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Mittwoch, 1. Juli 2026

Im Kino: The Piano Tuner (Tuner)

Niki White (Leo Woodall) arbeitet mit seinem väterlichen Freund Harry Horowitz (Dustin Hoffman) als Klavierstimmer, dabei hilft ihm sein absolutes Gehör. Allerdings muss er dieses auch ständig schützen, da er unter einer extremen Geräuschempfindlichkeit leidet, die ihn schon als Kind dazu zwang, eine Karriere als Pianist aufzugeben. Eines Tages entdeckt er, dass ihm durch sein perfektes Hören noch ein anderes Talent in die Wiege gelegt wurde, das ihn, als er Geld für Harrys Krankenhausrechnung braucht, auf die schiefe Bahn und beinahe in die Katastrophe befördert…

Der Film erzählt die Geschichte eines Hochbegabten mit viel Sensibilität für Zwischentöne (no pun intended…), und er erzählt sie wohltuend altmodisch, nämlich linear. Kein Hin- und Herspringen zwischen Zeitebenen, kein Beginn mit dem Ende, nein, alles folgt aufeinander, fast wie im richtigen Leben, und wie das Leben so spielt, wechseln Komödie mit Tragödie, Krimi und Liebesgeschichte, bis das Ganze eine perfekte Harmonie ergibt, die einfach großartig klingt.

Dank der hervorragenden und anrührenden Leistung des jungen Leo Wodall, der seinen Job so hervorragend erledigt und dabei immer so traurig in die Welt schaut, nimmt man der Story jede Wendung ab und fiebert bis zum Ende mit, ob sich alle losen Enden auch wirklich verknüpfen, und siehe da: sie tun es.

Auch die anderen Charaktere sind bestens besetzt, angefangen vom kauzigen Dustin Hoffman über Havana Rose Liu bis zum zwielichtigen Lior Raz, der von liebenswert bis verabscheuungswürdig alle Register zieht, alles fügt sich virtuos zu einem stimmigen Gesamtakkord, der noch länger nachhallt, definitiv der Überraschungsfilm des Sommers!

 

Regie: Daniel Roher

Drehbuch: Daniel Roher, Robert Ramsey

Kamera: Lowell A. Meyer

Schnitt: Greg O‘Bryant

Musik: Will Bates, Marius De Vries

 Besetzung:

Leo Woodall, Dustin Hoffman, Tovah Feldshuh, Havana Rose Liu, Lior Raz, Jean Yoon, Gil Cohen and Jean Reno + Herbie Hancock

 Black Bear/ DCM Film Distribution

2025

107 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 02. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=q7lYuJzeigI (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rdlOZhl-nSA (Englisch)

 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Im Kino: Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives)

Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) liebt seine Tiere, sorgt für sie und liest ihnen abends Bücher, vorzugsweise Krimis, vor. Als er eines Tages ermordet vor seinem Wohnwagen liegt, nehmen die Schafe unter Leitung der klugen Lily die Ermittlungen auf und stupsen den in ihren Augen etwas begriffsstutzigen örtlichen Ermittler langsam aber sicher auf die richtige Spur.

Vor zwanzig Jahren landete die deutsche Autorin Leonie Swann mit ihrem Kriminalroman „Glennkill“ einen Überraschungserfolg, nun also kommt die filmische Umsetzung in die Kinos, die sich allerdings in vielen Punkten von der Vorlage unterscheidet. Die Schafsnamen wurden eingedeutscht, angefangen von der schlauen Miss Maple - eine Anlehnung natürlich an die beliebte britische Senioren-Detektivin, aber auch an eine gewisse Vorliebe für Ahornsirup - die zur etwas nichtssagende Lily wird, bis hin zur Entschärfung von Schäfer Georges Todesursache und der Kappung einiger Handlungsfäden, um das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten.

Herausgekommen ist dennoch ein äußerst liebenswertes, familientaugliches Märchen, mit skurrilen Dörflern und einem, wenn auch eher simplen, aber durchaus unterhaltsam gestrickten Krimiplot, bei dem statt eines Detektivs vom Typus Benoit Blanc eine gewitzte Schafsdame ihr durch viele Krimilesungen geschultes Kombinationsvermögen eindrucksvoll ausspielt.

