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Montag, 27. Juni 2022

Im Kino: Minions 2: Auf der Suche nach dem Mini-Boss (Minions: The Rise of Gru)

Mit 11 ¾ beschließt der Schüler Gru, der größte Schurke der Welt zu werden. Zu diesem Zweck bewirbt er sich um eine freigewordene Stelle bei der Gangster-Bande „Die Fiesen 6“, die gerade ihren Anführer Wilder Knöchelknacker ausgebootet hat. Es läuft jedoch nicht alles wie geplant und Gru ist auf die Hilfe einer Schar kleiner gelber Helferlein unter Führung von Stuart, Kevin, Bon und dem zahnspangenbewehrten, äußerst schwatzhaften aber ungeheuer engagierten Otto angewiesen…

Als Prequel angelegt führt die Geschichte zurück in die 1970ger Jahre, zu den kindlichen Ursprüngen des später tatsächlich zu einem Super-Schurken herangereiften Gru, als die Verbindung zu einer Horde williger, aber zeitweise anarchische Helfer entstand. Hier ist alles wie gehabt, entweder man mag die Truppe, oder nicht, im ersteren Fall bieten die Minions ihre bewährte Mischung aus Chaos und Pfiffigkeit, gepaart mit einem Hauch Genialität. Vor allem ihr Kauderwelsch verblüfft immer wieder, eigentlich in einer völlig unbekannten Sprache gebrabbelt, versteht man doch auf mysteriöse Weise jedes Wort.

Die Rahmenhandlung über die Jagd nach einem wertvollen Stein und die Entführung und Befreiung Grus ist etwas bemüht, die Figuren der Fiesen 6 haben wenig Profil und auch Opa Knöchelknacker kann nicht wirklich überzeugen, sein großes Manko ist dabei die deutsche Stimme. Thomas Gottschalk hat einfach eine zu prominente Stimme, um mit seiner Figur zu verschmelzen, immer schiebt sich das Gottschalk-Bild davor, es eignet sich halt nicht jeder zum Synchronsprecher. Oliver Rohrbeck als Gru dagegen macht, wie immer, einen hervorragenden Job, und bei den Minions mag man sich gedacht haben, ist es eh egal, wer sie brabbelt…

Ein paar Ideen und putzige Szenen im Ambiente der bunten 1970ger Jahre nebst passendem Soundtrack sind nett anzuschauen und –hören, stellenweise auch durchaus witzig, also alles in allem ein Spaß für Klein und Groß – na ja, nicht ganz, man muss doch schon ein Fan der gelben Burschen sein, um restlos begeistert zu sein, dann aber lohnt sich ein Ausflug ins Kino durchaus.

 


 Regie: Kyle Balda, Brad Ableson, Jonathan del Val

Drehbuch: Brian Lynch, Mattew Fogel, Cinco Paul

Schnitt: Claire Dodgson

Musik: Hietor Pereira

Originalsongs: Pharell Williams

 

Besetzung:

Oliver Rohrbeck (Gru), Thomas Gottschalk (Knöchelknacker), Dela Dabulamanzi, Bastian Baker, Larissa Marolt,

 

Im Original (das wir hier nicht zu sehen/ hören bekommen…): Steve Carell (Gru), Pierre Coffin, Taraji P. Henson, Jean-Claude Van Damme, Michelle Yeoh, Dolph Lundgren, Danny Trejo, Alan Arkin (Wild Knuckles), Julie Andrews, Russell Brand

 

Universal Pictures

USA 2022

87 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 30. Juni 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=MqmcwkIyW58 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=PWC3Z5QOPgQ (Englisch)

 

 

Donnerstag, 1. Juli 2021

Im Kino: Catweazle

Der 12-jährige Benny (Julius Weckauf) lebt mit seinem Vater (Henning Baum) im familieneigenen Tierpark, wo er eines Tages auf einen kauzigen Mann in altmodischer Tracht und Kapuze trifft. Er ahnt nicht, wen er da vor sich hat: den Magier Catweazle (Otto Waalkes), durch unglückliche Umstände aus dem Jahr 1020 geradewegs in unsere Gegenwart hinein gepurzelt. Von allen Selbstverständlichkeiten moderner Zivilisation überfordert, tapst er zusammen mit Benny und der Kröte Kühlwalda durch haarsträubende Situationen, auf der Suche nach dem bei seinem Zeitsprung verloren gegangenen Zauberstab Anawandur, mit dessen Hilfe er umgehend und rechtzeitig in seine Zeit zurückkehren muss, will er ein schlimmes Ereignis noch ungeschehen machen. Allerdings hat die fiese Kunsthändlerin Dr. Katharina Metzler (Katja Riemann) ein großes Interesse an dem Stab und setzt alles daran, in seinen Besitz zu kommen…

