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Donnerstag, 21. Oktober 2021

Im Kino: Halloween Kills

Michael Myers – wir ahnten es schon lange – ist nicht totzukriegen. Auch nachdem er zuletzt in Laurie Strodes (Jamie Lee Curtis) Haus scheinbar bei lebendigem Leib geröstet wurde, ist er wieder zur Stelle, um seinen blutigen Weg durch das kleine Städtchen Haddonfield unbeirrt fortzusetzen, wo sich ihm diesmal eine entschlossene Bürgerwehr entgegen stellt. Wir es ihm diesmal endgültig an den Kragen gehen? 

Ohne zu spoilern: Nein, wird es nicht, denn Teil 3 der neuerlichen Trilogie ist bereits angekündigt…

Um einigermaßen den Überblick zu behalten: Begonnen hat die Geschichte im Jahr 1978 mit dem ersten Film der Reihe "Halloween - Nacht des Grauens" von Altmeister John Carpenter, mittlerweile ein Klassiker des Genres. Untermalt von einer simplen aber eindringlichen, von Carpenter selbst eingespielten Pianomelodie mit Kultcharakter, wird darin erzählt, dass ein kleiner Junge namens Michael Myers in der Halloweennacht des Jahres 1963 seine Schwester nach dem Treffen mit ihrem Freund in ihrem Zimmer mittels eines großen Messers niedermetzelt. Nach 15 Jahren in der Psychiatrie erscheint er überraschend in Haddonfield und tötet dort zwei Mädchen, die als Babysitter tätig sind, das dritte Mädchen, auf das er es abgesehen hat, Laurie Strode (die damals noch blutjunge Jamie Lee Curtis), kann ihm entkommen, sie ist dann im Folgenden der Grund, dass Michael immer wieder, wenn er es einrichten kann, ins Städtchen Haddonfield zurückkehrt

Danach gab es sieben (!) Fortsetzungen, einen Relaunch in zwei Teilen in den Jahren  2007 und 2009 und schließlich startete eine finale (?) Trilogie mit "Halloween" (2018), dem aktuellen "Halloween Kills" (2021) und dem angekündigten „Halloween Ends“ (2022). Jamie Lee Curtis war in den meisten Teilen nicht mehr dabei, kehrt aber nun, 40 und 43 Jahre später, in ihre alte Rolle zurück, wie auch einige andere der damaligen Schauspieler, eine schöne Reminiszenz an alte Zeiten... Die sieben Fortsetzungen und den Relaunch braucht man für das aktuelle Werk nicht zu kennen, hilfreich wäre der Ur-Film von 1978 und der von 2018, an dessen Ende die Handlung von „Halloween Kills“ nahtlos anknüpft.

Die Inszenierung des Horrors hat sich im Laufe der Jahre dem heutigen Kino und dessen Zuschauern insofern angepasst, als auf subtilen Spannungsaufbau fast gänzlich verzichtet wird, in wohlkakulierter Taktung kommt es zu brutalen und blutigen Slasher-Szenen, Grusel entsteht insofern weniger aus nervenaufreizenden Suspense- sondern eher aus Ekel- und Schockmomenten, dabei wird eines der nettesten Schwulenpärchen – auch dies kann man ohne etwas wirklich vorwegzunehmen spoilern – gemeuchelt und anschließend hübsch drapiert, hier und an einigen anderen Stellen entwickelt Michael einen bizarren Schöngeist, der nicht wirklich zu ihm passt.

Das Hauptthema, Michael als „das Böse“ an sich zu inszenieren, wird fortgeführt, es gibt keine Erklärung, wie er/ es heraufbeschworen wurde, außer dass der kleine Michael zu Anfang seine Schlampe von Schwester und ein paar ähnlich aufgelegte junge Mädchen "bestrafen" wollte, was dem ganzen einen explizit frauenfeindlichen Touch verleihen würde. Von diesem Schema, wenn es denn eins war, hat sich Michael allerdings längst verabschiedet, inzwischen tötet er einfach nur bis zum Unfallen, wahllos und ohne dass bisher eine oder seine Erlösung angeboten wird. Einen sozialkritischen Touch erhält der Film durch den Auftrieb eines wütenden Mobs und den Auswirkungen, wenn dieser nicht mehr zu stoppen ist, aber ein wirklich neuer Aspekt ist dies auch nicht, außer dass hier endlich einmal die Strafe auf dem Fuße folgt.

Alles in allem ein der Jahreszeit entsprechendes Kinoerlebnis für Hartgesottene und solche, die es werden wollen, alle anderen bleiben Halloween besser zu Hause!

