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Mittwoch, 8. November 2023

Im Kino: The Marvels

Carol Danvers aka Captain Marvel (Brie Larson) und ihre entfremdete Nichte, die jetzige S.A.B.E.R.-Astronautin Captain Monica Rambeau (Teyonah Parris) bekommen in ihrem Kampf um die Rettung des instabil geworden Universums Unterstützung von der leidenschaftlichen Captain-Marvel-Fanin Kamala Khan aus Jersey City aka Ms. Marvel (Iman Vellani). Um ihre dreifache Frauenpower, die zwischen ihnen immer wieder hin und her springt, effektiv einsetzen zu können, müssen sie lernen, sich zu koordinieren, dabei stoßen sie auf einige Merkwürdigkeiten, die es so im Marvel-Spektrum noch nicht gab…

Ein neues Abenteuer mit bekannten aber auch neuen Figuren, aufgepeppt durch einige witzige Einsprengsel und einer Reihe von (Film)Zitaten, ist das Marvel-Franchise offensichtlich immer noch auf der Suche nach einer zukunftsweisenden Ausrichtung, die mehr oder weniger geglückt ist.

Einige Ideen sind durchaus originell und machen Spaß, daneben wirken die altbekannten Elemente doch allmählich etwas ermüdend, wenn, wieder einmal, das Universum gerettet werden muss. Die optische und akustische Präsentation ist solide und die Effekte sehenswert, wobei es den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt, nicht mehr und nicht weniger.

Der mittlerweile obligatorisch diverse Cast entspricht ebenfalls dem aktuellen Standard, dass die Guten wie die Bösen durchweg von Frauen dargestellt werden, macht den Film zwar noch nicht zu einem feministischen Standardwerk, aber es ist interessant zu sehen, dass ein männlicher Gegenpol nicht wirklich vermisst wird. Zwei Alibi-Männer dürfen mitmachen, Samuel L. Jackson in seiner bekannten Rolle als Nick Fury und der etwas farblose Prinz Yan (Park Seo-joon), beide haben aber keinen großen Einfluss auf das Geschehen.

Zawe Ashton gibt eine kraftvolle Vorstellung als rachegetriebene Dar-Benn, etwas zwiespältig ist der Eindruck der jungen Miss Marvel, die frische Impulse als Captain-Marvel-Fan geben soll, dabei aber immer haarscharf am Label "Nervensäge des Jahres" vorbeischrammt.

Alles in allem ist der Film einigermaßen unterhaltsam, mit einer endlich einmal angemessenen Länge (es geht also doch!), für Fans des Franchises ein nettes Intermezzo, ob man damit etwas für dessen Zukunft geschaffen hat, auf dem man weiter aufbauen kann, bleibt abzuwarten.

 

Regie: Nia DaCosta

Drehbuch: Nia DaCosta, Megan McDonnell, Elissa Karasik

Kamera: Sean Bobbitt

Schnitt: Catrin Hedström, Evan Schiff

Musik: Laura Karpman

 

Besetzung:

Brie Larson, Teyonah Parris, Iman Vellani, Samuel L. Jackson, Zawe Ashton, Gary Lewis, Zenobia Shroff, Mohan Kapur, Park Seo-joon,

 

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

2023

105 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 08. November 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tkkV1FV_bT4 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=wS_qbDztgVY (Englisch)

 

 

Dienstag, 14. September 2021

Im Kino: Saw – Spiral (Spiral: From the Book of Saw)

Mehrere Polizisten werden bestialisch ermordet und der Killer fordert die ermittelnden Detectives Ezekiel “Zeke” Banks (Chris Rock) und seinen noch unerfahrenen Partner William Schenk (Max Minghella) zu einem perfiden Spiel heraus, bei dem auch der angesehene Polizeiveteran und Vater von Zeke, Marcus Banks (Samuel L. Jackson), eine Rolle spielt.