Den Älteren wird diese Geschichte bekannt vorkommen: In den 1970ger Jahren gab
es eine gleichnamige britische Kinderserie, entwickelt von Richard Carpenter mit dem unvergesslichen Geoffrey Bayldon in der Titelrolle, die im Laufe der Zeit einen gewissen Kultstatus erreicht hat (Stichwort: Elektriktrick... ) Nun haben der Regisseur Sven Unterwaldt und der unverwüstliche Komiker Otto Waalkes sich dieses Stoffes angenommen und ihn für heutige Generationen und die große Leinwand aufgearbeitet. Wenn auch natürlich der Charme der alten Serie heute verstaubt wirken mag und nicht mehr zeitgemäß scheint, hinterlässt das Ergebnis der modernen Kinoadaption zwiespältige Gefühle.

Bei dem Bemühen, einen familientauglichen Film für Jung und Alt zu präsentieren, ist eine reichlich konventionell erzähle Geschichte mit vorhersehbaren Gags und einigen Slapstickeinlagen herausgekommen. Der Magier muss zurück ins Mittelalter und hat dafür nur drei Tage Zeit, eine böse Frau auf der Jagd nach Geld und Ruhm macht ihm den Zauberstab Anawandur streitig, wird dabei von cleveren Kindern ausgetrickst, alles nett anzusehen, aber auch wenig originell, und der aus der Zeit Gefallene 1000-jährige Magier mit Kröte ist kein tragikomischer Don Quijote mehr im Kampf gegen die Normannen, sondern verkommt zu einem liebenswerten Trottel, was nicht nur an der piefigen Inszenierung, sondern leider auch an dem Hauptdarsteller liegt.

Rein optisch macht Otto Waalkes durchaus eine gute Figur und solange er in seiner Rolle bleibt, ist alles in Ordnung. Aber die Macher des Films waren, wie sie selber sagen, der Meinung, wo „Otto“ drauf steht, muss auf jeden Fall auch „Otto“ drin sein, und so poppt immer dann, wenn der Darsteller Waalkes sich gerade von sich selbst befreit hat und seinem Catweazle einen ernsthaft-komischen und vor allem echten Moment gönnt, der bis zum Überdruss bekannte Otto auf, und das trübt die Freude am Film, sehr schade. Vielleicht hätte ein anderer Schauspieler, ein Nicht-Otto, hier besser gepasst, jemand, der witzig, aber auch tragikomisch kann, ganz spontan kommt da Bjarne Mädel in den Sinn...

Die übrigen Darsteller sind solide und machen das, was sie können in bewährter Weise. Julius Weckauf überzeugt als kleiner Außenseiter mit Herz und Verstand, Katja Riemann gibt das Biest, und wenn alles schief zu gehen droht, ist Henning Baum mit ruhiger und starker Hand zur Stelle.

Alles in allem nette Unterhaltung, zumindest für diejenigen, die die alte TV-Geschichte nicht kennen, bei einem Film, der niemandem weh tut und hoffentlich wieder einmal die ganze Familie ins Kino locken wird!

 


 Regie: Sven Unterwaldt

Drehbuch: Otto Waalkes, Bernd Eilert, Claudius Pläging, Sven Unterwaldt

Kamera: Bernhard Jasper

Schnitt: Zaz Montana

Musik: Philipp Noll

 

Darsteller:

Otto Waalkes, Julius Weckauf, Katja Riemann, Henning Baum, Gloria Terzic, Milan Peschel

 

 Tobis Film GmbH

D 2021

FSK 0

90 min.

 Bildmaterial: © TOBIS Film GmbH

 

Deutscher Kinostart: 01 Juli 2021