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Mittwoch, 7. Mai 2025

Im Kino: Thunderbolts*

Yelena Belova aka Black Widow (Florence Pugh) verspürt gerade eine massive Sinnkrise, ihre Arbeit ödet sie an und auch ihr Privatleben gibt nicht viel her, da gerät sie in eine teuflische Falle, aufgestellt von der Ex-CIA-Chefin Valentina Allegra de Fontaine (Julia Louis-Dreyfus). Neben Yelena finden sich auch US-Agent Walker (Wyatt Russell), Ava Starr aka Ghost (Hannah John-Kamen) und Taskmaster Antonia Dreykov (Olga Kurylenko) zu einer Art tödlichem Escape Game in einer abgelegenen Festung ein, aus der es eigentlich kein Entkommen gibt, bestenfalls sollen sich alle gegenseitig eliminieren. Aber der Plan geht nicht auf, man rauft sich wider Erwarten zusammen und gemeinsam mit dem merkwürdig-verhuschten Bob (Bill Pullman), von dem niemand, nicht mal er selbst weiß, wer oder was er ist, gelingt die Flucht. Als dann noch der Red Guardian (David Harbour) und der Ex-Winter-Soldier Bucky Barnes (Sebastian Stan) zu der neu formierten Truppe stoßen, ist alles angerichtet, um die von Valentina angezettelte große Verschwörung aufzudecken.

Im Gegensatz zu den bisher bekannten eher strahlenden Superhelden haben wir es hier eher mit einer Antihelden-Truppe zu tun, die eigentlich ihre besten Zeiten hinter sich hat. Genauso fühlten sich zuletzt die Marvel-Filme an, die ins Kino gebracht wurden, irgendwie etwas abgehalftert und aus der Zeit gefallen, das Ende einer Ära schien in Sicht. Ob dieser Film mit seinem irgendwie frischen Ansatz, den Niedergang aufhalten kann, bleibt abzuwarten.

Die Voraussetzungen hierfür sind auf jeden Fall gegeben, der schnoddrige Ton und der trockene Humor machen Spaß, ebenso wie die Actionszenen, der Plot ist in sich schlüssig und vor allem das neue Team kann überzeugen, was vor allem der großartigen Florence Pugh geschuldet ist, die lakonisch und gleichzeitig dynamisch die Handlung vorantreibt und damit genau die richtigen Akzente setzt, damit das Ganze funktioniert.

Wer also noch einmal einen richtig guten Superheldenfilm sehen möchte, bei dem die Recken zwar ein wenig Rost angesetzt haben, aber dann furios aufdrehen, der ist hier genau richtig. Und natürlich wieder bis zum Schluss bleiben! Also wirklich bis ganz zum Schluss!

 


 Regie: Jake Schreier

Drehbuch: Eric Pearson, Joanna Calo, b/a Vorlagen und Charakteren von Kurt Busiek, Mark Bagley, Stan Lee, Jack Kirby, Joe Simon, Paul Jenkins,  

Kamera: Andrew Droz Palermo

Schnitt: Angela M. Catanzaro, Harry Yoon

Musik: Son Lux

 

Besetzung:

Florence Pugh, Sebastian Stan, Julia Louis-Dreyfus, Lewis Pullman, David Harbour, Wyatt Russell, Olga Kurylenko, Geraldine Viswanathan

 

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany/ Marvel Studios

2025

126 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 01. Mai 2025

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jMNeEt0lv5w (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=-sAOWhvheK8 (Englisch)

Mittwoch, 6. März 2019

Film-Rezensionen: Captain Marvel

Für alle, die eine Marvel-Timeline-Übersicht haben, empfiehlt es sich, diese bereit zu halten, um die Geschichte von Anfang an zeitlich richtig einordnen zu können. Für alle anderen der Hinweis: S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury besitzt noch beide Augen und sein Darsteller Samuel L. Jackson hat eine bemerkenswerte digitale Verjüngungskur durchgemacht.

Die Titelheldin (Brie Larson) wird als Vers, Kriegerin des außerirdischen Volkes der Kree vorgestellt, das sich in einem Krieg mit einem Volk von Gestaltwandlern, den Skrull, befindet. Hiefür wurde Vers von ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) ausgebildet, allerdings leidet sie, wie so viele ihrer Superheldenkollegen, unter Vergangenheitsproblemen, in ihren Erinnerungen gibt es einen Widerstreit an Bildern, die nicht zueinander zu passen scheinen. Dies verstärkt sich, als sie sich nach einem Gefecht plötzlich auf der Erde des Jahres 1995 wiederfindet, wo sich ihr nach und nach immer mehr Facetten einer Vergangenheit als Kampffliegerin Carol Danvers offenbaren, bis sich schließlich die Puzzleteile von Carol Danvers Weg von der Erde zu den Kree und zurück zu einem überraschenden Bild zusammenfügen. Erschwert wird ihre Mission noch, weil einige der Skrull ihr auf die Erde gefolgt sind, und sobald Gestaltwandler im Spiel sind, kann man nicht mehr sicher sein, wem man vertrauen kann, und wem nicht…

Es macht durchaus Spaß, dabei zuzusehen, wie aus Carol Danvers die mächtige
Superheldin Captain Marvel wird, der Film ist unterhaltsam und gewohnt actionreich inszeniert, auch wenn die Geschichte am Ende, wenn sich alles aufgelöst hat, nicht mehr so kompliziert ist, wie es zunächst den Anschein hat. Samuel L. Jackson und Brie Larson geben ein schwungvolles Team ab, getoppt nur noch von den Szenen zwischen Jackson und einer orangefarbenen Katze, die für die meisten Lacher sorgen dürften. Aber auch ein paar der anderen Charaktere sind sehenswert, allen voran der charismatische Talon (Ben Mendelsohn), der seiner Figur eine überraschende Tiefe gibt.

Insgesamt ist dieser 21. Film aus dem Marvel Cinematic Universe vielleicht kein herausragender Meilenstein der Reihe, trotz der Tatsache, dass nach DC nun auch Marvel eine Superheldin ins Rennen schickt. Solange dies allerdings nach wie vor herausgehoben wird, bedeutet es, dass immer noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis es irgendwann einmal keiner besonderen Erwähnung mehr bedarf. Ob die Figur Captain Marvel Potenzial hat, kann sich schon bald zeigen, wenn diese ins Team der Avengers aufgenommen wird, ab April im Kino: „Avengers: Endgame.

Ach ja: Der leider nach Drehende verstorbene Stan Lee ist in seinem letzten Cameo zu sehen, und natürlich gibt es, wie gewohnt, zwei kleine Szenen, die es erfordern, will man sie sehen, bis zum letzten Buchstaben des Abspanns hocken zu bleiben…


Regie: Anna Boden + Ryan Fleck
Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet b/a story von Nicole Perlman, Meg LeFauve, Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet
Kamera: Ben Davis
Schnitt: Debbie Berman, Elliot Graham
Musik: Pinar Toprak

Darsteller:
Brie Larson, Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Djimon Hounsou, Lee Pace, Lashan Lynch, Gemma Chan, Algenis Perez Soto, Rune Tempte, Annette Bening, Jude Law

Walt Disney Studios
124 min.
Deutscher Kinostart: 7. März 2019
 
Bilder und Clips: © Marvel Studios