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Mittwoch, 22. Mai 2024

Im Kino: Furiosa: A Mad Max Saga

In einer wüst und öde gewordenen Welt, in der Wasser, Nahrung, Benzin und vieles mehr knapp ist, lebt die junge Furiosa (zunächst: Alyla Browne, als Erwachsene: Anya Taylor-Joy) in einer letzten grünen und fruchtbaren Oase. Eines Tages wagt sie sich zu weit hinaus und wird von einer wilden Horde von Outlaws entführt. Deren Anführer Dementus (Chris Hemsworth) kämpft mit dem Warlord Immortan Joe (Lachy Hulme) um Vorherrschaft und knappe Ressourcen, dabei gerät Furiosa in dessen Hände und wächst dort zu einer rebellischen jungen Frau heran, die nie den Gedanken an Flucht und Rückkehr in ihr Paradies aufgegeben hat. Noch stärker aber ist ihr Gedanke an Rache, denn Dementus ist für den Tod ihrer Mutter verantwortlich...

Als Prequel zu „Mad Max: Fury Road“ aus dem Jahr 2015 angelegt, wird hier die (Vor)Geschichte der Antiheldin Furiosa erzählt, in der Regisseur George Miller seine Reihe von Endzeitdramen fortspinnt. Das macht er – im wahrsten Sinne des Wortes – furios und es gelingt ihm auch nach so vielen Jahren ein weiteres wuchtiges Spektakel auf die Leinwand zu bringen, das vor allem Freunden und Freundinnen von röhrenden Motoren und bizarren Gefährten in allen Formen und Größen gefallen dürfte.

Bei alldem gibt es sogar eine Handlung, die den Namen verdient, was man nicht von jedem Action-Spektakel sagen kann, dabei liefert Anya Taylor-Joy eine großartige Vorstellung ab. Ihre Furiosa, eine zur Kriegerin herangereifte junge Frau, die wenige Worte macht, dabei auf eindrucksvolle Weise zu kämpfen versteht, beherrscht jede ihrer Szenen allein durch die Ausdruckskraft ihres Blicks und ihrer dunklen Augen, die jederzeit signalisieren, dass man sich besser nicht mit ihr anlegen sollte, was allerdings einige ihrer tumben Gegenspieler nicht immer beherzigen…

Definitiv nichts für Liebhaber des gepflegten Dialogfilms, aber wer auf alle Elemente des George-Miller-Universums steht und Spaß an Action, röhrenden Motoren aus martialischen Gefährten, abgerissenen Typen und einer wilden Endzeitstimmung hat, der wird nicht enttäuscht.

 


 Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Nick Lathouris

Kamera: Simon Duggan

Schnitt: Eliot Knapman, Margaret Sixel

Musik: Tom Holkenborg

 

Besetzung:

Anya Taylor-Joy, Alyla Browne, Chris Hemsworth, Tom Burke, Lachy Hulme, John Howard, Angus Sampson

 

Warner Bros. Germany

2024

148 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 23. Mai 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6VEh1gQrGl4 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=lCyOYEjryBA (Englisch)

 

Dienstag, 5. Juli 2022

Im Kino: Thor: Love and Thunder

Nach seinen letzten Abenteuern ist Gott Thor (Chris Hemsworth) eigentlich im Ruhestand. Aber, wie das so ist, ein neuer Bösewicht, Gorr (Christian Bale), hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Götter die es gibt zu eliminieren. Um ihn zu stoppen versucht Thor – wie üblich – ein Team zusammenzustellen. Mit dabei sind viele bekannte Gesichter, unter anderem seine Ex-Freundin Jane Fonda, äh Foster (Natalie Portman), die überraschenderweise seinen magischen Hammer Mjölnir schwingt. Wird es der Truppe gelingen, die (Götter)Welt zu retten?