Hugh Jackman ist großartig als warmherziger und seine Schafe liebender Hirte, die deutsche Fassung wartet mit den Synchronstimmen von Anke Engelke und Bastian Bastewka auf, die sich beide vorab mächtig ins Zeug gelegt haben, um für den Film zu werben. Vor allem aber sind es die wunderbar animierten Tierfiguren, die einfach nur Spaß machen, nichts wirkt gekünstelt, alles ist selbstverständlich und holt die Zuschauer mühelos auch auf einer emotionalen Ebene ab, wenn das zunächst zurückgestoßene Winterlamm seinen Platz in der Gemeinschaft findet.  

Ein Wohlfühlfilm für schlechte Zeiten!

 

  

 

Regie: Kyle Balda

Drehbuch: Craig Mazin, b/s Roman von Leonie Swann

Kamera: George Steel

Schnitt: Al LeVine, Paul Machliss, Martin Walsh

Musik: Christophe Beck

 Besetzung:

Hugh Jackman, Tosin Cole, Conleth Hill, Hong Chau, Nicholas Braun

Stimmen Original: Patrick Stewart, Regina Hall, Bella Ramsey, Chris O’Dowd, Bryan Cranston, Julia Louis-Dreyfus

Deutsch: Thomas Nero Wolf, Anke Engelke, Bastian Pastewka

 

Working Titel Films, Sony Pictures Entertainment Germany

2026

109 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 14. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tHzWthdeOqo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=pyZI5oM6hWk (Englisch)

 

Mittwoch, 7. Mai 2025

Im Kino: Islands

Tom (Sam Riley) arbeitet dort, wo andere Urlaub machen, er ist Tennistrainer in einer Hotelanlage auf Fuerteventura. Aber mit mehr oder minder begabten Touristen täglich Bälle übers Netz zu spielen erfüllt ihn nicht wirklich, und so trinkt er sich den Frust schön und flüchtet sich in kurze bedeutungslose Affären. Das ändert sich, als eines Tages die schöne Anne (Stacey Martin) vor ihm steht, deren Sohn Anton (Dylan Torrell) er Tennisstunden geben soll. Man freundet sich an, mit Annes Mann Dave (Jack Farthing) geht Tom auf abendliche Sauftour, aber danach ist Dave plötzlich verschwunden und es kommt ein schlimmer Verdacht auf…

Der Film pendelt zwischen Romanze und Krimi und liefert schöne Bilder einer Ferienidylle, allerdings kann er sich dabei nicht entscheiden, was er tatsächlich sein will und so dümpelt die Geschichte, genauso wie seine Hauptfigur, etwas orientierungslos daher. Sam Rileys Tennislehrer, mit schlampigem Haarschnitt und schludriger Ausstrahlung, wirkt wenig anziehend, er hat nichts von dem Charisma, das man sich gemeinhin bei dieser Berufsgruppe, dem Pendant zum winterlichen Skilehrer, vorstellt. Das mag ihn als Opfer einer möglichen Intrige glaubhaft machen, aber den behaupteten Frauenhelden nimmt man ihm nicht ganz ab.

Weitere Aspekte, die angedeutet werden, bleiben Andeutungen, die Geschichte läuft nicht rund und lose Enden bleiben unverbunden, was am Ende ein unbefriedigendes Gefühl hinterlässt, trotz der vielverprechenden Ansätze.

 


Regie: Jan-Ole Gerster

Drehbuch: Jan-Ole Gerster, Blaz Kutin, Lawrie Doran

Kamera: Juan Sarmiento G.

