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Mittwoch, 19. August 2026

Im Kino: Insidious 6: Out Of The Further

Die Dentalhygenikerin Gemma (Amelia Eve) lebt mit ihrer Tochter Maya (Island Austin) im Haus ihrer Mutter, der einst etwas Schreckliches widerfahren ist. Als Gemma plötzlich immer wieder von Albträumen heimgesucht wird, erfährt sie, dass sie eine Verbindung zu einem Zwischenreich zwischen den Lebenden und den Toten (im Englischen: The Further) hat, in das sie eindringen, von wo sie aber auch Dinge oder – schlimmer noch – Personen mit in die Welt der Lebenden herüberbringen kann. Ein besonders böser Geist namens Cyrus (Sam Spruell) sieht seine Chance gekommen, das zu vollenden, was ihm damals mit Gemmas Mutter nicht gelungen ist und Gemma versucht mit Hilfe von Elise Rainier (Lin Shaye) alles, um Cyrus zu stoppen, der drauf und dran ist, sich auch der Tochter zu bemächtigen…

In diesem sechsten Teil der Reihe werden neue Elemente und Personen eingeführt, ohne auf die bewährte Fachkraft Elise zu verzichten, die mittlerweile selbst im Jenseits wandelt. Zunächst arbeitet der Film mit den bewährten Mitteln, Jumpscares, gruseligen Gestalten, die immer wieder durchs Bild wandeln, aber richtigen Horror entwickelt er bei wahrhaft unappetitlichen Szenen in einer Zahnarztpraxis und in einer an die „Backrooms“-Labyrinthe erinnernden Sequenz, die allerdings wesentlich klaustrophobischer und schrecklicher ausfällt.

Das sind die insgesamt stärksten Momente des Films, daneben dürfen sich auch Freunde der lebenden Leichen an einem veritablen Panoptikum an Gruselgestalten erfreuen, die gegen Ende allerdings etwas reichlich aufgefahren werden, es gibt sogar ein paar spaßige Momente, wenn sich der Oberschurke am Ende ziemlich verzockt und dafür von seinen Spießgesellen zur Rechenschaft gezogen wird. Interessant inszeniert sind auch die Wechsel zwischen dem Diesseits und dem Zwischenreich, bei denen man höllisch aufpassen muss, ob die Mittler zwischen den Welten gerade schlafen oder wach sind, denn das macht einen entscheidenden Unterschied.

Wer auf diese Art Horror steht und dabei nichts gegen ekliges Beiwerk hat, wird recht gut bedient, definitiv kein Film für einen romantischen Abend, wobei nicht gesagt sein soll, dass man sich nicht auch gemeinsam gruseln kann, nur die Romantik fällt halt aus…

 

  Regie: Jacob Chase

Drehbuch: Jacob Chase, b/a den Charakteren von Leigh Whannell und der Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick

Kamera: David Garbett

Schnitt: Gregory Plotkin

Musik: Joseph Bishara

 Besetzung:

Lin Shaye, Sam Spruell, Amelia Eve, Island Austin, Maisie Richardson-Sellers, Brandon Perea, Joseph Lopez, Laura Gordon, Conner McLeod

 Atomic Monster/ Sony Pictures Releasing

2026

106 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 20. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tysMHMLSyak (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=gXjurDkYnEM (Englisch)

Donnerstag, 28. Mai 2026

Im Kino: Passenger

Maddie (Lou Llobell) und ihr Verlobter Tyler (Jacob Scipio) sind mit einem Camper unterwegs, als sie auf einer einsamen Landstraße an einem schrecklichen Unfall vorbeifahren. Danach scheint sie irgendetwas – oder irgendwer – zu verfolgen und ein wahrer Alptraum beginnt…

Dieser Horrorfilm über einen entsprechenden Horrortrip wartet mit einigen hübschen Grusel-Effekten auf, er gibt sogar eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb das junge Paar im Gegensatz zu anderen Opfern der gefährlichen Wesenheit, die zur Nachtzeit auf einer einsamen Landstraße durch einen unwegsamen Wald ihr Unwesen treibt, so lange überlebt. Ansonsten ist nicht alles ganz stimmig und der Film braucht nach einem furiosen Auftakt eine Weile, um wieder richtig in Gang zu kommen. Auch wird nicht genügend über den aktuellen Urheber der geheimen Zeichen, die das Paar begleiten, aufgeklärt, aber alles in allem wird solide Horror-Unterhaltung geboten, mit einer beeindruckend taffen jungen Frau, die am Ende überzeugend ihren Mann steht.

