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Mittwoch, 28. Januar 2026

Heimkino: 22 Bahnen

Tilda (Luna Wedler) studiert Mathematik und jobbt an der Supermarktkasse, vor allem aber kümmert sie sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier), denn ihrer beider Mutter (Laura Tonke) hat immer wieder alkoholbedingte Ausfälle und bekommt ihr Leben nicht in den Griff. Als Tilda ein verlockendes Promotionsangebot erhält, für das sie jedoch nach Berlin umsiedeln müsste und außerdem noch Viktor (Jannis Niewöhner) auftaucht, mit dem sie einen traurigen Schicksalsschlag teilt, muss Tilda eine schwerwiegende Entscheidung treffen, während sie regelmäßig ihre 22 Bahnen im Schwimmbad zieht…

Der dem Film zugrundeliegende gleichnamige Roman der Jungautorin Caroline Wahl war auf Anhieb ein großer Erfolg, was zwangsläufig zu einer baldigen Verfilmung führen musste. Wer das Buch kennt, wird allerdings im Film nichts grundlegend Neues finden, und wer den Film schaut, braucht das Buch nicht mehr zu lesen, was nicht heißen soll, dass beides schlecht wäre. Hier soll es aber um den Film gehen, der das Leben in einer Co-Abhängigkeit zeigt, immer am Rand des Untergangs und auf den Schultern einer jungen Frau, die mit ihren verschiedenen Rollen völlig überfordert ist, von Luna Wedler in lakonischer Sachlichkeit interpretiert.

Die stärksten Szenen gehören allerdings der Mutter, von Laura Tonke grandios verkörpert, die in ihrem Scheitern immer wieder Momente vergeblich angestrebter Stärke und hoffnungsloser Zerbrechlichkeit zeigt, die ihre Kinder permanent im Stich lässt und dabei selbst vom Leben im Stich gelassen zurückbleibt.

 

Die doppelbödige Liebesgeschichte mit dem eher blass bleibenden Viktor und Tildas seltene Ausbrüche in ein normales Leben mit Gleichaltrigen, Partys und eigenen Drogenerfahrungen bleiben zu schwach, um daraus einen echten Kontrapunkt zum trüben Alltag zu bilden, und auch die Schwimmbadszenen werden ihrer Bedeutung für die Geschichte nicht immer gerecht.

 

Dass der Film es bewusst vermeidet, zu sehr als Sozialdrama daher zu kommen ist Stärke und Schwäche zugleich, wer sich von Ersterem eher abgeschreckt fühlen würde, wird dennoch eine Leichtigkeit vermissen, die dem Thema die Schwere nehmen könnte und ein befreiendes Lachen, was zu einem richtigen Drama immer unbedingt dazu gehört. 

 

 

Regie: Mia Maariel Meyer

Drehbuch: Elena Hell, b/a Roman von Caroline Wahl

Kamera: Emil Härdtlein

Schnitt: Jamin Benazzouz

Musik: Dascha Dauenhauer

 

Besetzung:

Luna Wedler, LauraTonke, Sabrina Schieder, Zoë Baier, Jannis Niewöhner

 

 Constantin Film

LEONINE Home Entertainment

102 min.

FSK 12

 © LEONINE Studios

 

Heimkinostart: 23. Januar 2026

  

 Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=vkj0AFB9WXM  (Deutsch)

Mittwoch, 7. Januar 2026

Heimkino: The Negotiator (Relay)

Ash (Riz Ahmed) hat sich darauf spezialisiert, Whistleblower zu schützen, die kalte Füße bekommen, indem er einen Deal zwischen ihnen und ihren Unternehmen vermittelt, die sicher sein wollen, auch wirklich alle kompromittierenden Unterlagen zurückzuerhalten – gegen ein gewisses Entgelt, versteht sich. Er selbst bleibt dabei absolut anonym und hat dafür ein cleveres und erfolgreiches System entwickelt, wie seine bisherige Bilanz beweist. Da bringt eine neue Klientin (Lily James) plötzlich alle Beteiligten in Schwierigkeiten und Ash wird gezwungen, seine sichere Zone zu verlassen…

Dass man sich als deutschen Titel etwas Englisches ausgedacht hat, scheint wenig sinnvoll, allerdings können sich Deutsche unter einem „Negotiator“ wahrscheinlich mehr vorstellen, als unter dem Originaltitel „Relay“, der sich auf etwas bezieht, das es so – zumindest meines Wissens – hierzulande nicht gibt. Dahinter steckt nämlich die Möglichkeit für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung zu telefonieren, indem sie einem Dienst (eben dem Relay-Dienst) über ein spezielles Gerät eingetippte Nachrichten zukommen lassen, die dieser dann ihrem Gesprächspartner vorliest und umgekehrt. Die Tatsache, dass dabei Anrufer und Angerufener nicht direkt in Kontakt miteinander treten, ist hier allerdings die Möglichkeit für den Protagonisten Ash, sein Geschäft zu betreiben, indem weder er noch seine eigene Stimme dem Gegenüber jemals bekannt werden.

