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Donnerstag, 1. Juli 2021

Im Kino: Rosas Hochzeit (La Boda de Rosa)

Auf Rosa (Candela Peña) kann sich – beruflich wie privat – jeder zu jeder Zeit hundertprozentig verlassen. Sie arbeitet als Kostümbildnerin bis zum Umfallen, kümmert sich um ihren Vater und die Kinder des Bruders, die Katze der Freundin, sie ist da, wann immer man sie braucht, und irgend jemand braucht sie immer. Kurz vor ihrem 45. Geburtstag wird Rosa plötzlich klar, dass sie so nicht weitermachen kann und will und sie beschließt, ihr Leben zu ändern, was bei Familie und Freunden auf Unverständnis stößt. Einmal will sie selbst im Mittelpunkt zu stehen und lädt zu ihrer etwas anderen Hochzeit in ihrem Geburtsort Benicàssim ein, für sie der Startschuss in ihr neues und selbstbestimmtes Leben. Aber dann steht ihre Tochter mit Kindern vor der Tür und wieder wird Rosa gebraucht…

Die spanische Komödie bereitet ihr durchaus ernstes Thema so leicht und
erfrischend auf, wie man dies auch von vielen französischen Filmen kennt. Es macht Spaß, Rosa auf ihrem Weg zu sich selbst zu begleiten, und da geht es nicht um die oberflächliche Selbstbezogenheit, die viele Menschen umtreibt, die tatsächlich nur noch sich selbst im Blick haben, sondern um die tiefe und wichtige Frage, wer man ist und wie viel man zu geben bereit ist, ohne sich dabei selbst aufzugeben. Alle Figuren um Rosa herum sind ein wenig klischeehaft und überzeichnet und die Entwicklung der Geschichte ist auch keine große Überraschung, aber dies ändert nichts daran, dass alles beschwingt und mit feinem Humor daherkommt. Candela Peña als die sich befreiende und emanzipierende Rosa trifft stets den richtigen Ton, ihre Selbstzweifel schmerzen und ihre Entschlossenheit reißt mit, wie es der ganze Film schafft – auch mit der ansprechenden Optik seiner sommerlichen Bilder – mitzureißen, und das ist genau das Richtige, was nach dieser langen Kinoabstinenz gut tut.

Auch „Rosas Hochzeit“ hätte bereits letztes Jahr in die Kinos kommen sollen, leider besteht die Gefahr, dass er nun in der Masse der Neustarts untergehen wird, was wirklich schade wäre. Wer also einen schönen Feelgood-Sommerfilm erleben möchte, sollte diesen auf keinen Fall verpassen!

 


 Regie: Iciar Bollain

Buch: Iciar Bollain & Alicia Luna

Kamera: Sergi Gallardo & Beatriz Sastre

Schnitt: Nacho Ruiz Capillas

Musik: Vanessa Garde

 

Darsteller:

Candela Peña, Sergi López, Nathalie Poza, Ramón Barea,

 

 Tendem Films/ Piffl Medien

97 min.

FSK 0

  

Deutscher Kinostart: 01. Juli 2021

 Trailer: http://www.piffl-medien.de/film.php?id=178&kat=aktuell#http://www.piffl-medien.de/

 

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