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Mittwoch, 19. März 2025

Im Kino: The Last Showgirl

Nach 30 Jahren soll für die Tänzerin Shelly (Pamela Anderson) der letzte Vorhang fallen, die „Razzle Dazzle“-Show wird endgültig abgesetzt, in Las Vegas ist kein Platz mehr für alte Nummern und gealterte Tänzerinnen. Shelly hatte für diese Karriere einst ihr Kind geopfert, um das sie sich nie kümmern konnte oder wollte, nun versucht sie, sich ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter wieder anzunähern, während sie gleichzeitig zusammen mit ihren Kolleginnen um ihre Zukunft kämpft…

Nirgendwo scheint der Altershammer so hart zuzuschlagen wie im Showbusiness, und vor allem Frauen werden mitleidlos ausgemustert, sobald sie nicht mehr jung, frisch und knackig daherkommen. Die Show und die Tänzerinnen, um die es hier geht, durften sich vergleichsweise lange im Scheinwerferlicht sonnen, aber als nun auch ihre Stunde gekommen ist, wird man Zeuge ihres tragischen Endes. Es geht eigentlich nur noch darum, in Würde abzutreten, mehr bleibt den gealterten Damen nicht, während auf den ebenso lange tätigen Clubmanager (Dave Bautista) eine neue Aufgabe wartet.

Diese Art der Diskriminierung, denen Frauen nach wie vor ausgesetzt sind, wird mitleidlos praktiziert und es scheint kein Mittel dagegen zu geben, das ist die traurige und deprimierende Botschaft des Films. Die weitere Tragik liegt in dem Zwiespalt, der es der Tänzerin Shelly, wie so vielen Frauen, nicht erlaubt hat, eine Familie zu haben und gleichzeitig ihre Karriere zu verfolgen, und da ist es egal, ob die Karriere nur aus einer billigen Las-Vegas-Show bestand, entscheidend ist, dass nur das eine oder das andere möglich schien.

Pamela Anderson, das einstige Sex-Symbol, verkörpert diese Shelly mit Inbrunst und Verve, aber die Show stiehlt wieder einmal Jamie Lee Curtis als Kollegin und beste Freundin, die ihren Absturz bereits hinter sich hat und ihre letzten Illusionen schon vor langer Zeit an der Garderobe abgegeben hat.

Ein Film mit Herz und viel Schmerz, der ans Gemüt geht, dem vielleicht ein paar schmissigere Showszenen gutgetan hätten, aber die Tristesse des Showbiz, wie es auch sein kann, trifft er gut…

 

 

Regie: Gia Coppola

Drehbuch: Kate Gersten

Kamera: Autumn Durald Arkapaw

Schnitt: Blair McClendon, Cam McLauchlin

Musik: Andrew Wyatt

 

Besetzung:

Pamela Anderson, Brenda Song, Dave Bautista, Kiernan Shipka, Jamie Lee Curtis, Billie Lourd, Linda Montana,

 

Constantin Film

2024

88 min.12

FSK

Deutscher Kinostart: 20 März 2025

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3qNaD2aL1hw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=hZDs_lLGrTU (Englisch)

 

 

Dienstag, 21. Mai 2019

Konzert-Rezension: The Man The Music The Show - Hugh Jackman auf Tournee

Hugh Jackman ist mit einer großen Bühnenshow auf Welttournee, nur in Deutschland erfährt man darüber fast nichts. Leider hat sich offensichtlich sein Management dafür entschieden, Pressevertreter nicht zu akkreditieren, schade, denn so gab und gibt es kaum etwas darüber zu lesen, wie großartig dieser Mann auf der Bühne agiert und es bleibt als negatives „Highlight“ die völlig verunglückte SPON-Rezension im Raum stehen, die der Show, wie ich sie zumindest in Köln erlebt habe, in keiner Weise gerecht wird.

