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Dienstag, 4. Februar 2020

Oscar-Verleihung 2020

Am Sonntag, den 09. Februar 2020 ist es wieder soweit: Im Dolby Theatre in Hollywood werden zum Abschluss der Award-Season wieder die begehrten Oscar-Statuen verliehen. Hier die Liste der Nominierten und meine Prognose:

„wird gewinnen“ = fett, meine Favoriten: „sollte gewinnen“ = kursiv.

 
Nominierungen 2020

Bester Film

1917
The Irishman
Jojo Rabbit
Joker
Le Mans 66 – Gegen jede Chance
Little Women
Marriage Story
Once upon a Time in Hollywood
Parasite

Beste Regie

Martin Scorsese – The Irishman
Todd Phillips – Joker
Sam Mendes – 1917
Quentin Tarantino – Once Upon a Time…
Bong Joon-ho – Parasite

Bester Hauptdarsteller

Antonio Banderas – Leid und Herrlichkeit
Leonardo DiCaprio – Once Upon a Time…
Adam Driver – Marriage Story
Joaquin Phoenix – Joker
Jonathan Pryce – Die zwei Päpste

Beste Hauptdarstellerin

Cynthia Erivo – Harriet
Scarlett Johannsson – Marriage Story
Saoirse Ronan – Little Women
Charlize Theron – Bombshell – Das Ende des Schweigens 
Renée Zellweger – Judy

Bester Nebendarsteller

Tom Hanks – Der wunderbare Mr. Rogers (A Beautiful Day in the Neighborhood)
Anthony Hopkins – Die zwei Päpste
Al Pacino – The Irishman
Joe Pesci – The Irishman
Brad Pitt – Once Upon a Time…

Beste Nebendarstellerin

Kathy Bates – Richard Jewell
Laura Dern – Marriage Story 
Margot Robbie – Bombshell
Scarlett Johansson – Jojo Rabbit
Florence Pugh – Little Women

Bestes adaptiertes Drehbuch

Steven Zaillian – The Irishman
Taika Waititi – Jojo Rabbit
Todd Phillips, Scott Silver – Joker
Greta Gerwig – Little Women
Anthony McCarten – Die zwei Päpste

Bestes Originaldrehbuch

Noah Baumbach – Marriage Story
Bong Joon-ho, Jan Jin-won – Parasite
Rian Johnson – Knives Out – Mord ist Familiensache
Sam Mendes, Krysty Wilson-Cairns – 1917
Quentin Tarantino – Once Upon a Time…

Beste Kamera

Jarin Blaschke – Der Leuchtturm
Roger Deakins – 1917
Rodrigo Prieto – The Irishman
Robert Richardson – Once Upon a Time…
Lawrence Sher – Joker

Bestes Szenenbild

The Irishman
Jojo Rabbit
1917
Once Upon a Time…
Parasite

Bestes Kostümdesign

The Irishman
Jojo Rabbit
Joker
Little Women
Once Upon a Time…

Beste Filmmusik

Little Women – Alexandre Desplat
Joker – Hildur Guðnadóttir
Marriage Story – Randy Newman
1917 – Thomas Newman
Star Wars: The Rise of Skywalker – John Williams 

Bester Filmsong

„I Can’t Let You Throw Yourself Away“ – aus "Toy Story 4"
„I’m Gonna Love Me Again" – aus „Rocket Man"
„I’m Standing with You" – aus "Breakthrough - Zurück ins Leben“
„Into the Unknown“ – aus "Die Eiskönigin II"
„Stand Up" aus „Harriet“

Bestes Make-up und beste Frisuren

Bombshell
Joker
Judy
Maleficent: Mächte der Finsternis
1917

Bester Schnitt

Le Mans 66: Gegen jede Chance (Ford v Ferrari)
The Irishman
Jojo Rabbit
Joker
Parasite

Bester Ton

Ad Astra
Le Mans 66: Gegen jede Chance (Ford v Ferrari)
Joker
1917
Once Upon a Time…

Bester Tonschnitt

Le Mans 66: Gegen jede Chance (Ford v Ferrari)
1917
Joker
Once Upon a Time…
Star Wars: The Rise of Skywalker

Beste visuelle Effekte

Avengers: Endgame
The Irishman
Der König der Löwen – The Lion King
1917
Star Wars: The Rise of Skywalker

