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Donnerstag, 11. April 2019

Film-Rezensionen: Hellboy - Call of Darkness


Big Red is back – Der Halbdämon Hellboy kehrt in einem Reboot in die Kinos zurück! Für alle, die ihn noch nicht kennen: Hellboy wird einst während des Zweiten Weltkriegs mittels eines schaurigen Rituals aus der Hölle heraufbeschworen, um das Ende der Welt zu beschleunigen und ein neues Zeitalter einzuläuten. Glücklicherweise wächst er bei den Guten auf, sein Ziehvater ist Professor Broom, der aus seinem „Sohn“ einen Spezial-Agenten im Einsatz der B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen) macht. Soweit deckt sich die Geschichte mit der Verfilmung „Hellboy“ von 2004 und deren Fortsetzung „Hellboy – The Golden Army“ von 2008.

In der aktuellen Version gibt nicht mehr Ron Pearlman sondern David Harbour das Höllenwesen, die Rolle seines Ziehvaters hat Ian McShane übernommen, und Hellboy hat es mit fürchterlichen Gegner zu tun, allen voran der mächtigen Hexe Nimue (Milla Jovovich) und deren eilfertigem Diener Gruagach, einem schweinemäßig fiesen Monster. Nimue wurde vor langer Zeit von König Arturs Mannen besiegt, zerstückelt und in diversen Kisten über ganz England verteilt, um sie für immer zu verbannen. Nun aber steht sie, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vor ihrer Wiederauferstehung und Hellboy hat alle Hände voll zu tun, ihren Zug der Verwüstung, den sie umgehend in Gang setzt, aufzuhalten. Dabei wird er von zwei Mitstreitern unterstütz, Alice (Sasha Lane) und Ben (Daniel Dae Kim), und bei ihrem gemeinsamen Kampf gegen alle Dämonen der Hölle muss sich letztlich auch Hellboy fragen, auf welcher Seite er wirklich steht.

Offensichtlich ermutigt von einer Reihe erfolgreicher Comicverfilmungen mit einer höheren Altersfreigabe als 12, haben die Macher dieses Films einen entfesselten Reigen von Blut- und Schlachtszenen auf die Leinwand gebracht. Dabei haben sie leider aus der zuvor von Ron Pearlman so liebevoll gestalteten Figur des wütenden, grantelnden, aber tief in seinem Inneren liebenswerten Hellboy einen uncharmanten, unkomischen Monsterjäger gemacht, der es inmitten all der fiesen Gestalten, mit denen er es zu tun bekommt, schwer hat, sich die Sympathien der Zuschauer zu erhalten. Aber das wäre das einzig Ansprechenden, was der Film noch zu bieten gehabt hätte, denn alles übrige wird von einer Blut- und Schleimspur übergossen, für die die Altersfreigabe von 16 an manchen Stellen noch zu niedrig erscheint.

Für wen dieses Reboot letztlich gemacht wurde, erschließt sich nicht, ob die Freunde der Comicreihe ihren Helden so mögen, ist fraglich, die Freunde der ersten Hellboyfilme werden jedenfalls enttäuscht sein, und die Zuschauer, die weder die Comicvorlage noch die anderen beiden Filme kennen, werden sich, abgestoßen von vielen widerlichen Szenen, verstört abwenden.




Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Andrew Cosby & Mike Mignola,
b/a der Comic-Reihe (Dark Horse)
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: Martin Bernfeld
Musik: Benjamin Wallfisch

Darsteller:
David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane, Daniel Dae Kim, Sasha Lane, Brian Gleeson

Universum Film
FSK 16
120 min.
Deutscher Kinostart: 11. April 2019

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