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Donnerstag, 28. Mai 2026

Im Kino: Passenger

Maddie (Lou Llobell) und ihr Verlobter Tyler (Jacob Scipio) sind mit einem Camper unterwegs, als sie auf einer einsamen Landstraße an einem schrecklichen Unfall vorbeifahren. Danach scheint sie irgendetwas – oder irgendwer – zu verfolgen und ein wahrer Alptraum beginnt…

Dieser Horrorfilm über einen entsprechenden Horrortrip wartet mit einigen hübschen Grusel-Effekten auf, er gibt sogar eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb das junge Paar im Gegensatz zu anderen Opfern der gefährlichen Wesenheit, die zur Nachtzeit auf einer einsamen Landstraße durch einen unwegsamen Wald ihr Unwesen treibt, so lange überlebt. Ansonsten ist nicht alles ganz stimmig und der Film braucht nach einem furiosen Auftakt eine Weile, um wieder richtig in Gang zu kommen. Auch wird nicht genügend über den aktuellen Urheber der geheimen Zeichen, die das Paar begleiten, aufgeklärt, aber alles in allem wird solide Horror-Unterhaltung geboten, mit einer beeindruckend taffen jungen Frau, die am Ende überzeugend ihren Mann steht.

Eine (von mir nicht näher geprüfte) Statistik besagt, dass von jährlich 130 Millionen Menschen, die sich auf einen Road Trip begeben, etwa 15.400 für immer verschwinden, und gerade in den Weiten der USA soll es einige durch einsame Gegenden führende Überland-Routen geben, die dafür berüchtigt sind – vielleicht sollte man dies für die nächste Camper-Urlaubs-Planung im Hinterkopf behalten…

 

  Regie: André Øvredal

Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess

Kamera: Federico Verardi

Schnitt: Martin Bernfeld

Musik: Christopher Young

 Besetzung:

Lou Llobell, Jacob Scipio, Melissa Leo, Joseph Lopez

  Paramount Pictures /Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 28. Mai 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=VT2tt-x5Hvk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=eNIn8kW1kyE (Englisch)

Mittwoch, 13. August 2025

Im Kino: Bring her Back

Nach dem Tod des Vaters kommen die Geschwister Andy (Billy Barratt) und Piper (Sora Wong) zur Pflegemutter Laura (Sally Hawkins), die sich bereits um den stummen Jungen Ollie (Jonah Wren Phillips) kümmert, nachdem ihre eigene Tochter vor einem Jahr verstorben ist. Bald schon geschehen verstörende Dinge und es wird klar, dass in Lauras Haus etwas ziemlich Unheimliches vor sich geht…

Vorsicht: Die FSK-Freigabe ab 18 zeigt es bereits, dieser Horrorfilm ist nichts für schwache Nerven, es gibt ein paar Szenen, die auch Hartgesottene zum Schaudern bringen werden.

Die Story ist lange undurchschaubar, aber am Schluss fügen sich die meisten rätselhaften Andeutungen zu einem plausiblen Ganzen und die Geschichte erweist sich als in sich stimmig. Subtiler Horror im Wechsel mit Schockszenen, die gar nicht so sehr in Gestalt der üblichen Jump-Scares daherkommen, sondern durch Handlungen ausgelöste werden, die einfach nur die Haare zu Berge stehen lassen, untermalt von den dazu passenden schaurigen Geräuschen, halten die Spannung bis zum erlösenden Ende durchweg hoch.

Hier waren wahrliche Meister des Schockers am Werk, wer dies liebt, wird voll auf seine Kosten kommen, alle anderen halten sich besser fern…

 


 

 Regie: Danny + Michael Philippou

Drehbuch: Danny Philippou, Bill Hinzman

Kamera: Aaron McLisky

Schnitt: Geoff Lamb

Musik: Cornet Wilczek

 

Besetzung:

Billy Barratt, Sora Wong, Sally Hawkins, Mischa Heywood, Jonah Wren Phillips,

 

A24/ Sony Pictures

2025

104 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 14. August 2025

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8dO5b2rCGhY&list=PLV8SYu5H_eOJmVRFr12vTtNoeo6RsZGqF&index=1   (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=1I15ttCedfY  (Englisch)

 

 

Mittwoch, 20. September 2023

Im Kino: The Nun II

Schwester Irene (Taissa Farmiga) hat sich noch nicht ganz von ihrem ersten Aufeinandertreffen mit der dämonischen Nonne Valak (Bonnie Aarons) erholt, als sie erneut zur Hilfe gerufen wird, nachdem ein Priester im französischen Tarascon ermordet wurde. Es ist das Jahr 1956 und es gab bereits eine Reihe von unerklärlichen Ereignissen quer durch Europa, die alle ihren Ursprung in Rumänien zu haben scheinen. Zusammen mit der Novizin Debra (Storm Reid) macht sie sich auf den Weg nach Tarascon und trifft in einem ehemaligen Kloster, das nun als Mädchenschule dient, auf ihren alten Bekannten Maurice (Jonas Bloquet), der ihr bei ihrem gemeinsamen Abenteuer in Rumänien das Leben gerettet hatte. Wird es ihnen diesmal gelingen, das Geheiminis der schrecklichen Nonne aufzudecken und ihr endgültig das Handwerk zu legen?