Schnitt: Antje Zynga

Musik: Dascha Dauenhauer

Besetzung:

Sam Riley, Stacy Martin, Jack Farthing, Dylan Torrell

 

Leonine Studios

2025

123 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 08. Mai 2025


Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1qxDGVToNAI (Deutsch)


 

 

Montag, 25. März 2024

Im Kino: Kleine schmutzige Briefe (Wicked Little Letters)

Es ist das Jahr 1920 im kleinen englischen Badeort Littlehampton im Süden Englands, der erste Weltkrieg, den die Briten damals noch den Großen Krieg nannten, ist beendet und die Menschen versuchen, in ein ruhiges Leben zurückzufinden. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als Rose Gooding (Jessie Buckley), eine junge, temperamentvolle und alleinerziehende Frau aus Irland in die Nachbarschaft zieht. Kurz darauf erhalten alle Frauen des Ortes, allen voran die biedere Edith Swan (Olivia Colman), äußerst obszöne anonyme Briefe und für die Einwohner des Dorfes ist die Schuldige schnell ausgemacht. Nun obliegt es der jungen Polizistin Gladys (Anjana Vasan), die Täterin auch zu überführen…

Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film über einen Skandal, der seinerzeit landesweit tatsächlich zu erheblichem Aufruhr führte, ergeht sich genüsslich in der Darstellung der spießigen Gesellschaft zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Dabei stehen sich Rose und Edith kontrapunktisch gegenüber, hier die pure Lebensfreude, manchmal chaotisch und immer laut, dort die bigotte Ehrbarkeit in Person, eine ältliche Jungfer, die es nicht geschafft hat, sich von ihrem Elternhaus und dem strengen Vater zu lösen.

Zwischen diesen beiden Hauptfiguren, die sich, obwohl zunächst befreundet, in immer heftigeren Schlammschlachten bekämpfen, versucht sich eine dritte Frau zu behaupten, die Polizistin Gladys, die ihren eigenen Kopf hat und sich demgemäß gegen den dumm-eitlen Widerstand ihrer männlichen Kollegen und Vorgesetzen durchsetzen muss, was sie mit Witz und der nötigen Hartnäckigkeit bewerkstelligt.

Und während man noch denkt, es mit einer altmodischen aus der Zeit gefallenen Geschichte zu tun zu haben, treten auf einmal dieselben Mechanismen zutage, mit denen wir uns heutzutage immer noch herumschlagen. Schnell wird aus einem Verdacht Gewissheit und aus einer Verdächtigen eine Verurteilte, mit Rufmord und übler Nachrede ist man schnell bei der Hand und Neuzugezogene sind immer als Erste verdächtig…

Dass der Film über diese ernsten Aspekte hinaus und neben seiner Krimihandlung auch eine gelungene Komödie ist, die einfach Spaß macht, ist den glänzenden Akteurinnen zu verdanken, die mit sichtlicher Freude ihre jeweiligen Rollen interpretieren ohne sie zu überzeichnen, sowie einer herrlich „britischen“ Inszenierung mit viel Schrulligkeit und ganz viel Witz!

 

  

Regie: Thea Sharrock

Drehbuch: Jonny Sweet

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Melanie Oliver

Musik: Nick Angel

 

Besetzung:

Olivia Colman, Jessie Buckley, Timothy Spall, Anjana Vasan, Hugh Skinner, Alisha Weir, Eileen Atkins, Gemma Jones, Joanna Scanlan

 

 Sony Pictures Classics/ StudioCanal Germany

2023

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 28. März 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-UJTGKH9vLg (OmU)

https://www.youtube.com/watch?v=9KZs9e-yj-k (Englisch)

 

 

Mittwoch, 13. September 2023

Im Kino: A Haunting in Venice

Im Jahr 1947 hat sich der berühmte (belgische) Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) in Venedig zur Ruhe gesetzt, Verbrechen aufzuklären scheint ihn nicht mehr zu interessieren. Selbst seine alte Freundin, die Schriftstellerin Ariadne Oliver (Tina Fey), kann ihn nur mit Mühe aus seinem beschaulichen Leben herausreißen, indem sie ihn überredet, sie zu einer Séance in einer verwunschenen Stadtvilla zu begleiten. Da Poirot es gewohnt ist, die Dinge mit Ratio anzugehen, kommt ihm das Medium Joyce Reynolds (Michelle Yeoh), das vorgibt mit den Toten reden zu können, sofort dubios vor, aber als ein erster Mord geschieht und das geheimnisvolle Haus ein Eigenleben zu entwickeln scheint, lässt dies sogar den Meisterdetektiv mehr und mehr an seinem Verstand zweifeln…