Das erfolgreiche Horror-Franchise geht nach „Saw“-I bis VI, „Saw 3D“ und „Jigsaw“ mit diesem neuen Kapitel in die neunte Runde. US-Komiker Chris Rock, nach eigenen Angaben großer Fan der Reihe, fungiert hier als Mitproduzent und hat auch – leider – die Hauptrolle übernommen. Seine Darstellung ist mimisch und stimmlich (zumindest im Original – vielleicht hilft in diesem Fall die deutsche Synchronisation) wenig überzeugend, man nimmt ihm den harten, zynischen Cop einfach nicht ab. Ansonsten hat der Film neben den erwartbar brutalen Morddetails eine plausible Geschichte, die, wenn auch einigermaßen vorhersehbar, einen passablen Krimi abgibt und einen kleinen Überraschungsmoment am Ende bereithält.

Für „Saw“-Fans sicher ein Muss, für Krimifans vielleicht ein bisschen zu heftig (FSK: 18), aber alles in allem keine ganz schlechte Fortsetzung einer Erfolgsreihe.

 


  Regie: Darren Lynn Bousman

Drehbuch: Josh Stolberg, Pete Goldfinger

Kamera: Jordan Oram

Schnitt: Dev Singh

Musik: Charlie Clouser

 

Besetzung:

Chris Rock, Max Minghella, Samuel L. Jackson, Marisol Nichols, Richard Zeppieri, Dan Petronijewic

 

 Lionsgate/ StudioCanal Germany

FSK 18

93 min.

 Deutscher Kinostart: 16. September 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=FKSnJdaLuU8 (deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rgNlWypWmtw (englisch)

Mittwoch, 25. August 2021

Im Kino: Killer's Bodyguard 2 (Hitman's Wife's Bodyguard)

Während Michael Bryce (Ryan Reynolds) seine Bodyguard-Lizenz verloren hat, eine Therapie macht und davon träumt, als Bodyguard des Jahres ausgezeichnet zu werden, steckt Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) in ziemlichen Schwierigkeiten. Seine Frau Sonia (Salma Hayek) wäre als Ein-Frau-Einsatzkommando zwar durchaus in der Lage, Darius alleine herauszuhauen, holt dann aber aus alter Verbundenheit Bryce zur Hilfe, und damit sind alsbald alle drei – der Killer, der Bodyguard und die Frau des Killers – wieder vereint bei einem weiteren Abenteuer voller wilder Verfolgungsjagden, Schießereien und Prügeleien, dabei geht es so ganz nebenbei noch darum, die Welt vor einer fatalen Cyberattacke zu retten, und, ach ja, die Kincaids wollen unbedingt ein Baby...

Der Film, in bewährter Weise mit Sprüchen und Flüchen (Trinkspiel: Wie oft sagt Sam Jackson „Motherfucker"?) garniert, bietet gegenüber Teil 1 nicht allzu viel Neues, außer, dass es Ryan Reynolds gelungen ist, seine Gin-Marke werbewirksam unterzubringen, außerdem stellt sich die Frage, ob ein ausgewiesener Buddy-Film auch mit einer Frau als Dritter im Bunde möglich ist. Und, Überraschung, es funktioniert, denn trotz ihrer immer wieder gern herausgestellten weiblichen Attribute bringt Salma Hayek alles mit, um sich ohne Probleme einzufügen: sie ist laut, sie ist durchgeknallt und hantiert routiniert mit sämtlichen Waffen, einen Bodyguard braucht die Frau eigentlich nicht...

Bestens aufgelegte Akteure, zu denen außer den Genannten noch Antonio Banderas, Gary Oldman sowie als Überraschungsgast Morgan Freeeman zählen, sorgen für Unterhaltung ohne störenden Tiefgang. Nicht jeder Gag zündet, aber wer gut getimte und stellenweise durchaus brutale Action mag – der Film hat die Altersfreigabe 16 – der ist hier richtig. Auf ein Neues, Motherfucker!

 


 Regie: Patrick Hughes

Drehbuch: Tom O’Connor, Philip Murphy, Brandon Murphy

Kamera: Terry Stacey

Schnitt: Michael J. Duthie, Jack Hutchings

Musik: Atli Örvarsson

 

Cast:

Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Morgan Freeman, Salma Hayek, Antonio Banderas, Frank Grillo, Gary Oldman, Barry Atsma,

 

USA 2021

Paramount Pictures

100 min.