Ausgehend von dieser Prämisse entwickelt sich eine spannende Geschichte im Stile eines Agententhrillers mit einigen überraschenden Wendungen, über die hier natürlich nichts verraten werden soll. Riz Ahmed ist großartige als der schweigende, effizient arbeitende Einzelgänger, der alles im Griff zu haben scheint und Lily James macht ihre Sache auch gewohnt gut.

 

Ein Film für alle, die Spaß an intelligenten Katz- und Mausspielen haben, der es versteht, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten.

 

  

Regie: David Mackenzie

Drehbuch: Justin Piasecki

Kamera: Giles Nuttgens

Schnitt: Matt Mayer

Musik: Tony Doogan

 

Besetzung:

Riz Ahmed, Lily James, Sam Worthington, Willa Fitzgerald, Jared Abrahamson, Pun Bandhu, Elisa Davis

  

Black Bear, AscotElite, Leonine

2024

112 min.

FSK 12

 Ab 9. Januar 2026 als DVD, Blu-ray sowie digital erhältlich

 

 

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4-iy_NHH7Ic (Deutsch)

  https://www.youtube.com/watch?v=6lopcPvgkPM (Englisch)

 

Freitag, 2. Januar 2026

Das Filmjahr 2025

Auch dieses Jahr wieder eine Rückschau auf meine Favoriten, wie im letzten Jahr insgesamt wenige wirkliche Höhepunkte, aber entscheidet wieder selbst:

 

- Das Licht   Haushaltshilfe bringt Licht ins Dunkel einer dystopischen Familie…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/03/im-kino-das-licht.html

- Mickey 17   Mickey muss immer wieder sterben, im Namen der Wissenschaft…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/03/im-kino-mickey-17.html

- Blood & Sinners   Wenn du ständig mit dem Teufel tanzt, dann folgt er dir eines Tages nach Hause!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/04/im-kino-blood-sinners.html

- F1 – Der Film   Ebenso rasant wie unterhaltsam - für F1-Fans ein Muss!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/06/im-kino-f1-der-film-f1-movie.html

- Bugonia  Wie erkennt man einen Außerirdischen… Remake der schrägen südkoreanischen Komödie von 2003 – noch schräger und stellenweise urkomisch!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/10/im-kino-bugonia.html

- Sisu – Road to Revenge   Er will doch nur in Ruhe gelassen werden - Nach den Nazis sind nun die Russen hinter ihm her!  Brutal, aber ungemein unterhaltsam.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/11/im-kino-sisu-road-to-revenge.html

 

Dann gefielen mir noch die folgenden Filme:

- We live in time   Gelungenes Melodram über das Leben, Glück und Leid und den ganzen Rest, hervorragend gespielt und inszeniert

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/01/im-kino-we-live-in-time.html

- Pfau – Bin ich echt?    Tragikomödie über einen Mann ohne Eigenschaften…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/02/im-kino-pfau-bin-ich-echt.html

- Stormskärs Maja – Von Liebe getragen, von Stürmen geprägt   Bildgewaltiges Drama um Liebe, Natur und eine starke Frau

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/04/im-kino-stormskars-maja-von-liebe.html

- Black Bag – Doppeltes Spiel   Wer ist der „Maulwurf“? Intelligente Agentengeschichte

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/05/im-kino-black-bag-doppeltes-spiel.html

- Thunderbolts*   Die zweite Garde der Avengers startet eindrucksvoll durch!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/05/im-kino-thunderbolts.html

- Memoiren einer Schnecke   Herzergreifender Stop-Motion-Film über Leben, Schicksal und wie man trotz aller Widrigkeiten nie den Mut verliert – aber Achtung: Definitiv kein Kinderfilm!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/07/im-kino-memoiren-einer-schnecke-memoir.html

- The Negotiator    Intelligentes Katz-und-Maus-Spiel, spannend bis zum Schluss

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/09/im-kino-negotiator-relay.html

- Stiller   Ich bin nicht Stiller!    Gelungene Verfilmung des Romans von Max Frisch mit Krimielementen

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/10/im-kino-stiller.html

- Das Verschwinden des Josef Mengele   Altnazi im Exil und in der Krise…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/10/im-kino-das-verschwinden-des-josef.html

- Amrum   Schicksal einer Familie auf der Nordseeinsel in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs – Ein Hark Bohm Film von Fatih Akin

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/10/im-kino-amrum.html

- Therapie für Wikinger   Skurrile Komödie aus Dänemark mit einem großartigen Mads Mikkelsen