Nach „The Nun“ geht diese neue Reihe in die zweite Runde, beides Ableger des überaus erfolgreichen „Conjuring“-Franchise, in dem die dämonische Nonne bereits in „Conjuring 2“ zu ihrem Auftritt kam und das geisterjagende Ehepaar Lorraine und Ed Warren im Visier hatte.

Auch wenn mit den üblichen Horrorstilelementen gearbeitet wird, gibt es den gesamten Film über eine Fülle durchaus gelungener visueller und akustischer Effekte, darunter ein paar Jump Scares, die den Namen wirklich verdienen. Das Setting ist exquisit gewählt, ein kleines französisches Dorf mit verwinkelten Gassen sowie eine Schule voller kreischender Mädchen, die in dem Gewirr düsterer Gänge und verbotener Kammern des alten Klosters von einem bösen Dämon von einem Schrecken in den nächsten gejagt werden. Dieser Dämon will aber nicht nur terrorisieren, er verfolgt ein wirkliches Ziel, da er sich in den Besitz einer Reliquie bringen will, die ihm noch mehr Macht verleihen wird, was die Aufgabe seiner Gegner damit klar definiert.

Wenn auch kein Meilenstein der Filmgeschichte erweist sich „The Nun II“ als solider Horrorthriller für alle Liebhaber des Genres, der sogar besser als der erste Teil daherkommt, was man auch nicht alle Tage erlebt.

 


 

Regie: Michael Chaves

Drehbuch: Ian Goldberg, Richard Naing, Akela Cooper, b/a den Figuen von James Wan und Gary Dauberman

Kamera: Tristan Nyby

Schnitt: Gregory Plotkin

Musik: Marco Beltrami

 

 

Besetzung:

Taissa Farmiga, Jonas Bloquet, Storm Reid, Anna Popplewell, Bonnie Aarons, Katelyn Rose Downey,Suzanne Bertish

 

 

Warner Bros. Germany

2023

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 21. September 2023

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=u8DA979z03E (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=8H1sm8jiXPs (Englisch)

 

 

 

Dienstag, 22. Juni 2021

Im Kino: A Quiet Place 2 (A Quiet Place Part II)

Nach dem Tod ihres Mannes (John Krasinski ) ist Evelyn Abbott (Emily Blunt) auf sich allein gestellt. Mit ihren Kindern, der gehörlosen Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und dem neugeborenen Baby verlässt sie die nicht mehr sichere Farm, um ein neues Zuhause zu finden. Auf ihrem Weg durch eine Welt der unheilvollen Stille, in der jedes Geräusch den sicheren Tod bedeuten kann – die blinden Aliens reagieren noch genauso geräuschempfindlich und aggressiv wie zuvor– begegnet die Familie weiteren Überlebenden, wie dem undurchsichtigen Emmett (Cillian Murphy), und trifft auf ein mysteriöses Radiosignal…

In der Fortsetzung des Überraschungserfolgs von 2018 hat der Horror nichts von seiner Intensität eingebüßt. Wieder gelingt es meisterlich, die Stille fast körperlich spürbar werden zu lassen, sowohl die forcierte, bei der man unter Aufbietung aller Kräfte jegliches Geräusch vermeidet, aber auch die stille Welt, in der die gehörlose Regan ohnehin lebt. War der erste Teil zusätzlich noch auf einen eng begrenzten Schauplatz limitiert, wird dieser nun ausgeweitet, ein cleverer Schachzug, ohne den die Fortsetzung buchstäblich an ihre Grenzen gestoßen wäre. Nun können die bereits bekannten Elemente fortgeführt, aber durch neue, situationsbedingte ergänzt, werden, so dass sich Grundspannung durchweg hochhalten lässt. Ebenfalls geschickt eingefügt wird in einem kurzen Einschub die dem ersten Teil fehlende Vorgeschichte des Tages, an dem die Aliens an einem heiteren Samstagnachmittag auf der Erde landeten und das Leben der Menschen von einem Moment auf den anderen für immer veränderten.

