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Dienstag, 4. Februar 2020

Film-Rezensionen: 21 Bridges


Nach einem fürchterlich schief gelaufenen Überfall, bei dem etliche New Yorker Polizisten getötet wurden, wird NYPD-Detektiv Andre Davis (Chadwick Boseman) mit der Aufklärung des Verbrechens und der Jagd nach den Tätern beauftragt. Andre, dem der Ruf vorauseilt, im Zweifel erst zu schießen und dann zu fragen, beginnt ausgerechnet bei diesem Fall damit, zuerst Fragen zu stellen, und je mehr er fragt, desto größer scheint die Verschwörung zu werden, der er plötzlich auf der Spur ist. Die Maßnahme, alle 21 Brücken Manhattans zum Festland zu schließen, bringt nicht nur die damit auf der Insel gefangenen Mörder in Bedrängnis, sondern beschwört Widerstand aus den eigenen Reihen herauf, bei dem Polizei-Captain McKenna (J.K. Simmons) und die Ermittlerin Frankie Burns (Sienna Miller) eine undurchsichtige Rolle spielen und seit „Serpico“ wissen wir, wie ungesund es ist, in ein solches Wespennest zu stechen…

Bei diesem harten und kompromisslosen Cop-Film gibt es rasante Action mit wenig Zeit zum Verschnaufen, es wird aus allen Rohren geballert und entsprechend hoch ist der Blutzoll. Dennoch erzählt der Film seine Geschichte gut strukturiert und mit hohem Tempo, weswegen man ihm ein paar Unplausibilitäten im Eifer der Gefechte verzeiht, die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, mehr muss man von einem ausgewiesenen Thriller nicht erwarten, und das liefert der Film. Die Darsteller leisten solide Arbeit, J.K. Simmons agiert gewohnt souverän und Chadwick Boseman schlägt sich einmal mehr tapfer. Etwas deplaziert wirkt die von Sienna Miller verkörperte Figur, ihre Rolle kommt leider nicht über den Status der Alibi-Frau in einem Actionthriller hinaus.

Wer dieses Genre mag, wird sich gut aufgehoben fühlen, wer auf tiefer reichende psychologische Finessen wartet, dem ist eher abzuraten.


 Regie: Brian Kirk
Drehbuch: Adam Mervis, Mathew Michael Carnahan, b/a story v. Adam Mervis
Kamera: Paul Cameron
Schnitt: Tim Murrell
Musik: Alex Belcher, Henry Jackman

Darsteller:
Chadwick Boseman, Sienna Miller, J.K. Simmons, Stephan James, Taylor Kitsch, Keith David, Alexander Siddig,

 STXfilms
USA 2019
FSK 16
99 min.
Deutscher Kinostart: 06. Februar 2020


Mittwoch, 13. März 2019

Film-Rezensionen: Destroyer


Siebzehn Jahre ist es her, dass LAPD-Detective Erin Bell (Nicole Kidman) bei einer verdeckten Ermittlung eine berufliche und persönliche Katastrophe einstecken musste, die sie nie verwunden hat. Eine Leiche, die zu Beginn des Films gefunden wird, scheint diese alte Geschichte wieder heraufzubeschwören.

Erin taucht in absolut desolater Verfassung
am Tatort auf, sie wirkt ausgebrannt und müde, aber Ihre Ermittlungen führt sie trotzdem zielstrebig, die Aussicht, endlich eine alte Rechnung begleichen zu können, weckt offensichtlich unerwartete Energien in ihr. Allerdings lässt die Leere in ihrem Gesicht und ihren Augen erschauern, hier ist eine gebrochene Frau auf einem finalen Feldzug und wer ihr auf den Straßen von Los Angeles in die Quere gerät, bekommt ihre Härte und Entschlossenheit zu spüren. Dass Erin sich in ihrem Privatleben noch um ihre aufmüpfige pubertierende Tochter zu kümmern hat, macht ihr Leben nicht leichter, aber auch hier verfolgt sie ihren Weg entschlossen und nicht immer zur Freude des Mädchens.

So hat man Nicole Kidman sicherlich noch nie gesehen: ungeschminkt, hart und rau, spielt sie einen Cop, mit dem nicht zu spaßen ist, nichts ist zu sehen von der oft vornehm-blassen Person, die sie sonst verkörpert. Der Film kommt ebenso kompromisslos daher wie seine Heldin und baut ein geschicktes Handlungsgeflecht aus Rückblenden und aktuellen Szenen auf, die die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers fordern. Manchmal etwas zu schwer und düster, erweist sich der Film am Ende doch als gelungener Thriller, der unter die Haut geht, mit einer mutigen und grandiosen Hauptdarstellerin.


Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Phil Hay und Matt Manfredi
Kamera: Julie Kirkwood
Schnitt: Plummy Tucker
Musik: Theodore Shapiro

Darsteller:
Nicole Kidman, Sebastian Stan, Tatiana Maslany, Toby Huss, Scoot McNairy, Bradley Whitford, Jade Pettyjohn, Beau Knapp, Toby Kebbell

 Concorde Film
123 min.
Deutscher Kinostart: 14. März 2019