 24 Bilder

112 min.

FSK 12

 

Deutscher Kinostart: 01. Juli 2021 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ThFLOj57o9A

Montag, 28. Januar 2019

Film-Rezensionen: Green Book - Eine Besondere Freundschaft (Green Book)


Tony „Lipp“ Vallelonga (Viggo Mortensen) ist ein grobschlächtiger Mann, der sein Geld mit Gelegenheitsjobs, unter anderem als Rausschmeißer in einem New Yorker Club, verdient. Eines Tages erhält er das Jobangebot, den schwarzen Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) auf dessen Konzert-Tournee durch die Südstaaten der USA zu chauffieren. Es ist das Jahr 1962, der Süden ist für Menschen mit einer anderen Hautfarbe als weiß nicht ungefährlich, und es ist von Anfang an klar, dass Dr. Shirley auf dieser Fahrt nicht nur einen Fahrer, sondern vor allem einen Beschützer braucht. Tony bekommt zu Beginn einen Reiseführer der besonderen Art in die Hand gedrückt, das von einem Herrn Green geschriebene „Negro Motorist Green Book", mit dem Verzeichnis aller für afroamerikanische Autofahrer kompatiblen Unterkünfte und Restaurants.

Shirley ist ein eleganter, distinguierter Schöngeist, Tony in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil, aber beide haben diese Offenheit, die es braucht, um über den eigenen Horizont hinaus zu blicken, was man von der feinen Gesellschaft, die sich an Shirleys Pianokünsten durchaus wohlwollend delektiert, nicht sagen kann. Deren Rassismus ist so plump und entwaffnend zugleich, dass es mehr Gleichmut braucht, als Tony in manchen Situationen, in die sie geraten, aufzubringen imstande ist. Auf seine Frage, weshalb sich Shirley diese Reise überhaupt antut, bekommt er von einem der mitreisenden anderen Musiker die Antwort, dass es genau diesen Mut braucht, um die Herzen der Menschen zu verändern („Because it takes courage to change people's hearts").

Shirley und Tony kommen sich auf ihrer Reise so nahe, wie es unter anderen Umständen nie geschehen wäre, und sie profitieren beide davon. Aus Tony wird natürlich kein Schöngeist und Dr. Shirley wird sich niemals die Hemdsärmeligkeit seines Chauffeurs zu eigen machen, aber beide gewinnen einen Respekt füreinander, der Klassen- und Rassenschranken niederreißt, bis sich einfach zwei Menschen mit ihren Stärken und Schwächen gegenüberstehen.

Regisseur Peter Farrelly, sonst eher bekannt durch leicht krawallige Komödien, inszeniert hier einmal mit leichter Hand und zeigt auf, wie einfach es sein könnte, mit Humor und Menschlichkeit aufeinander zuzugehen, wenn man Vorurteile und Ressentiments beiseite schiebt, und wie sich dann auch zwischen Menschen, die so unterschiedlich sind wie Dr. Shirley und Tony Lipp, so etwas wie eine Freundschaft entwickeln kann. Hierfür gebührt dem Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, bereits jede Anerkennung, aber sein feiner Sinn für Situationskomik und anrührende Szenen machen daraus endgültig einen lohnenden Kinoabend, und der Film hat völlig zu Recht bereits etliche Preise der laufenden Awards Season abgeräumt.




Regie: Peter Farrelly
Drehbuch: Peter Farrelly, Nick Vallelonga, Brian Currie
Kamera: Sean Porter
Schnitt: Patrick J. Don Vito
Musik: Kris Bowers

Darsteller:
Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini

Entertainment One Germany
130 min.
Deutscher Kinostart: 31. Januar 2019




Dienstag, 12. Juli 2016

TV-Rezensionen (Älter): Breaking Bad

Breaking Bad

Eine Serie mit Kultstatus:  "Breaking Bad", die Geschichte von dem Chemielehrer Walter White (Bryan Cranston), der mit 50 nicht nur in eine normale Midlife Crisis rutscht, sondern auch noch erfährt, dass er Krebs hat.



Um seine (schwangere) Frau Skyler (Anna Gunn) und seinen behinderten Sohn Walter (RJ Mitte) finanziell abzusichern, setzt er seine Chemie-Kenntnisse endlich einmal für etwas Nützliches ein - der Job an der Schule ist notorisch unterbezahlt - und fängt mit einem ehemaligen Schüler Jesse Pinkman (Aaron Paul) an, Crystal Meth zu kochen, und zwar in so hervorragender Qualität, dass sich die User sämtliche Finger danach lecken. Walter White wird "Heisenberg", der Meth-König von New Mexico, und entwickelt sich vom harmlosen Lehrer zum schwerkriminellen Verbrecher, und man muss sich als Zuschauer fragen, an welcher Stelle das anfängliche Mitleid, die Sympathie, die man für die Figur hat, kippt... Die eigenen Ansprüche an Moral und Gewissen werden auf den Prüfstand gestellt, während Walter White sich langsam aber unaufhaltsam in einer tödlichen Spirale abwärts bewegt, in Regionen, aus denen es keinen Weg zurück geben kann!