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/12/im-kino-therapie-fur-wikinger.html

- Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße   Tragikomödie und letzter Film von Wolfgang Becker („Goodbye Lenin“) mit einem bestens aufgelegten Charly Hübner als Hochstapler wider Willen

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/12/im-kino-der-held-vom-bahnhof.html

 

Besondere Erwähnung:

- Avatar 3 – Fire and Ash   Dritter Teil der Reihe um die blauen Bewohner von Pandora – nicht so bemerkenswert, wie der Hype darum glauben machen möchte, wäre aber ein gelungener Abschluss der Reihe

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/12/im-kino-avatar-3-fire-and-ash.html

 

Gar nicht mein Fall:

- One Battle after Another Man kämpft sich so durch auf einer irrwitzigen Tour-de-Force, mit einer durchaus gelungenen Sequenz gegen Ende, die mich ansonsten aber in jeder Hinsicht ziemlich unberührt gelassen hat…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/09/im-kino-one-battle-after-another.html

- Chainsaw Man – The Movie: Reze Arc   Anime-Geschichte auf der großen Leinwand, für Fans ein Fest, für andere wie mich nicht so…

https://wandasnewworld.blogspot.com/2025/10/im-kino-chainsaw-man-movie-reze-arc.html

  

Und ein Ausblick auf den Januar:

- Song Sung Blue   Berührende Tragikomödie nach einer wahren Geschichte um ein Ehepaar, das als Coverband nach dem großen Erfolg sucht, mit den großartigen Darstellern Hugh Jackman und Kate Hudson!

Rezension folgt!



 

Auf ein gutes neues Filmjahr 2026!

 

 

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Im Kino: Therapie für Wikinger

Nach einem Bankraub kann einer der Räuber namens Anker (Nikolaj Lie Kaas) vor seiner Verhaftung das erbeutete Geld in einem Schließfach deponieren und vertraut den Schlüssel seinem geistig etwas verwirrten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen) an. Dieser soll die Tasche mit der Beute beim Haus ihrer Mutter mitten im Wald vergraben, aber als Anker nach vierzehn Jahren aus dem Gefängnis kommt, kann Manfred, der inzwischen nur noch auf den Namen John (Lennon) hört, sich nicht mehr so recht erinnern, wo das Geld geblieben ist, woraufhin es in dem Haus im Wald aus verschiedenen Gründen bald ziemlich turbulent zugeht…

In dieser Geschichte geht es einerseits um eine weit zurückreichende Familientragödie, Manfred war immer ein Kind, das in seiner eigenen Welt lebte und der Einzige, der ihm zur Seite stand, war sein Bruder Anker, der dann leider später auf die schiefe Bahn geriet. Die Brüder sowie eine kleine Schwester litten zusammen unter einem brutalen Vater, der die Familie terrorisierte, hier geht es offensichtlich um bewältigte oder auch unbewältigte Traumata.

 

Eine zweite Ebene des Films bewegt sich in der Welt von Menschen mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung, und es gelingt, diese in ihrem Wahn so würdevoll darzustellen, dass man mit ihnen lachen kann, ohne sich über sie lustig zu machen, hieraus schöpft Regisseur Jensen ein Füllhorn von bizarren Ideen und einen ebensolchen Humor.

 

Damit nicht genug entwickelt sich, als ein ehemaliger Kumpel von Anker auftaucht, der seinen Anteil aus der damaligen Beute einfordert, eine Gangstergeschichte, die in teilweises heftige Gewaltszenen mündet, bei denen das Lachen im Halse stecken bleibt.

 

Dass das alles dennoch zu einem in sich stimmigen Ganzen verschmilzt, ist der gelungen Inszenierung, aber vor allem den hervorragenden Darstellern, allen voran dem großartigen Mads Mikkelsen zu verdanken, der als völlig verhuschter Manfred einmal mehr seine erstaunliche Vielseitig beweist.

 

Wer Spaß an absurder Komik und nicht allzu zart besaitet ist – es gibt tatsächlich ein paar sehr heftige Szenen – wird sich bestens amüsieren und darf sich nach einer turbulenten Tour de Force auf ein versöhnliches Ende freuen.

