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Mittwoch, 7. Januar 2026

Heimkino: The Negotiator (Relay)

Ash (Riz Ahmed) hat sich darauf spezialisiert, Whistleblower zu schützen, die kalte Füße bekommen, indem er einen Deal zwischen ihnen und ihren Unternehmen vermittelt, die sicher sein wollen, auch wirklich alle kompromittierenden Unterlagen zurückzuerhalten – gegen ein gewisses Entgelt, versteht sich. Er selbst bleibt dabei absolut anonym und hat dafür ein cleveres und erfolgreiches System entwickelt, wie seine bisherige Bilanz beweist. Da bringt eine neue Klientin (Lily James) plötzlich alle Beteiligten in Schwierigkeiten und Ash wird gezwungen, seine sichere Zone zu verlassen…

Dass man sich als deutschen Titel etwas Englisches ausgedacht hat, scheint wenig sinnvoll, allerdings können sich Deutsche unter einem „Negotiator“ wahrscheinlich mehr vorstellen, als unter dem Originaltitel „Relay“, der sich auf etwas bezieht, das es so – zumindest meines Wissens – hierzulande nicht gibt. Dahinter steckt nämlich die Möglichkeit für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung zu telefonieren, indem sie einem Dienst (eben dem Relay-Dienst) über ein spezielles Gerät eingetippte Nachrichten zukommen lassen, die dieser dann ihrem Gesprächspartner vorliest und umgekehrt. Die Tatsache, dass dabei Anrufer und Angerufener nicht direkt in Kontakt miteinander treten, ist hier allerdings die Möglichkeit für den Protagonisten Ash, sein Geschäft zu betreiben, indem weder er noch seine eigene Stimme dem Gegenüber jemals bekannt werden.

Ausgehend von dieser Prämisse entwickelt sich eine spannende Geschichte im Stile eines Agententhrillers mit einigen überraschenden Wendungen, über die hier natürlich nichts verraten werden soll. Riz Ahmed ist großartige als der schweigende, effizient arbeitende Einzelgänger, der alles im Griff zu haben scheint und Lily James macht ihre Sache auch gewohnt gut.

 

Ein Film für alle, die Spaß an intelligenten Katz- und Mausspielen haben, der es versteht, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten.

 

  

Regie: David Mackenzie

Drehbuch: Justin Piasecki

Kamera: Giles Nuttgens

Schnitt: Matt Mayer

Musik: Tony Doogan

 

Besetzung:

Riz Ahmed, Lily James, Sam Worthington, Willa Fitzgerald, Jared Abrahamson, Pun Bandhu, Elisa Davis

  

Black Bear, AscotElite, Leonine

2024

112 min.

FSK 12

 Ab 9. Januar 2026 als DVD, Blu-ray sowie digital erhältlich

 

 

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4-iy_NHH7Ic (Deutsch)

  https://www.youtube.com/watch?v=6lopcPvgkPM (Englisch)

 

Dienstag, 23. September 2025

Im Kino: The Negotiator (Relay)

Ash (Riz Ahmed) hat sich darauf spezialisiert, Whistleblower zu schützen, die kalte Füße bekommen, indem er einen Deal zwischen ihnen und ihren Unternehmen vermittelt, die sicher sein wollen, auch wirklich alle kompromittierenden Unterlagen zurückzuerhalten – gegen ein gewisses Entgelt, versteht sich. Er selbst bleibt dabei absolut anonym und hat dafür ein cleveres und erfolgreiches System entwickelt, wie seine bisherige Bilanz beweist. Da bringt eine neue Klientin (Lily James) plötzlich alle Beteiligten in Schwierigkeiten und Ash wird gezwungen, seine sichere Zone zu verlassen…

Dass man sich als deutschen Titel etwas Englisches ausgedacht hat, scheint wenig sinnvoll, allerdings können sich Deutsche unter einem „Negotiator“ wahrscheinlich mehr vorstellen, als unter dem Originaltitel „Relay“, der sich auf etwas bezieht, das es so – zumindest meines Wissens – hierzulande nicht gibt. Dahinter steckt nämlich die Möglichkeit für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung zu telefonieren, indem sie einem Dienst (eben dem Relay-Dienst) über ein spezielles Gerät eingetippte Nachrichten zukommen lassen, die dieser dann ihrem Gesprächspartner vorliest und umgekehrt. Die Tatsache, dass dabei Anrufer und Angerufener nicht direkt in Kontakt miteinander treten, ist hier allerdings die Möglichkeit für den Protagonisten Ash, sein Geschäft zu betreiben, indem weder er noch seine eigene Stimme dem Gegenüber jemals bekannt werden.

