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Dienstag, 4. April 2023

Im Kino: Air: Der große Wurf (Air)

In den 1980ger Jahren ist die Firma Nike reichlich uncool und nur mit Joggingschuhen erfolgreich, überall sonst hat die Konkurrenz die Nase vorn, allen voran Adidas und Converse. Das soll sich nach dem Willen von Nike-Gründer Phil Knight (Ben Affleck) ändern, und so hat der den Basketball-Bereich betreuende Sonny Vaccaro (Matt Damon) die zündende Idee, alles auf eine Karte zu setzen und den aufstrebenden Spieler Michael Jordan mit einem extra für ihn konzipierten Schuh zu ködern. Leider steht der junge Mann so gar nicht auf Nike, aber Sonny lässt nicht locker und macht Jordans Mutter (Viola Davis) ein verlockendes Angebot, jetzt liegt es an ihr, ihren Sohn zu überzeugen, dabei entwickelt sie einen erstaunlichen Geschäftssinn…

Eine Businessakquise mit Verhandlungen unter Geschäftspartnern und solchen, die es werden sollen, das klingt wie eine staubtrockene Angelegenheit, aber überraschender- und auch glücklicherweise entpuppt sich das Ganze ziemlich schnell als unterhaltsamer und spannender Film, der sich darüber hinaus einmal mehr mit dem Etikett „beruht auf einer wahren Begebenheit“ schmücken kann.

Was Affleck, der hier wieder einmal auf dem Regiesessel Platz genommen hat, abliefert, ist eine gekonnt inszenierte amerikanische Erfolgsstory, wie sie das Publikum liebt, dabei kann er sich einmal mehr auf seinen alten Kumpel Matt Damon verlassen, wie damals, als die beiden ihre eigene Erfolgstory in Hollywood starteten und für den gemeinsam entwickelten Film „Good Will Hunting“ gleich mit einem Oscar für das beste Originaldrehbuch belohnt wurden.

Dabei präsentiert sich Damon hier recht uneitel, als unsportlicher Mittvierziger mit leichter Wampe, der zwar alles über seinen Lieblingssport Basketball weiß, selbst aber bis zum Schluss irgendwelchen körperlichen Aktivitäten nichts abgewinnen kann. Wie er jedoch hartnäckig und mit einer gehörigen Portion Chuzpe sein Ziel gegen alle internen Widerstände verfolgt, damit wird er auch Zuschauer und Zuschauerinnen überzeugen, die ansonsten zunächst mit den beiden Thematiken – Business und Sport – nicht so viel anfangen können.

Die Geschichte rund um Taktiken und Finessen in der Businesswelt und wie man mit maßgeschneiderten Werbekonzepten eine Goldgrube für alle Beteiligten schafft, wird auch von dem übrigen Cast getragen, vielleicht sind es insgesamt ein paar Akteure zu viel, aber alle füllen ihre Rollen mit Leib und Seele aus, und deshalb ist ein gelungener Film herausgekommen, der trotz der teilweise sehr amerikanischen Attitüden auch einem hiesigen Publikum Spaß bereiten dürfte, unterstützt von einem geschickt eingewobenen 1980ger-Jahre-Flair einschließlich des dazu passenden Soundtracks, was im Moment sowieso ziemlich angesagt ist.

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Regie: Ben Affleck

Drehbuch: Alex Convery

Kamera: Robert Richardson

Schnitt: William Goldenberg

 

Besetzung:

Matt Damon, Ben Affleck, Viola Davis, Jason Bateman, Chris Messina, Chris Tucker, Matthew Maher, Gustaf Skarsgård

 

Amazon Studios/ Warner Bros. Pictures Germany

2023

112 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 6. April 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jBdYZeu58MY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Ss8dY6xXNtI (Englisch)

 

Dienstag, 3. August 2021

Im Kino: The Suicide Squad

Im Gefängnis Belle Reve – euphemistisch für den schlimmsten Alptraum - sitzen die fiesesten Superschurken ein. Wenn jemand ein Himmelfahrtskommando benötigt, findet er dort, was er braucht: ein dreckiges Dutzend in wirklich dreckig. Amanda Waller (Viola Davies) rekrutiert so ihre Task Force X für eine streng geheime Mission auf der kleinen Insel Corto Maltese, wo Verbrecher und Politiker noch weniger unterscheidbar sind, als anderswo und schickt solch illustre Persönlichkeiten wie Bloodsport (Idris Elba), Peacemaker (John Cena), Colonel Flag (John Kinnaman), T.D.K. (Nathan Fillion), Ratcatcher (Daniela Melchior), den bunt getupften Polkadot Man mit Mutterproblem, King Shark, das Wiesel, sowie die völlig überdrehte Psychopathin Harley Quinn (Margot Robbie) wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Projekts namens Starfish los, und niemand würde eine Wette darauf abschließen, dass man auch nur einen der Beteiligten lebend wiedersehen wird – die Bürowetten unter Wallers Mitarbeitern laufen eher dahin, wer als erster und wie ums Leben kommt.

Für Freunde und wirklich hartgesottene Fans des DC-Universums bietet der Film einen Augenschmaus, und das nicht nur dann, wenn King Shark (im Original gesprochen von Sylvester Stallone) mal wieder jemanden kopfüber in seinen von Zahnreihen umrahmtes Maul schiebt und genüsslich verspeist. Irre Brutalo-Action, bei der auch schon mal die Falschen dran glauben müssen, zieht sich durch die Handlung bis zum aberwitzigen Showdown-Kampf mit einem gigantischen, alles niedertrampelnden Seestern (ein fieser Verwandter des Marshmellow-Mannes?)

Wem das zu abgedreht klingt, sollte zu Hause bleiben, alle anderen werden sich wahrscheinlich gut unterhalten, zumindest während der ersten Hälfte des Films, wo es durchaus originelle und witzige Szenen gibt. Danach allerdings flacht alles mehr und mehr ab und verliert etwas die Spur, zu viel von allem tut niemals gut– wann hat endlich jemand den Mut, auch einen solchen Film einmal kurz und knackig auf 90 bis 100 Minuten zu begrenzen? Der Cast ist mit Idris Elba vorneweg gut besetzt, wenn auch der heimliche Held das Wiesel (Sean Gunn) sein dürfte, dem (bisher?) leider nur ein Kurzauftritt vergönnt ist, während Margot Robbie sich mehr und mehr zu einer Nervensäge entwickelt, der etwas weniger Screen-Time besser gestanden hätte.

Alles in allem für Liebhaber des Genres sicher ein Fortschritt gegenüber dem doch ziemlich misslungenen Vorgänger „Suicide Squad“ von 2016, egal ob als Fortsetzung oder Relaunch konzipiert, und wer bis zum Abspann-Ende bleibt, erhält einen Hinweis darauf, wie es weiter gehen könnte…


 Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn

Kamera: Henry Braham

Schnitt: Christian Wagner, Fred Raskin

Musik: John Murphy

 

Cast:

Idris Elba, Viola Davis, Margot Robbie, John Cena, Joel Kinnaman, Jai Courtney, Peter Capaldi, David Dastmalchian, Nathan Fillion, Daniela Melchior, Alice Braga, Michael Rooker, Peter Davidson, Sean Gunn, Sylvester Stallone (voice)

 

 

Warner Bros. Pictures Germany/ DC Entertainment

USA 2021

FSK 16

132 min.

 Deutscher Kinostart: 05. August 2021

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Lrsi4C_B-y4

https://www.youtube.com/watch?v=3eD5d48t_Uo