 

 

 

Regie: Anders Thomas Jensen

Drehbuch: Anders Thomas Jensen

Kamera: Sebastian Blenkov

Schnitt: Anders Albjerg Kristiansen

Musik: Jeppe Kaas

 

Besetzung:

Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Nicolas Bro, Sofie Gråbøl, Lars Ranthe, Kardo Razzazi, Lars Brygmann, Søren Malling, Bodil Jørgensen

 

maxdome/ splendid film/ Neue Visionen

2025

116 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 25. Dezember 2025

 

 

Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=5cNIVlXNlaM (Deutsch)

Dienstag, 23. Dezember 2025

Im Kino: Anaconda

Doug (Jack Black), ein desillusionierter Hochzeitsvideofilmer, und sein in die Jahre gekommenes Freundestrio (Paul Rudd, Thandiwe Newton, Steve Zahn) beschließen, den gemeinsamen Lieblingsstreifen „Anaconda“ noch einmal zu verfilmen und reisen, der Authentizität wegen, nach Brasilien an den Amazonas. Dort engagieren sie den Reptilienfreund Santiago und seine Anaconda Heitor, aber dann gerät ihr Projekt nach vielversprechendem Beginn in eine Schieflage, der Urwald und plötzlich auftauchende Kriminelle sowie eine außerhalb des Drehbuchs agierende Riesenschlange lassen das Projekt mehr und mehr im Chaos versinken…

Beim Blick auf die Besetzungsliste lässt sich erkennen, dass hier kein ernsthafter Tierhorrorfilm zu erwarten ist, mit derben Witzen und haarsträubenden Aktionen nimmt man das Genre aufs Korn. Zwischendurch gibt es ein paar blutig-ernste Szenen, bei denen der Film seinen eigenen Ansatz beinahe verliert, aber dann geht es doch im gewohnten Stil weiter, so dass die Brüche am Ende ohne Folgen bleiben.

 

Insofern zündet die Nebenhandlung um die kriminellen Schurken nicht so ganz, aber die bestens aufgelegte Chaos-Truppe um Jack Black gibt alles und die eingestreuten Meta-Elemente um den "Anaconda"-Film von 1997 machen zusätzlich Spaß. Wer eine Antenne für diese Art Humor hat, der immer mal wieder über das Ziel hinausschießt, erlebt einen durchaus unterhaltsamen Kinoabend.



 

Regie: Tom Gormican

Drehbuch: Tom Gormican, Kevin Etten, b/a Script von

Hans Bauer, Jim Cash, Jack Epps Jr.

Kamera: Nigel Bluck, Richard Bluck, Matt Toll

Schnitt: Craig Alpert, Gregory Plotkin

Musik: David Fleming

 

Besetzung:

Jack Black, Paul Rudd, Thandiwe Newton, Steve Zahn, Daniela Melchior, Selton Mello, Ice Cube

  

Sony Pictures Germany

2025

99 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 25. Dezember 2025

 

 

Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=pxq2AyIKmmw (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=az8M5Mai0X4 (Englisch)

 

Im Kino: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Michael Hartung (Charly Hübner) führt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung mehr schlecht als recht eine Kiez-Videothek in Berlin. Eines Tages konfrontiert ihn ein rühriger Reporter (Leon Ullrich) mit seiner Vergangenheit: Hartung soll als Bahnmitarbeiter im Jahr 1984 planvoll einen ganzen Zug über eine verstellte Weiche am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen umgeleitet haben und so zum Urheber der größten Massenflucht der DDR-Geschichte geworden sein. Obwohl das Ganze ein bisschen anders war, spielt der gutmütige und in Geldnot befindliche Michael mit, nicht ahnend, welche Wellen die Geschichte gerade pünktlich zum dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls schlagen wird…

Regisseur Wolfgang Becker, der mit seiner Wende-Komödie „Good Bye, Lenin“ große Erfolge feiern konnte, knüpft mit diesem seinem letzten Film – er verstarb leider kurz nach Beendigung der Dreharbeiten – satirisch an die Befindlichkeiten dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung an. Was von offizieller Seite mit entsprechenden Feierlichkeiten begangen wird, die notorische Ostalgie mit den üblichen Reden von ehemaligen Dissidenten und die teilweise verklärten Erinnerungen, durch das alles fegt plötzlich mit der bisher unbekannten Geschichte des vermeintlichen stillen Helden Michael Hartung ein frischer Wind.

 

Dass Hartung damals gar nicht die Absicht hatte, 127 Zuginsassen zur Flucht in den Westen zu verhelfen, sondern dass es sich um ein bloßes Versehen handelte, möchte niemand wissen. Er wird zum Spielball verschiedenster Interessen, angeführt von dem überambitionierten Journalisten auf den Spuren eines Claas Relotius, in Diensten eines Magazins, das in seiner Aufmachung sehr an den SPIEGEL gemahnt. Profilierungssüchtige Politiker, die Filmbranche, immer auf der Suche nach dankbaren Sujets, alle wollen ihren Anteil am verlockenden Kuchen, der Aufmerksamkeit und Profit verspricht, ebenso werden alte DDR-Seilschaften aus der Versenkung gelockt, sie alle stürzen sich auf Hartung, bis dieser den Druck nicht mehr aushält und er die Wahrheit nur noch hinausschreien möchte. Aber da hat die ihn belagernde Meute bereits ein neues, noch vielversprechenderes „Opfer“ gefunden und Hartung ist so schnell raus, wie er gekommen ist.