Alles in allem ein gelungenes Sequel, das nichts von seiner Intensität und der atemlosen Spannung eingebüßt hat, die schon den ersten Film auszeichnete, erweitert um die mittlerweile coronabedingt unfreiwillig gewonnene Erkenntnis, wie schnell es tatsächlich gehen kann, um unser Leben, wie wir es kannten, komplett auf den Kopf zu stellen, denn kurz nach der Pressevorführung des Films am 10. März 2020 und kurz bevor der Film in die Kinos kommen sollte, begab sich die Welt in einen kollektiven Lockdown…

 


 Regie: John Krasinski

Drehbuch: John Krasinski, b/a den Charakteren entwickelt von Scott Beck und Bryan Woods

Kamera: Polly Morgan

Schnitt: Michael P. Shawver

Musik: Marco Beltrami

 

Darsteller:

Emily Blunt, Millicent Simmonds, Cillian Murphy, Noah Jupe, John Krasinski, Djimon Hounsou,

 

Paramount Pictures Germany

97 min.

FSK 16

 

 (Nun endlich doch noch!) 

Deutscher Kinostart: 24. Juni 2021

 

 Trailer: https://www.facebook.com/256377877168/videos/321459189507504


Donnerstag, 20. Mai 2021

Heimkino: Hunted - Waldsterben (Hunted)

Eve (Lucie Debay) lässt sich in einer Bar von einem Fremden (Arieh Worthalter) zu einem Drink einladen – ein fataler Fehler, wie sich schnell herausstellt, denn der Fremde und ein plötzlich auftauchender Freund versuchen, Eve zu entführen, und ihr Gebaren dabei lässt nichts Gutes ahnen. Zunächst scheint Eve noch die Flucht zu gelingen, doch so leicht lassen die beiden Männer ihr Opfer nicht entkommen…

Wenn Eve die Bar verlässt und zu den beiden Fremden ins Auto steigt, weiß der
Zuschauer natürlich bereits, dass dies keine gute Idee ist, und nach Eves Flucht in einen Wald ist klar, dass das Ganze auf ein perfides Katz-und-Maus-Spiel hinauslaufen wird. Der Film entwickelt sich dann auch erwartungsgemäß: während die junge Frau auf der Hatz durch den Wald verzweifelt darum kämpft, ihren Verfolgern zu entkommen, darf ihr Jäger seine psychopathischen Züge genüsslich ausleben.

Aber Regisseur Paronnaud versucht, in seine Geschichte eine weitere Ebene einzuweben, mit einer Wolfsgeschichte, die im Vorspann eine Mutter (nein, nicht der Vater!) ihrem kleinen Jungen als Gruselgeschichte am Lagerfeuer erzählt, einem geheimnisvollen Wald und dem Märchen vom Rotkäppchen – so trägt Eve nicht zufällig ein rotes Jäckchen, das sie im grünen Wald weithin sichtbar sein lässt. 

Die Perspektiven verschieben sich nach und nach und es bahnt sich ein Rollentausch von Jäger und Gejagter an. Diese an sich gute Idee, aus der schwachen Frau eine furiose Rächerin zu machen und den Psychopathen auf das zu reduzieren, was in jedem frauenhassenden Macho steckt, nämlich ein winselndes Weichei, gelingt nicht ganz überzeugend, da fehlt der Inszenierung leider die Raffinesse. So gerät das unterschwellig angedeutete #MeToo-Drama beim Showdown am Ende eher zu einer Farce mit unfreiwillig komischen Sequenzen und auch die ihren Sohn auf das Überleben nach dem Weltuntergang vorbereitende Mutter darf die anfangs geweckten Erwartungen leider nicht erfüllen, so dass es am Ende doch nur ein konventioneller Thriller mit Horrorelementen geworden ist – schade!

 

Regie: Vincent Paronnaud

Drehbuch: Vincent Paronnaud, Léa Pernollet

Kamera: Joachim Pihilippe

Schnitt: Nicolas Sarkissian

Musik: Olivier Bernet

 

Darsteller:

Lucie Debay, Arieh Worthalter, Ciarán O’Brian, Ryan Brodie, Simone Milsdochter

 


Pandastorm Pictures

B/Frk/Irl 2020

FSK: 16

87 min.

 

Ab 21. Mai 2021 auf DVD, Blu-ray & Digital

 

Details DVD:

Laufzeit: ca. 84 min.

Bildformat: 1,85:1/ 16:9

Audio: DD 5.1

Sprache: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

Bonus: Trailer

EAN: 426 0428 0 5307 1

 

Details Blu-ray:

Laufzeit: ca. 87 min.

