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Mittwoch, 29. Oktober 2025

Im Kino: Dracula - Die Auferstehung (Dracula: A Love Tale)

Graf Vlad von Dracul (Caleb Landry Jones) zieht im 15. Jahrhundert nach dem Verlust seiner geliebten Frau Elisabeta (Zoë Bleu) und einer daraufhin folgenden Gotteslästerung einen schrecklichen Fluch auf sich: er wird unsterblich und ist dazu verdammt, für alle Zeiten als untoter Blutsauger sein Dasein zu fristen. Als er im Paris des 19. Jahrhunderts in einer jungen Frau seine verlorene Elisabeta wiederzuerkennen glaubt, macht er sich auf den Weg dorthin, um endlich Erlösung zu erlangen…

Luc Besson orientiert sich in dieser neuesten Auflage der Vampir-Saga erkennbar mehr an seinem Vorgänger Coppola und dessen Film aus dem Jahr 1992 als an der Original-Vorlage von Bram Stoker, denn er macht, wie Coppola, aus dem schrecklichen Grafen einen verzweifelten Liebenden und aus der Vampirgeschichte eine die Jahrhunderte überdauernde Romanze.

Hierfür liefert Besson, ebenso wie Coppola, schöne Bilder, unterlegt mit einem imposanten Soundtrack, aber ansonsten hat er leider nichts wirklich Neues zu sagen, Es bleibt dabei: Vampire trinken keinen Wein und wollen nur das Eine, die ursprünglich reine Horror-Story mit unterschwelligen sexuellen Motiven wird ein bisschen zur Liebesschnulze verklärt, allerdings auch untermalt mit wuchtigen und blutigen Szenen aus des Grafen Vergangenheit.

 

Der Cast wird angeführt und dominiert von Caleb Landry Jones, der zweifellos ein beeindruckender Darsteller ist, aber irgendwie fehlt ihm für diese so von seiner Leidenschaft geprägte Figur das gewisse Charisma, während Christoph Waltz eine solide Vorstellung abliefert.

 

Wer mit diesem Film zum ersten Mal eine Dracula-Verfilmung erlebt, bekommt eine opulente Inszenierung geboten und dürfte sich durchaus gut unterhalten fühlen, wer bereits viele der anderen Verfilmungen kennt, muss selbst entscheiden, welcher er am Ende den Vorzug gibt.

 

   

Regie: Luc Besson

Drehbuch: Luc Besson, b/a Roman von Bram Stoker

Kamera: Colin Wandersman

Schnitt: Lucas Fabiani

Musik: Danny Elfman

 

Besetzung:

Caleb Landry Jones, Zoë Bleu, Christoph Waltz, Guillaume de Tonquédec, Matilda De Angelis. Ewens Abid

 

 

Leonine/ Canal+/TF1

2025

129 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 30. Oktober 2025

 

 

Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=5l4pPHsVDv8 (Deutsch)

  https://www.youtube.com/watch?v=sEGIBj8p27g (Englisch)

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Im Kino: DogMan

Als Kind wird Doug (Linoln Powell/ später Caleb Landry Jones) von seinem Vater (Clemens Schick) brutal misshandelt und für lange Zeit mit einer Meute aggressiver Hunde in einem Zwinger eingesperrt. Wider Erwarten gelingt es ihm, auf wundersame Weise zu diesen ebenfalls von seinem Vater geschundenen Tieren eine innige Beziehung zu entwickeln. Als Erwachsener gründet er, der menschliche Außenseiter, ein Tierheim für ausgesetzte Hunde, die von ihm gehegt und gepflegt werden, bis sie ihm bedingungslos gehorchen und zu Freunden, Vertrauten, Beschützern und sogar Komplizen bei einem einzigartigen Beutezug werden…

So merkwürdig verschroben der Plot klingen mag, alles an dem Film überzeugt in jedem einzelnen Moment. Das Schicksal des vom Leben gezeichneten, meistenteils im Rollstuhl sitzenden Doug ist mitreißend erzählt, es gibt tragische, melancholische, aber durchaus auch humorvolle Momente, und Luc Besson gelingt es, das Bild eines innerlich zerrissen Mannes zu zeichnen, in dem jeder einen Freak sieht, der außer von seinen Hunden niemals Zuwendung erfahren hat, aber dennoch, nachdem er seine Bestimmung im Leben gefunden zu haben scheint, endlich in sich ruht.

Erzählt wird die ganze Geschichte von Doug selbst, als er sich einer Psychologin (Jojo T. Gibbs) öffnet und in Rückblenden sein ganzes Leben Revue passieren lässt, wobei die verschiedenen Zeitebenen geschickt miteinander verwoben werden, bis am Ende ein Bild aus einem Guss entsteht. Die tierischen Darsteller agieren dabei so überzeugend, dass es eine wahre Freude ist, ihnen zuzuschauen, wie sie aufs Wort gehorchend, immer aber auch über das innere Band mit ihrem menschlichen Freund verbunden, dessen Wünsche und Befehle erfassen, um sie dann sogleich perfekt umzusetzen, das macht, bei aller Tragik der übrigen Handlung, einfach nur Spaß. Aber vor allem der grandiose Caleb Landry Jones lässt diesen Film zu einem Erlebnis werden, seine Darstellung ist absolut berührend und, bisher zumindest, die beste Leistung eines Akteurs in diesem Jahr. Er scheint seine Figur mit jeder Faser seines Körpers zu spüren und die Ausdruckskraft seiner Mimik und Gestik sollte mindestens eine Oscar-Nominierung wert sein, falls es nicht zumindest dazu kommt, wäre dies ein Grund, den Wert dieser Auszeichnung endgültig in Frage zu stellen.

Wer Hunde mag, nicht vor drastischen Bildern zurückschreckt, von denen es durchaus einige gibt, und wer einen außergewöhnlichen Film mit einem überragenden Protagonisten sehen möchte, sollte sich diesen in jeder Hinsicht berührenden Film auf keinen Fall entgehen lassen!

 

Über Hunde: "Soweit ich das beurteilen kann, haben sie nur einen Fehler: Sie vertrauen Menschen" (Douglas Munrow)

 

Regie: Luc Besson

Drehbuch: Luc Besson

Kamera: Colin Wandersman

Schnitt: Julien Rey

Musik: Éric Serra

 

Besetzung:

Caleb Landry Jones, Jojo T. Gibbs, Christopher Denham, Clemens Schick, Adam Speers, Lincoln Powell

 


Alamode Film

2023

113 min.

FSK

Deutscher Kinostart: 12. Oktober 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=S3nHBJo_nH8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Ee8M92BxMZg (Englisch)