FSK 16

 

Deutscher Kinostart: 26. August 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ggMw7fXB86I

 

Mittwoch, 6. März 2019

Film-Rezensionen: Captain Marvel

Für alle, die eine Marvel-Timeline-Übersicht haben, empfiehlt es sich, diese bereit zu halten, um die Geschichte von Anfang an zeitlich richtig einordnen zu können. Für alle anderen der Hinweis: S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury besitzt noch beide Augen und sein Darsteller Samuel L. Jackson hat eine bemerkenswerte digitale Verjüngungskur durchgemacht.

Die Titelheldin (Brie Larson) wird als Vers, Kriegerin des außerirdischen Volkes der Kree vorgestellt, das sich in einem Krieg mit einem Volk von Gestaltwandlern, den Skrull, befindet. Hiefür wurde Vers von ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) ausgebildet, allerdings leidet sie, wie so viele ihrer Superheldenkollegen, unter Vergangenheitsproblemen, in ihren Erinnerungen gibt es einen Widerstreit an Bildern, die nicht zueinander zu passen scheinen. Dies verstärkt sich, als sie sich nach einem Gefecht plötzlich auf der Erde des Jahres 1995 wiederfindet, wo sich ihr nach und nach immer mehr Facetten einer Vergangenheit als Kampffliegerin Carol Danvers offenbaren, bis sich schließlich die Puzzleteile von Carol Danvers Weg von der Erde zu den Kree und zurück zu einem überraschenden Bild zusammenfügen. Erschwert wird ihre Mission noch, weil einige der Skrull ihr auf die Erde gefolgt sind, und sobald Gestaltwandler im Spiel sind, kann man nicht mehr sicher sein, wem man vertrauen kann, und wem nicht…

Es macht durchaus Spaß, dabei zuzusehen, wie aus Carol Danvers die mächtige
Superheldin Captain Marvel wird, der Film ist unterhaltsam und gewohnt actionreich inszeniert, auch wenn die Geschichte am Ende, wenn sich alles aufgelöst hat, nicht mehr so kompliziert ist, wie es zunächst den Anschein hat. Samuel L. Jackson und Brie Larson geben ein schwungvolles Team ab, getoppt nur noch von den Szenen zwischen Jackson und einer orangefarbenen Katze, die für die meisten Lacher sorgen dürften. Aber auch ein paar der anderen Charaktere sind sehenswert, allen voran der charismatische Talon (Ben Mendelsohn), der seiner Figur eine überraschende Tiefe gibt.

Insgesamt ist dieser 21. Film aus dem Marvel Cinematic Universe vielleicht kein herausragender Meilenstein der Reihe, trotz der Tatsache, dass nach DC nun auch Marvel eine Superheldin ins Rennen schickt. Solange dies allerdings nach wie vor herausgehoben wird, bedeutet es, dass immer noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis es irgendwann einmal keiner besonderen Erwähnung mehr bedarf. Ob die Figur Captain Marvel Potenzial hat, kann sich schon bald zeigen, wenn diese ins Team der Avengers aufgenommen wird, ab April im Kino: „Avengers: Endgame.

Ach ja: Der leider nach Drehende verstorbene Stan Lee ist in seinem letzten Cameo zu sehen, und natürlich gibt es, wie gewohnt, zwei kleine Szenen, die es erfordern, will man sie sehen, bis zum letzten Buchstaben des Abspanns hocken zu bleiben…


Regie: Anna Boden + Ryan Fleck
Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet b/a story von Nicole Perlman, Meg LeFauve, Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet
Kamera: Ben Davis
Schnitt: Debbie Berman, Elliot Graham
Musik: Pinar Toprak

Darsteller:
Brie Larson, Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Djimon Hounsou, Lee Pace, Lashan Lynch, Gemma Chan, Algenis Perez Soto, Rune Tempte, Annette Bening, Jude Law

