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Freitag, 5. April 2024

Heimkino: The Iron Claw

Jack Adkisson (Holt McCallany) war unter dem Namen Fritz von Erich in den 1960ger Jahren als Wrestler erfolgreich, nun setzt er seinen ganzen Ehrgeiz daran, mit harter Hand aus seinen Söhnen Kevin (Zac Efron), David (Harris Dickinson), Kerry (Jeremy Allen White) und Mike (Stanley Simons) die besten Wrestler aller Zeiten zu machen. Den Traum des Weltmeistertitels soll wenigstens einer der Erich-Brothers erfüllen, aber es scheint ein Fluch über der Familie zu liegen…

Basierend auf der wahren Geschichte der erfolgreichsten Wrestler-Familie, die mittlerweile in die Hall-of-Fame aufgenommen wurde, wird hier einmal mehr die Geschichte des Vaters erzählt, der seinen eigenen unerfüllten Traum über seine Kinder verwirklichen möchte, koste es was es wolle. Dabei taucht der Film tief in die Wrestler-Szene ein, besticht mit beeindruckend choreographierten Szenen aus dem Ring und zeigt den harten, beschwerlichen Trainingsweg der Brüder, die mit Blut, Schweiß und Tränen zum Erfolg kommen möchten. Dabei wird das Wrestling nicht als bloße Showveranstaltung, bei der alles gescripted ist und Sieger und Verlierer bereits feststehen vorgeführt, sondern als ernsthafte Sportart gewürdigt, die sie eben auch ist.

 

Vom Vater zu Konkurrenten angestachelt und gegeneinander ausgespielt und von der Mutter mit wenig emotionaler Unterstützung bedacht, wird immer wieder der Zusammenhalt der Brüder untereinander beschworen, dies bleibt jedoch am Ende eine nicht ganz nachvollziehbare Behauptung und auch angesichts der tragischen Geschehnisse, die die Familie immer wieder erschüttern, ein Widerspruch, den der Film nicht in der Lage ist, zu erklären.

 

Die Darsteller präsentieren sich allesamt in Top-Form und haben, wenn man den der Heimedition beigefügten Extras glauben darf, viele der Szenen im Ring selbst bewältigt, damit ist der Film für Wrestling-Fans auf jeden Fall eine Empfehlung, aber auch für Neulinge in der Szene bietet er interessante Einblicke und auch eine ebensolche Familiengeschichte, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt.

 

 

Regie: Sean Durkin

Drehbuch: Sean Durkin

Kamera: Mátyás Erdély

Schnitt: Matthew Hannam

Musik:Richard Reed Parry

 

Besetzung:

Zac Efron, Harris Dickinson, Jeremy Allen White, Stanley Simons, Holt McCallany, Lily James, Maura Tierney, Michael Harney, Aaron Dean Eisenberg, Kevin Anton, Scott Innes, Chavo Guerrero Jr., Grady Wilson

 

 

A24/ Leonine Studios

2023

FSK 12

 

Ab 05. April 2024 als DVD, Blu-ray, 4K UHD Mediabook mit 32 Seiten Booklet und digital erhältlich

 

 

 DVD

ca. 135 min.

Ton: Dolby Digital 5.1

Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)

Softbox

 

Blu-ray

ca. 140 min.

Ton: DTS-HD MA 7.1

Bild: 1,85: 1 (1080p/24)

Softbox

 

UHD 4K

Ca. 140 min.

Ton: DTS-HD MA 7.1

Bild: 1,85: 1 (1080p/24), 1,85:1 (2160p/24)

Mediabook, 2 Discs

 

Sprachen: Deutsch/ Englisch

Untertitel: Deutsch

 

 

Trailer: https://youtu.be/cOKKLVki6O8?si=3AGzfKfsWrQFT2Nf (Deutsch)

https://youtu.be/8KVsaoveTbw?si=0CzVyacXL-jD7bDY  (Englisch)


 Copyright © 2024

 





https://youtu.be/cOKKLVki6O8?si=3AGzfKfsWrQFT2Nf (Deutsch)

https://youtu.be/8KVsaoveTbw?si=0CzVyacXL-jD7bDY  (Englisch)


