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Dienstag, 12. Juli 2016

TV-Rezensionen (Älter): Breaking Bad

Breaking Bad

Eine Serie mit Kultstatus:  "Breaking Bad", die Geschichte von dem Chemielehrer Walter White (Bryan Cranston), der mit 50 nicht nur in eine normale Midlife Crisis rutscht, sondern auch noch erfährt, dass er Krebs hat.



Um seine (schwangere) Frau Skyler (Anna Gunn) und seinen behinderten Sohn Walter (RJ Mitte) finanziell abzusichern, setzt er seine Chemie-Kenntnisse endlich einmal für etwas Nützliches ein - der Job an der Schule ist notorisch unterbezahlt - und fängt mit einem ehemaligen Schüler Jesse Pinkman (Aaron Paul) an, Crystal Meth zu kochen, und zwar in so hervorragender Qualität, dass sich die User sämtliche Finger danach lecken. Walter White wird "Heisenberg", der Meth-König von New Mexico, und entwickelt sich vom harmlosen Lehrer zum schwerkriminellen Verbrecher, und man muss sich als Zuschauer fragen, an welcher Stelle das anfängliche Mitleid, die Sympathie, die man für die Figur hat, kippt... Die eigenen Ansprüche an Moral und Gewissen werden auf den Prüfstand gestellt, während Walter White sich langsam aber unaufhaltsam in einer tödlichen Spirale abwärts bewegt, in Regionen, aus denen es keinen Weg zurück geben kann!

TV-Rezensionen (Älter): Girls

Girls



Auch empfehlenswert: Die US-Serie "Girls" - von, mit, durch und über Lena Dunham, was der ganzen Besetzung seit 2012 diverse Auszeichnungen (Emmy, Golden Globe) eingebracht hat.



Erzählt wird die - teils autobiographische - Geschichte von Hanna Horvath (Lena Dunham) und ihren Freundinnen, dabei handelt es sich ein wenig um den Gegenentwurf von "Sex and the City". Die Geschichten spielen zwar auch in "the city" - sprich: New York - aber weder Hannah noch eine der anderen Figuren umgibt der Glamour von Carrie & Co, wohl aber die Lust auf Leben und... Sex! Der Zuschauer nimmt Anteil an diesem Leben mit Anfang 20 in der Großstadt, den verschiedenen (sexuellen) Beziehungen, der Freundschaft der Protagonistinnen untereinander, deren Hoffnungen und Träumen und den wiederholten Enttäuschungen, die Jobs und Partner bereithalten, es ist erfrischend und (im Moment noch) unkonventionell, macht Lust auf mehr!



TV-Rezensionen (Älter): Mad Men

Mad Men

 Die Serie "Mad Men" wurde bisher auf  ZDFneo ausgestrahlt. 

"Mad" sind die Männer (und Frauen), um die es hier geht zwar auch manchmal, aber der Titel bezieht sich eher auf die Straße der Werbeagenturen im New York der 60ger Jahre, die Madison Avenue. Hier hat Don Draper, der zweifelhafte und immer etwas geheimnisvolle Held der Geschichte, seinen Arbeitsplatz.
Wir werden mitgenommen auf eine Zeitreise in dieses Jahrzehnt des Auf- und Umbruchs. Die direkten Nachkriegsjahre und der Koreakrieg liegen schon einige Zeit zurück, die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber auch nach wie vor der massiven Rassendiskriminierung, was interessanterweise auch die Diskriminierung von Frauen, vor allem in der Arbeitswelt, mit einschließt. Wir erleben die Wahl und die Ermordung John F. Kennedys, die Kubakrise, Nixon scheitert zunächst als Präsidentschaftskandidat, Martin Luther King führt die Bürgerrechtsbewegung im Kampf der Schwarzen um gleiche Rechte an, während sich eine junge Frau namens Peggy Olson in der Agentur SterlingCooper von der einfachen Schreibkraft zur Werbetexterin hocharbeitet und damit erstmalig den Lebensentwurf der Frauen jener Zeit in Frage stellt, die sich nur auf das Haifischbecken der Arbeitswelt einlassen, um möglichst schnell einen Mann zum Heiraten und Kinderkriegen zu finden.
Das Leben ist schnell geworden, es wird gequalmt und gesoffen, und dank der „Pille“ ist es auch den Frauen möglich, an dem allgemeinen ausschweifenden Leben ohne Angst vor unerwünschter Schwangerschaft teilzuhaben. Don Draper nutzt dies, trotz Ehefrau und zwei Kindern, waidlich aus, während die Gattin langsam aber sicher in der Vorstadt vor Langeweile eingeht, bis auch sie sich versucht, zu emanzipieren.
Die Vorboten der Globalisierung strecken ihre gierigen Finger bereits aus, immer bereit, sich Firmen einzuverleiben, um sie später mit Profit wieder abzustoßen und so wird auch SterlingCooper ein frühes Opfer. Wir erleben Aufstieg und Fall der Agentur, Verlust und Wiedererlangen ihrer Selbständigkeit, die Schlachten um Kunden und Werbeetats, immer mittendrin Don Draper, der mit Nonchalance und Gleichmütigkeit, aber auch Arroganz und Kreativität versucht, im täglichen Kampf zu bestehen, immer begleitet von einem düsteren Geheimnis, das seine ganze Existenz in Frage stellt.
Der Vorteil dieser „neuen“ Serien ist die breit angelegte Handlungstiefe, Erzählstränge können detailliert zu Ende gesponnen werden, Charaktere in einer fast in Realzeit ablaufenden Zeitspanne entwickelt werden. Und keine Frage, wenn man einmal mitten drinsteckt in so einer Geschichte machen sie süchtig!