Viele kennen Hugh Jackman als Schauspieler, vor allem durch seine langjährige Paraderolle als klingenbewehrter Mutant der X-Men-Reihe Wolverine (nein, Herr Höbel, es sind keine Scherenhände…), aber über die Jahre hat er sich auch in zahlreichen und vielseitigen anderen Rollen gezeigt. Dass er im Gesangs- und Tanzfach ebenfalls zu Hause ist, hat er sowohl am Broadway, u.a. mit einem einjährigen Engagement in dem Musical „The Boy from Oz“, als auch in den Filmen „Les Misérables“ und "The Greatest Showman" bewiesen, und nun ist er noch bis Oktober mit seiner eigenen Show weltweit unterwegs.

Dass er die große Bühne beherrscht, weiß man spätestens seit 2009, als er als Gastgeber souverän und mit einigen schmissigen Gesangseinlagen durch die Oscar-Verleihung geführt hat, mehr Zuschauer an den TV-Bildschirmen kann man an einem einzigen Abend kaum erreichen. Ihn aber einmal live zu sehen, dass ist schon ein besonderes Erlebnis.

Aus seinem Leben plaudernd führt er charmant und witzig durch einen bunten Abend, begleitet von einem 20-köpfigen Orchester, einer hervorragend aufgelegten Tanztruppe und unterstützt von zwei Sängerinnen bzw. wechselnden Gaststars. Dabei versprüht er vom ersten bis zum letzten Ton – und es stimmt zumindest in Köln nicht, dass er dabei angeblich nicht jeden trifft, er hat sie ALLE getroffen! – eine unglaubliche positive Energie. Man merkt ihm bei jedem Tanzschritt den Spaß an, den er selbst dabei hat und dieser Spaß übertragt sich mühelos auf sein Publikum. Wer eine Halle wie die Lanxess-Arena, die, ohne große Werbung im Vorfeld, fast vollständig gefüllt war, zu zwei Standing Ovations während der Show bringt, der beherrscht sein Fach, insofern hat die fehlende Berichterstattung nicht geschadet, aber es wäre schön gewesen, im Nachhinein noch einmal von diversen Medien ein positives Echo zu hören.

Die Chance, ihn hier in Deutschland zu erleben ist vorerst vorbei, wer ihn noch sehen möchte, hier die weiteren Tourdaten (ohne Gewähr):



22. Mai                       Paris
24./25.  Mai               Manchester
27./28. Mai                Birmingham
30./31. Mai                Dublin
02. bis 07. Juni            London
18. Juni                      Houston, Tx.
19. Juni                      Dallas, Tx.
21. Juni                      Chicago, Il.
22. Juni                      St. Paul, Mn.
24. Juni                      Detroit, Mi.
25. Juni                      Toronto, On.
27. Juni                      Boston, Ma.
28./29. Juni                New York, Ny.
30. Juni                      Philadelphia, Pa.
01. Juli                       Washington, Dc.
03. Juli                       Atlanta, Ga.
05. Juli                       Tampa, Fl.
06. Juli                       Sunrise, Fl.
10. Juli                       Denver, Co.
11./12. Juli                 Salt Lake City, Ut.
13. Juli                       Las Vegas, Nv.
14. Juli                       Glendale, Az.
16. Juli                       San Diego, Ca.
17. Juli                       San Jose, Ca.
19./20. Juli                 Los Angeles, Ca.
02.-05.+07. August       Sydney, Aus.
10./11./13. August      Adelaide
16.-18.August              Melbourne
21./23./24. August      Perth
27. August                   Melbourne
31.08./01.+03.09.        Brisbane
06./07. September       Auckland, Nz.
01. Oktober               Boston, Ma.
02. Oktober               Philadelphia, Pa.
05. Oktober               Long Island, Ny.
06. Oktober               Newark, Nj.
09. Oktober               Pittsburgh, Pa.
10. Oktober               Columbus, Oh.
11. Oktober               Chicago, Il.
12. Oktober               Indianapolis, In.
13. Oktober               Kansas City, Mo.
15. Oktober               San Antonio, Tx.
19. Oktober               Mexico City

Freitag, 29. Dezember 2017

Film-Rezensionen: The Greatest Showman


P.T. Barnum, ein amerikanischer Unterhaltungspionier, der von 1810 bis 1891 lebte, hatte einen Traum: er wollte der größte Unterhalter werden, und bei Träumen darf man nicht klein denken, in diesem Zusammenhang ist „der größte der Welt“ stets angemessen, eine Vorstufe von „der größte des Universums“. Ob dies gelingt und ob sich dieser Ruhm noch über den Tod hinaus erhalten lässt, ist von der Resonanz abhängig, die man zu Lebzeiten erfährt. Für Barnum, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, stehen zwei Dinge im Vordergrund: seinen Zuschauern die beste Show zu bieten, ihnen immer etwas zu zeigen, was sie noch nie gesehen hatten, und dabei Geld zu verdienen, um sich und seiner Familie ein schönes Leben zu bereiten.