 


  Regie: David Gordon Green

Drehbuch: John Carpenter & Debra Hill, Scott Teems, Danny McBride, David Gordon Green

Kamera: Michael Simmonds

Schnitt: Timothy Alverson

Musik: Cody Carpenter, John Carpenter, Daniel A. Davies

 

Besetzung:

Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, James Jude Courtney/ Nick Castle/ Airon Armstrong, Will Patton, Thomas Mann, Jim Cummings, Anthony Michael Hall, Charles Cyphers,

 

 Universal Pictures Germany

USA 2021

105 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 21. Oktober 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=IfgyJaZGxPk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=hL6R3HmQfPc (Englisch)

 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Heimkino: Knives Out


Der erfolgreiche und schwerreiche Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer), Oberhaupt einer exzentrischen Familie, kommt nach der Feier zu seinem 85. Geburtstag zu Tode, es besteht der Verdacht, dass er ermordet wurde. Kommissar Benoit Blanc (Daniel Craig) muss alle seine grauen Zellen aktivieren, um im Gewirr der widersprüchlichen Aussagen aller Verdächtigen – und deren gibt es reichlich – dem infamen Mörder auf die Spur zu kommen.  

Mit Stars wie Plummer und Craig sowie Don Johnson, Jamie Lee Curtis, Chris Evans und Michael Shannon sowie der wunderbaren Anna de Armas (der wir im noch ausstehenden neuen Bond-Film wieder begegnen werden) beeindruckend besetzt, kommt dieser Whodunit (Wer-war-der-Möder)-Krimi herrlich altmodisch daher. Ein Star für sich ist sicherlich auch der imposante Landsitz, der als grandios bebilderte und liebevoll ausgestattete Kulisse dient.


In bewährter gleichwohl überraschend frischer Manier werden alle Kniffe und Tricks des Genres bespielt und alle hierfür nötigen Protagonisten in Stellung gebracht: Die intrigante Familie mit ihren schmutzigen kleinen Geheimnissen, der knorrige Patriarch, der mit seinem Verhalten jedem Einzelnen noch kurz vor seinem Tod ein handfestes Mordmotiv liefert, das unschuldige Hausmädchen, das als Einzige sein Vertrauen genießt, und der kluge Detektiv, der sich von keiner Finte täuschen lässt und, wenn er einmal Witterung aufgenommen hat, wie ein Bluthund unbeirrt die Spur zum Täter verfolgt, bis er schließlich – ebenfalls in bewährter Weise – diesem und uns allen minutiös erklären kann, wie er – oder sie – die frevelhafte Tat bewerkstelligt hat – oder war am Ende alles doch ganz anders?

Alles in allem ein amüsanter und intelligent gemachter Krimi mit vertrauten Elementen, entstaubt von der Piefigkeit mancher seiner alten Vorbilder, kleine nette Elemente, wie die durchs Haus geisternde greise Mutter des Verstorbenen (K Callan), von der niemand weiß, wie alt sie wirklich ist, sowie ein gut aufgelegtes Ensemble spielfreudiger Akteure machen das Vergnügen perfekt – manchmal braucht es genau das, um sich gut zu unterhalten.


Ab 08. Mai 2020 als DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD Blu-ray und digital mit reichlichem Bonusmaterial erhältlich.


USA 2019
Leonine Verleih
FSK 12

Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Kamera: Steve Yedlin
Schnitt: Bob Ducsay
Musik: Nathan Johnson

Darsteller:
Daniel Craig, Ana de Armas, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Colette, Michael Shannon, Chris Evans, Christopher Plummer, K Callan


Details DVD:
Laufzeit: ca. 126 min.
Bildformat: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Audio: DD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bonus:
Audiokommentar mit Rian Johnson, Steve Yedlin und Noah Segan
Kino-Kommentar von Rian Johnson
Making a Murder (Multi-Part Documentary)
Deleted Scenes
Rian Johnson: Planning the Perfect Murder
Director and Cast Q&A
Meet the Thrombeys (Viral Ads)
Ode to the Murder Mystery (Trailer)
EAN 4061229123204

Details Blu-ray:
Laufzeit: ca. 131 min.
Bildformat: 1,85:1 (1080p/24)
Audio: DTS-HD MA 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bonus:
Audiokommentar mit Rian Johnson, Steve Yedlin und Noah Segan
Kino-Kommentar von Rian Johnson
Making a Murder (Multi-Part Documentary)
Deleted Scenes
Rian Johnson: Planning the Perfect Murder
Director and Cast Q&A
Meet the Thrombeys (Viral Ads)
Ode to the Murder Mystery (Trailer)
EAN 4061229123211

Details 4K UHD Blu-ray
Laufzeit: ca. 131 min.
Bildformat: 1,85:1 (2160p/24)
Audio: DTS-HD MA 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Anzahl Discs: 2
Bonus: identisch mit Blu-ray
EAN 4061229123297