Eine (von mir nicht näher geprüfte) Statistik besagt, dass von jährlich 130 Millionen Menschen, die sich auf einen Road Trip begeben, etwa 15.400 für immer verschwinden, und gerade in den Weiten der USA soll es einige durch einsame Gegenden führende Überland-Routen geben, die dafür berüchtigt sind – vielleicht sollte man dies für die nächste Camper-Urlaubs-Planung im Hinterkopf behalten…

 

  Regie: André Øvredal

Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess

Kamera: Federico Verardi

Schnitt: Martin Bernfeld

Musik: Christopher Young

 Besetzung:

Lou Llobell, Jacob Scipio, Melissa Leo, Joseph Lopez

  Paramount Pictures /Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=VT2tt-x5Hvk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=eNIn8kW1kyE (Englisch)

Mittwoch, 13. September 2023

Im Kino: A Haunting in Venice

Im Jahr 1947 hat sich der berühmte (belgische) Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) in Venedig zur Ruhe gesetzt, Verbrechen aufzuklären scheint ihn nicht mehr zu interessieren. Selbst seine alte Freundin, die Schriftstellerin Ariadne Oliver (Tina Fey), kann ihn nur mit Mühe aus seinem beschaulichen Leben herausreißen, indem sie ihn überredet, sie zu einer Séance in einer verwunschenen Stadtvilla zu begleiten. Da Poirot es gewohnt ist, die Dinge mit Ratio anzugehen, kommt ihm das Medium Joyce Reynolds (Michelle Yeoh), das vorgibt mit den Toten reden zu können, sofort dubios vor, aber als ein erster Mord geschieht und das geheimnisvolle Haus ein Eigenleben zu entwickeln scheint, lässt dies sogar den Meisterdetektiv mehr und mehr an seinem Verstand zweifeln…

Kenneth Branagh hat sich für die aktuelle Verfilmung eines Agatha-Christie-Krimis diesmal ein weniger bekannte Vorlage ausgesucht, was sich als geschickter Schachzug erweist, da so Vergleiche mit Vorgängerversionen ausbleiben. Aber auch sonst hält sich der Brite in vielen Dingen angenehm zurück, kein überbordendes Starensemble und vor allem keine bombastische CGI-Orgie, wie in seinen Adaptionen von „Mord im Orient Express“ und dem „Tod auf dem Nil“. Der im Titel enthaltene Begriff „Haunting“ kann sowohl „jemanden verfolgen“, als auch „Spuk“ bedeuten, und genau in dieser Dualität bewegt sich die Detektivgeschichte diesmal, neben der Suche nach einem Mörder werden jede Menge Gruselelemente eingestreut, und diese Mischung überzeugt durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen und einen entsprechenden Soundtrack.

Einiges bleibt natürlich unverändert: ein geschlossener Schauplatz mit einer Schar von unterschiedlichen Menschen, von denen jeder sein eigenes Geheimnis mit sich herumträgt, das der Detektiv im Vorbeigehen gleich mit aufdeckt, bevor er in bewährter Weise die finale Lösung des Verbrechens präsentiert. Dass Poirot stellenweise die Funktionsfähigkeit seiner kleinen grauen Zellen in Zweifel zieht ist ebenfalls ein reizvoller Aspekt, der Detektiv wankt, aber natürlich stürzt er nicht, und am Ende hat er das mysteriöse und grausame Rätsel des verwunschenen Hauses und der Verbrechen darin, wie zu erwarten, gelöst.

Trotz des Titels ist von Venedig nicht so viel zu sehen, da sich die Handlung fast ausschließlich in der Düsternis des alten Palazzos bewegt, aber dafür entschädigen die Eingangsszenen und am Ende ein wunderschöner Rundflug, bei der sich die Stadt noch einmal majestätisch in ihrer ganzen morbiden Pracht präsentiert darf. Auf jeden Fall ist Branagh ein solider Krimi gelungen, nichts Spektakuläres, aber schön anzuschauen und dabei angenehm altmodisch anmutend, genau das, was man bei diesem Stoff erwarten darf.

 


 Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Michael Green, b/a Roman „Hallowe’en Party“ von Agatha Christie

Kamera: Haris Zambarloukos

Schnitt: Lucy Donaldson

Musik: Hildur Guðnadóttir

 

Besetzung:

Kenneth Branagh, Michelle Yeoh, Jamie Dornan, Tina Fey, Riccardo Scamarcio, Camille Cottin, Kelly Reilly, Jude Hill

 

20th Century/ Walt Disney Studios

2023

103 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 14. September 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=XMUTZHHuZRQ (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=mYZMuTi4rwc (Englisch)

 

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Film-Rezensionen: Scary Stories to Tell in the Dark


Stella (Zoe Margaret Colletti) lebt in dem Städtchen Mill Valley und ist ein introvertiertes junges Mädchen, das gerne liest und Horrorgeschichten schreibt. Am Halloweenabend des Jahres 1968 ist sie mit ihren Freunde Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) unterwegs. Nachdem sie dem örtlichen Großmaul Tommy Milner (Austin Abrams) einen üblen Streich gespielt haben, werden sie von Ramón (Michael Garza), einem Jungen, der neu in der Stadt ist, gerettet. 

