Die junge Cathy (Margot Robbie) lebt
alleine mit ihrem Vater (Martin Clunes) und ein paar Bediensteten auf dem
Anwesen „Sturmhöhe“ (Wuthering Heights). Eines Tages nimmt der Vater den Waisenjungen
Heathcliff (Jacob Elordi) zu sich und beide Kinder verbindet von nun an eine
innige Freundschaft. Zur jungen Frau herangewachsen nimmt Cathy jedoch, nachdem
ihr Vater Haus und Hof durch seine Spielsucht immer weiter zugrunde richtet und
unter der intriganten Mithilfe von Nelly (Hong Chau), Cathys Gesellschafterin, den
Heiratsantrag des neuen Nachbarn Edgar (Shazad Latif) an, der ihr eine sorglosere
Zukunft verspricht, als die in ihren Augen nicht standesgemäße Verbindung mit
Heathcliff, worauf dieser Wuthering Heights enttäuscht verlässt, um Jahre später,
zu Wohlstand gekommen, auf Rache sinnend zurückzukehren.
Als Klassiker des englischen
Gesellschaftsromans wurde „Wuthering Heights“, von der britischen Autorin Emily
Brontë 1847 verfasst, bis heute bereits etliche Male für Kino und TV verfilmt.
Nun also eine aktuelle Version, die sich von allzu großer Werktreue aber
bereits durch den in Anführungszeichen gesetzten Titel distanziert. So fehlen
denn auch sämtliche Nebenfiguren in Gestalt von Geschwistern und Kindern der
Hauptcharaktere, übrig bleiben Vater Earnshaw, die Nachbarn Edgar und Isabella
sowie eben jene Gesellschafterin/Haushälterin Nelly und natürlich als Zentrum
des Ganzen: das Liebespaar Cathy und Heathcliff in seiner toxischen Beziehung, hin
und hergerissen zwischen Leid und Leidenschaft.
So weit, so gut. Man kann sich
natürlich die Frage stellen, wieso nicht gleich eine eigene Geschichte erzählt
wird, wenn von der Vorlage alles eliminiert wurde, was den Roman eben auch
ausmacht, einfach von einer Amour Fou erzählt, mit allen Höhen und Tiefen, angesiedelt
im viktorianischen England, warum nicht. Aber dann hätte man natürlich nicht
die Aufmerksamkeit, die der so bekannte und hinlänglich eingeführte Titel
Wuthering Heights automatisch generiert, ein Kalkül das wahrscheinlich aufgehen
wird.
So nun also „Wuthering Heights“:
ein Schwelgen in durchaus beeindruckenden Bildern, untermalt von einem
teilweise betörenden Soundtrack mit Songs der britischen Sängerin Charli xcx,
wobei alles so opulent und bombastisch daherkommt, dass es irgendwann einfach
zu viel wird, die geballten optischen und akustischen Effekte verlieren
irgendwann ihren Reiz, weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Waren einige
Kameraeinstellungen zu Anfang noch originell, der Blick zum Teil wie durch ein
Schlüsselloch auf einen Bildausschnitt, oder die Gegenüberstellung des mehr und
mehr verrottenden Wuthering Heights mit Edgars raffiniert und prunkvoll
ausgestattetem Anwesen, so langeweilt dies irgendwann doch ein wenig.
Das eigentliche Herzstück des
Ganzen, die leidenschaftliche – der Begriff enthält nicht umsonst das Wort Leiden
in sich – Liebe zwischen Cathy und Heathcliff wird in all ihren Elementen rauf
und runter dekliniert, trotz – oder gerade wegen – der angeblich so
lustfeindlichen Ära gibt immer wieder sexuelle Anspielungen, die für die heißen
Gefühle der Protagonisten stehen, ohne dabei allzu explizit zu werden. So ist
von Margot Robbie weniger zu sehen, als in manchen ihrer bisherigen Filme, wenn
überhaupt konzentriert sich die Körperlichkeit eher auf den gut aus- und anzusehenden
Jacob Elordi, der mit leicht heiserer Stimme seine Liebesschwüre hauchen darf und später dann sein diabolisches Spiel mit der armen Cathy treibt, die sich die ganze
Misere allerdings selbst zuzuschreiben hat.
Wer also Lust verspürt auf ein
Liebesdrama mit zwei gutaussehenden Akteuren und sich an dem beschriebenen Etikettenschwindel
nicht stört, hat lange 136 Minuten Zeit, sich von einem teilweise bombastischen
Kinoerlebnis unterhalten zu lassen, denn bei allen Kritikpunkten, der Film gehört
auf jeden Fall in einen Kinosaal und auf die große Leinwand.

Regie: Emerald
Fennell
Drehbuch: Emerald
Fennell, b/a Roman von Emily Brontë
Kamera: Linus
Sandgren
Schnitt: Victoria
Boydell
Musik: Anthony
Willis
Original-Songs: Charli xcx
Besetzung:
Margot Robbie,
Jacob Elordi, Hong Chau, Alison Oliver, Shazad Latif, Martin Clunes, Ewan
Mitchell, Amy Morgan
Warner Bros.
Pictures Germany
2026
136 min.
FSK 12
Deutscher
Kinostart: 12. Januar 2026
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=aNqfGM3KszI (Deutsch)
https://www.youtube.com/watch?v=3fLCdIYShEQ (Englisch)