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Mittwoch, 16. September 2026

Im Kino: Runner

Hank Malone (Alan Ritchson) ist Kurierfahrer für spezielle Aufgaben in Brisbane und soll eines Tages ein lebenswichtiges Spenderorgan für ein kleines Mädchen in einem Krankenhaus abliefern, das mit einem anderen Kurier namens Ben Bishop (Owen Wilson) aus Hawaii eingeflogen wurde. Da Ben darauf besteht, das Organ bis zum Ziel nicht aus den Augen zu lassen, hat Hank nun ein wertvolles Paket, einen redseligen Mitfahrer und einen aus einem anderen Auftrag übrig gebliebenen Vogel in seinem Auto, als ihnen plötzlich ein Gangstertrupp, angeführt von dem über Leichen gehenden Damián Zaldívar (Rodrigo Santoro) die wertvolle Fracht streitig macht, und los geht eine wilde Jagd entlang der australischen Gold Coast…

Der Film hat nichts wirklich Neues zu bieten: Wir haben den gutmütigen Muskelberg Alan Ritchson, ein sanfter Riese mit der Elitesoldat-Vergangenheit, seit einem Jahr trockener Alkoholiker, der seine kleine Tochter verloren hat und nun einem kleinen Mädchen, das dringen auf ein Spenderorgan angewiesen ist, das Leben retten kann. Ihm zur Seite der ständig plappernde Owen Wilson, der mit seinem Charme und seiner Unbekümmertheit schamlos alle Sympathien auf sich zieht, ebenso schamlos wird das Schicksal des kranken Mädchens und dessen verzweifelter Mutter zum Ankerpunk am Ende einer turbulenten Schnitzeljagd, und natürlich noch die fiesen Gangster, schräge und abgerissene Typen nebst einem Bösewicht mit Mutterkomplex.

Aber alle diese Elemente werden gekonnt zu einem stimmigen Ganzen verbunden und am Ende ist ein Thriller mit jeder Menge handgemachter Action herausgekommen, hin und wieder durchaus brachial, aber ohne wirklich unappetitliches Gemetzel, dabei gut getimtem und dem ganzen etwas die Schwere nehmendem Humor, genau der richtige Film, um abzuschalten, sich zurückzulehnen und einen grundsoliden Buddy- und Gangsterfilm zu genießen, der jede Menge Spaß bereitet.

 

Regie: Scott Waugh

Drehbuch: Miles Hubley, Tommy White

Kamera: Lorenzo Senatore

Schnitt: Ryan Cook

Musik: Charlie Nguyen Kim

 Besetzung:

Alan Richson, Owen Wilson, Kate Box, Leila George, Rodrigo Santoro, Scarlett Crabtree, Cecilia Toussaint

Splendid Film 

2026

97 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=AVb3GCImolc (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rtruM8hBV9w (Englisch)

Mittwoch, 23. Juli 2025

Im Kino: Memoiren einer Schnecke (Memoir of a Snail)

Grace Pudel und ihr Zwillingsbruder Gilbert leben nach dem Tod der Mutter bei ihrem alkoholkranken Vater, der allerdings mit dem Aufziehen und dem Leben an sich völlig überfordert ist. Als auch er stirbt, werden die Kinder getrennt, Grace kommt zu wohlmeinenden Pflegeeltern, die sich allerdings dem Swingerleben verschrieben haben, während Gilbert ans andere Ende von Australien bei einer religiös-fanatischen Familie aufwächst und dort auf einer Apfelfarm schuftet. Beide entwickeln Strategien, um zu überleben, so widmet sich Grace dem Sammeln von Schnecken und allem anderen, bis sie in der alten, fast dementen Dame Pinky endlich eine richtige Freundin findet, aber auch diese Freundschaft besteht natürlich nicht ewig…

Was skurril und schräg klingt, ist es auch, dabei bietet der handgemachte Stop-Motion-Film des Australiers Adam Elliot keine knuffigen Knetfiguren, wie man sie vielleicht erwartet. Seine Figuren sind eher hässlich und werden in ihrem Leben immer wieder mit einem schwierigen Schicksal konfrontiert, von Schulmobbing über Alkoholismus bis Homophobie sowie Essstörungen und Messitum, nichts Menschliches bleibt der Geschichte fremd, und wenn man nun annimmt, dass es sich hier um die wohl gruseligste Geschichte aller Zeiten handeln müsste, dann ist das Gegenteil der Fall.

Wer sich darauf einlässt, bekommt ein ganz besonderes Erlebnis geboten,das keinesfalls für Kinder geeignet ist, dafür gibt es zu viele schräge und bizarre Momente, auch explizit sexuellen Inhalts. Übervoll von Leben und Gefühlen ist das Ganze sicher nicht jedermanns Geschmack, aber wer Sinn für etwas Außergewöhnliches hat, weit ab vom Gewohnten, wird bei aller Schwermut und Melancholie am Ende mit einem der bewegendsten Filme des Jahre belohnt.

 

 

 

Regie: Adam Elliot

Drehbuch: Adam Elliot

Kamera: Gerald Thompson

Schnitt: Bill Murphy

Musik: Elena Kats-Chernin

 

Besetzung:

Englische Stimmen: Sarah Snook, Jacki Weaver, Eric Bana, Saxon Wright, Adam Elliot, Nick Cave,

 

 

Screen Australia/ Snails Pace Film/ Capelight Pctures

AUS 2024

95 min.

FSK 16 (beantragt)

Deutscher Kinostart: 24. Juli 2025

 

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=rsvtdcknk_s (Deutsch)

 https://www.youtube.com/watch?v=Ehc8cc7g31I&pp=0gcJCfwAo7VqN5tD  (Englisch)