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Mittwoch, 3. November 2021

Im Kino: Eternals

Vor 7000 Jahren kommt eine Gruppe von Außerirdischen, sogenannten Eternals, auf die Erde, um die Menschheit vor furchterregenden Kreaturen, den Deviants, zu beschützen. Nachdem diese Aufgabe scheinbar erfüllt ist, setzten sich die Eternals über Jahrhunderte zur Ruhe, aber dann kommen die Deviants zurück und die Menschheit scheint vor einer neuen, noch viel größeren Bedrohung zu stehen…

Das neueste Werk aus dem Marvel Universum (MCU) spielt zeitlich nach dem von Thanos angerichteten und in „Endgame“ wieder reparierten Schaden, schlägt dann aber eine völlig neue Richtung ein, bei der es weder Gastauftritte bereits bekannter Superhelden noch allzu viele Zitate oder Anspielungen gibt, die sich darauf beziehen. Das ist einerseits reizvoll, wird aber wahrscheinlich alle Fans enttäuschen, die gerne auf der bekannten Schiene weiter gefahren wären.

Für alle anderen gibt es einen opulenten Ohren- und Augenschmaus, denn optisch schwelgt „Eternals" in teilweise grandiosen Aufnahmen, unterlegt  mit einem bombastischen Soundtrack. Der gerade für ihr Werk „Nomadland" mit einem Oscar ausgezeichnete Regisseurin Chloé Zhao wird sehr viel Zeit eingeräumt, den Weg in diese neue Richtung zu bereiten, dabei steht sie vor der Schwierigkeit, ihre völlig unbekannte Truppe zunächst einmal einführen zu müssen, so dass sich die Handlung nicht stringent entfalten kann, weil immer wieder Figuren oder Dinge erklärt werden müssen.

Was dann entfaltet wird, ist nichts anderes als ein gigantischer neuer Schöpfungsmythos, der die Entwicklung und Aufgabe der Menschen auf ihrer Erde völlig neu definiert, durchaus reizvolle, wenn man Sinn für solch mythologische Aspekte hat. Daneben gibt es natürlich auch genug Platz für Superhelden-Action, die schließlich doch in gewohnter Weise abläuft, mit Versatzstücken aus dem bekannten Repertoire der bisherigen Helden.

Wohin die Reise im MCU gehen wird, bleibt ungewiss, sicherlich abhängig von dem Zuschauerinteresse an diesem Abenteuer, bei dem viel Neues und Ungewohntes verarbeitet werden muss, bevor jede/r für sich entscheiden muss, ob er oder sie an einer Fortsetzung überhaupt interessiert ist, welche allerdings bereits – wie bei Marvel üblich – im, während und nach dem Abspann in Aussicht gestellt wird.

 


 Regie: Chloé Zhao

Drehbuch: Chloé Zhao, Patrick Burleigh, Ryan Firpo, Kaz Firpo, b/o Marvel comics v. Jack Kirby

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Dylan Tichenor, Craig Wood

Musik: Ramin Djawadi

 

Besetzung:

Gemma Chan, Richard Madden, Angelina Jolie, Salma Hayek, Kit Harrington, Kumail Nanjiani, Lia McHugh, Brian Tyree Henry, Lauren Ridloff, Barry Keoghan, Ma Dong-seok, Harish Patel,

 

Marvel Studios/ Walt Disney Pictures Germany

USA 2021

157 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 03. November 2021

 

Trailer https://www.youtube.com/watch?v=1RvsHULGkwY (Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=hTNzCORZigo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=0WVDKZJkGlY (Englisch)

https://www.youtube.com/watch?v=iDKGYslxth0 (Englisch)

 

 

Mittwoch, 25. August 2021

Im Kino: Killer's Bodyguard 2 (Hitman's Wife's Bodyguard)

Während Michael Bryce (Ryan Reynolds) seine Bodyguard-Lizenz verloren hat, eine Therapie macht und davon träumt, als Bodyguard des Jahres ausgezeichnet zu werden, steckt Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) in ziemlichen Schwierigkeiten. Seine Frau Sonia (Salma Hayek) wäre als Ein-Frau-Einsatzkommando zwar durchaus in der Lage, Darius alleine herauszuhauen, holt dann aber aus alter Verbundenheit Bryce zur Hilfe, und damit sind alsbald alle drei – der Killer, der Bodyguard und die Frau des Killers – wieder vereint bei einem weiteren Abenteuer voller wilder Verfolgungsjagden, Schießereien und Prügeleien, dabei geht es so ganz nebenbei noch darum, die Welt vor einer fatalen Cyberattacke zu retten, und, ach ja, die Kincaids wollen unbedingt ein Baby...

Der Film, in bewährter Weise mit Sprüchen und Flüchen (Trinkspiel: Wie oft sagt Sam Jackson „Motherfucker"?) garniert, bietet gegenüber Teil 1 nicht allzu viel Neues, außer, dass es Ryan Reynolds gelungen ist, seine Gin-Marke werbewirksam unterzubringen, außerdem stellt sich die Frage, ob ein ausgewiesener Buddy-Film auch mit einer Frau als Dritter im Bunde möglich ist. Und, Überraschung, es funktioniert, denn trotz ihrer immer wieder gern herausgestellten weiblichen Attribute bringt Salma Hayek alles mit, um sich ohne Probleme einzufügen: sie ist laut, sie ist durchgeknallt und hantiert routiniert mit sämtlichen Waffen, einen Bodyguard braucht die Frau eigentlich nicht...