Ausgehend von dieser Prämisse entwickelt sich eine spannende Geschichte im Stile eines Agententhrillers mit einigen überraschenden Wendungen, über die hier natürlich nichts verraten werden soll. Riz Ahmed ist großartige als der schweigende, effizient arbeitende Einzelgänger, der alles im Griff zu haben scheint und Lily James macht ihre Sache auch gewohnt gut.

 

Ein Film für alle, die Spaß an intelligenten Katz- und Mausspielen haben, der es versteht, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten.

 

  

Regie: David Mackenzie

Drehbuch: Justin Piasecki

Kamera: Giles Nuttgens

Schnitt: Matt Mayer

Musik: Tony Doogan

 

Besetzung:

Riz Ahmed, Lily James, Sam Worthington, Willa Fitzgerald, Jared Abrahamson, Pun Bandhu, Elisa Davis

 

 

Black Bear, AscotElite, Leonine

2024

112 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 25. September 2025

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4-iy_NHH7Ic (Deutsch)

  https://www.youtube.com/watch?v=6lopcPvgkPM (Englisch)

 

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Heimkino: The Pursuit of Love

Im England der 1920ger Jahre, der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, träumen Linda Radlett (Lily James) und Fanny Logan (Emily Beecham), gleichzeitig Cousinen und beste Freundinnen, von Liebe und Romantik, aber auch davon, aus ihrem öden Leben auf dem Land auszubrechen, das für junge Mädchen nichts wirklich Aufregendes bereithält. Von dem exzentrischen Nachbarn, Lord Merlin (Andrew Scott), inspiriert, versucht Linda Radlett das Leben zu führen, das sie sich erträumt, aber auch aus dem schönsten Traum gibt es irgendwann einmal ein Erwachen…

Diese Miniserie aus dem Jahr 2021 bietet in drei Episoden von jeweils etwa einer Stunde Laufzeit auf leichte und beschwingte Weise einen vergnüglichen Einblick in das Leben zweier jungen Frauen, die das Korsett, in dem sie eingeschnürt sind, zu sprengen versuchen. Obwohl beste Freundinnen, sind beide letztlich doch so unterschiedlich, dass ihre Lebenswege sich mehr und mehr voneinander entfernen, je erwachsener sie werden, aber die schönste Botschaft dieser Geschichte ist, dass das Band ihrer Liebe und Freundschaft zueinander allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz hält.

Die gut geschriebene und liebevoll in Szene gesetzte Geschichte wird von ihren zwei wunderbaren Darstellerinnen getragen und die ebenfalls bestens besetzten Nebenfiguren runden das Vergnügen ab, das allen voran Andrew Scotts exzentrischer Lord Merlin unter anderem bei seinem ikonischen Tanz als „Dandy in the Underworld“ im seidenen Pyjama abliefert, definitiv ein Hingucker auf jeder öden Party!

 


 

Regie: Emily Mortimer

Drehbuch: Emily Mortimer, b/a dem Roman von Nancy Mitford

Kamera: Zac Nicholson

Schnitt: Gareth C. Seales, Rachel Durance, Mark Elliott

Musik: Clint Mansell

 

Besetzung:

Lily James, Emily Beecham, Dominic West, Andrew Scott, Emily Mortimer, Dolly Wells, Don Heffernan,

 

BBC One/ Amazon Studios

2020/ 2021

156 min. (3 Episoden)

FSK 12

Seit 29. September auf DVD (Sprache: Deutsch, Englisch; Untertitel: Deutsch)

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=INGwTmOsLB0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=PHPPfLSCLs8 (Englisch)

 

Mittwoch, 22. Februar 2023

Im Kino: What's Love got to do with it?

