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Dienstag, 8. November 2022

Im Kino: Crimes of the Future

In einer dystopischen Zukunft bieten die Performancekünstler Saul (Viggo Mortensen) und Caprice (Léa Seydoux) ihrem Publikum eine spektakuläre Show, in der sich Saul, dem immer wieder neue, wenngleich nutzlose Organe wachsen, diese noch in seinem Körper tätowieren und anschließend von Caprice herausoperieren lässt. Irgendwann geraten sie damit ins Visier von Timlin (Kristen Stewart), einer Mitarbeiterin der Organ-Registrierungsbehörde und mit ihr ist nicht zu spaßen…

Mit diesem Film ist der fast achtzigjährige Cronenberg zu seinen Wurzeln, dem Body- Horror, zurückgekehrt und er bietet Liebhabern dieses Genres einiges an Ideen und Ansätzen. Aber so ganz will sich das alles nicht zusammenfügen, die neuen Organe, die manche Menschen das Verzehren von Plastik möglich machen, demgegenüber der Verlust der Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden, die seltsame organische Maschine, die Viggo Mortensen beim Essen und Schlafen hilft, all das verstört, bleibt aber so seltsam unverbunden, dass sich kein Gesamtbild ergeben will. Selbst die Darsteller können mit Ausnahme von Kristen Stewart nicht durchgehend überzeugen, nicht einmal Cronenbergs bewährte Fachkraft Mortensen, und so überwiegt am Ende eher ein Gefühl der Enttäuschung als Lust am Horror, vorausgesetzt man hat hierfür überhaupt die entsprechende Antenne, ohne eine solche wäre man ohnehin im völlig falschen Film.

 

 

Regie: David Cronenberg

Drehbuch: David Cronenberg

Kamera: Douglas Koch

Schnitt: Christopher Donaldson

Musik: Howard Shore

 

Besetzung:

Viggo Mortensen, Léa Seydoux, Kristen Stewart, Scott Speedman, Lihi Kornovski, Don McKellar, Nadia Litz, Tanay Beatty

 

 Weltkino

2022

 107 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 10. November 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3AzQcTMlmQk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Aqv_xam64Es (Englisch)


 

 

 

 

Donnerstag, 3. November 2022

Heimkino: Top Gun: Maverick

Top-Pilot Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) fliegt seit über 30 Jahren für die Navy, eine große Karriere hat er dabei nicht gemacht, alle Beförderungen, die nach Innendienst „rochen“, hat er ausgelassen. Nun soll er als Ausbilder noch einmal an seine alte Elite-Flugschule Top Gun zurückkehren und eine junge Fliegerstaffel für eine gefährliche Mission fit machen, nicht leicht, wenn einem dabei die Geister der Vergangenheit in die Quere kommen…

„Spezialoperationen“ haben aufgrund aktueller Ereignisse im Moment leider einen bitteren Beigeschmack, und es gibt es ein noch gravierenderes Problem: Kampfpiloten, die sich auf ein Himmelfahrtskommando begeben – Zielobjekt in schwierigstem Terrain anfliegen, zerstören und wieder heil zurück kommen – könnten eigentlich von Drohnen ersetzt werden, die viel effizienter und ohne Risiko für Leib und Leben operieren, damit brauchte es keine Piloten, kein Pilotentraining, keine Mission und… keinen Film! Dass Leute wie er „bald“ nicht mehr gebraucht würden, muss sich sogar Maverick zu Beginn anhören, um auf sein fortgeschrittenes Alter und seinen aus der Zeit gefallenen Status hinzuweisen. Allerdings wird dieser Gedanke – glücklicherweise für ihn und uns – nicht weiter verfolgt, und es kann losgehen, das Spektakel, auf das Fan seit 36 Jahren warten mussten, die Fortsetzung des Kultfilms aus den 1980ger Jahre, mit dem die bemerkenswerte Karriere des Tom Cruise einst begann!

Und nachdem man die genannten Bedenken aus dem Hirn verdrängt hat, kann man sich getrost im Kinositz zurücklehnen und das genießen, was Kino letztlich (auch) ausmacht: Eine zu Herzen gehende Geschichte, bei der man draufgängerischen Männern und Frauen (ja, eine Pilotin ist auch dabei!) bei der Arbeit zusehen kann, atemberaubende Bilder, Flugsequenzen, bei denen der Kinosessel zum Pilotensitz wird, Spannung, pointierter Witz und ein Held, der in Gestalt des bewundernswert fitten Tom Cruise auch verletzliche Seiten zeigen darf, während die jungen Wilden um ihn herum das tun, was ihnen zusteht, jung und wild sein.

Besondere Erwähnung verdient die Szene, in der sich Maverick und sein alter Weg- und Kampfgefährte Iceman, dargestellt von dem durch Krankheit gezeichneten Val Kilmer, noch einmal gegenüber stehen, eine bewegende Begegnung, bei der kein Auge trocken bleib. Es sind solche Momente, die den Unterschied zwischen durchschnittlichem und gutem Film ausmachen, hierfür steht letztlich die Riege der beteiligten Drehbuchschreiber, die insgesamt einen guten Job abgeliefert haben.

Fazit: Obwohl eine kriegerische Aktion glorifiziert wird, macht der Film, gerade weil der Gegner gesichts- und namenlos bleibt und tatsächlich nur die Zerstörung einer Anlage auf feindlichem Boden, wo auch immer auf der Welt, im Vordergrund steht, einfach nur Spaß, bietet spektakuläre Unterhaltung pur, die man eigentlich unbedingt im Kino genießen sollte, aber wer das verpasst hat, bekommt nun die Möglichkeit, das Versäumte zu Hause nachholen zu können und als Bonus gibt es umfangreiche Extras.