Bildformat: 1,85:1/ 1080p24/ AVC

Audio: DTS-HD MA 5.1

Sprache: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

Bonus: Trailer

EAN: 426 0428 0 5308 8

 

 Trailer: https://youtu.be/LZxwCGxePLY

Dienstag, 28. Januar 2020

Film-Rezensionen: Countdown


Eine App, die die Stunde unseres Todes voraussagt… Teenager Courtney (Elizabeth Lail) und ihre Freunde können nicht widerstehen, sich diese umgehend auf ihr Handy zu laden. Alle mit einer beruhigenden jahrzehntelangen Lebensspanne vor sich sind geneigt, das Ganze als Spaß abzutun. Bei denen allerdings, die angeblich nur noch wenige Tage oder gar Stunden zu leben haben, macht sich schnell eine gewisse Unruhe breit, die in Panik übergeht, als die ersten Opfer exakt zum vorhergesagten Zeitpunkt zu beklagen sind. Courtney und Leidensgenosse Matt (Jordan Calloway) machen sich daran, dem Geheimnis der teuflischen App auf die Spur zu kommen, um den mörderischen Fluch zu brechen, der anscheinend dahintersteckt…

Was wie ein originelle Idee für einen Horrorfilm klingt, wird leider nicht entsprechend umgesetzt. Einiges entwickelt sich allzu vorhersehbar, dafür ist anderes sehr konstruiert und steuert auf ein ziemlich unbefriedigendes Ende zu, bei dem das Rätsel einigermaßen plausibel aufgelöst werden soll (nicht gelungen) und andererseits offensichtlich die Weichen für eine Fortsetzung gestellt werden (nicht zu empfehlen).
Ein modernes Horrormärchen über die Macht des Internets und seine allgegenwärtigen Apps für jede Lebenslage hätte einen anderen Ansatz gebraucht, übersinnliche Kräfte als atavistische Bedrohung dagegen funktionieren auf anderen Ebenen, die hier vorgenommene Überlappung funktioniert nicht und bleibt unausgegoren. Ein paar milde Schockelemente reichen nicht, um einen Horrorfilm gelingen zu lassen, und ein Ende zu konstruieren, das alle Optionen offen halten muss, ist schändlich.




Regie: Justin Dec
Drehbuch: Justin Dec
Kamera: Maxime Alexandre
Musik: Danny Bensi, Saunder Jurriaans

Darsteller:
Elizabeth Lail, Jordan Calloway, Talitha Bateman, Peter Facinelli, Dillon Lane, Tom Segura
 
Universum Film (UFA)
FSK 16
90 min. 
Deutscher Kinostart: 30. Januar 2020

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Film-Rezensionen: Scary Stories to Tell in the Dark


Stella (Zoe Margaret Colletti) lebt in dem Städtchen Mill Valley und ist ein introvertiertes junges Mädchen, das gerne liest und Horrorgeschichten schreibt. Am Halloweenabend des Jahres 1968 ist sie mit ihren Freunde Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) unterwegs. Nachdem sie dem örtlichen Großmaul Tommy Milner (Austin Abrams) einen üblen Streich gespielt haben, werden sie von Ramón (Michael Garza), einem Jungen, der neu in der Stadt ist, gerettet. 

Auf der Flucht vor dem zornigen Tommy stehen sie schließlich vor dem verlassenen Anwesen der Familie Bellows am Rande der Stadt, das als Geisterhaus verschrien ist, nachdem es dort ein paar gruselige Vorkommnisse um Sarah, die Tochter des Hauses, gegeben haben soll. Die Vorliebe für gepflegtes Gruseln führt Stella und ihre Freunde geradewegs in dieses Haus, wo sie ein geheimnisvolles Buch finden und mitnehmen. Dieses Buch stellt sich als Tagebuch der Sarah Bellows heraus, in dem diese allerlei Horrorstories aufgeschrieben hat, und wie es scheint, hat sie diese Geschichten noch nicht beendet…
Ein solide gemachter Gruselfilm über ein verstorbenes Mädchen, dem einst Unrecht getan wurde und das nun nicht zur Ruhe kommen kann, ein klassischer Plot mit einigen schaurigen Figuren und Momenten, aber ohne Splatter-Momente. Die Charaktere sind sympathisch gezeichnet und deren jungen Darsteller überzeugen, insgesamt eine stimmige und spannende Geschichte mit Potenzial für eine Fortsetzung, insgesamt keine schlechte Wahl für einen Halloween-Kinoabend.