Bekanntermaßen jedoch blicken die meisten Kritiker auf die Kunstform der reinen Unterhaltung naserümpfend und überheblich herab, und so kämpft auch Barnum Zeit seines Lebens um die Anerkennung der bourgeoisen Gesellschaft, in die er, der Emporkömmling, so gerne aufsteigen möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, versucht er sich als Manager der in Europa erfolgreichen Opernsängerin Jenny Lind, die er auf einer Tour durch Amerika auch dort bekannt macht. Nach zunächst erfolgreichen Aufführungen beschert ihm dieser Ausflug in die „gehobene“ Kunst den finanziellen Bankrott und so kehrt er am Ende dorthin zurück, wo er am besten ist, in das letztlich von ihm erfundene Showbusiness.


Auf der Suche nach einer spektakulären Show schreckt er dabei nicht davor zurück, missgestaltete Menschen zu rekrutieren, die von ihren eigenen Familien versteckt und von allen anderen angestarrt oder verlacht werden, bei ihm in seiner Show verdienen sie zumindest Geld. Der fragwürdige Ansatz wird dadurch zum Gewinn, dass in diesem Umfeld jeder so sein darf, wie er ist und jeder als Teil der Gemeinschaft zu deren Erfolg beiträgt. Damit ist die Botschaft des Films klar: jeder ist wertvoll und kann seinen Platz im Leben finden, wenn man ihm die Chance dazu gibt, den Unterschied im Leben machen letztlich immer die Menschen, die nicht so sind wie alle anderen. Hierauf ein Unternehmen aufzubauen ist sicher als ein Verdienst des P.T. Barnum anzusehen, wenngleich er im Zusammenhang mit seiner Geschäftstüchtigkeit sicherlich auch weniger positive Eigenschaften aufwies. Ob der Film der Figur in seinen ganzen Facetten gerecht wird, ist allerdings unerheblich, denn der Dokumentarfilm ist bekanntermaßen ein anderes Genre.




Der Film „The Greatest Showman“ widmet sich in erster Linie dem Showman Barnum in der einzig möglichen Form, nämlich als Musical und schwelgt von der ersten bis zur letzten Minute in schönen Bildern und mitreißender Musik. Der Soundtrack hat durchweg Ohrwurmcharakter und die Gesangs- und Tanzszenen sind meisterlich choreographiert. Die Seele des Films aber ist Hugh Jackman, der einen Barnum voll unbändigem Elan verkörpert, unwiderstehlich und leidenschaftlich, wenn es darum geht, den Zuschauern eine große Show zu bieten. Dass dieser selbe Jackman noch vor ein paar Monaten den gealterten, lebensüberdrüssigen Logan im gleichnamigen Film in bewegender Weise zu Grabe getragen hat, spricht einmal mehr für dessen Wandelbarkeit und Vielseitigkeit, denn als Barnum sprüht er voller Lebensenergie und lässt die Freude an Show und Gesang auf den Zuschauer überspringen. Aber auch die anderen Darsteller wie Zac Efron, Michelle Williams, Zendaya und die gesamte Truppe überzeugen, man muss schon eine ziemlich miesepetrige Kritikerseele sein, um von dem bunten, lebensfrohen Elan nicht mitgerissen zu werden.

Regie: Michael Gracey

Drehbuch: Jenny Bicks, Bill Condon b/a story von Jenny Bicks

Musik: Benj Pasek & Justin Paul,  John Debney, Joseph Trapanese

Kamera: Seamus McGarvey

Darsteller: Hugh Jackman, Zac Efron, Michelle Williams, Zendaya, Rebecca Ferguson, Keala Settle, Sam Humphrey


20th Century Fox 2017

105 min.

Kinostart: 04. Januar 2018