 

Dies alles hat Becker zu einer amüsanten Komödie verwoben und dabei eine Schar von erstklassigen Akteuren versammelt, die teilweise in Kurzauftritten glänzen dürfen, während ein liebenswürdig-verschmitzter Charly Hübner den Film wunderbar zu tragen weiß. Vom Verlierer zum Helden und zurück ins normale Leben, er meistert seine Rolle absolut souverän. Ebenso gelingt es seinem Regisseur, alle tückischen Klippen zu umschiffen, die aus einer solchen Geschichte eine allzu seichte Klamotte hätte werden lassen. Dafür sorgen liebevoll arrangierte Szenen, für Nostalgiker angereichert mit netten Anspielungen, wie die Talkshow-Episode, in der Hübners Michael Hartung von der Ost-Ikone Katharina Witte im Stile Romy Schneiders angeflirtet wird („Sie gefallen mir…Sie gefallen mir sehr!).

 

Zum Abschluss des Jahres auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die eine wirklich gelungene deutsche Komödie erleben möchten und ein wehmütiger Abschied von einem zu früh verstorbenen Wolfgang Becker.

 

 

 

Regie: Wolfgang Becker

Drehbuch: Constantin Lieb, Wolfgang Becker,

b/a auf dem Roman von Maxim Leo

Kamera: Bernd Fischer

Schnitt: Martin Bomke

Musik: Lorenz Dangel

 

Besetzung:

Charly Hübner, Leon Ullrich, Christiane Paul, Leonie Benesch, Thorsten Merten, Arnd Klawitter, Dirk Martens

sowie: Katarina Witt, Peter Kurth, Daniel Brühl, Wolfgang Becker, Dagmar Berghoff, Dani Levy, Eva Löbau, Leslie Malton, Bernhard Schütz, Jürgen Vogel u.v.m. (Cameos)

 

 

Columbia Pictures/ CBS/ X-Verleih

2025

112 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 11. Dezember 2025

 

 Trailer:   https://www.youtube.com/watch?v=NrLfshGBOCA 

 

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Im Kino: Avatar: 3: Fire And Ash

Nach dem Tod von Neteyam leben die Sullys zwar immer noch bei den Metkayina, aber für Spider (Jack Champion) wird die Luft dort, im wahrsten Sinne des Wortes, immer dünner. Auf dem Weg zu einem sichereren Ort für ihn, gibt es Attacken von dem Asche-Volk der Mangkwan, und auch die Resources Development Administration (RDA) der Menschen verfolgt die Na’vi weiterhin mit unerbittlicher Härte…

Die Geschichte geht mit einer Spielzeit von über drei Stunden in die dritte Runde und knüpft unmittelbar an Teil 2 „The Way of Water“ an. Wieder gibt es genügend Schauwerte, wer möchte in 3D, um über die nach wie vor dünne Story hinwegzutrösten. Es gibt spektakuläre Kämpfe an Land zu Wasser und vor allem in der Luft, die feindlichen Gruppierungen erhalten genügend Gelegenheiten, aufeinander loszugehen, mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, daneben werden einige zarte Bande geknüpft und ein paar innere Konflikte ausgetragen.

Insgesamt werden Fans wohl wieder auf ihre Kosten kommen, ob es allerdings für die noch geplanten Fortsetzungen weiter genug Interesse gibt, bleibt abzuwarten, denn wirklich Neues hat dieser Teil der Reihe nicht zu bieten und könnte gut als Abschluss der so überaus erfolgreichen Filmreihe stehen, schließlich soll man ja immer Schluss machen, wenn es am schönsten ist…

 


Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron, Josh Friedman, Rick Jaffa, Shane Salerno

Kamera: Russell Carpenter

Schnitt: David Brenner, James Cameron, Nicolas De Toth, Jason Gaudio, John Refoua, Stephen E. Rivkin

Musik: Simon Franglen

 

Besetzung:

Sam Worthington, Zoe Saldana, Kate Winslet, Stephen Lang, Edie Falco, Giovanni Ribisi, Jack Champion, Oona Chaplin, David Thewlis, Sigourney Weaver

 

20th Century Studios, TSG Entertainment/ Walt Disney Studios

2025

195 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 17. Dezember 2025

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=gFsfbv6J5Yo (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=RWEXCbol5D4 (Englisch)

Dienstag, 16. Dezember 2025

Im Kino: Sorry, Baby

Agnes (Eva Victor) hat es nach ihrem Literaturstudium an einer kleinen Universität in Neuengland zu einer Anstellung als Jungprofessorin gebracht und lebt zurückgezogen mit ihrer Katze in einem kleinen Häuschen am Wald. Bei einem Besuch ihrer schwangeren Studienfreundin Lydie (Naomie Ackie) kommen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit an der Hochschule zurück, die jedoch nicht alle positiv sind, vielmehr wird klar, wie sehr eine Vergewaltigung durch Agnes‘ ehemaligen Professor ihr Leben bis heute überschattet. 

