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Mittwoch, 20. September 2023

Im Kino: The Nun II

Schwester Irene (Taissa Farmiga) hat sich noch nicht ganz von ihrem ersten Aufeinandertreffen mit der dämonischen Nonne Valak (Bonnie Aarons) erholt, als sie erneut zur Hilfe gerufen wird, nachdem ein Priester im französischen Tarascon ermordet wurde. Es ist das Jahr 1956 und es gab bereits eine Reihe von unerklärlichen Ereignissen quer durch Europa, die alle ihren Ursprung in Rumänien zu haben scheinen. Zusammen mit der Novizin Debra (Storm Reid) macht sie sich auf den Weg nach Tarascon und trifft in einem ehemaligen Kloster, das nun als Mädchenschule dient, auf ihren alten Bekannten Maurice (Jonas Bloquet), der ihr bei ihrem gemeinsamen Abenteuer in Rumänien das Leben gerettet hatte. Wird es ihnen diesmal gelingen, das Geheiminis der schrecklichen Nonne aufzudecken und ihr endgültig das Handwerk zu legen?

Nach „The Nun“ geht diese neue Reihe in die zweite Runde, beides Ableger des überaus erfolgreichen „Conjuring“-Franchise, in dem die dämonische Nonne bereits in „Conjuring 2“ zu ihrem Auftritt kam und das geisterjagende Ehepaar Lorraine und Ed Warren im Visier hatte.

Auch wenn mit den üblichen Horrorstilelementen gearbeitet wird, gibt es den gesamten Film über eine Fülle durchaus gelungener visueller und akustischer Effekte, darunter ein paar Jump Scares, die den Namen wirklich verdienen. Das Setting ist exquisit gewählt, ein kleines französisches Dorf mit verwinkelten Gassen sowie eine Schule voller kreischender Mädchen, die in dem Gewirr düsterer Gänge und verbotener Kammern des alten Klosters von einem bösen Dämon von einem Schrecken in den nächsten gejagt werden. Dieser Dämon will aber nicht nur terrorisieren, er verfolgt ein wirkliches Ziel, da er sich in den Besitz einer Reliquie bringen will, die ihm noch mehr Macht verleihen wird, was die Aufgabe seiner Gegner damit klar definiert.

Wenn auch kein Meilenstein der Filmgeschichte erweist sich „The Nun II“ als solider Horrorthriller für alle Liebhaber des Genres, der sogar besser als der erste Teil daherkommt, was man auch nicht alle Tage erlebt.

 


 

Regie: Michael Chaves

Drehbuch: Ian Goldberg, Richard Naing, Akela Cooper, b/a den Figuen von James Wan und Gary Dauberman

Kamera: Tristan Nyby

Schnitt: Gregory Plotkin

Musik: Marco Beltrami

 

 

Besetzung:

Taissa Farmiga, Jonas Bloquet, Storm Reid, Anna Popplewell, Bonnie Aarons, Katelyn Rose Downey,Suzanne Bertish

 

 

Warner Bros. Germany

2023

110 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 21. September 2023

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=u8DA979z03E (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=8H1sm8jiXPs (Englisch)

 

 

 

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Im Kino: Benedetta

Im Italien des 17. Jahrhunderts wird die neunjährige Benedetta von ihren Eltern ins Kloster gegeben. Jahre später entwickelt die erwachsene Benedetta (Virginie Efira) Jesus-Visionen und weist entsprechenden Stigmata auf. Die Äbtissin Felicita (Charlotte Rampling) ist skeptisch und als sie eine verbotene Beziehung von Benedetta und der jungen Nonne Bartolomea (Daphné Patakira) entdeckt, informiert sie den päpstlichen Nuntius (Lambert Wilson), der prüfen soll, ob es sich bei Benedetta um eine Heilige oder um eine Betrügerin handelt. Dann zieht die Pest durch Norditalien…

Sex und Gewalt sind in den Filmen des Niederländers Verhoeven nichts Ungewöhnliches. Wenn er sich, wie hier, als Schauplatz seines Films ein Frauenkloster aussucht und dort eine lesbische Beziehung zweier Nonnen zeigt, so könnte man dies als allzu offensichtliche Sabber-Fantasie eines alten Mannes abtun. Aber der Film beruht auf einer Vorlage, die diese Ereignisse als tatsächlich geschehen erzählt, bleibt die Frage, weshalb Verhoeven sich gerade diese Geschichte ausgesucht hat.

Die Sexszenen im Kloster sind natürlich anzüglich und bedienen durchaus einen gewissen Voyeurismus, aber dass sie dennoch nicht bloß plakativ daherkommen liegt daran, dass dahinter auch eine tatsächliche Liebesgeschichte steht, die von den beiden – natürlich – schön anzusehenden Protagonistinnen durchaus lustvoll zelebriert wird. Widerlich wird es erst, wenn die Mächtigen, in dem Fall die Mächtigen der Kirche, sich der Frauen annehmen, um Benedetta vordergründig als Betrügerin zu entlarven, die ihre Visionen und Stigmata nur vortäuscht. Dabei sind alle Mittel recht, angefangen von eigens für weibliche Delinquenten entworfenen Folterinstrumenten, bis hin zum beliebten finalen Scheiterhaufen, auf dem jede und jeder bei lebendigem Leib verbrannt wird, dem man mit anderen Mitteln nicht beikommen kann. Dabei geht Verhoeven durchaus respektvoll mit Religiosität und dem Glauben an sich um, prangert aber scharf die kirchlichen Praktiken an, ob es sich um das „Eintrittsgeld" handelt, das Benedettas Vater für die Aufnahme seiner Tochter in das Kloster entrichten muss, seine fortlaufenden Zahlungen, oder die männlichen Machspiele der Kirchenoberen in Gestalt des Nuntius, dem eine von ihm schwangere Geliebte zu Diensten ist, während nach außen sexuelle Enthaltsamkeit und Keuschheit gepredigt wird.

Zwiespältig und damit interessant bleibt die Frage, ob Benedetta wirklich eine Betrügerin ist, wofür es durchaus Zeichen gibt, oder ob sie sich vielleicht nur durch eine übersteigerte Sensibilität in eine Gewühlswelt hineingesteigert hat, aus der es später kein Entkommen mehr gibt. Und ein Wunder hat sie am Ende vielleicht tatsächlich noch bewirkt…

Ein Film, der seine spannende Geschichte in teils schönen, aber dann auch wieder durchaus drastischen Bildern erzählt, der die Kirche und ihre Machenschaften anprangert, ohne dabei antireligiös zu sein, und sich ein Stück weit auch die Freiheit der Frauen damals wie heute auf seine Fahnen geschrieben hat.

 

 

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven, b/a Buch von Judith C. Brown „Schändliche Leidenschaften“

Kamera: Jeanne Lapoirie

Schnitt: Job ter Burg

Musik: Anne Dudley

 

Besetzung:

Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patakia, Lambert Wilson

 

Capelight Pictures

F 2021

131 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 02. Dezember 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=y0O9QfUOkOY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=n-31QJXV3iA (Französisch)