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Mittwoch, 28. Oktober 2026

Im Kino: By Any Means

Der junge FBI-Agent Wayne Strider (Yaha Abdul-Mateen II) kehrt 1966 in seine alte Heimat in Mississippi zurück, um den Mord an einem Bürgerrechtler aufzuklären. Trotz offizieller Aufhebung der Rassentrennung wird Strider aufgrund seiner Hautfarbe selbst von der lokalen Polizei nicht ernst genommen, Rassismus und Korruption machen seine Ermittlungen fast unmöglich. Die Mauer des Schweigens, gegen die er vergeblich ankämpft ist eigentlich undurchdringlich, da stellt ihm das FBI mit Greg Scarpa (Mark Wahlberg) einen Partner zur Seite, der seine eigenen Methoden hat, um Leute zum Reden zu bringen…

Der Film taucht tief ein in die Welt des alten Südens der USA, wo die Menschen auch nach Ende der Segregation ihren Rassenhass mehr oder weniger offen ausleben und der Ku-Klux-Klan schalten und walten kann, wie er will. Bereits in der Eingangssequenz bekommt man gezeigt, wie brutale Gewalt einen Zeugen zum Reden bringen soll und erfährt erst später, dass der Schläger eigentlich zu den Guten gehört, was dann zu der zentralen Frage des Films führt: Ob man, um Recht und Gesetz durchzusetzen, eben dieses Recht und Gesetz brechen darf. Man erlebt, wie selbst der integre FBI-Agent Strider sich nach und nach von seinem Partner Scarpa auf die dunkle Seite der Macht ziehen lässt und merkt, wie man selbst eine heimliche Genugtuung darüber empfindet, wenn das Gute sich scheinbar durchsetzt.

Aber hier bezieht der Film leider keine eindeutige Stellung dazu, wie gefährlich es ist, wenn man durch Rechtsbeugung im Einzelfall zwar zunächst zum Erfolg kommt, dadurch aber am Ende der Willkür Tür und Tor öffnet, die es in einem Rechtsstaat eben gerade nicht geben darf, und was Willkür in autoritären Systemen bedeutet, sieht man in eben solchen autoritär regierten Ländern jeden Tag.

Diese Gedanken beiseitegeschoben bereitet der Film, dessen Handlung sich grob an wahren Begebenheiten orientieret, dennoch Vergnügen, einschließlich der bereits angesprochenen Genugtuung, vor allem weil die Hauptdarsteller mit viel Spielfreude bei der Sache sind, wobei sich allerdings die Frage stellt, ob Mark Wahlbergs modellierte Nase wirklich nötig gewesen wäre, denn hin und wieder drängt sie sich ein wenig zu aufdringlich in den Vordergrund und führt neben dem guten Mark fast ein Eigenleben…

 

  Regie: Elegance Bratton

Drehbuch: Sascha Penn

Kamera: Ante Cheng

Schnitt: Kristan Sprague

Musik: Terence Blanchard

 Besetzung:

Yaha Abdul-Mateen II, Mark Wahlberg, Nicole Beharie, David Strathairn, Josh Lucas, Giancarlo Esposito

 Paramount Pictures/ Plaion Pictures/ StudioCanal

2026

107 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 29. Oktober 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=7kYtPXiBu6w (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_DftJwT5ayY (Englisch)

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