Regie: André Øvredal
Drehbuch: Dan + Kevin Hageman, Guillermo del Toro, b/a Story von Marcus Dunstan, Patrick Melton, nach Roman von Alvin Schwartz
Kamera: Roman Osin
Schnitt: Patrick Larsgaard
Musik: Marco Beltrami, Anna Drubich

Darsteller:
Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Austin Abrams, Dean Norris, Gil Bellows, Austin Zajur

Entertainment One
FSK 16
108 min.
Deutscher Kinostart: 31. Oktober 2019
 
 

Mittwoch, 4. September 2019

Film-Rezensionen: Es Kapitel 2 (It Chapter 2)

27 Jahre nachdem der Klub der Verlierer den Clown Pennywise (Bill Skarsgård) scheinbar besiegt hat, geschehen plötzlich wieder schlimme Dinge in der kleinen Stadt Derry, und so sieht sich  Mike (Isaiah Mustafa), der im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern des Clubs seinen Heimatort nie verlassen hat, gezwungen, seine alten Freunde zu kontaktieren, schließlich hatten sich alle als Kinder geschworen, zurückzukehren, sollte es notwendig sein. 

Es ist wie ein Klassentreffen, als sich Bill (James McAvoy), Beverly (Jessica Chastain), Richie (Bill Hader), Ben (Jay Ryan) und Eddie (James Ransone) wieder mit Mike zusammenfinden. Alle sind erwachsen geworden, aber bei näherem Hinsehen erkennen sie aneinander vertraute Züge und Marotten wieder. Auch wenn aus dem dicken Ben äußerlich ein sportlicher, smarter Typ geworden ist, tief in ihrem Inneren tragen alle noch die Narben ihrer Kindheit mit sich, und das, was sie damals zusammengebracht und zum Club der Loser gemacht hat, ist gleichzeitig ihre Schwäche, aber eben auch ihre Stärke, mit der sie das Böse schon einmal besiegt haben. Wird es auch diesmal, und dann für immer, gelingen?

Der Film knüpft an den sehr erfolgreichen ersten Teil aus dem Jahr 2017 an und ist, wie seine Protagonisten, erwachsen geworden. Die Handlung orientiert sich eng an der Romanvorlage von Stephen King – der einen launigen Cameo-Auftritt hat – und wagt sich sogar einigermaßen erfolgreich an das ziemlich abgedrehte Finale des Buches, allerdings mit einem modifizierten und stark abgeschwächten Ritual von Chüd. Durch die gesamte Handlung zieht sich der Schrecken, den das eigentlich namenlose Böse verbreitet, dessen Verkörperung als Horrorclown Pennywise nur eine Maske für etwas ist, was man nicht beschreiben kann, aber was die meisten mit sich herum tragen. Jeder von uns hat seine eigenen persönlichen Dämonen und wer oder was an diese Ängste rührt, erlangt dadurch seine Macht über uns, dies setzt der Film in teilweise verstörenden Bildern genial um.

Dazwischen wird die Spannung immer wieder durch kleine, humorige Szenen aufgelockert, es gibt jede Menge Anspielungen auf andere (Horror)Filme, weitere Cameo-Auftritte (unter anderem einer Regielegende), in diesen Szenen nimmt sich der Film selbst nicht mehr so ganz ernst, ebenso wie bei manchen Horrorelementen, die wie importiert aus einer mit absurden Gestalten bevölkerten Geisterbahn wirken. 

Aber schnell bleibt das Lachen dann doch wieder im Halse stecken, und Pennywise ist am unbarmherzigsten und grausamsten, wenn er sich an die Kleinsten oder Schwächsten heranmacht, hier hat auch der Film seine stärksten Schockmomente. Dass sich ihm ausgerechnet diese Klientel, der Club der Verlierer (würde man heute nicht sagen: Abgehängten?), zweimal entgegenstellt, ist ein starkes Zeichen, denn es signalisiert, dass sich jeder gemeinsam mit anderen wehren kann, es möglich ist, seine Kräfte mit anderen zu bündeln und den aufgeblasenen Popanz, der vielfach hinter einer Bedrohung steckt, unter Überwindung der eigenen jeweiligen Ängste und durch entschiedene gemeinsame Gegenwehr  anzugehen, bis irgendwann vielleicht nichts mehr von ihm übrig bleibt. – Eine ermutigende Botschaft!

Frage zum Schluss: Um wen handelt es sich bei der Regielegende und auf welchen Film spielt die Szene im Neibolt-Haus an? Anyone? Anyone? Gotta be f…… kiddin’!