TV-Rezensionen (Älter): Girls

Girls



Auch empfehlenswert: Die US-Serie "Girls" - von, mit, durch und über Lena Dunham, was der ganzen Besetzung seit 2012 diverse Auszeichnungen (Emmy, Golden Globe) eingebracht hat.



Erzählt wird die - teils autobiographische - Geschichte von Hanna Horvath (Lena Dunham) und ihren Freundinnen, dabei handelt es sich ein wenig um den Gegenentwurf von "Sex and the City". Die Geschichten spielen zwar auch in "the city" - sprich: New York - aber weder Hannah noch eine der anderen Figuren umgibt der Glamour von Carrie & Co, wohl aber die Lust auf Leben und... Sex! Der Zuschauer nimmt Anteil an diesem Leben mit Anfang 20 in der Großstadt, den verschiedenen (sexuellen) Beziehungen, der Freundschaft der Protagonistinnen untereinander, deren Hoffnungen und Träumen und den wiederholten Enttäuschungen, die Jobs und Partner bereithalten, es ist erfrischend und (im Moment noch) unkonventionell, macht Lust auf mehr!



TV-Rezensionen (Älter): Mad Men

Mad Men

 Die Serie "Mad Men" wurde bisher auf  ZDFneo ausgestrahlt. 

"Mad" sind die Männer (und Frauen), um die es hier geht zwar auch manchmal, aber der Titel bezieht sich eher auf die Straße der Werbeagenturen im New York der 60ger Jahre, die Madison Avenue. Hier hat Don Draper, der zweifelhafte und immer etwas geheimnisvolle Held der Geschichte, seinen Arbeitsplatz.
Wir werden mitgenommen auf eine Zeitreise in dieses Jahrzehnt des Auf- und Umbruchs. Die direkten Nachkriegsjahre und der Koreakrieg liegen schon einige Zeit zurück, die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber auch nach wie vor der massiven Rassendiskriminierung, was interessanterweise auch die Diskriminierung von Frauen, vor allem in der Arbeitswelt, mit einschließt. Wir erleben die Wahl und die Ermordung John F. Kennedys, die Kubakrise, Nixon scheitert zunächst als Präsidentschaftskandidat, Martin Luther King führt die Bürgerrechtsbewegung im Kampf der Schwarzen um gleiche Rechte an, während sich eine junge Frau namens Peggy Olson in der Agentur SterlingCooper von der einfachen Schreibkraft zur Werbetexterin hocharbeitet und damit erstmalig den Lebensentwurf der Frauen jener Zeit in Frage stellt, die sich nur auf das Haifischbecken der Arbeitswelt einlassen, um möglichst schnell einen Mann zum Heiraten und Kinderkriegen zu finden.
Das Leben ist schnell geworden, es wird gequalmt und gesoffen, und dank der „Pille“ ist es auch den Frauen möglich, an dem allgemeinen ausschweifenden Leben ohne Angst vor unerwünschter Schwangerschaft teilzuhaben. Don Draper nutzt dies, trotz Ehefrau und zwei Kindern, waidlich aus, während die Gattin langsam aber sicher in der Vorstadt vor Langeweile eingeht, bis auch sie sich versucht, zu emanzipieren.
Die Vorboten der Globalisierung strecken ihre gierigen Finger bereits aus, immer bereit, sich Firmen einzuverleiben, um sie später mit Profit wieder abzustoßen und so wird auch SterlingCooper ein frühes Opfer. Wir erleben Aufstieg und Fall der Agentur, Verlust und Wiedererlangen ihrer Selbständigkeit, die Schlachten um Kunden und Werbeetats, immer mittendrin Don Draper, der mit Nonchalance und Gleichmütigkeit, aber auch Arroganz und Kreativität versucht, im täglichen Kampf zu bestehen, immer begleitet von einem düsteren Geheimnis, das seine ganze Existenz in Frage stellt.
Der Vorteil dieser „neuen“ Serien ist die breit angelegte Handlungstiefe, Erzählstränge können detailliert zu Ende gesponnen werden, Charaktere in einer fast in Realzeit ablaufenden Zeitspanne entwickelt werden. Und keine Frage, wenn man einmal mitten drinsteckt in so einer Geschichte machen sie süchtig!