Der junge Jay Gardiner (Austin Abrams) hatte kein gutes Verhältnis zu seinem Vater Mitt (Josh Brolin), einem passionierten Taucher, der Zeit seines Lebens versuchte, ihm in harschem Ton Lektionen über das Leben – oder Sterben – unter Wasser zu vermitteln. Als der Vater unheilbar an Krebs erkrankt und das Meer für seinen Freitod wählt, beschließt Jay, nach ihm zu suchen und geht auf einen Tauchgang vor der Küste, wo er nach der fatalen Begegnung mit einem großen Kalmar, der von einem Pottwal gejagt wird, von diesem Wal gleich mit verschlungen wird und in dessen Bauch landet. Es beginnt ein Überlebenskampf gegen die Uhr, denn sein Sauerstoff gibt ihm 60 Minuten, um sich aus seiner gruseligen Lage zu befreien…
Was wie ein abstruser Survival-Thriller klingt, ist ein atemberaubend spannendes Abenteuer, das die Anstrengungen und Qualen des so unglücklich Eingeschlossenen fast körperlich spürbar werden lässt. Schon die ersten Sequenzen unter Wasser, in denen man zunächst nur ein paar Meter unter die Oberfläche mitgenommen wird, sind beeindruckend, aber dann beginnt ein völlig neues Erlebnis, als Taucher Jay plötzlich abrupt an einer Kante innehält, unter der sich ein in ein finsteres Nichts abfallender Abgrund auftut. Und als aus diesem Nichts ein großer Kalmar an ihm vorbeischießt, beginnt der Albtraum, denn ein noch gigantischerer Pottwal ist auf der Jagd, hier bekommt man einen Eindruck von der Nahrungskette, der sich als verstörend erweist, wenn man einmal nicht an dessen Spitze steht, sondern zum Teil der Beute wird.
Der Film schafft es, durch fantastische Bilder aus dem Inneren des Wals und einen unter die Haut gehenden Sound, den Kampf des Tauchers während und vor allem nach seinem Verschlucken zu visualisieren und hörbar zu machen. Dass dabei die Spannung über die gesamte Laufzeit gehalten wird, gelingt auch durch die eingestreuten Flashbacks, Szenen zwischen Jay und seinem Vater, hier der robuste und rohe Naturbursche, der seinem Sohn alles beibringen möchte, was er über das Meer, seine Bewohner und das Tauchen weiß, und dort der Sohn, der sich mit allen Fasern seines Körpers gegen diese Lektionen und damit gegen seinen Vater auflehnt. Aber da er trotz dieses inneren Widerstands immer gut zugehört hat, helfen ihm diese Erinnerungsschnipsel nun, um der tödlichen Gefahr, in der er steckt, vielleicht doch noch entkommen zu können.
Bereits in der Bibel wird von einem großen Fisch berichtet, der den Propheten Jona verschluckt, ähnliches geschieht dem hölzernen Knabe Pinocchio, und unabhängig davon, ob es möglich wäre, eine solche Situation zu überleben, scheint in diesen Geschichten eine gewisse Urangst vor etwas Unheimlichen zu stecken, das einen verschlingen könnte, zumal das Meer als solches in seinen tiefsten Tiefen immer noch ein ziemlich unbekanntes Terrain ist. Aber ein ebenso schwieriges Terrain sind oft die komplizierten menschlichen Untiefen, in denen man sich verlieren kann, wie sich hier in der schwierigen Vater-Sohn-Beziehung zeigt.
Wer sich auf dieses filmische Abenteuer einlässt, bekommt ein äußerst intensives und nervenzerfetzendes Kino-Erlebnis serviert, nichts für schwache Nerven und auf keinen Fall etwas für Klaustrophobiker.
Regie: Brian Duffield
Drehbuch: Brian Duffield. Daniel Kraus, b/a auf dem Buch von Daniel Kraus
Kamera: Aaron Morton
Schnitt: Pietro Scalia
Musik: Joseph Trapanese
Besetzung:
Austin Abrams, Josh Brolin, Elisabeth Shue, Jane Levy, Emily Rudd, John Ortiz, Grayson Paul Solomine
20th Century Studios/ Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
2026
106 min.
FSK 16
Deutscher Kinostart: 15. Oktober 2026
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=buGAP_FMpv4 (Deutsch)
https://www.youtube.com/watch?v=rN9F6-tbySY (Englisch)

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