 


 Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger, Eric Warren Singer, Christopher McQuarrie, b/a story von Peter Craig, Justin Marks und der Vorlage von Jim Cash und Jack Epps Jr.

Kamera: Claudio Miranda

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Lorne Balfe, Harold Faltermeyer, Hans Zimmer

 

Besetzung:

Tom Cruise, Jennifer Connelly, Miles Teller, Glen Powell, Monica Barbaro, Lewis Pullman, Jon Hamm, Jean Louisa Kelly, Danny Ramirez, Greg Tarzan Davis, Ed Harris, Raymond Lee, Jay Ellis und VAL KILMER

 

Paramount Pictures Germany

2022

131 min.

FSK 12

Ab 03. November 2022 als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD und ab

08. Dezember als exklusive 2-Movie 4K Steelbook Superfan Collection

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3hO--XhlsfU (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=giXco2jaZ_4 (Englisch)

 

Bonusmaterial der Heimedition:

 Bereit zum Abheben – Einblick in das intensive Trainingsprogramms, mit dem sich der Cast für den Dreh im Kampfjet unter dem Einfluss von mehreren G-Kräften vorbereitet hat

Beschreiten neuer WegeDer Dreh von TOP GUN: MAVERICK – Wie die spektakulären Flugszenen entstanden sind

Ein Liebesbrief an die Luftfahrt – Tom Cruise teilt seine Passion für die Flugkunst, während er seine eigene Maschine fliegt: eine P-51 Mustang aus dem zweiten Weltkrieg, die zu ihrer Zeit das Top Gun Flugzeug gewesen wäre.

Die Kreation des „Darkstar“ – Einblick in die Zukunft der Luftfahrt – weit über das Limit von Mach-10 hinaus.

„Hold My Hand“– Lady Gaga Musikvideo

“I Ain’t Worried” – OneRepublic Musikvideo

Masterclass mit Tom Cruise – Cannes Film Festival: Tom Cruise spricht über seine unglaubliche Karriere beim Vorzeigeevent des 75. Cannes Film Festivals. (nur auf der 4K Ultra HD enthalten)

„Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ Teaser Trailer – Wir teilen alle das gleiche Schicksal: Der offiziellen Teaser Trailer zu „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ mit Tom Cruise. 2023 im Kino. (Digitales Bonusmaterial auf Apple TV)

 

 

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Im Kino: See How They Run

Zu Beginn der 1950ger Jahre landet die Schriftstellerin Agatha Christie einen Riesenhit, ihr Krimi „Die Mausefalle“ („The Mouse Trap“) wird zum erfolgreichsten Theaterstück, das je im Londoner West End auf die Bühne kam. Da dauert es nicht lange, bis Hollywood zwecks Verfilmung an die Tür klopft. Doch schon bald fällt der vorgesehene, bei allen höchst unbeliebte, amerikanische Regisseur Leo Kopernick (Adrien Brody) einem Mordanschlag zum Opfer. Inspektor Stoppard (Sam Rockwell) und seine junge, übereifrige Kollegin Constable Stalker (Saoirse Ronan) machen sich an die Arbeit, um das Verbrechen aufzuklären, bevor der Mörder möglicherweise erneut zuschlägt..

Wohltuend altmodisch, aber auf äußerst vergnügliche Weise, wird hier ein Krimiplot ganz im Stil und den Kostümen der 1950ger Jahre entwickelt. Der Schauplatz des Verbrechens eignet sich mit seinem umfangreichen Theaterensemble hervorragend für das Katz-und Maus-Spiel (no pun intended… Oder vielleicht doch?) mit dem Mörder, dabei sind die selbstreferenziellen Anspielungen und Ausflüge auf die Metaebene für geübte Krimileser überaus amüsant. Der erfahrene Inspektor hat es nicht leicht, seiner jungen Kollegin immer ein Vorbild und guter Lehrmeister zu sein, zuweilen neigt sie zu vorschnellen Schlüssen und schießt dabei manches Mal weit über das Ziel hinaus. Aber sowohl Sam Rockwells pfiffiges Spiel, als auch ganz besonders das unerwartete komödiantische Talent, das Saorise Ronan hier an den Tag legen darf, machen einfach nur Spaß und man merkt den Akteuren, einschließlich des herrlich widerlichen Adrien Brody an, dass sie ebensolchen hatten.

Ganz nebenbei erfährt man übrigens, wieso es bis heute keine Verfilmung des Erfolgsstücks „Die Mausefalle“ gibt, das, von einer erzwungenen Coronapause abgesehen, noch immer Abend für Abend auf einer Theaterbühne gespielt wird.


 

Regie: Tom George

Drehbuch: Mark Chappell

Kamera: Jamie Ramsay

Schnitt: Gary Dollner, Peter Lambert

Musik: Daniel Pemberton

 

Besetzung:

Adrien Brody, Saoirse Ronan, Sam Rockwell, Harris Dickinson, David Oyelowo, Ruth Wilson, Pearlm Chanda, SiannClifford, Shirley Henderson

 

Searchlight Pictures

GB 2022

98 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 27. Oktober2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=QvEzG3M3LQw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=lau5MCoE3l0 (Englsich)