Regie: Andy Muschietti
Drehbuch: Gary Dauberman, b/a Roman von Stephen King 
Kamera: Checco Varese
Schnitt: Jason Ballantine
Musik: Benjamin Wallfisch

Darsteller:
James McAvoy, Jessica Chastain, Bill Hader, Isaiah Mustafa, Jay Ryan, James Ransone, Andy Bean, Bill Skarsgård

Warner Bros.
USA 2019
169 min. 
Deutscher Kinostart: 05. September 2019

Mittwoch, 17. Juli 2019

Film-Rezensionen: Child's Play


Chucky is back! Darauf hat die Fangemeinde dieser Horrorpuppe sicher seit langem gewartet, nachdem die in den 1980ger Jahren gestartete populäre Reihe sich mit jeder Fortsetzung immer mehr zu einer bizarren Horrorschmonzette entwickelt hatte.

In diesem Reboot kehrt die Chucky Horror Picture Show nun wieder zurück, allerdings mit leicht veränderten Details, in denen man durchaus eine über das Genre hinaus reichende Kritik an unserer volldigitalisierten Welt erkennen kann. So steckt in Chucky kein wiedergeborener Serienmörder, sondern die aktuelle Puppe ist ein ganz normales Spielzeug, entwickelt von einem Unternehmen, das sich mit diversen Produkten für den rundum vernetzten Haushalt, vom Staubsauger über das Küchengerät bis zum Spielzeug – Siri, Alexa & Co. lassen grüßen – auf der Höhe der Zeit befindet. Dummerweise hat ein unzufriedener Mitarbeiter der Firma in dieser Puppe sämtliche eingebauten Sicherheitsfilter entfernt, und so kommt eine etwas andere Version in das Heim des Teenagers Andy (Gabriel Bateman) und seiner Mutter Karen (Aubrey Plaza).

Andy ist ein Einzelgänger, und zwischen ihm und Chucky entwickelt sich eine Freundschaft, die an jene zwischen E.T. und Elliott erinnert, was auch in diversen Szenen zitiert wird. Allerdings wacht Chucky immer eifersüchtiger darüber, dass keine störenden Einflüsse ihre Beziehung beeinträchtigen, zur Not müssen diese dann halt eliminiert werden. Wie andere Fremdlinge lernt er alles, was er dafür braucht, aus dem Fernseher. Allerdings laufen dort Filme wie das „Texas Chainsaw Massacre", und so löst manch unbedachtes Wort von Andy gegen eine andere Person das ein oder andere Blutbad aus, wer auf Slasher-Elemente steht, wird sicher auf seine Kosten kommen. Wie im wahren Leben zeigt sich, dass man keine Feinde braucht, wenn man solche Freunde hat, aber wie wird man die Geister, die man rief, am Ende wieder los, eine Frage, die wir alle uns vielleicht bald stellen müssen…

Der Film spielt mit alten und bekannten Ängsten und fügt ein paar neue hinzu, wann wird der erste durchgeknallte Programmierer zuschlagen, wer hört uns heute schon in unserem smart aufgerüsteten Heim zu, und wann wird das Internet der Dinge die Herrschaft übernehmen. Chucky ist im Grunde kein schlechter Kerl, so die Botschaft, er will nur unser Freund sein und schießt dabei manchmal ein wenig übers Ziel hinaus, dabei wendet er lediglich an, was er in seinem Umfeld von den Menschen lernt und aufschnappt. Hier können wir die Gefahr an seinen drohend rot aufleuchtenden Augen erkennen, so einfach machen es uns die anderen Dinge nicht, da müssen wir schon auf subtilere Zeichen achten, sonst flüstern uns Alexa, Siri, Cortana und ihre Freunde eines Tages zu: Time to play!



Regie: Lars Klevberg
Drehbuch: Tyler Burton-Smith, b/a Charakteren von Don Mancini
Kamera: Brendan Uegama
Schnitt: Tom Elkins, Julia Wong
Musik: Bear McCreary

Darsteller:
Aubrey Plaza, Gabriel Bateman, Mark Hamill (Stimme), Brian Tyree-Henry, Tim Matheson,

Orion Pictures/ MGM
90 min.
Deutscher Kinostart: 18. Juli 2019




Donnerstag, 4. Juli 2019

Film-Rezensionen: Annabelle 3 (Annabelle Comes Home)

Während Babysitter Mary Allen eines Abends im Hause des berühmten Dämonologen-Ehepaares Lorraine und Ed Warren auf deren Tochter Judy aufpasst, beschwört Mary Allens neugierige Freundin Daniela unbeabsichtigt sämtlich Dämonen herauf, die die Warrens in einer Kammer ihres Hauses sorgsam verschlossen glauben. Der Schlimmste von allen, der in der berüchtigten Puppe Annabelle steckt, sorgt für eine schlaflose Horrornacht, die die drei Mädel so schnell nicht mehr vergessen werden.
Ob es dem Zuschauer genauso ergeht, hängt von dem jeweiligen Geschmack in Bezug auf Horrorfilme ab. Wer es liebt, wenn Körperteile abgetrennt werden und das Blut nur so spritzt, der wird enttäuscht den Saal verlassen, denn – Achtung Spoiler!

