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Mittwoch, 9. Februar 2022

Im Kino: Moonfall

Wenn der Mond aus seiner Umlaufbahn geriete, hätte dies fatale Auswirkungen auf die Erde, und eines Tages geschieht genau das! Der kleinen Crew, die zur Rettung der Menschheit ausgesandt wird, bestehend aus der Nasa-Offizierin Jo Fowler (Halle Berry), dem in Ungnade gefallenen Ex-Astronauten Brian Harper (Patrick Wilson) und dem Astro-Nerd K.C. Houseman (John Bradley), bleibt nur wenig Zeit, um ihn wieder auf Kurs zu bringen, und auf dieser Mission machen sie eine verblüffende Entdeckung: Ist der Mond gar nicht das, was wir immer von ihm glaubten?

Wenn es auf der Leinwand so richtig rummst, dann steckt meistens der Weltenzerstörer  aus Deutschland, unser Roland Emmerich, dahinter. Auch in seinem neuesten Werk geht es wieder heftig zur Sache, dabei versteht Emmerich es einmal mehr, Fragen nach der Plausibilität und der wissenschaftlichen Haltbarkeit seines Plots zur Nebensache werden zu lassen. Wenn der der Erde immer näher kommende Mond alle paar Stunden für gigantische Flutwellen und Steinschläge sorgt, drückt man den verwegenen Rettern auf ihrer Mission um so heftiger die Daumen, weil man nicht anders kann.

Unterhaltsam, mit einer durchgehend gestreuten Prise Humor gewürzt, geht die Welt zum wiederholten Mal beinahe unter, allerdings hätte es gereicht, sich auf das Spektakel im All und die alternativen Plänen auf der Erde zur Abwendung der Apokalypse zu konzentrieren, die Nebengeschichte über die Flucht einer Gruppe von Kindern – wohin eigentlich, wenn die Erde sowieso zerstört wird? – bei denen es sich delikaterweise natürlich um den Nachwuchs der Hauptakteure handelt, hätte man sich sparen können. Aber es ist offensichtlich nicht mehr möglich, eine Geschichte knackig und straff zu erzählen, und so verlässt man das Kino wegen des ungefragt servierten Nachschlags bei einem sonst annehmbaren Gericht am Ende regelmäßig mit einem unangenehmen Völlegefühl.

 

 

Regie: Roland Emmerich

Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser, Spenser Cohen

Kamera: Robby Baumgartner

Schnitt: Ryan Stevens Harris, Adam Wolfe

Musik: Harald Kloser, Thomas Wanker

 

Besetzung:

Halle Berry, Patrick Wilson, Charlie Plummer, Michael Peña, Carolina Bartczak, Donald Sutherland (Cameo)

 

Lionsgate/ Leonine

USA 2022

130 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 10. Februar 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=qKV1kdHcREo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ivIwdQBlS10 (Englisch)

 

 

 

Donnerstag, 26. August 2021

Im Kino: Tides

Die Menschheit hat es geschafft: die Erde ist mehr oder weniger unbewohnbar geworden und das Meer schwappt in gewaltigen Ebbe- und Flutwellen über das Land. Eine herrschende Elite hat sich rechtzeitig auf den Planeten Kepler 209 in Sicherheit gebracht, leidet dort aber unter Unfruchtbarkeit. Expeditionen sollen herausfinden, ob es möglich ist, vielleicht doch auf die Erde zurückzukehren. Astronautin Blake (Nora Arnezeder) ist Teil der Mission Ulysses II, allerdings hat sie als Einzige die Landung ihrer Raumkapsel überlebt. Was sie auf der Erde vorfindet, hat niemand erwartet und Blake steht plötzlich vor unerwarteten Herausforderungen…

Der Weltenzerstörer Roland Emmerich, unser Schwabe in Hollywood, fungiert bei „Tides" als Produzent, aber mit seinen Werken hat dieser Film wenig gemein. Mit einfachen Mitteln und ohne die üblichen bombastischen Effekte ist dem deutschen Regisseur Fehlbaum, der vor zehn Jahren mit "Hell – Die Sonne wird euch verbrennen“ debütierte, auf seine ganz eigene Art ein spannender Science-Fiction-Thriller gelungen, der gerade zu Anfang faszinierende Bilder eingebettet in eine packende Atmosphäre liefert. Im Gegensatz zu dem auf Deutsch produzierten "Hell“ zielt man hier auf den internationalen Markt ab, vielleicht hat dies dazu geführt, dass die eigentliche Geschichte sich, gerade zum Ende hin, etwas zu konventionell und ziemlich vorhersehbar entwickelt.

Dafür ist der Film mit der jungen Nora Arnezeder hervorragend besetzt, sie trägt den Film in beeindruckender Weise, eine Endzeitheldin mit Tiefe, die sich gleichsam taff und verletzlich durch eine unwirtliche Welt bewegt. Auch die übrigen Darsteller überzeugen, vor allem aber besticht die einfache und dennoch bedrohliche Kulisse, die unbarmherzig die Schemen von Vergangenheit und Zukunft verbindet.

 


 Regie: Tim Fehlbaum

Drehbuch: Tim Fehlbaum, Mariko Minoguchi, Jo Rogers, Tim Trachte

Kamera: Markus Förderer

Schnitt: Andreas Menn

Musik: Lorenz Dangel

 

Cast:

Nora Arnezeder, Iain Glen, Sarah-Sofie Boussnina, Joel Basman

 

D/ CH 2021

Constantin Film

FSK 12

104 min

 Deutscher Kinostart: 26. August 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6uAOHSu_mzQ