Bestens aufgelegte Akteure, zu denen außer den Genannten noch Antonio Banderas, Gary Oldman sowie als Überraschungsgast Morgan Freeeman zählen, sorgen für Unterhaltung ohne störenden Tiefgang. Nicht jeder Gag zündet, aber wer gut getimte und stellenweise durchaus brutale Action mag – der Film hat die Altersfreigabe 16 – der ist hier richtig. Auf ein Neues, Motherfucker!

 


 Regie: Patrick Hughes

Drehbuch: Tom O’Connor, Philip Murphy, Brandon Murphy

Kamera: Terry Stacey

Schnitt: Michael J. Duthie, Jack Hutchings

Musik: Atli Örvarsson

 

Cast:

Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Morgan Freeman, Salma Hayek, Antonio Banderas, Frank Grillo, Gary Oldman, Barry Atsma,

 

USA 2021

Paramount Pictures

100 min.

FSK 16

 

Deutscher Kinostart: 26. August 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ggMw7fXB86I

 

Montag, 28. August 2017

Film-Rezensionen: Killer's Bodyguard



Michael Bryce (Ryan Reynolds) ist Bodyguard und einer der besten seines Fachs, bis ihm ein Klient vor seinen Augen von einem Scharfschützen erschossen wird. Danach ist er nur noch ein Schatten seiner selbst und hält sich mit kleinen Aufträgen über Wasser. Die Chance, wieder in die A-Liga seiner Zunft aufzusteigen, kommt mit dem Anruf seiner Ex-Freundin, Interpolagentin Amelia Roussel (Elodie Yung). Ausgerechnet sein langjähriger Gegenspieler, der weltweit beste Auftragskiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) braucht Schutz, um binnen 24 Stunden aus dem Norden Englands nach Den Haag gebracht zu werden, wo er vor einem Kriegsverbrechertribunal als Kronzeuge gegen den skrupellosen osteuropäischen Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen soll. Darius, den die Liebe zu seiner Frau Sonia (Salma Hayek) hinter Gitter gebracht hat, geht auf diesen Deal von Interpol ein, seine Aussage gegen die Freilassung Sonias, die ihrerseits in Amsterdam im Gefängnis sitzt. Um Darius’ Auftritt vor Gericht zu verhindern setzt Diktator Dukhovich allerdings eine Armee von blutrünstigen Söldnern in Marsch, außerdem gibt es offensichtlich einen Maulwurf bei Interpol, der ihm mit Rat und Tat zuarbeitet.


Damit sind die Weichen gestellt für eine furiose Verfolgungsjagd, per Auto quer durch England und – klar –  per Boot durch Amsterdam, ein Trip wie ein Computerspiel, wo an jeder Ecke heimtückische Schützen lauern, die eliminiert werden müssen. Dabei bleibt den beiden höchst unterschiedlichen Protagonisten, dem akkuraten, planvollen Michael und dem unkonventionellen, unberechenbaren Darius nichts anderes übrig, als sich zusammenzuraufen und sie kommen sich immer näher, während die Uhr unerbittlich die Stunden – und letztlich auch Minuten – herunterzählt, ehe sich das Zeitfenster für Darius’ Auftritt vor Gericht zu schließen droht.
 
Regisseur Patrick Hughes verknüpft das altbekannte Thema – Kronzeuge muss vor Killern beschützt werden – mit Motiven aus Road- und Buddymovies und serviert mit Gespür für gut getimte Action und einer reichlichen Dosis Humor eine launige Actionkomödie. Die Dritte Ebene, an der er sich versucht, die Bodyguard-Romanze, ist dann allerdings ein bisschen zu viel des Guten. Funktioniert die Amour fou zwischen Darius und seiner Sonia noch, einer heißblütigen, kampferprobten Powerfrau, so bleibt die Liebesgeschichte zwischen Michael und der Interpolagentin Amelia eher blass und sorgt für einige überflüssige und kitschige Momente.


Samuel L. Jackson liefert eine grandiose Vorstellung ab, er und Salma Hayek geben dem Affen Zucker, auch wenn ihre Rolle eher klein ist. Ryan Reynolds scheint die Figur des pedantischen Planers zu liegen, wobei es für jeden Akteur nicht leicht sein dürfte, Jacksons Präsenz etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Der Film bietet keine wirklichen Überraschungen, aber er ist unterhaltsam
genug, um über manch eine Abwegigkeit
bei der wilden Hatz durch zwei Länder
hinwegzusehen, Liebhaber dieses Genres werden insgesamt ihren Spaß haben.

Regie: Patrick Hughes 
Drehbuch: Tom O’Connor 
Kamera: Jules O’Laughlin
Production Design: Russell De Rozario 
Darsteller: Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Salma Hayek, Elodie Yung, Joaquim De Almeida, Kirsty Mitchell, Richard E. Grant

 USA 111 min.   
Deutscher Start: 31.08.2017