 -– außer einem Huhn kommt niemand körperlich zu Schaden und selbst das geschieht außerhalb des Sichtfeldes.


Die Gruselelemente werden von recht guten Soundeffekten untermalt, die helfen, die Spannung immer wieder von neuem aufzubauen, durch endloses Hinauszögern werden die Nerven aufs Äußerste gereizt und die Erwartung auf die Spitze getrieben, doch ein ums andere Mal fällt diese Spannung nach einem – manchmal durchaus heftigen – Moment des Erschreckens in sich zusammen wie ein überladenes Kartenhaus. Es dürfen sich verschiedene Horrorfiguren austoben – vor allem eine blutrünstige Braut und ein wilder Werwolf – , alle dirigiert von der bösen Annabelle, die selbst allerdings ziemlich unbeweglich und auf ihren einmal gegebenen boshaften Gesichtsausdruck limitiert bleibt. Wie nach einem ordentlichen Albtraum ist am nächsten Morgen alles wieder gut und die Warrens können ihre geliebte Tochter unversehrt in die Arme schließen.

Wer die Effekte einer altmodischen Geisterbahn oder Schauergeschichten am Lagerfeuer mag und wer sich sehnlichst eine Fortsetzung der Annabelle- und Conjuringreihe gewünscht hat, kommt wahrscheinlich auf seine Kosten, die anderen warten auf härteren Stoff – vielleicht Chucky? („Child’s Play" - demnächst hier…)

Demonic spirits don’t possess things, they possess people.
It wanted to get inside of you. (Lorraine)



Regie: Gary Dauberman
Drehbuch: Gary Dauberman, b/a stroy von James Wan
Kamera: Michael Burgess
Musik: Joseph Bishara
 
Darsteller:
Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Patrick Wilson, Vera Farmiga

Warner Brothers/ New Line Cinema
106 min.
Deutscher Kinostart: 04. Juli 2019


Bilder und Clip ©Warner Bros.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Film-Rezensionen: The Possession of Hannah Grace


Die Ex-Polizistin Megan Reed (Shay Mitchell) hat nach einem traumatischen Ereignis mit anschließender Reha-Maßnahme einen neuen Job: sie nimmt während der Nachtschicht in der Leichenhalle eines Krankenhauses die dort eingelieferten Toten in Empfang. Die düstere Umgebung macht ihr keine Angst, bis eines Nachts die schlimm zugerichtete Leiche von Hannah Grace eingeliefert wird, einer junge Frau, die drei Monate zuvor während eines Exorzismus gestorben ist. Die bösartige Macht in ihr hat sich nicht austreiben lassen, sondern sucht nun nach einem neuen Körper, und für Megan beginnt ein wahrer Albtraum.

Ein Leichenschauhaus bei Nacht ist für sich gesehen bereits ein unheimlicher Ort, wenn dann die Leichen nicht mal richtig tot sind, ist Gruseln garantiert. Der Film liefert einige erwartbare Horror- und Schockeffekten, besonders die Versuche zu Beginn des Films, den Dämon auszutreiben, sind nichts für ganz schwache Nerven, wobei allerdings die Frage unbeantwortet bleibt, wieso ein mächtiger Dämon zwar mit reiner Willenskraft Menschen durch die Luft schleudern kann, dagegen nicht in der Lage ist, die Schlingen zu lösen, die ihn in Gestalt der Hannah Grace ans Bett fesseln.

Insgesamt aber dennoch eine solide Inszenierung mit einer robusten Heldin, die sich nicht einschüchtern lässt, sondern die gestellte Aufgabe offensichtlich nutzt, ihr angeknackstes Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Shay Mitchell, Star der Serie „Pretty Little Liars“ überzeugt als starke Heldin, die sich dem fremden Dämon stellt, um am Ende ihre eigenen zu besiegen.