Kenneth Branagh hat sich für die aktuelle Verfilmung eines Agatha-Christie-Krimis diesmal ein weniger bekannte Vorlage ausgesucht, was sich als geschickter Schachzug erweist, da so Vergleiche mit Vorgängerversionen ausbleiben. Aber auch sonst hält sich der Brite in vielen Dingen angenehm zurück, kein überbordendes Starensemble und vor allem keine bombastische CGI-Orgie, wie in seinen Adaptionen von „Mord im Orient Express“ und dem „Tod auf dem Nil“. Der im Titel enthaltene Begriff „Haunting“ kann sowohl „jemanden verfolgen“, als auch „Spuk“ bedeuten, und genau in dieser Dualität bewegt sich die Detektivgeschichte diesmal, neben der Suche nach einem Mörder werden jede Menge Gruselelemente eingestreut, und diese Mischung überzeugt durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen und einen entsprechenden Soundtrack.

Einiges bleibt natürlich unverändert: ein geschlossener Schauplatz mit einer Schar von unterschiedlichen Menschen, von denen jeder sein eigenes Geheimnis mit sich herumträgt, das der Detektiv im Vorbeigehen gleich mit aufdeckt, bevor er in bewährter Weise die finale Lösung des Verbrechens präsentiert. Dass Poirot stellenweise die Funktionsfähigkeit seiner kleinen grauen Zellen in Zweifel zieht ist ebenfalls ein reizvoller Aspekt, der Detektiv wankt, aber natürlich stürzt er nicht, und am Ende hat er das mysteriöse und grausame Rätsel des verwunschenen Hauses und der Verbrechen darin, wie zu erwarten, gelöst.

Trotz des Titels ist von Venedig nicht so viel zu sehen, da sich die Handlung fast ausschließlich in der Düsternis des alten Palazzos bewegt, aber dafür entschädigen die Eingangsszenen und am Ende ein wunderschöner Rundflug, bei der sich die Stadt noch einmal majestätisch in ihrer ganzen morbiden Pracht präsentiert darf. Auf jeden Fall ist Branagh ein solider Krimi gelungen, nichts Spektakuläres, aber schön anzuschauen und dabei angenehm altmodisch anmutend, genau das, was man bei diesem Stoff erwarten darf.

 


 Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Michael Green, b/a Roman „Hallowe’en Party“ von Agatha Christie

Kamera: Haris Zambarloukos

Schnitt: Lucy Donaldson

Musik: Hildur Guðnadóttir

 

Besetzung:

Kenneth Branagh, Michelle Yeoh, Jamie Dornan, Tina Fey, Riccardo Scamarcio, Camille Cottin, Kelly Reilly, Jude Hill

 

20th Century/ Walt Disney Studios

2023

103 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 14. September 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=XMUTZHHuZRQ (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=mYZMuTi4rwc (Englisch)

 

Dienstag, 8. August 2023

Im Kino: Rehragout-Rendezvous

Beim Weihnachtsessen verkündet die Oma (Enzi Fuchs), dass sie keine Lust mehr hat, für alle zu kochen, zu waschen und was nicht noch alles, und zieht zur Mooshammer Liesl (Eva Mattes) in eine Frauen-WG. Das Entsetzen ist groß und in Windeseile verwandelt sich der Haushalt in ein Chaos. Während die Susi (Lisa Maria Potthoff) in ihren neuen Aufgaben als Bürgermeister-Stellvertreterin von Niederkaltenkirchen aufgeht, fühlt sich der Eberhofer (Sebastian Bezzel) irgendwie entmannt, da hilft auch die Paartherapie nicht so richtig. Ein Verbrechen gibt es dann tatsächlich auch aufzuklären, hinter einem Vermisstenfall scheint ein veritabler Mord zu stecken, und diesmal wird es für den Rudi (Simon Schwarz) verdammt eng, aber am Ende geht alles halbwegs gut aus…  

Im Kosmos der Eberhofer-Krimis gibt es auch diesmal keine Überraschungen, alle liebgewordenen Figuren sind wie in einem riesigen Wimmelbild vertreten, das ist das Schöne und eben auch Verlässliche in unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt. Hier scheint das Genre „Heimatfilm“ in zeitgemäßer Form wiederaufzuerstehen, allerdings wird oft mehr eine eher unappetitliche und vor allem schräge kleine Welt beleuchtet, in der alle Figuren kleine egoistische Widerlinge sind, die man aber trotz – oder vielleicht gerade deswegen? – ins Herz geschlossen hat, so dass man auf keinen einzigen verzichten möchte.