Walt Disney Studios
124 min.
Deutscher Kinostart: 7. März 2019
 
Bilder und Clips: © Marvel Studios

Montag, 28. August 2017

Film-Rezensionen: Killer's Bodyguard



Michael Bryce (Ryan Reynolds) ist Bodyguard und einer der besten seines Fachs, bis ihm ein Klient vor seinen Augen von einem Scharfschützen erschossen wird. Danach ist er nur noch ein Schatten seiner selbst und hält sich mit kleinen Aufträgen über Wasser. Die Chance, wieder in die A-Liga seiner Zunft aufzusteigen, kommt mit dem Anruf seiner Ex-Freundin, Interpolagentin Amelia Roussel (Elodie Yung). Ausgerechnet sein langjähriger Gegenspieler, der weltweit beste Auftragskiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) braucht Schutz, um binnen 24 Stunden aus dem Norden Englands nach Den Haag gebracht zu werden, wo er vor einem Kriegsverbrechertribunal als Kronzeuge gegen den skrupellosen osteuropäischen Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen soll. Darius, den die Liebe zu seiner Frau Sonia (Salma Hayek) hinter Gitter gebracht hat, geht auf diesen Deal von Interpol ein, seine Aussage gegen die Freilassung Sonias, die ihrerseits in Amsterdam im Gefängnis sitzt. Um Darius’ Auftritt vor Gericht zu verhindern setzt Diktator Dukhovich allerdings eine Armee von blutrünstigen Söldnern in Marsch, außerdem gibt es offensichtlich einen Maulwurf bei Interpol, der ihm mit Rat und Tat zuarbeitet.


Damit sind die Weichen gestellt für eine furiose Verfolgungsjagd, per Auto quer durch England und – klar –  per Boot durch Amsterdam, ein Trip wie ein Computerspiel, wo an jeder Ecke heimtückische Schützen lauern, die eliminiert werden müssen. Dabei bleibt den beiden höchst unterschiedlichen Protagonisten, dem akkuraten, planvollen Michael und dem unkonventionellen, unberechenbaren Darius nichts anderes übrig, als sich zusammenzuraufen und sie kommen sich immer näher, während die Uhr unerbittlich die Stunden – und letztlich auch Minuten – herunterzählt, ehe sich das Zeitfenster für Darius’ Auftritt vor Gericht zu schließen droht.
 
Regisseur Patrick Hughes verknüpft das altbekannte Thema – Kronzeuge muss vor Killern beschützt werden – mit Motiven aus Road- und Buddymovies und serviert mit Gespür für gut getimte Action und einer reichlichen Dosis Humor eine launige Actionkomödie. Die Dritte Ebene, an der er sich versucht, die Bodyguard-Romanze, ist dann allerdings ein bisschen zu viel des Guten. Funktioniert die Amour fou zwischen Darius und seiner Sonia noch, einer heißblütigen, kampferprobten Powerfrau, so bleibt die Liebesgeschichte zwischen Michael und der Interpolagentin Amelia eher blass und sorgt für einige überflüssige und kitschige Momente.


Samuel L. Jackson liefert eine grandiose Vorstellung ab, er und Salma Hayek geben dem Affen Zucker, auch wenn ihre Rolle eher klein ist. Ryan Reynolds scheint die Figur des pedantischen Planers zu liegen, wobei es für jeden Akteur nicht leicht sein dürfte, Jacksons Präsenz etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Der Film bietet keine wirklichen Überraschungen, aber er ist unterhaltsam
genug, um über manch eine Abwegigkeit
bei der wilden Hatz durch zwei Länder
hinwegzusehen, Liebhaber dieses Genres werden insgesamt ihren Spaß haben.

Regie: Patrick Hughes 
Drehbuch: Tom O’Connor 
Kamera: Jules O’Laughlin
Production Design: Russell De Rozario 
Darsteller: Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Salma Hayek, Elodie Yung, Joaquim De Almeida, Kirsty Mitchell, Richard E. Grant

 USA 111 min.   
Deutscher Start: 31.08.2017