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Mittwoch, 26. Februar 2020

Film-Rezensionen: The Gentlemen

Der Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) macht in Großbritannien mit seinem Hanfimperium die allerbesten Umsätze. Als er sich aus diesem Geschäft zurückziehen möchte und einen Käufer für sein eingeführtes Unternehmen sucht, lockt er damit die unterschiedlichsten Interessenten an, von denen die einen Mickey, die anderen sich gegenseitig ausbooten wollen, aber alle wollen das größte Stück vom Kuchen für sich und sind dabei bei der Wahl ihrer Mittel in keiner Weise zimperlich. 

Ein schmieriger Detektiv (Hugh Grant) glaubt dabei, im Hintergrund die Fäden zu ziehen, ist aber auch nur ein Teil des Puppentheaters, bei dem der mit den Fäden in der Hand immer mal wechselt…



Zunächst reichlich wortlastig und etwas schwergängig, entwickelt sich die Geschichte im zweiten Teil des Films zu einem Thriller mit absurdem Witz und reichlich Action, bei dem ein hervorragend aufgelegtes Ensemble für viel Spaß und Spannung sorgt. Allen voran bietet Hugh Grant eine wirklich grandiose Vorstellung, dicht gefolgt von Colin Farrell, letztlich sind aber alle Rollen bestens besetzt, die Handlung nimmt immer wieder neue groteske Windungen, in der alles und jeder sein Fett weg bekommt, bis hin zu einem gewagten Shylock-Zitat. Guy Richie hat das Ganze in dem ihm eigenen Stil pfiffig in Szene gesetzt, ein Vergnügen für Zuschauer mit Sinn für makabren Humor und für jeden, der Spaß daran hat, einer Reihe von skrupellosen Ganoven bei der Arbeit zuzusehen.



Regie: Guy Richie
Drehbuch: Guy Richie, b/a story von Guy Richie, Ivan Atkinson & Marn Davies
Kamera: Alan Stewart
Schnitt: James Herbert
Musik: Christopher Benstead

Darsteller:
Matthew McConaughey, Hugh Grant, Charlie Hunnam, Michelle Dockery, Colin Farrell, Jeremy Strong, Henry Golding, Eddie Marsan, Tom Wu, Lyne Renee

 Miramax
FSK 16
113 min. 
Deutscher Kinostart: 27. Februar 2020
 

Mittwoch, 6. November 2019

Film-Rezensionen: Last Christmas


Kate (Emilia Clarke) ist liebenswert, aber ungeschickt, sie kommt mit ihrem Leben nicht wirklich klar und scheint das Chaos förmlich anzuziehen. In einem kleinen Weihnachtsladen verkauft sie als Elf verkleidet unter den strengen Augen ihrer Chefin Santa (Michelle Yeoh) scheußliche Weinachtsutensilien aller Art. Im Moment ist sie wieder einmal auf der Suche nach einer Bleibe, zu ihren Eltern möchte sie auf keinen Fall zurück und bei fast allen ihren Freunden hat sie es sich durch ein Missgeschick verdorben. Auch ihre berufliche Karriere als Sängerin geht nicht recht voran, bei diversen Castings kann sie nicht wirklich überzeugen. Als eines Tages der geheimnisvolle Tom (Henry Golding) in ihr Leben tritt, fühlt sie sich sofort mit ihm verbunden, endlich scheint es jemanden zu geben, der sie so nimmt, wie sie ist, aber er hat ein Geheimnis, das ihre Beziehung bedrohen könnte…

Regisseur Paul Feig hat bisher einige Komödien wie „Brautalarm" oder "Taffe Mädels" mit
eher robustem Humor abgeliefert. Nun wagt er sich an eine romantische Weihnachtskomödie, die im vorweihnachtlichen London angesiedelt ist. Die Latte für einen guten Weihnachtsfilm liegt mit einem Film wie „Tatsächlich…Liebe" („Love Actually“) von 2003 enorm hoch, vielleicht ein wenig zu hoch für Feig, aber „Last Christmas“ hat auf jeden Fall Potenzial. Stimmungsvoll die Szenerie, sympathisch die Darsteller, witzige Dialoge und Situationskomik, dazu eine ernste Vorgeschichte, die dem Vordergründig-Lockeren eine unerwartete Tiefe gibt und für sentimentale und traurige Momente sorgt.
Das Drehbuch wurde von der britischen Schauspielerin Emma Thompson mitverfasst, sie und Feig haben es geschafft, die verschiedenen Elemente zu einem stimmigen Ganzen zu verschmelzen und sogar noch ein paar kurze sozialkritische Anmerkungen zum Thema Brexit und Obdachlosigkeit unterzubringen. Titelgebend für den Film war das von den einen geliebte und von anderen leidenschaftlich gehasste Lied „Last Christmas" des verstorbenen George Michael, dessen bekannte Zeilen nach dem Film eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der Soundtrack ist gespickt mit weiteren Songs der Gruppe Wham!, wer sich hiervon und von einer Überdosis Weihnachtsflair nicht abgeschreckt fühlt, dem bietet der Film nette und größtenteils fröhliche Unterhaltung sowie den Rat, die Dinge manchmal einfach geschehen zu lassen und seinem Herzen zu folgen – You gotta have faith!

Kitsch? Ja, natürlich, aber es ist schließlich Weihnachten...



Regie: Paul Feig
Drehbuch: Emma Thompson, Bryony Kimmings, Greg Wise
Kamera: John Schwartzman
Schnitt: Brent White
Musik: Theodore Shapiro, Soundtrack: George Michael + Wham!

Darsteller:
Emilia Clarke, Henry Golding, Michelle Yeoh, Emma Thompson, Lydia Leonard, Ritu Arya, Calvin Demba

Universal Pictures International Germany
FSK 0
102 min.
Deutscher Kinostart: 14. November 2019