Wieder einmal bietet das Marvel-Universum alle Kräfte auf, um seine Fangemeinde zu erfreuen und spart weder an Mensch noch an Material, d.h. die Riege der Darstellenden ist lang und wohlbekannt, wobei sich wie gewohnt auch Figuren aus anderen Handlungssträngen tummeln. Das Ganze ist locker-flockig und humorig inszeniert, aber auch ernstere Szenen und natürlich spektakuläre Kampfsequenzen kommen nicht zu kurz, alles in allem die bewährte Mischung, und wer davon einfach nicht genug bekommen kann, der ist hier wieder einmal goldrichtig.

Für eventuelle Neueinsteiger gibt es einen launigen Abriss der ersten drei Thor-Filme, nach Möglichkeit soll niemand zurück bleiben. Aber auch ein paar neue Figuren werden aufgeboten, und der von Russell Crowe ein wenig neckisch dargestellte Gottvater Zeus macht durchaus Spaß. Christian Bale dagegen legt es so gut wie nie darauf an, dass seine Figuren irgendwelchen Spaß oder gute Laune verbreiten, so ist er als mieser, fieser Götterkiller durchaus passend besetzt.

Taika Waititis zweite Regiearbeit für die Thor-Reihe macht größtenteils Spaß, zumindest wird er all denen gefallen, die seinen manchmal etwas schrägen Humor mögen. Außerdem hat Waititi sich mit rund 120 Minuten Laufzeit für einen Superheldenfilm erfreulich kurz gefasst und damit den Beweis erbracht, dass dies also durchaus möglich ist. Ansonsten bewegt sich die Handlung im bewährten Schema, aber wer würde bei einem Franchise-Werk etwas anderes erwarten, somit ein solider Sommerfilm für zwei unbeschwerte Stunden im (klimatisierten) Kino.

 


 Regie: Taika Waititi

Drehbuch: Taika Waititi, Jennifer Kaytin Robinson, b/a den Marvel comics von Stan Lee und Jason Aaron

Kamera: Barry Baz Idoine

Schnitt: Peter S. Elliot, Tim Roche, Mathew Schmidt, Jennifer Vecchiarello

Musik: Michael Giacchino, Nami Melumad

 

Besetzung:

Chris Hemsworth, Natalie Portman, Christian Bale, Tessa Thompson, Taika Waititi, Russell Crowe, Chris Pratt, Jamie Alexander, Dave Bautista, Sean Gunn, Karen Gillan, Vin Diesel (Stimme), Bradley Cooper (Stimme), Pom Klementieff

 

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

USA

2022

125 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 06. Juli 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=DuykDNe9BFs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Go8nTmfrQd8 (Englisch)

 

Mittwoch, 24. April 2019

Film-Rezensionen: Avengers: Endgame


Captain America stirbt! Oder doch vielleicht eher Tony Stark? Black Widow? Hawkeye? Stirbt überhaupt jemand, und gelingt es, die Auslöschung des halben Universums nach dem tödlichen Fingerschnips des mächtigen Thanos am Ende von Infinity War wieder rückgängig zu machen? Keine Angst, hier wird nichts verraten, wer es wissen will, muss sich schon die volle Dröhnung der 181 Minuten geben, aber so viel sei verraten: es lohnt sich, denn dieser Film ist – episch!!

Zunächst sieht es nach einer einfachen Sache aus, ziemlich schnell haben die verbliebenen Rächer Thanos ausfindig gemacht und machen kurzen Prozess mit ihm, damit hätte der Film zu Ende sein können. Aber so einfach ist es natürlich nicht, und was dann folgt, zeigt noch einmal alles, was diese Reihe so beliebt gemacht hat: jede Menge Spannung, Humor, Action, und alle Facetten des Avengers-Universums werden noch einmal beleuchtet. Einige Heldengeschichten kommen zu einem (würdigen) Ende, dramatische Szenen wechseln sich mit sentimentalen ab, letztere werden am Ende bis zum Äußersten ausgereizt, aber auch das verzeiht man gerne, weil es einfach hervorragend inszeniert und von dem größten Starreigen aller Zeiten mit absolutem Ernst vorgetragen wird. Ein furioser Abschluss einer Ära, bei dem kein Auge trocken bleibt, mal lachend, mal weinend. Versprochen!

