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Freitag, 22. Mai 2026

Heimkino: Extrawurst

Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling), langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Langenheide, arbeitet routiniert die Tagesordnung der Vereinssitzung ab, bei der unter anderem die Anschaffung eines neuen Grills beschlossen wird. Bevor man zum gemütlichen Teil übergehen kann, entwickelt sich Punkt 7 „Sonstiges“ zum Stolperstein, als Melanie (Anja Knauer) vorschlägt, für ihren muslimischen Doppelpartner Erol (Fahri Yardim) einen zweiten Grill zu kaufen, damit dessen Grillgut nicht zusammen mit Schweinswürsten bruzzeln muss. Aus dieser Idee entwickelt sich zur Überraschung aller eine heftige Diskussion, die am Ende beinahe den Verein zu sprengen droht…

Angelehnt an das sehr erfolgreiche Theaterstück der bewährten Comedy-Autoren Jacobs und Netenjakob beschränkt sich Regisseur Rosenmüller auch bei seiner Verfilmung räumlich auf den Bereich der Tennishalle und das dazugehörende Vereinsheim, um sein gut aufgelegtes Schauspielensemble aufeinander zu hetzen.

Schwein oder nicht Schwein... Alles beginnt, wie so oft, eher harmlos, als ein gutgemeinter Vorschlag sich zu einem Sprengsatz entwickelt, plötzlich hat jeder eine Meinung und tut diese in einer immer hitziger werdenden Stimmung auch kund. Die Fassade der harmonischen Gemeinschaft, von der anfangs geschwärmt wird, beginnt sehr schnell zu bröckeln, bis am Ende nur ein Scherbenhaufen übrigbleibt und die Erkenntnis, dass manches wohl besser unausgesprochen bleiben sollte, was auch bereits Thema anderer Filme wie „Das perfekte Geheimnis“ war.

Die pointiert herausgearbeiteten Streitpunkte dürften jedem und jeder vertraut sein: wann und wie lange ist man eigentlich Ausländer und wann „gehört man“ endlich „dazu“, braucht es für alle und jeden eine Sonderbehandlung oder sprengt das am Ende jedes Kollektiv, Frauen fühlen sich von Männern bevormundet, revanchieren sich dafür mit der Totschlaggeschichte vom „alten weißen Mann“, an jedem Argument ist etwas dran und gleichzeitig auch nicht, entscheidend sind die Verletzungen, die man sich zufügt, wenn irgendwann sämtliche Hemmungen fallen, wenn tief Verborgenes ungefiltert ohne Rücksicht auf Verluste herausbricht und alles auf den Grill, äh Tisch kommt, was man sich schon immer mal sagen wollte, aber bisher nie auszusprechen wagte.

Der Film verzichtet dabei dank der Qualität der beiden Autoren auf allzu platte Schenkelklopfer-Gags und sorgt am Ende für ein – beinahe – versöhnliches Ende, aber, man kennt es: einmal in Fahrt gekommen, ist aufhören nicht leicht, und so gibt es noch einen kleinen boshaften Schlussgag, den man sich einfach nicht verkneifen konnte…

 

  

Regie: Marcus H. Rosenmüller

Drehbuch: Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob

Kamera: Daniel Gottschalk

Schnitt: Andrea Mertens

Musik: Gerd Baumann

 Besetzung:

Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel

 

StudioCanal Film

2025

FSK 12

 Ab 18. Mai 2026 digital und

Ab 28. Mai 2026 auf Blu-ray/ DVD

 

Details DVD:

Filmlänge: ca. 94 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: Dolby Digital 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 Details Blu-ray:

Filmlänge: ca. 98 min.

Sprache: Deutsch

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1

Bildformat: 2,35:1 (16:9)

Extras: Making of; Kinotrailer; Hörfilmfassung

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YbC8F45HRr4

Dienstag, 24. März 2026

Im Kino: Horst Schlämmer sucht das Glück

Von Corona gebeutelt und nach der Rückkehr in eine vermeintliche Normalität beobachtet Lokalreporter Horst Schlämmer aus Grevenbroich, dass den Menschen nach Abnahme der Masken das Lächeln dahinter vergangen zu sein scheint, woraufhin er sich mit einer jungen Kollegin auf eine Reise durch die Republik macht, um das Glück und das Lächeln wieder zu finden und aus diesen Bemühungen einen Kinofilm zu machen…

Einer der beliebtesten deutschen Komiker in seiner Rolle als einer der beliebtesten fiktiven Charaktere – was kann dabei schon schief gehen? Entwarnung: So richtig schief gegangen ist es dann auch nicht. Hape Kerkeling zieht alle Register seines Könnens in einer bunten Nummernrevue und blättert einen Bilderbogen der deutschen Befindlichkeiten auf, der viele nette Momente enthält und zumindest ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubern dürfte.

Allerdings zünden nicht alle Gags und das Ganze schaukelt einigermaßen harmlos ohne großen Wellengang in manchmal recht flachen Gewässern, hier hätte man sich die ein oder andere Schärfe gewünscht oder zumindest hie und da eine kleine Spitze, ein bisserl Salz in einer ein wenig zu fad geratenen Suppe. Unterhaltsam ist es dennoch geworden, Hape Kerkeling sowie seine Mitstreiter sorgen auf ihrer Suche nach dem Glück, wie einst der legendäre Herr Rossi, für einen vergnüglichen Abend im Kino, und das ist doch schon eine Menge in diesen trüben Zeiten!

 

 Regie: Sven Unterwaldt Jr.

Drehbuch: Claudius Pläging

Kamera: Stephan Schuh

Schnitt: Zaz Montana

Musik: Philipp Noll

 Besetzung:

Hape Kerkeling, Tahnee Schaffarczyk, Meltem Kaptan, Jördis Triebel, Eva Habermann, und Jochen Busse, Markus Söder, Rainer Maria Woelki

 

Honeybird Film/ Leonine

2026

93 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 26. März 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YdUP2xp6enM