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Mittwoch, 5. Januar 2022

Im Kino: The King's Man - The Beginning (The King’s Man)

Der britische Herzog Orlando Oxford (Ralph Fiennes) verliert im Jahr 1902 bei einem Attentat seine Frau Emily (Alexandra Maria Lara). Zwölf Jahre später, als die politischen Verhältnisse immer unsicherer werden und weil Orlando seinen einzigen Sohn Conrad (Harris Dickinson) vor allen Gefahren der Welt schützen möchte, wozu seiner Ansicht nach weder Regierung noch Geheimdienste in der Lage sind, gründet er mit Unterstützung zweier treuer Wegbegleiter ein weltumspannendes Spionagenetzwerk. Aber der Erste Weltkrieg lässt sich nicht verhindern, obwohl man einer geheimnisvollen Verschwörung auf der Spur ist, ebenso wenig lässt sich Conrad davon abhalten, für König und Vaterland in den Krieg zu ziehen…

Der erste Film dieser Reihe – „Kingsman: The Secret Service“ – hatte einen frischen Ansatz, er verband britischen Snobismus und Gentleman-Tugendenden mit handfester, teilweise durchaus brutaler Action. Dies wurde im nachfolgenden „Kingsman: The Golden Circle“ fortgesetzt, wobei sich die Akzente bereits in Richtung brutale Action zu verschieben begannen, aufgefangen wurde dies in beiden Fällen durch einen immer wieder durchscheinenden augenzwinkernden Humor. In diesem nun als Prequel angelegten Film, der die Anfänge der Geheimdienstgründung erzählt, ist der Humor fast völlig verschwunden, dafür bekommen wir eine recht eigenwillige Geschichtsstunde präsentiert, die leider zu einer überlangen Doppelstunde geraten ist.

Fakten und reale Personen finden sich ein zu einem bunten Reigen mit teilweise abstruser Fiktion sowie ebensolchen Figuren und lassen die Hintergründe des Großen Krieges in einem völlig neuen Licht erscheinen. Dies ist stellenweise durchaus unterhaltsam, wenn man bekannten Akteuren wie dem Attentäter von Sarajevo, Gavrilo Princip, der Spionin Mata Hari und allen voran dem irrlichternden Mönch Rasputin (mit grandiosem Auftritt: Rhys Ifans) bei der Arbeit zusieht. Auch die unseligen Verwandtschaftsverhältnisse der europäischen Herrscherhäuser werden anschaulich beleuchtet, indem der Schauspieler Tom Hollander sowohl den britischen König George V, den russischen Zaren Nikolaus II und den deutschen Kaiser Wilhelm II, allesamt Cousins, darstellen darf.

Am Ende wirkt der Film jedoch wie ein Eintopf, in den man alles hineingerührt und dann alle Ingredienzien verkocht hat, bis das, was man noch herausschmeckt, wie die viel zu breit angelegten Schlachtszenen des Krieges, einen unangenehmen Beigeschmack hinterlassen. Hier wäre weniger auf jeden Fall mehr gewesen und, ganz wichtig: eine bisher so wirksam eingesetzte Zutat wie Humor hätte dem Ganzen die fehlende Würze geben können.

 

 

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Matthew Vaughn, Karl Gajdusek, b/a Comic „The Secret Service“ von Mark Millar und Dave Gibbons

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Jason Ballantine, Robert Hall

Musik: Dominic Lewis, Matthew Margeson

 

Besetzung:

Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Rhys Ifans, Harris Dickinson, Djimon Hounsou, Mathew Goode, Charles Dance, Tom Hollander, Alexandra Maria Lara, Daniel Brühl,

 

Walt Disney Studios

20th Century Studios/ Marv Films/ Marv Studios

2021

130 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 06. Januar 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=TwEo-V6gu4M (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_0vKejp3rvA (Englisch)

 

 

 

Dienstag, 19. September 2017

Filmrezensionen: Kingsman 2 - The Golden Circle



Im ersten Film "Kingsman-The Secret Service" – haben wir den unabhängigen, international operierenden Geheimdienst und dessen Agenten kennen gelernt, deren Stärke diskrete und professionelle Operationen sind. Ihre Tarnnamen sind von König Artus’ Tafelrunde entliehen und ihr Hauptquartier befindet sich gut getarnt im Hinterzimmer eines Londoner Herrenausstatters, von wo aus sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt vor allen erdenklichen Gefahren zu retten.


