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Mittwoch, 15. Mai 2019

Film-Rezensionen: The Sun is also a Star


Natasha Kingsley (Yara Shahidi) lebt mit ihrer Familie seit neun Jahren in New York. Nun sollen sie nach Jamaika, ihrem Herkunftsland, abgeschoben werden und Natasha bleiben noch 24 Stunden, um dieses Schicksal abzuwenden. Aber an Schicksal glaubt der Teenager nicht, ganz im Gegensatz zu Daniel Bae (Charles Melton), Sohn koreanischer Einwanderer. Er soll die hohen Erwartungen seiner Eltern erfüllen, die in ihm einen zukünftigen Mediziner sehen, während er lieber Dichter werden möchte. Als er und Natasha im hektischen und geschäftigen New York aufeinandertreffen und er sich sofort in sie verliebt, ist für ihn klar, dass dies nur Bestimmung sein kann, die einem höheren Plan folgt. Hiervon versucht er, Natasha in ihrer verbleibenden gemeinsamen Zeit zu überzeugen, eine schwierige Aufgabe, weil Natasha eher an Zahlen und Fakten glaubt als an diffuse Gefühle. Wird Daniel sie überzeugen können, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt?

Der Film, der auf einem vielfach ausgezeichneten Jugendbuch beruht, ist keine kitschige Teenagerromanze, auch wenn es ein paar gefühlige Kuss-Momente gibt. Vielmehr führt er in immer neuen Variationen vor Augen, wie wenig es braucht, damit aus einem Leben ein völlig anderes wird, ein Augenblick, eine kurze Begegnung, ein Moment, der alles entscheidend verändert. Jede Zufälligkeit kann eine Bedeutung haben, manche Menschen glauben fest daran, während andere keinen tieferen Sinn darin sehen, als dass das Leben von vielen nicht beeinflussbaren Momenten bestimmt wird. Solche Elemente ziehen sich durch den ganzen Film, geschickt wird mit zufälligen Ereignissen gespielt, die wenn nicht für den einen, dann vielleicht für jemand ganz anderen eine Bedeutung bekommen und je nachdem wird sich der Daniel in uns fragen: „Was wäre gewesen, wenn…“ oder: „Was hätte sein können...", und die Natasha in uns wird feststellen: „Was geschieht, geschieht, und wir können gar nichts daran ändern“, wir leben ein ganzes Leben, das im Lauf des Universums, in dem die Sonne auch nur ein Stern ist, nicht mehr ist als ein einziger Tag, machen wir das Beste daraus!

“We are like butterflies who flutter for a day and think it is forever.”(Carl Sagan)




Regie: Ry Russo-Young
Drehbuch: Tracy Oliver, b/a Roman von Nicola Yoon
Kamera: Autumn Durald
Schnitt: Joe Landauer
Musik: Herdís Stefánsdóttir

Darsteller:
Yara Shahidi, Charles Melton, Keong Sim, Jake Choi, John Leguizamo
 
Warner Brothers
120 min.
Deutscher Kinostart: 16. Mai 2019


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