Regisseurin Eva Victor, die auch das Drehbuch verfasst und die Hauptrolle übernommen hat, entwickelt in ruhigen Bildern das Porträt einer traumatisierten jungen Frau, deren Leben nach außen erfolgreich und in Ordnung zu sein scheint, aber unterschwellig wird deutlich, wie sehr die Folgen der Vergewaltigung ihr Leben bestimmen. Wie bei Rissen auf einer glatten Eisfläche, die sich immer weiter ausbreiten, scheint das, was darunter in der Tiefe schlummert, sich mehr und mehr einen Weg an die Oberfläche zu bahnen.

Erzählt wird, wie es zurzeit so angesagt ist, nicht linear, sondern in ebenfalls vor- und zurückspringenden Rückblenden, manchmal gibt es Bilder, die einen latenten Horror andeuten, ausgehend von dem einsam am Wald gelegenen Haus und einer drohend wirkenden Haustür, aber dieser Ansatz bleibt im Vagen, der Schrecken manifestiert sich letztlich ausschließlich im Innenleben im der jungen Frau, deren Lebensfreude auf tragische Weise ausgebremst wurde, ohne dass es jemand von außen überhaupt richtig mitbekommen hat.

 

Man muss allerdings seine Sensoren sehr genau auf die Figuren und vor allem die Hauptperson eingestellt haben, um trotz des wichtigen und leider immer noch aktuellen Themas von dem Ganzen wirklich berührt zu werden. Viele Szenen kommen eher dröge und von redundanten Gesprächen geprägt daher, auch der von manchen Rezensenten hervorgehobene Humor ist mir zum größten Teil entgangen, hier hätte ich mir etwas mehr vom Stil und dem Witz einer Phoebe Waller Bridge und ihrer genialen Miniserie „Fleabag“ gewünscht.

 

  

 

Regie: Eva Victor

Drehbuch: Eva Victor

Kamera: Mia Cioffi Henry

Schnitt: Randi Atkins, Alex O‘Flinn

Musik: Lia Ouyang Rusli

 

Besetzung:

Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Kelly McCormack, Lucas Hedges, John Carroll Lynch, E.R. Fightmaster

 

 

A24/ DCM Film Distribution

2025

103 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 18. Dezember 2025

 

 

Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=j1kZXjKJMnA (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=Rc0jgWoZo9w (Englisch)

Mittwoch, 26. November 2025

Im Kino: Anemone

Jem Stoker (Sean Bean) bricht eines Tages in die Wälder Nordenglands auf, um seinen Bruder Ray (Daniel Day-Lewis) zu (be)suchen, der dort irgendwo seit zwanzig Jahren sein Leben fristet, nachdem er Frau Nessa (Samantha Morton) und Sohn Brian (Samuel Bottomley) sich selbst überlassen hatte. Anfangs eher wortkarg, erklärt sich Ray und Stück für Stück erfährt man die tragische Geschichte, die ihn in seine selbst gewählte Einsiedelei geführt hat.

Nachdem der dreifach oscarprämierte Daniel Day-Lewis 2017 (einmal mehr) seinen Abschied vom Filmgeschäft erklärt hatte, ist er seinem Sohn zuliebe rückfällig geworden und hat eine der beiden Hauptrollen bei dessen Regiedebüt übernommen, für das Vater und Sohn auch das Drehbuch verfasst haben. Herausgekommen ist ein düsteres Kammerspiel, bei dem, wie zu erwarten, Day-Lewis glänzen darf, allerdings bleibt die Story hinter den Erwartungen zurück.

 

Die Motive für Rays Rückzug aus der Welt werden erklärt, überzeugen aber nicht wirklich, gleiches gilt für Jems Kontaktaufnahme zum jetzigen Zeitpunkt. Vieles bleibt unklar, wovon Ray all die Jahre gelebt und wer ihn versorgt hat (immerhin besitzt er, wie man zum Ende hin sehen kann, noch einen schicken roten Pullover), oder weshalb Nessa keine ernsthaften Anstrengungen unternommen zu haben scheint, ihn zu finden und zur Rückkehr zu bewegen, sondern lieber seinen jetzt fast erwachsenen Sohn mit Jems Hilfe alleine großgezogen hat.

 

Anderes steht ziemlich unverbunden im Raum, wie ein Missbrauch und dessen späte Rache, die von Ray fast schon genüsslich ausgebreitet wird und bei dem Day-Lewis natürlich seinem Affen Zucker geben darf, aber auch die gelegentlichen Ausflüge der Brüder in die Natur und ein gewaltiger und durchaus beeindruckender Hagelsturm tragen nichts zur eigentlichen Geschichte bei.