Bester Animationsfilm

Drachenzähmen leicht gemacht 3 (How to Train Your Dragon 3)
Ich habe meinen Körper verloren (J’ai perdu mon corps)
Klaus
Mister Link: Ein Fellig Verrücktes Abenteuer (Missing Link)
Toy Story 4

Bester animierter Kurzfilm
Dcera
Hair Love
Kitbull
Mémorable
Sister

Bester Kurzfilm

Brotherhood 
Nefta Football Club
The Neighbors’ Window
Saria
Une sœr 

Bester Dokumentarfilm

American Factory
The Cave
Am Rande der Demokratie (The Edge of Democracy)
Für Sama (For Sama)
Land des Honigs (Медена земја / Medena zemja)

Bester Dokumentar-Kurzfilm

In the Absence
Learning to Sakteboard in a Warzone (If You’re a Girl)
Vom Leben überholt
St. Louis Superman
Walk Run Cha Cha

Bester internationaler Film

Corpus Christi - (Boże Ciało, Polen), Regie: Jan Komasa
Land des Honigs ((Медена земја / Medena zemja,Nordmazedonien), Regie: Tamara
Kotevska, LjubomirStefanov
Leid und Herrlichkeit – (Dolor y Gloria, Spanien), Regie: Pedro Almodóvar
Parasite (기생충 / Gisaengchung, Südkorea), Regie: Bong Joon-ho
Die Wütenden – Les Misérables (Les Misérables, Frankreich), Ladj Ly


Von den deutschen Bewerbungen „Systemsprenger“, „Deutschstunde“, "Der Fall Collini", "Der Junge muss an die frische Luft", „Lara“, "Und der Zukunft zugewandt" und "Heimat ist ein Raum aus Zeit“ erhielt kein Film eine Nominierung.

Mittwoch, 13. März 2019

Film-Rezensionen: Destroyer


Siebzehn Jahre ist es her, dass LAPD-Detective Erin Bell (Nicole Kidman) bei einer verdeckten Ermittlung eine berufliche und persönliche Katastrophe einstecken musste, die sie nie verwunden hat. Eine Leiche, die zu Beginn des Films gefunden wird, scheint diese alte Geschichte wieder heraufzubeschwören.

Erin taucht in absolut desolater Verfassung
am Tatort auf, sie wirkt ausgebrannt und müde, aber Ihre Ermittlungen führt sie trotzdem zielstrebig, die Aussicht, endlich eine alte Rechnung begleichen zu können, weckt offensichtlich unerwartete Energien in ihr. Allerdings lässt die Leere in ihrem Gesicht und ihren Augen erschauern, hier ist eine gebrochene Frau auf einem finalen Feldzug und wer ihr auf den Straßen von Los Angeles in die Quere gerät, bekommt ihre Härte und Entschlossenheit zu spüren. Dass Erin sich in ihrem Privatleben noch um ihre aufmüpfige pubertierende Tochter zu kümmern hat, macht ihr Leben nicht leichter, aber auch hier verfolgt sie ihren Weg entschlossen und nicht immer zur Freude des Mädchens.

So hat man Nicole Kidman sicherlich noch nie gesehen: ungeschminkt, hart und rau, spielt sie einen Cop, mit dem nicht zu spaßen ist, nichts ist zu sehen von der oft vornehm-blassen Person, die sie sonst verkörpert. Der Film kommt ebenso kompromisslos daher wie seine Heldin und baut ein geschicktes Handlungsgeflecht aus Rückblenden und aktuellen Szenen auf, die die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers fordern. Manchmal etwas zu schwer und düster, erweist sich der Film am Ende doch als gelungener Thriller, der unter die Haut geht, mit einer mutigen und grandiosen Hauptdarstellerin.


Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Phil Hay und Matt Manfredi
Kamera: Julie Kirkwood
Schnitt: Plummy Tucker
Musik: Theodore Shapiro

Darsteller:
Nicole Kidman, Sebastian Stan, Tatiana Maslany, Toby Huss, Scoot McNairy, Bradley Whitford, Jade Pettyjohn, Beau Knapp, Toby Kebbell

 Concorde Film
123 min.
Deutscher Kinostart: 14. März 2019


Dienstag, 24. Juli 2018

Film-Rezensionen: Hotel Artemis


Im Jahr 2028 toben in den Straßen von Los Angeles Aufstände und die Stadt versinkt im Chaos. Ein Brüderpaar, Sherman (Sterling K. Brown) und Lev Atkins (Brian Tyree), nutzt die Lage und versucht sich an einem Banküberfall. Die Sache geht schief und Lev wird schwer verletzt. Für Fälle dieser Art gibt es eine Adresse: Das Hotel Artemis, ein 13-stöckiges Gebäude im Art-Deco-Stil, das schon bessere Tage gesehen hat, dessen Penthaus nun als geheimes Krankenhaus für Schwerverbrecher dient, finanziert vom Mafiaboss The Wolfking (Jeff Goldblum). Behandelt werden allerdings nur zahlende Mitlieder des „Clubs“ und die Regeln sind streng.