Auf der Flucht vor dem zornigen Tommy stehen sie schließlich vor dem verlassenen Anwesen der Familie Bellows am Rande der Stadt, das als Geisterhaus verschrien ist, nachdem es dort ein paar gruselige Vorkommnisse um Sarah, die Tochter des Hauses, gegeben haben soll. Die Vorliebe für gepflegtes Gruseln führt Stella und ihre Freunde geradewegs in dieses Haus, wo sie ein geheimnisvolles Buch finden und mitnehmen. Dieses Buch stellt sich als Tagebuch der Sarah Bellows heraus, in dem diese allerlei Horrorstories aufgeschrieben hat, und wie es scheint, hat sie diese Geschichten noch nicht beendet…
Ein solide gemachter Gruselfilm über ein verstorbenes Mädchen, dem einst Unrecht getan wurde und das nun nicht zur Ruhe kommen kann, ein klassischer Plot mit einigen schaurigen Figuren und Momenten, aber ohne Splatter-Momente. Die Charaktere sind sympathisch gezeichnet und deren jungen Darsteller überzeugen, insgesamt eine stimmige und spannende Geschichte mit Potenzial für eine Fortsetzung, insgesamt keine schlechte Wahl für einen Halloween-Kinoabend.



Regie: André Øvredal
Drehbuch: Dan + Kevin Hageman, Guillermo del Toro, b/a Story von Marcus Dunstan, Patrick Melton, nach Roman von Alvin Schwartz
Kamera: Roman Osin
Schnitt: Patrick Larsgaard
Musik: Marco Beltrami, Anna Drubich

Darsteller:
Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Austin Abrams, Dean Norris, Gil Bellows, Austin Zajur

Entertainment One
FSK 16
108 min.
Deutscher Kinostart: 31. Oktober 2019
 
 

Donnerstag, 4. Juli 2019

Film-Rezensionen: Annabelle 3 (Annabelle Comes Home)

Während Babysitter Mary Allen eines Abends im Hause des berühmten Dämonologen-Ehepaares Lorraine und Ed Warren auf deren Tochter Judy aufpasst, beschwört Mary Allens neugierige Freundin Daniela unbeabsichtigt sämtlich Dämonen herauf, die die Warrens in einer Kammer ihres Hauses sorgsam verschlossen glauben. Der Schlimmste von allen, der in der berüchtigten Puppe Annabelle steckt, sorgt für eine schlaflose Horrornacht, die die drei Mädel so schnell nicht mehr vergessen werden.
Ob es dem Zuschauer genauso ergeht, hängt von dem jeweiligen Geschmack in Bezug auf Horrorfilme ab. Wer es liebt, wenn Körperteile abgetrennt werden und das Blut nur so spritzt, der wird enttäuscht den Saal verlassen, denn – Achtung Spoiler!

 -– außer einem Huhn kommt niemand körperlich zu Schaden und selbst das geschieht außerhalb des Sichtfeldes.


Die Gruselelemente werden von recht guten Soundeffekten untermalt, die helfen, die Spannung immer wieder von neuem aufzubauen, durch endloses Hinauszögern werden die Nerven aufs Äußerste gereizt und die Erwartung auf die Spitze getrieben, doch ein ums andere Mal fällt diese Spannung nach einem – manchmal durchaus heftigen – Moment des Erschreckens in sich zusammen wie ein überladenes Kartenhaus. Es dürfen sich verschiedene Horrorfiguren austoben – vor allem eine blutrünstige Braut und ein wilder Werwolf – , alle dirigiert von der bösen Annabelle, die selbst allerdings ziemlich unbeweglich und auf ihren einmal gegebenen boshaften Gesichtsausdruck limitiert bleibt. Wie nach einem ordentlichen Albtraum ist am nächsten Morgen alles wieder gut und die Warrens können ihre geliebte Tochter unversehrt in die Arme schließen.

Wer die Effekte einer altmodischen Geisterbahn oder Schauergeschichten am Lagerfeuer mag und wer sich sehnlichst eine Fortsetzung der Annabelle- und Conjuringreihe gewünscht hat, kommt wahrscheinlich auf seine Kosten, die anderen warten auf härteren Stoff – vielleicht Chucky? („Child’s Play" - demnächst hier…)

Demonic spirits don’t possess things, they possess people.
It wanted to get inside of you. (Lorraine)



Regie: Gary Dauberman
Drehbuch: Gary Dauberman, b/a stroy von James Wan
Kamera: Michael Burgess
Musik: Joseph Bishara
 
Darsteller:
Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Patrick Wilson, Vera Farmiga

Warner Brothers/ New Line Cinema
106 min.
Deutscher Kinostart: 04. Juli 2019


Bilder und Clip ©Warner Bros.