 

So bleibt man am Ende des auch noch viel zu lang geratenen Werks etwas ratlos zurück, daran können auch die unbestreitbar beeindruckenden Leistungen der Schauspieler (und das schließt ausdrücklich Sean Bean mit ein) und ein durchaus vielversprechendes Regiedebut nichts ändern, vielleicht hätte ein besseres Drehbuch hier helfen können.

 

 

Regie: Ronan Day-Lewis

Drehbuch: Ronan Day-Lewis, Daniel Day-Lewis

Kamera: Ben Fordesman

Schnitt: Nathan Nugent

Musik: Bobby Krlic

 

Besetzung:

Daniel Day-Lewis, Sean Bean, Samuel Bottomley, Samantha Morton

 

 

Universal Pictures International

2025

125 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 27. November 2025

 

 

Trailer:   https://www.youtube.com/watch?v=Xl83hp4eWE0 (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=uS7DHGFXkNY (Englisch)

Mittwoch, 19. November 2025

Im Kino: Sisu: Road to Revenge

Nach Ende des zweiten Weltkriegs haben sich die Russen den vormals finnischen Landesteil Karelien einverleibt, wo noch das Haus von Aatami Korpi (Jorma Tommila), steht. dessen Familie von dem sadistischen russischen Kommandeur Draganov (Stephen Lang) dahingemetzelt wurde. Aatai fährt über die Grenze und lädt sein Haus Balken für Balken auf einen LKW, um es in Finnland wieder aufzubauen, aber Draganov versucht alles, um ihn daran zu hindern und es beginnt eine tödliche Verfolgungsjagd, bei der der Mythos des „Mannes, der nicht sterben will“ ins Unermessliche steigt…

Nach dem ersten „Sisu“-Film aus dem Jahr 2022 weiß man, was einen erwartet und diese Erwartung enttäuscht der zweite Film nicht, im Hinblick auf originelle Ideen und einige Slapstick-Momente setzt er sogar noch einen drauf. Das Ganze ist absolut nichts für schwache Nerven, aber durch die völlige Übersteigerung der Handlung und eben die brachialhumorigen Momente erweist es sich als äußerst unterhaltsam, auch wenn diese Umschreibung für Zartbesaitete auf den ersten Blick unpassend erscheinen mag.

 

Hier wird keine Realität vorgegaukelt, die bei vielen Filmen oft einem zweiten Blick gar nicht standhält, sondern aufgeteilt in kurze Kapitelchen in einem überdrehten Roadmovie die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich durch nichts und niemanden aufhalten lässt, und wer das nicht glaubt, kennt Aatami Korpi nicht!

 

Man muss Spaß an überdrehter Action, wilden Stunts und einem äußerst eigenwilligen Humor mitbringen, dann wird man sich prächtig amüsieren, sonst bleibt man besser zu Hause.

 

Und hier geht's zum ersten Teil:  

https://wandasnewworld.blogspot.com/2023/05/im-kino-sisu.html 

 

 

  

Regie: Jalmari Helander

Drehbuch: Jamari Helander

Kamera: Mika Orasmaa

Schnitt: Juho Virolainen

Musik: Juri Seppä, Tuomas Wäinölä

 

Besetzung:

Jorma Tommila, Stephen Lang, Tommi Korpela

 

Sony Pictures

2025

88 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 20. November 2025

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Un0gmLsSUdQ&list=PLV8SYu5H_eOKeEykl3wSZIqTAcOh96w0E&index=1   (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=VmStqCXIgio    (Englisch)

Donnerstag, 6. November 2025

Heimkino: Was uns verbindet (L' Attachement)

Die alleinlebende Sandra (Valeria Bruni Tedeschi), eine Frau in ihren Fünfzigern, wird von ihren Nachbarn Alex und Cécile gebeten, solange auf deren kleinen Sohn Elliot (César Botti) aufzupassen, während die Eltern wegen der Geburt seines Schwesterchens im Krankenhaus sind. Dann allerdings stirbt Cécile, Alex kehrt mit dem Baby allein zurück und auf Sandra kommen plötzlich Aufgaben zu, denen sie sich nicht entziehen kann, aber mit denen sie sich zunächst völlig überfordert fühlt...

Der tragische Auftakt scheint auf eine tränen- und rührselige Geschichte hinauszulaufen, aber wenn die Protagonisten beginnen, sich ihrem Schicksal zu stellen, wird es zwar nicht unbedingt leichter, aber man schöpft mit ihnen den Mut, den es braucht, um zu erkennen, dass es irgendwie weitergehen muss. Dabei durchlaufen die einzelnen Charaktere jeder seine eigene Entwicklung, die stimmig herüberkommt. Gerade Sandra, die unabhängige Frau, die eigentlich auf niemanden Rücksicht zu nehmen braucht, lernt ein paar Dinge über sich und wächst an ihrer neuen Aufgabe, ohne sich jedoch von Grund auf zu verbiegen, was einen großen Verdienst des Films darstellt.