Geleitet wird die Klinik seit 22 Jahren von einer Ärztin (Jodie Foster), einer altmodisch und zerbrechlich wirkenden kleinen Frau, die nur die "Schwester“ genannt wird, ihr zur Hand geht der Hüne Everest (Dave Bautista). Hinter der Fassade ist die Klinik mit hochmoderner Computertechnik ausgerüstet und die Schwester versteht überraschenderweise ihr Handwerk perfekt. Die Patienten erhalten, um ihre Anonymität zu wahren, die Namen der nach Ferienzielen benannten High-Tech-Zimmer, in denen sie untergebracht sind, und so werden Sherman und Lev zu „Waikiki“ und „Honolulu".

An diesem Abend gerät allerdings die von der Schwester sonst so effizient verwaltete Ordnung komplett verloren, eine Welle der Gewalt aus den Straßen schwappt plötzlich herein, als neben der französischen Auftragskillerin "Nice" (Sofia Boutella) und dem durchgeknallten Waffenhändler „Acapulco“ (Charlie Day) auch noch der Wolfking persönlich an die Tore klopft, begleitet von seinem unter Minderwertigkeitsgefühlen leidenden Sohn Crosby (Zachary Quinto). Und dann ist da noch die verletzte Polizistin Morgan Daniels (Jenny Slate), die eindeutig nicht zum Patientenkreis gehört, es aber schafft, die Schwester zum Bruch ihrer strengen Regeln veranlasst, wegen einer Vergangenheit, die sie seit 22 Jahren versucht, zu verdrängen…

Der Film, auf  den Weg gebracht von einem Produzententeam, das für Filme wie La La Land, The Night Manager und Drive verantwortlich zeichnete, ist eine futuristische Mischung aus Gangsterfilm und Science Fiction, der in intensiven Bildern die düster-dunkle Außenwelt der Stadt mit dem plüschigen Interieur des aus der Zeit gefallenen Gebäudes kontrastiert, das den hilfebedürftigen Patienten ein nostalgisches Ambiente mit gleichzeitiger High-End Medizin offeriert.

Jodie Foster spiegelt diesen Kontrast in ihrer Figur eindrücklich wider, sie spielt Musik auf einem alten Plattenspieler ab, während sie andererseits Operationen, die eigentlich ein ganzes Team erfordern, mithilfe von Computern und Robotern durchführt und neue Organe von 3D-Druckern fertigen lässt. Ihr Gesicht, ungeschminkt und zerknittert, beginnt zu leuchten, wenn sie sich an die Arbeit macht, das Hotel und sein morbider Charme sind ihre Heimat geworden, während draußen alles aus den Fugen gerät.

Sterling K. Brown verfügt über eine bemerkenswerte Präsenz und Jeff Goldblum gibt seinem Wolfking die nötige Gefährlichkeit. Insgesamt bleibt der Hintergrund der Aufstände im Unklaren, erklären will der Film seine dystopische Zukunftsvision nicht, er liefert jedoch einen soliden Thriller mit einigen spektakulären Kampfszenen, unterhaltsam und mit einer originellen Grundidee, vergesst John Wick und checkt ein im Hotel Artemis!


Members only –
Beschimpfen des Personals verboten!
Mitbringen von Waffen verboten!
Töten anderer Patienten verboten!



Regie: Drew Pearce
Drehbuch: Drew Pearce
Kamera: Chung-hoon Chung
Musik: Cliff Martinez
Produzenten: Marc Platt, Stephen Cornwell, Adam Siegel, Simon Cornwell

Darsteller:
Jodie Foster, Sterling K. Brown, Jeff Goldblum, Sofia Boutella, Dave Bautista, Charlie Day,
Zachary Quinto

Concorde Filmverleih
FSK 16
Deutscher Kinostart: 26. Juli 2018