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Mittwoch, 8. Oktober 2025

Im Kino: Tron: Ares

Einst gab es eine Technologie, mit der es möglich war, in die digitale Welt zu gelangen, und dort als Programm mit anderen Programmen in menschlicher Gestalt zu agieren. Nun verspricht der junge Unternehmer Julian Dillinger (Evan Peters), Enkel eines der damaligen Entwickler, den umgekehrten Weg, indem er Programme in die reale Welt herüberholt, um sie zum Beispiel als unbesiegbare Krieger einzusetzen, die bei Verlust jederzeit ersetzbar sind. Leider haben seine Prototypen, darunter der Elitesoldat Ares (Jared Leto), noch einen kleinen Fehler: sie zerfallen nach weniger als einer Stunde. Den Schlüssel zu einer permanenten Existenz scheint die Konkurrentin Eve Kim (Greta Lee) in Händen zu halten, und Dillinger setzt Ares daran, diesen zu besorgen, aber Ares verfolgt in erster Linie eigene Interessen…

Nach „Tron“ und „Tron: Legacy“ gibt es nun, im Fahrwasser der aktuellen KI-Diskussionen und KI-Entwicklungen, eine Neuauflage, in der aber weder der titelgebende Tron auftaucht, noch dem Thema künstliche Intelligenz irgendetwas Substantielles hinzugefügt wird. Der Film schwelgt in bombastischen Bildern und ist mit einem ebenso opulenten Soundtrack überfrachtet, schön anzuschauen, aber die eigentliche Story dahinter bleibt blass und kommt über die allzu bekannte Prämisse nicht hinaus, dass der eine etwas braucht, was ein anderer hat und alles daransetzt, sich diesen McGuffin zu beschaffen, koste es, was es wolle.

Wem das genügt, der bekommt einen Bilderrausch mit krachender Action und ordentlich was um die Ohren, aber am Ende gibt es, außer den erwähnten Schauwerten nichts, was im Gedächtnis bleibt, und Jared Leto ist einfach kein guter Schauspieler…

  Regie: Joachim Rønning

Drehbuch: Jesse Wigutow, David DiGilio, b/a Figuren von Steven Lisberger und Bonnie MacBird

Kamera: Jeff Cronenweth

Schnitt: Tyler Nelson

Musik: Nine Inch Nails, Trent Reznor, Atticus Ross

 Besetzung:

Evan Peters, Greta Lee, Jared Leto, Gillian Anderson, Jodie Turner-Smith, Cameron Monaghan, Arturo Castro, Hasan Minjaj, Jason Tremblay, sowie Jeff Bridges

  

Walt Disney Pictures

2025

119 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 09. Oktober 2025

  

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Wnc6Ol4goNA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=YShVEXb7-ic (Englisch)

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Film-Rezensionen: Bad Times at the El Royale


Das El Royale ist ein in die Jahre gekommenes Hotel in der Nähe von Lake Tahoe, genau auf der Grenze zwischen Nevada und Kalifornien. Es hat bessere Tage gesehen, wenn auch ein Blick hinter die bröckelnde Fassade von üblen Praktiken zeugt, die hier einst stattgefunden haben, in den 50ger Jahren gab es sogar einen Mord. Nun, Mitte der 60ger Jahre, treffen eine Reihe von Gästen ein, die scheinbar in keinerlei Beziehung zueinander stehen, aber im Laufe einer einzigen Nacht einen düster-grotesken Reigen aufführen, der es in sich hat.

Die Geschichte entfaltet sich kammerspielartig und es treten auf: Miles, der Portier (Lewis Pullman), die Sängerin Emily Sweet (Cynthia Erivo), der Staubsaugervertreter Laramie Seymor Sullivan (Jon Hamm), der Priester Father Daniel Flynn (Jeff Bridges), die Schwestern Emily und Ruth Summerspring (Dakota Johnson, Cailee Spainey) und der charismatische Hippie-Guru Billy Lee (Chris Hemsworth).

Die Akteure bewegen sich wie auf einer Bühne, wobei die besondere Bauweise des Hotels den Bühnencharakter unterstreicht. Verlassen wird der geschlossene Schauplatz nur in einigen kurzen Rückblenden. Dass dennoch ein bunter und mitreißender Thriller entstanden ist, liegt an der meisterlichen Inszenierung, die sich Zeit nimmt, Dinge zu entwickeln, um dann aus dem Nichts heraus die Handlung immer wieder furios explodieren zu lassen, bis am Ende nichts mehr so ist, wie es am Anfang zu sein schien. Dass nicht alle Gäste das sind, was sie vorgeben zu sein, versteht sich fast von selbst, und von Anfang ist klar: Das El Royale ist kein Ort für einen Priester!

Dem Regisseur Drew Goddard ist ein Thriller mit Kultpotential gelungen, mit einem bestens aufgelegten Schauspielerensemble, tollem Soundtrack und jeder Menge Überraschungen, bei dem trotz einer Länge von 141 Minuten keinen Moment Langeweile aufkommt! 



Regie: Drew Goddard
Drehbuch: Drew Goddard
Kamera: Seamus McGarvey 
Musik: Michael Giacchino 
Produzenten: Jeremy Latcham, Drew Goddard

Darsteller:
Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Dakota Johnson, Jon Hamm, Chris Hemsworth und Cailee Spainey, Lewis Pullman
Twentieth Century Fox
141 min.
Deutscher Kinostart: 11. Oktober 2018