Regie: Diederik Van Rooijen 
Drehbuch: Brian Sieve
Kamera: Lennert Hillege
Schnitt: Stanley Kolk, Jake York
Musik: John Frizzell

Darsteller:
Shay Mitchell, Grey Damon, Kirby Johnson, Nick Thune

 Sony Pictures
86 min.
Deutscher Kinostart: 31. Januar 2019


Copyright Bild und Clip: Sony Pictures

Dienstag, 12. Juni 2018

Film-Rezensionen: Hereditary - Das Vermächtnis


Die Grahams – Mutter Annie, Vater Steve, Sohn Peter und Tochter Charlie – leben in einem großen Haus am Waldrand, eine scheinbar normale amerikanische Familie wie viele. Annie (Toni Collette) ist Künstlerin und gestaltet Puppenhaus-Miniaturen, während Steve (Gabriel Byrne) als Psychotherapeut praktiziert. Peter (Alex Wolff) lebt sein Teenagerleben zwischen Highschool und Abhängen mit Freunden, einzig seine jüngere Schwester Charlie (Milly Shapiro) scheint ein Sonderling zu sein, die mit einige Phobien zu kämpfen hat.
Eines Tages stirbt Annies Mutter Ellen Leigh. Zwischen Annie und ihrer dominanten Mutter gab es zeitlebens Spannungen, während Enkelin Charlie ein enges Verhältnis zu ihrer Großmutter hatte, so dass sie der Verlust hart trifft und ihr manchmal sonderbares Verhalten sich noch verstärkt.
Als Peter eines Tages mit seiner Schwester von einer Party bei Freunden zurückkehrt, nimmt das Schicksal eine verhängnisvolle und grausame Wendung, dabei spielt die hilfsbereite freundliche Joan (Ann Dowd), eine Bekannte aus Annies Selbsthilfegruppe für trauernde Angehörige, eine immer größer werdende Rolle.

Das unterschwellig ungute Gefühl, das der Film durch kleine Begebenheiten von Anfang an erzeugt, entwickelt sich bald zu einem Alptraum, in dem die Familie Graham in ihrem einsamen Haus immer tiefer versinkt, allein mit einer schicksalhaften Familiengeschichte und daraus resultierenden Vorbestimmungen. Alle Personen geraten in einen immer schneller rotierenden Strudel, bis zum furiosen Ende, das nichts für schwache Nerven ist und aus einem Mystery-Thriller einen veritablen Horrorfilm macht, der Anlehnungen an Klassiker wie „Rosemary's Baby" zeigt, aber am Ende weit darüber hinausgeht.
Regisseur und Drehbuchautor Ari Aster hat sich bereits in einigen beachteten Kurzfilmen mit Familienritualen und Familientraumata beschäftigt, bevor er nun mit seinem ersten Spielfilm noch tiefer und vehementer in diese Thematik eintaucht. Nach seinen Angaben haben ihn dramatische Ereignisse in seiner eigenen Familie inspiriert, die innerhalb kurzer Zeit einige schwere Schicksalsschläge verarbeiten musste. Den nun von ihm präzise und kunstvoll inszenierten Alptraum, den sein Film genüsslich ausbreitet, treibt er auf die Spitze, bis zum bitteren und noch verstörenderen Ende, als man es sich zu Beginn vorstellen mag. Bereits in der ersten Einstellung lässt er eine von seiner Hauptfigur entworfene Puppenhausszene mit einer realen Szene verschmelzen und schafft so die Grundlage für die Mitglieder seiner Filmfamilie, die, getrieben von einem fatalen Fluch und von starken äußeren Kräften, wie Puppen bewegt, am Ende ihrem Schicksal nicht entkommen können.

Es ist – wie gesagt – ein Horrorfilm und wenn man dieses Genre mag, kann man sich der Intensität der Handlung nicht entziehen. Es bleibt allerdings fraglich, ob jeder Zuschauer den letzten Schritt bei dem verstörenden und furiosen Ende mitgeht, und die Grundidee des am Ende doch sehr konstruierten Horrors von Abstammung und Blutlinie und des daraus resultierenden vorherbestimmten Schicksals der Familie Graham lässt sich auf keinen Fall auf den generellen Ballast, den wahrscheinlich jede Familie mit sich herumträgt, übertragen, was den aufgewühlten Zuschauer dann doch wieder beruhigen mag.
 

Regie und Drehbuch: Ari Aster 
Kamera: Pawel Pogorzelski 
Schnitt: Jennifer Lame 
Musik: Colin Stetson

Darsteller:

Annie Graham – Toni Collette
Steve Graham – Gabriel Byrne
Peter Graham – Alex Wolff
Charlie Graham – Milly Shapiro
Joan – Anne Dowd

Splendid Film
USA 123 min.
Kinostart: 14. Juni 2018