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Donnerstag, 22. September 2022

Im Kino: Don't Worry Darling

Das Leben von Alice Chambers (Florence Pugh) könnte nicht perfekter sein: ein schönes Haus in einer Siedlungsgemeinschaft in der Nähe des Arbeitsplatzes ihres Gatten Jack (Harry Styles), der zusammen mit den anderen Ehemännern an einem ebenso wichtigen wie geheimnisvollen Projekt namens „Victory“ in der Wüste irgendwo in Amerika tätig ist. Es sind die 1950ger Jahre, alles ist bonbonbunt, und während die Männer an ihrer Karriere basteln, sorgen die Frauen für ein adrettes Heim. Aber dann entdeckt Alice plötzlich immer mehr Dinge, die nicht zu der perfekten Idylle zu passen scheinen, vor allem Harrys jovialer Chef Frank (Chris Pine), hat offensichtlich etwas zu verbergen…

Olivia Wilde bietet uns auf den ersten Blick eine zuckersüße Farce an, in der die wichtigste Rolle der Frauen die ist, ihren Männern „den Rücken frei zu halten“, eine aus heutiger Sicht zynische Umschreibung für Kinder hüten, kochen und den heimkehrenden Gatten mit einem Drink und willigem Sex zu erwarten. Der Film wirkt zunächst wie ein schaudernder Blick zurück in eine Welt von gestern, bis die Geschichte mehr und mehr in eine andere Richtung abzubiegen scheint, aber auch diese Wendung ist noch nicht die ganze Lösung des Rätsels, das kunstvoll und visuell perfekt gestylt wie ein virtuelles Spinnennetz gewoben wird, und dessen Lösung hier natürlich nicht verraten werden soll.

Zu loben sind die durchweg erstklassigen Darsteller, allen voran die wieder einmal hervorragende Florence Pugh, aber auch Harry Styles macht eine gute Figur, und Chris Pine beeindruckt durch seine klebrig-schmierige Verkörperung des wohlwollenden pater familias.

Die Geschichte entwickelt sich zunächst eher langsam, hier hätte wieder einmal, wie so oft bei aktuellen Filmen, etwas mehr Straffung gut getan, es werden Fährten und Hinweise gestreut, aber nachdem die Handlung dann Fahrt aufgenommen hat, kommt es zu einem durchaus furiosen Endspurt, ohne dass allerdings alle losen Enden vollständig verknüpft werden, denn es bleiben ein paar Fragen offen. Das muss nicht ganz schlecht sein, denn ein Film, über den man nach Verlassen des Kinos noch nachdenkt und über nicht ganz passend scheinende Details diskutiert, bleibt damit in dieser schnelllebigen Zeit immerhin länger im Gedächtnis.

 

Regie: Olivia Wilde

Drehbuch: Katie Silverman, Carey + Shane Van Dyke

Kamera: Matthew Libatique

Schnitt: Affonso Gonçalves

Musik: John Powell

 

Besetzung:

Florence Pugh, Harry Styles, Olivia Wilde, Chris Pine, Gemma Chan, Sydney Chandler, Nick Kroll, Kate Berlant, Timothy Simons, Dita Von Teese

 

Warner Bros./ New Line Cinema

USA 2022

122 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 22. September 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=XJ5afhlYPfw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=YFZJMQg2eRI (Englisch)

 

 

Mittwoch, 13. April 2022

Im Kino: The Contractor

Der aus dem Dienst entlassene Elitesoldat James Harper (Chris Pine), von gesundheitlichen und finanziellen Problemen geplagt, heuert zusammen mit seinem Freund Mike Denton (Ben Foster) bei der von dem ehemaligen Green Beret Rusty (Kiefer Sutherland) geleiteten Firma Black Ops an, um eine paramilitärische Operationen in Berlin durchzuführen. Der vermeintlich einfache Auftrag, bei dem ein Virologe mit angeblichen Verbindungen zu Al-Qaida beobachtet werden soll, geht komplett schief und Harper muss all sein Wissen und Können aufbieten, um heil aus dieser Mission heraus- und zurück in die USA zu kommen.

Geradlinig und unprätentiös erzählte Geschichte über einen Ex-Soldaten und dessen Probleme, wieder in ein Leben an der „Heimatfront“ zurückzufinden. Ohne viel Unterstützung und in Sorge um das finanzielle Auskommen seiner Familie landet er dort, wo er herkommt, im Schützengraben undurchschaubarer militärischer Operationen, bei denen irgendwann nicht mehr klar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind…

Ein durchschnittlich spannender Action-Film, nicht mehr, aber auch nicht weniger, daran kann auch der am Ende ein wenig zu theatralisch anklingende Vater-Sohn-Konflikt nichts ändern, mit einem Hauptdarsteller Chris Pine, der in seiner Rolle des gebrochenen Charakters jenseits aller strahlenden Heldenaura überzeugt, während alle anderen Figuren, einschließlich Kiefer Sutherland und Nina Hoss leider blass bleiben.

 


 

Regie: Tarik Saleh

Drehbuch: J.P. Davis

Kamera: Pierre Aim

Schnitt: Theis Schmidt

Musik: Alex Belcher

 

Besetzung:

Chris Pine, Ben Foster, Kiefer Sutherland, Nina Hoss, Gillian Jacobs

 

Paramount Pictures/ Leonine

103 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 14. April 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=e7glvM8Xh0w (Englisch)