Der seinerzeit als Neumitglied ausgebildete Gary „Eggsy“ Unwin (Taron Egerton) hat sich in Teil zwei zu einem gestandenen Kingsman gemausert und beweist dies gleich in der furiosen Eingangssequenz bei einem Kampf auf Leben und Tod. Im Folgenden muss er allerdings hilflos mit ansehen, dass durch einen plötzlichen und heimtückischen Angriff das Kingsman-Hauptquartier zerstört und fast alle Kollegen getötet werden. Mit Hilfe des einzig verbliebenen Getreuen Merlin (Mark Strong) macht er einen weiteren, mit Kingsman ursprünglich verbundenen Geheimdienst in den USA namens Statesman ausfindig. Dessen Hauptquartier hat sich als Whiskey-Destillerie in Kentucky getarnt, entsprechend sind die Namen der dortigen Agenten gewählt. Eggsy und Merlin machen sich mit den neuen Kollegen Ginger (Halle Berry) und Whiskey (Pedro Pascal) daran, die geheimnisvolle und mächtige Organisation zu finden, die dieses Mal die Welt erobern will, dabei zur Seite steht ihnen der tot geglaubte Harry Hart, Eggsys Mentor, der eine überraschende Wiederauferstehung feiert.

Die Wurzel des zu bekämpfenden Übels liegt tief verborgen im kambodschanischen Dschungel, wo die skrupellose und völlig durchgeknallte Drogenbaronin Poppy (Julianne Moore) ihre teuflischen Fäden zieht, um ihr Geschäft aus der Illegalität ans Licht zu holen. Dabei spielt die Erpressung des amerikanischen Präsidenten eine entscheidende Rolle, der allerdings verfolgt eigene Pläne und verschärft damit die Situation für die unerschrockenen Weltenretter noch einmal...

Der Film ist, wie bereits der erste Teil, eine wilde Mischung aus ernsthaftem Agententhriller mit Bond-Anspruch und comicbunter, völlig überdrehter Action. Er setzt auf vertraute Figuren und bindet geschickt die neuen Charaktere ein, wobei einige der Darsteller mit klangvollem Namen allerdings über einen Kurzauftritt nicht hinauskommen. Die Story ist gut, verliert sich aber immer wieder in Details, vor allem um Gelegenheit für immer neue spektakuläre Actionsequenz zu bieten. Es entsteht der Eindruck, als hätte der Regisseur seiner eigentlichen Geschichte nicht getraut und mit Macht versucht, den ersten Teil auf jeden Fall zu übertreffen, was sich auch in der Länge von 140 Minuten widerspiegelt. 
Unterhaltsam ist "Kingsman 2–The Golden Circle" dennoch, wer schwarzen Humor und Action mag und auch nichts gegen die ein oder andere herbe Szene hat, kommt auf seine Kosten, und wer Elton John einmal anders erleben möchte, sollte diesen Film auch nicht verpassen! Kenntnis des ersten Teils ist nicht notwendig, rundet den Spaß aber ab. 

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Jane Goldman, Matthew Vaughn, Mark Millar, Dave Gibbons 
Kamera: George Richmond 
Musik: Henry Jackman, Matthew Margeson 
Darsteller: Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong, Julianne Moore, Edward Holcroft, Pedro Pascal, Halle Berry, Jeff Bridges, Channing Tatum, sowie Elton John als er selbst 

Kinostart: 21.September 2017  
20th Century Fox, 140 min.