Filmemacherin Zoe (Lily James) ist – sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Cath (Emma
Thompson) – nicht unbedingt auf der Suche nach einem Ehemann, aber nach immer wieder enttäuschenden Dates wäre eine nette Beziehung schon nicht schlecht. Als ihr Jugendfreund und Nachbar Kazim (Shazad Latif) beschließt, sich seine Ehe nach alter Tradition von seinen Eltern arrangieren zu lassen, ist Zoe zunächst entsetzt, etwas anderes als eine Verbindung aus Liebe kann sie sich überhaupt nicht vorstellen. Während sie die Hochzeitsvorbereitungen und die Eheschließung des Freundes filmisch begleitet, gibt es für sie aber auch für Kazim jede Menge neue Erkenntnisse…

Bei dem Film handelt es sich nicht um ein Bio-Pic über Tina Turner, sondern um die alte und spannende Frage, welches Konzept mehr Erfolgschancen hat: Ehen, die aus Liebe und romantischen Vorstellungen heraus geschlossen werden, oder solche, bei der ein professioneller Matchmaker seine Hand im Spiel hatte, der nach objektiven Gesichtspunkten zusammenführt, was zusammengehört?

Wenn wir uns hier im Westen naserümpfend abwenden von arrangierten Verbindungen und den vermeintlich rückständigen Kulturen, in denen diese Praxis noch immer betrieben wird, vergessen wir natürlich, dass es auch hier in gewissen Kreisen immer üblich war, nicht die Eheleute sondern deren Familien miteinander zu verbinden, um langfristige Ziele zu verfolgen. In einer unter solchen Umständen geschlossenen Ehe kam die Liebe dann eben erst später und die Scheidungsrate soll niedriger ausfallen, als bei den so romantisierten Verbindungen. In beiden Fällen lernt man den anderen sowieso erst nach der Hochzeit richtig kennen, wenn dann aber das Fundament belastbar ist, weil alle anderen Kriterien stimmen, dann spricht das eben eher gegen eine Verbindung, die auf flüchtigen und unsteten Gefühlen fußt – siehe Titel des Films. Oder vielleicht doch nicht?

Regisseur Kapur und Drehbuchautorin Khan sind in den Kulturen, die der Film beleuchtet, nämlich der britischen und der pakistanischen, zu Hause und man darf daher davon ausgehen, dass sie uns keine bloße Ansammlung von Klischees präsentieren, und so ist der Film eine richtig nette Komödie geworden, was auch an den sympathischen Hauptdarstellern liegt, die frisch an ihr Werk gehen und uns auf ihrem Weg zur Erkenntnis mitnehmen, wobei der Ausgang der Geschichte von Anfang an klar sein dürfte. Dies sollte aber nur miesepetrige ZuschauerInnen wirklich stören, die an allem etwas zu mäkeln haben, denn der Film beleuchtet sein Thema locker und unterhaltsam, und auch, wenn man natürlich am Ende nicht entscheiden kann, was richtig oder falsch ist, ist man vielleicht bereit, von einem allzu starren Dogmatismus abzurücken und Verständnis für die andere Seite zu entwickeln.

Wenn einem Film das gelingt, wäre es natürlich außergewöhnlich, und in dieser Hinsicht sollte man dann doch nicht zu viel erwarten, aber ein netter Kinoabend ist doch auch etwas wert!

 


Regie: Shekhar Kapur

Drehbuch: Jemima Khan

Kamera: Remi Adefarasin

Schnitt: Guy Bensley, Nick Moore

Musik: Nitin Sawhney

 

Besetzung:

Lily James, Shazad Latif, Emma Thompson, Oliver Chris, Nikkita Chadha, Assim Chaudhry, Nosheen Phoenix, Shabana Azmi

 

StudioCanal

2022

 108 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 23. Februar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=_fX8sGrz-nM (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=0LqOp2MNwao (Englisch) 

Mittwoch, 8. August 2018

Film-Rezensionen: Deine Juliet ( The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society)