Dies richtet sich natürlich nur an die an diesem Genre interessierten Zuschauer, alle anderen werden ohnehin fern bleiben. Unabdingbar ist darüber hinaus eine möglichst genaue Kenntnis der Vorgeschichte der Avengers, sonst dürfte es kaum möglich sein, an diesem Punkt in die Story hineinzufinden. 



Regie: Anthony Russo, Joe Russo
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely, b/a den Comicvorlagen von Stan Lee, Jack Kirby, Jim Starlin
Kamera: Trent Opaloch
Schnitt: Jeffrey Ford, Matthew Schmidt
Musik: Alan Silvestri

Darsteller:

Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans, Josh Brolin, Jeremy Renner, Brie Larson, Mark Ruffalo, Tom Holland, Paul Rudd, Evangeline Lilly, Hayley Atwell, Gwyneth Paltrow, Chadwick Boseman, Anthony Mackie, Don Cheadle,

in weiteren Rollen:
Natalie Portman, Tom Hiddleston, Sebastian Stan, John Slattery, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Michelle Pfeiffer, Tilda Swinton, Robert Redford, Michael Douglas, William Hurt, Stan Lee und der Stimme von Bradley Cooper (Rocket)

und viele andere...

Marvel Studios/
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
181 min.
Deutscher Kinostart: 24. April 2019


Mittwoch, 10. Oktober 2018

Film-Rezensionen: Bad Times at the El Royale


Das El Royale ist ein in die Jahre gekommenes Hotel in der Nähe von Lake Tahoe, genau auf der Grenze zwischen Nevada und Kalifornien. Es hat bessere Tage gesehen, wenn auch ein Blick hinter die bröckelnde Fassade von üblen Praktiken zeugt, die hier einst stattgefunden haben, in den 50ger Jahren gab es sogar einen Mord. Nun, Mitte der 60ger Jahre, treffen eine Reihe von Gästen ein, die scheinbar in keinerlei Beziehung zueinander stehen, aber im Laufe einer einzigen Nacht einen düster-grotesken Reigen aufführen, der es in sich hat.

Die Geschichte entfaltet sich kammerspielartig und es treten auf: Miles, der Portier (Lewis Pullman), die Sängerin Emily Sweet (Cynthia Erivo), der Staubsaugervertreter Laramie Seymor Sullivan (Jon Hamm), der Priester Father Daniel Flynn (Jeff Bridges), die Schwestern Emily und Ruth Summerspring (Dakota Johnson, Cailee Spainey) und der charismatische Hippie-Guru Billy Lee (Chris Hemsworth).

Die Akteure bewegen sich wie auf einer Bühne, wobei die besondere Bauweise des Hotels den Bühnencharakter unterstreicht. Verlassen wird der geschlossene Schauplatz nur in einigen kurzen Rückblenden. Dass dennoch ein bunter und mitreißender Thriller entstanden ist, liegt an der meisterlichen Inszenierung, die sich Zeit nimmt, Dinge zu entwickeln, um dann aus dem Nichts heraus die Handlung immer wieder furios explodieren zu lassen, bis am Ende nichts mehr so ist, wie es am Anfang zu sein schien. Dass nicht alle Gäste das sind, was sie vorgeben zu sein, versteht sich fast von selbst, und von Anfang ist klar: Das El Royale ist kein Ort für einen Priester!

Dem Regisseur Drew Goddard ist ein Thriller mit Kultpotential gelungen, mit einem bestens aufgelegten Schauspielerensemble, tollem Soundtrack und jeder Menge Überraschungen, bei dem trotz einer Länge von 141 Minuten keinen Moment Langeweile aufkommt! 



Regie: Drew Goddard
Drehbuch: Drew Goddard
Kamera: Seamus McGarvey 
Musik: Michael Giacchino 
Produzenten: Jeremy Latcham, Drew Goddard

Darsteller:
Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Dakota Johnson, Jon Hamm, Chris Hemsworth und Cailee Spainey, Lewis Pullman
Twentieth Century Fox
141 min.
Deutscher Kinostart: 11. Oktober 2018