 

Gleichzeitig wird das Kunststück vollbracht, in diese Niederungen der (bayerischen) Provinz immer wieder eine Krimihandlung einzuflechten, die zumindest in den letzten beiden Teilen der Reihe wieder regelrechte Ermittlungsarbeit erfordert, hier erweist sich der Eberhofer, so schlurfig er ansonsten daherkommt, dann doch jedes Mal als fähiger Polizist, der sich zusammen mit seinem Ex-Kollegen Rudi als das Dream-Team schlechthin erweist.

 

Noch funktioniert die Niederkaltenkirchen-Saga, aber es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich dann doch Ermüdungserscheinungen selbst bei den eingefleischten Fans der ersten Stunde zeigen werden, aber bis dahin dauert es hoffentlich noch ein bisschen, denn für dieses Mal sorgen die Wort- und sonstigen Geplänkel und der schräge Humor nebst ebenso schräger Charaktere immer noch für reichlich Vergnügen.

 


 

Regie: Ed Herzog

 

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog, b/a dem Buch von Rita Falk

 

Kamera: Anian Bernrieder

 

Schnitt: Stefan Essl, Jochen Retter

 

Musik: Martin Probst

 

Besetzung:

Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Daniel Christensen, Eva Mattes, Stephan Zinner, Sigi Zimmerschied, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Michael Ostrowski, Monika Gruber, Castro Dokyi Affum

 

 

Constantin Film

D 2022/ 2023

97 min.

FSK 12

 

Deutscher Kinostart: 10. August 2023

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=sx0oIVPKGhU

Montag, 30. Januar 2023

Im Kino: Die Frau im Nebel (Heojil kyolshim) (Decision to Leave)

Kommissar Jang Hae-joon (Park Hae-il) ermittelt im Fall eines tödlichen Sturzes, bei dem der Verdacht eines Verbrechens besteht und begegnet im Zuge dessen Seo-rae (Tang Wei), der aus China stammenden schönen Witwe des Toten, die auf ihn eine verhängnisvolle Faszination ausübt. Er verfängt sich mehr und mehr in einem Netz aus Täuschung und Verlangen, das Seo-rae immer enger um ihn zu spinnen scheint und setzt dabei seine eigene Ehe aufs Spiel…

Regisseur Park Chan-wook versteht es meisterlich, aus einem zunächst eher konventionell erscheinenden Krimi im Stile eines Film Noir – hier der ermittelnde melancholische Kommissar, dort die verdächtige Ehefrau – eine zweite Ebene über eine verhängnisvolle Liebesgeschichte mit obsessiven Zügen zu entwickeln, bei der die Protagonisten einander umkreisen, bis nicht mehr klar ist, wer Jäger und wer Gejagter ist.

Die Doppelbödigkeit der virtuos gesponnenen Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich, hat man sich einmal darauf eingelassen, kaum entziehen kann, dabei lockern immer einmal überraschend eingestreute humorige Elemente die Handlung auf, bevor sie ins allzu Melodramatische abzugleiten droht, und die Frage, ob die Witwe Seo-rae Opfer oder Täterin ist, bleibt bis zum – herzergreifenden – Ende hochspannend.

Wer das Ungewöhnliche im scheinbar Gewöhnlichen sucht, der ist in diesem Polizei-Thriller der Extraklasse, für den Park beim Festival von Cannes 2022 zu Recht den Preis für die beste Regie erhalten hat, genau richtig.

 


Regie: Park Chan-wook

Drehbuch: Chung Seo-kyung, Park Chan-wook

Kamera: Kim Ji-yong

Schnitt: Kim Sang-beom

Musik: Jo Yeong-wook

 

Besetzung:

Park Hae-il, Tang Wei, Lee Jung-hyun, Go Kyong-pyo, Teo Yoo, Yeon Min Park

 

CJ Entertainment

Südkorea 2022

139 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 02. Februar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=B6ugcjepcSw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=WfOzFiNa2uw (Koreanisch)