Während des zweiten Weltkrieges leidet die kleine Kanalinsel Guernsey unter der deutschen Besatzung, die unter anderem zur Ernährung der Truppen auf dem Festland sämtliche Viehbestände beschlagnahmt hat. Ein „illegaler" Schweinebraten bei Amelia Maugery (Penelope Wilton) bringt eine Gruppe von Inselbewohnern – Elizabeth (Jessica Brown Findlay), Eben (Tom Courtenay), Isola (Katherine Parkinson) und Farmer Dawsey Adams (Michiel Huisman) – in Schwierigkeiten, als die ganze Gesellschaft nachts, während der Ausgangssperre, angetrunken und gutgelaunt nach Hause wankt. Von einer deutschen Patrouille gestellt, gibt man vor, als Mitglieder der „Guernseyer Gesellschaft für Literatur und Kartoffelschalenauflauf" auf dem Heimweg von einem Treffen zu sein. Den Buchclub haben sie spontan erfunden und sind am nächsten Tag gezwungen, den Verein offiziell anzumelden. Aus dieser Laune heraus entsteht tatsächlich ein interessierter Kreis, der sich von nun an regelmäßig trifft und leidenschaftlich über Literatur diskutiert.

Nach dem Krieg ist die Versorgungslage auf Guernsey immer noch schlecht und neue Bücher nicht zu bekommen. Als Dawsey in einem alten Buch des Autors Charles Lamb auf die Londoner Adresse einer Frau stößt, schreibt er ihr und fragt an, ob sie ihm ein neues Werk des Autors schicken könne. Die Adressatin ist eine junge Londoner Journalistin und Schriftstellerin namens Juliet Ashton (Lily James), die Dawseys Bitte gern nachkommt und ihm das gewünschte Buch schickt. Es entwickelt sich ein Briefwechsel zwischen beiden und eines Tages beschließt Juliet, nach Guernsey zu reisen, um Dawsey und die Mitglieder des Buchclubs kennen zu lernen. Dabei verliebt sie sich sowohl in die Insel, als auch in Farmer Dawsey, was zu Problemen führt, da sie bereits in London mit dem amerikanischen Soldaten Mark (Glen Powell) verlobt ist, außerdem gibt es ein Geheimnis innerhalb des Buchclubs, dem die Journalistin in ihr unbedingt auf den Grund gehen muss…

Erneut widmet sich ein britischer Film in Zeiten des Brexits einer Epoche, in der Umstände wie Krieg und Entbehrungen zwar keine schöne Zeit bedeuteten, aber den Zusammenhalt der Menschen untereinander förderten und sie im Kampf gegen die feindliche Außenwelt einander näher brachten. „Deine Juliet“ bietet neben diesen nostalgischen Elementen eine schöne Romanze, nicht ganz frei von Kitschelementen, aber dank der erfrischenden Darstellung der Juliet durch den neuen Star des britischen Kinos, Lily James, durchaus sehenswert. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte des zurückhaltenden Farmers Dawsey, der das Herz der lebenslustigen und emanzipierten jungen Frau aus London erobert und sich gegen seinen Nebenbuhler aus Amerika durchsetzt, ist vorhersehbar, während die Auflösung des düsteren Geheimnisses aus Kriegstagen, das über allen Mitgliedern des Clubs schwebt, ein wenig lange hinausgezögert wird. Dennoch ist der Film, auch dank der liebevollen Darstellung seiner leicht verschrobenen übrigen Charaktere, allen voran der kleinen, idyllischen Kanalinsel Guernsey selbst, ein nettes Sommererlebnis für alle Zuschauer, bei denen es im Kino einmal nicht krachen muss.




Regie: Mike Newell
Drehbuch: Kevin Hood, Thomas Bezucha, Don Roos,
b/a Romanvorlage von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows
Kamera: Zac Nicholson
Musik: Alexandra Harwood

Darsteller:
Juliet Ashton – Lily James
Dawsey Adams – Michiel Huisman
Sidney Stark – Matthew Goode
Elizabeth McKenna – Jessica Brown Findlay
Eben Ramsey – Tom Courtenay
Amelia Maugery – Penelope Wilton
Isola Pribby – Katherine Parkinson
Mark Reynolds – Glen Powell

studiocanal
124 min.
Kinostart: 09. August 2018