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Donnerstag, 15. Januar 2026

Im Kino: 28 Years Later: The Bone Temple

Die Welt nach Freisetzung des fatalen Zombie-Virus bleibt dystopisch, während sich der Junge Spike durch seine Bekanntschaft mit Jimmy Crystal (Jack O'Connell), einem Satansjünger und seiner mordenden Truppe in eine für ihn noch hoffnungslosere Lage gebracht hat, scheint jedoch durch Dr. Kelson (Ralph Fiennes) ein Hoffnungsschimmer am Horizont aufzutauchen…

Der Film entwirft das Bild einer grausamen Welt nach einer Virus-Katastrophe, aber während die Infizierten nicht anders können, als zu töten, leben andere wie der abgedrehte Jimmy Crystal und seine Anhänger ihre niedersten Instinkte aus, indem sie mordend, folternd und brandschatzend durchs Land ziehen.

Das ist nicht schön anzusehen und erfordert stellenweise sehr starke Nerven, wer diese besitzt, läuft Gefahr, der morbiden Faszination, die der Film trotz allem ausstrahlt, zu erliegen und wenngleich stellenweise angewidert, dem Schicksal der Protagonisten zu folgen.  

Neben handwerklich ausgezeichnet gefertigten Body-Horror-Elementen und einem großartigen Soundtrack liefern auch die Protagonisten eine sehenswerte Leistung, allen voran Ralph Fiennes als pragmatisch-grüblerischer Doktor und Jack O’Connell als Over-the-Top-Psychopath, die ein paar schrecklich-schöne und durchaus komische Szenen miteinander haben. Aber am beeindruckendsten ist sicherlich, wenn es Chi Lewis-Parry gelingt, die tief in seiner Bestie Samson schlummernden menschlichen Regungen zu wecken, die ihn am Ende von einer Bestie wie Jimmy Crystal abheben.

 

 

 Regie: Nia DaCosta

Drehbuch: Alex Garland

Kamera: Sean Bobbitt

Schnitt: Jake Roberts

Musik: Hildur Guðnadóttir

 Besetzung:

Ralph Fiennes, Jack O‘Connell, Alfie Williams, , Connor Newall, Erin Kellyman, Maura Bird, Emma Laird,

 

Sony Pictures

2026 

 109 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 25. Januar 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=NoWO1w3cviA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=EOwTdTZA8D8 (Englisch)

 

 

Mittwoch, 12. Juni 2019

Film-Rezensionen: The Dead Don’t Die

Die Erdachse hat sich verschoben und plötzlich gibt es merkwürdige Phänomene zu beobachten. So öffnen sich in der amerikanischen Kleinstadt Centerville die Gräber und Zombies überfluten die Straßen. Die Sheriffs Chief Cliff Robertson (Bill Murray) und Officer Ronnie Peterson (Adam Driver) beobachten die Lage mit Sorge, während die örtliche Bestatterin (Tilda Swinton), nachdem sie einige der Untoten elegant enthauptet hat, mit einem plötzlich auftauchenden Raumschiff entschwindet. Was wie absurdes Theater klingt, ist es auch.

Die Werke von Jim Jarmusch leben oft von absonderlichen, ungewöhnlichen Situationen und schrägen oder lakonischen Charakteren –wer könnte zum Beispiel einen lakonisch agierenden Sheriff besser verkörpern als Bill Murray? Dass an diesem auch im übrigen hochkarätig besetzten Film am Ende nichts zu stimmen scheint, mag ein Stilmittel sein, ebenso wie immer wieder eingestreute Wechsel auf die Metaebene, die jedoch ein wenig plump daherkommen. Ansonsten fehlt der Geschichte, bei der ganze Handlungsstränge ins absolute Nichts führen, leider das Gerüst, das sie zusammenhält, und – was noch schlimmer ist – der Humor, der Jarmuschs Filme sonst auszeichnet, zündet diesmal überhaupt nicht. Alles in allem bleibt der Zuschauer ratlos zurück und fragt sich, was er gerade gesehen hat. Für einen Horrorfilm ist es nicht gruselig genug (obwohl an etlichen Bürgern von Centerville herumgeknabbert wird), für eine Komödie nicht witzig und für eine Gesellschaftskritik nicht bissig genug (trotz der erwähnten angeknabberten Bürger). Man kann sich Gedanken darüber machen, ob hier die ultimative Endzeit zu sehen ist, in der alle Menschen wie Zombies auf der Suche nach einem Netz mit ihren Handys über die Straßen wanken, welche von Untoten bevölkert werden, die aussehen wie Iggy Pop (oder umgekehrt). Man kann es aber auch lassen.


  
Regie: Jim Jarmusch 
Drehbuch: Jim Jarmusch
Kamera: Frederick Elmes
Schnitt: Affonso Gonçalves
  
Darsteller:
Bill Murray, Adam Driver, Steve Buscemi, Tilda Swinton, Chloe Sevigny, Selena Gomez, Danny Glover, Tom Waits, Caleb Landry Jones, Eszter Balint, Iggy Pop


Universal Pictures
105 min.
Deutscher Kinostart: 13. Juni 2019