Der Umgang von Sandra, Alex und Elliot miteinander wird insgesamt über zwei Jahre, bis zum 2. Geburtstag der kleinen Schwester begleitet, es treten noch ein paar weitere Menschen hinzu, die sich vorübergehend oder auf Dauer in das Geflecht von Beziehung einreihen oder wieder hinausbewegen, einen endgültigen Stillstand wird es sicher auch am Ende des Films nicht geben, aber so ist eben das Leben…

 

Wer eine zu Herzen gehende Geschichte schätzt, die zu keinem Zeitpunkt ins allzu Rührselige abdriftet, mit guten Darstellern, allen voran die großartige Valeria Bruno Tedeschi, ist hier genau richtig!

 

 

 

Regie: Carine Tardieu

Drehbuch: Carine Tardieu, Raphaël Moussafir, Agnès Feuvre, b/a auf dem Roman „L’intimité“ von Alice Ferney

Kamera: Elin Kirschfink, Yann Maritaud

Schnitt: Christel Dewynter

Musik: Eric Slabiak

 

 

StudioCanal/ Alamode Film

Besetzung:

Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmai, Vimale Pons, Raphaël Quenard, Marie-Christine Barrault

 

2024

105 min.

FSK 6

 

Ab 06. November 2025 digital und auf DVD erhältlich

 

Trailer: (Deutsch)

(Französisch)

 

Details DVD:

 

Sprachen: Deutsch, Französisch

Untertitel: Deutsch

Extras: Trailer, Wendecover

 

Im Kino: Predator: Badlands

Der junge Dek (Dimitrius Schuster-Kolomatangi) gehört zur Spezies der Yautia, einer außerirdischen Jäger-Clique mit für unsere Augen furchterregendem Äußeren. Sein Vater sieht in ihm einen Versager und Schwächling, daher begibt sich Dek nach einem tödlichen Familienzwist auf eine Mission zum fernen Planeten Genna, um dort den schrecklichen Kalisk zu besiegen und dessen Kopf als Trophäe heimzubringen. Doch auf Genna lauern viele unbekannte Gefahren und Dek, der Einzelkämpfer, braucht Hilfe, die er in der Androidin Thia (Elle Fanning) findet, der nach einer unerfreulichen Begegnung mit besagtem Kalisk der Unterkörper fehlt, sowie einem glupschäugigen Wesen mit einem gewissen Niedlichkeitsfaktor…

Wer in der „Predator“-Fanchise-Reihe zu Hause ist, bekommt hier den namengebenden Jäger einmal als Protagonisten zu sehen, der zeitweise selbst zum Gejagten wird. Dabei wird das Ganze sehr stimmig als Action-Abenteuer serviert, mit vielen schönen Effekten und Ideen, insbesondere, was den Planeten Genna und seine überraschende und sehr fantasievoll-tödliche Vegetation betrifft, sowie einem grandiosen Soundtrack.

 

Auch das Zusammenspiel zwischen Dek und Thia macht auf der immer wieder beliebten Buddy-Ebene Spaß, die beiden so unterschiedlichen Figuren geben ein tolles Paar ab, das sich trotz seiner Gegensätzlichkeit – hier der wortkarge, etwas eindimensionale Jäger, dort die ewig plappernde Androidin – zusammenrauft und sogar hin und wieder durchaus glaubhaft so etwas wie Gefühle füreinander entwickelt.

 

Die Action-Sequenzen sind routiniert in Szene gesetzt und bieten wenig Überraschendes, alles in allem wird man aber gut unterhalten, wenn man sich nicht von dem gruseligen Äußeren der Hauptfigur abschrecken lässt, der, das wird schon gleich zu Anfang klar, eine durchaus verletzliche Seele besitzt, und natürlich muss man ein gewisse Vorliebe für dieses Film-Genre mitbringen.

 

 


 Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Patrick Aison, b/a den Charakteren von Jim & John Thomas

Kamera: Jeff Cutter

Schnitt: Stefan Grube, David Trachtenberg

Musik: Sarah Schachner, Benjamin Wallfisch

 

Besetzung:

Dimitrius Schuster-Kolomatangi, Elle Fanning, Reuben de Jong, Michael Homick, Rohinal Nayaran

 

 

Walt Disney Studios Motion Pictures

2025

107 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 06. November 2025

 

 

Trailer:   https://www.youtube.com/watch?v=9Ifg0IMKsec (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=cDL3Zjdz514    (Englisch)