Freitag, 29. Dezember 2017

Film-Rezensionen: The Greatest Showman


P.T. Barnum, ein amerikanischer Unterhaltungspionier, der von 1810 bis 1891 lebte, hatte einen Traum: er wollte der größte Unterhalter werden, und bei Träumen darf man nicht klein denken, in diesem Zusammenhang ist „der größte der Welt“ stets angemessen, eine Vorstufe von „der größte des Universums“. Ob dies gelingt und ob sich dieser Ruhm noch über den Tod hinaus erhalten lässt, ist von der Resonanz abhängig, die man zu Lebzeiten erfährt. Für Barnum, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, stehen zwei Dinge im Vordergrund: seinen Zuschauern die beste Show zu bieten, ihnen immer etwas zu zeigen, was sie noch nie gesehen hatten, und dabei Geld zu verdienen, um sich und seiner Familie ein schönes Leben zu bereiten.



Bekanntermaßen jedoch blicken die meisten Kritiker auf die Kunstform der reinen Unterhaltung naserümpfend und überheblich herab, und so kämpft auch Barnum Zeit seines Lebens um die Anerkennung der bourgeoisen Gesellschaft, in die er, der Emporkömmling, so gerne aufsteigen möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, versucht er sich als Manager der in Europa erfolgreichen Opernsängerin Jenny Lind, die er auf einer Tour durch Amerika auch dort bekannt macht. Nach zunächst erfolgreichen Aufführungen beschert ihm dieser Ausflug in die „gehobene“ Kunst den finanziellen Bankrott und so kehrt er am Ende dorthin zurück, wo er am besten ist, in das letztlich von ihm erfundene Showbusiness.


Auf der Suche nach einer spektakulären Show schreckt er dabei nicht davor zurück, missgestaltete Menschen zu rekrutieren, die von ihren eigenen Familien versteckt und von allen anderen angestarrt oder verlacht werden, bei ihm in seiner Show verdienen sie zumindest Geld. Der fragwürdige Ansatz wird dadurch zum Gewinn, dass in diesem Umfeld jeder so sein darf, wie er ist und jeder als Teil der Gemeinschaft zu deren Erfolg beiträgt. Damit ist die Botschaft des Films klar: jeder ist wertvoll und kann seinen Platz im Leben finden, wenn man ihm die Chance dazu gibt, den Unterschied im Leben machen letztlich immer die Menschen, die nicht so sind wie alle anderen. Hierauf ein Unternehmen aufzubauen ist sicher als ein Verdienst des P.T. Barnum anzusehen, wenngleich er im Zusammenhang mit seiner Geschäftstüchtigkeit sicherlich auch weniger positive Eigenschaften aufwies. Ob der Film der Figur in seinen ganzen Facetten gerecht wird, ist allerdings unerheblich, denn der Dokumentarfilm ist bekanntermaßen ein anderes Genre.




Der Film „The Greatest Showman“ widmet sich in erster Linie dem Showman Barnum in der einzig möglichen Form, nämlich als Musical und schwelgt von der ersten bis zur letzten Minute in schönen Bildern und mitreißender Musik. Der Soundtrack hat durchweg Ohrwurmcharakter und die Gesangs- und Tanzszenen sind meisterlich choreographiert. Die Seele des Films aber ist Hugh Jackman, der einen Barnum voll unbändigem Elan verkörpert, unwiderstehlich und leidenschaftlich, wenn es darum geht, den Zuschauern eine große Show zu bieten. Dass dieser selbe Jackman noch vor ein paar Monaten den gealterten, lebensüberdrüssigen Logan im gleichnamigen Film in bewegender Weise zu Grabe getragen hat, spricht einmal mehr für dessen Wandelbarkeit und Vielseitigkeit, denn als Barnum sprüht er voller Lebensenergie und lässt die Freude an Show und Gesang auf den Zuschauer überspringen. Aber auch die anderen Darsteller wie Zac Efron, Michelle Williams, Zendaya und die gesamte Truppe überzeugen, man muss schon eine ziemlich miesepetrige Kritikerseele sein, um von dem bunten, lebensfrohen Elan nicht mitgerissen zu werden.

Regie: Michael Gracey

Drehbuch: Jenny Bicks, Bill Condon b/a story von Jenny Bicks

Musik: Benj Pasek & Justin Paul,  John Debney, Joseph Trapanese

Kamera: Seamus McGarvey

Darsteller: Hugh Jackman, Zac Efron, Michelle Williams, Zendaya, Rebecca Ferguson, Keala Settle, Sam Humphrey


20th Century Fox 2017

105 min.

Kinostart: 04. Januar 2018