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Mittwoch, 31. Mai 2023

Im Kino: Spider-Man: Across The Spider-Verse

Miles Morales, der Teenage-Mutant-Spider-Boy, der sich eigentlich darauf konzentriert hat, in Brooklyn für Recht und Ordnung zu sorgen, findet sich plötzlich im Multiversum wieder, mit vielen neuen Herausforderungen und vor allem vielen unterschiedlichen Spinnen-Leuten, die ihm nicht alle freundlich gegenüberstehen, außerdem sind Menschen, die ihm viel bedeuten, in Gefahr…

Nach dem oscarprämierten „Spider-Man: A New Universe“ geht die animierte Spinnengeschichte in die nächste (und, wie bereits angekündigt, noch nicht letzte) Runde. Was diese Reihe auszeichnet, ist ihr absolut furioser Style, wo ein gezeichneter Comic sich bei allen zeichnerischen und lautmalerischen Möglichkeiten am Ende doch immer als statisch erweist, erwacht hier alles zum Leben und explodiert förmlich auf der Leinwand, atemlos und bunt wie ein psychedelischer Trip, perfekt untermalt von einem großartigen Soundtrack.

Die grandiose Optik lässt die Gesichter der Figuren zwar einerseits immer noch wie gezeichnet wirken, gleichzeitig scheinen deren Gestik und Mimik auf faszinierende Weise real, und Action-Szenen unterliegen keinerlei physikalischen Beschränkungen, die eine Realverfilmung unter Umständen immer etwas ausbremsen können, was sich vor allem bei den Sequenzen quer durch das Multiversum zeigt. Hier fließt alles und es ist ein Augenschmaus, wie sich Miles und seine Freundin, durch die Lüfte bewegen, zwei Teenager auf einem schwerelosen Ausflug durch die Häuserschluchten ihrer Stadt. 

Bei all diesem optischen Feuerwerk gibt es aber auch eine stimmige Geschichte mit viel Witz, Herz und Gefühl, bei der Helden mit Superkräften manchmal auch nur Jugendliche mit ganz normalen familiären Problemen sind…

Um das Ganze noch ein weiteres Mal auszureizen – hoffentlich nicht den einen Tick zu viel – wird es eine Fortsetzung geben, weil die Geschichte, trotz der wieder einmal zu üppigen Länge, nicht zu Ende erzählt wurde, warum eigentlich nicht? Ach ja, um das Ganze noch ein weiteres Mal auszureizen.

 

 

Regie: Joaquim Dos Santos, Kemp Powers, Justin K. Thompson

Drehbuch: Phil Lord, Christopher Miller, Dave Callaham, b/a den Figuren von Stan Lee

Kamera:

Schnitt: Mike Andrews

Musik: Daniel Pemberton

 

Besetzung/Stimmen:

Original: Shameik Moore, Hailee Steinfeld, Oscar Isaac, Jake Johnson, Issa Rae, Brian Tyree Henry, Luna Lauren Velez, Rachel Dratch, Daniel Kaluuya, Jason Schwartzman, Karan Soni

Deutsch: Marco Eßer, Jule Brand, Alphonso Davies, Lara Loft

 

Sony Pictures

2023

140 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 1. Juni 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=DCYDSyI_IT0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Etv-L2JKCWk (Englisch)

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Im Kino: Yakari – Der Kinofilm (Yakari – Le Film)

Der kleine Indianerjunge Yakari vom Stamm der Sioux träumt davon, eines Tages auf dem Wildpferd Kleiner Donner zu reiten, aber dies scheint unmöglich, da es bisher niemandem gelungen ist, das Pferd einzufangen. Bei seinem Versuch, sich seinen Traum zu erfüllen, gerät Yakari auf Abwege, die ihn weit weg von seinem Dorf bringen. Er benötigt all seinen Mut und die Hilfe vieler neuer Freunde, um wohlbehalten heimzukehren und den Grundstein für seine Freundschaft mit Kleiner Donner zu legen, mit dem er dann später viele spannende Abenteuer erleben wird.

Der Film bringt die seit Jahrzehnten beliebte Comic-Reihe nach etlichen TV-Adaptionen nun endlich auf die große Leinwand, für die kleinen (und großem) Fans sicher eine tolle Nachricht. Aber auch Neulinge finden sich sofort zurecht, da die Geschichte ganz an den Anfang zurückgeht, als Yakari von seinem Totemtier, dem Weißkopfadler Großer Adler, die Gabe erhält, die Sprache der Tiere zu verstehen und er und Kleiner Donner zum ersten Mal zusammenkommen. Außerdem werden alle wichtigen weiteren Figuren eingeführt, wie Yakaris kleine Freunde Regenbogen und Kleiner Dachs, Vater Kühner Blick und Mutter Schimmernde Zöpfe, daneben treten ein paar Tiere auf, die Yakari – dessen Name als einziger keine Eigenschaft beschreibt – auf seinem Weg begegnen, die für Auflockerung und Humor sorgen sollen, wie zum Beispiel der eigenwillige Biber Lindenbaum.

Ohne spektakuläre CGI-Effekte und damit ohne die allzu naturalistischen Darstellungen einiger Animationsfilme der letzten Zeit bekommt man hier wieder einen echten Trickfilm zu sehen, der aussieht, wie Bild für Bild gezeichnet, schlicht, aber dennoch perfekt gemacht und gerade bei den Landschaftsbildern schön anzusehen. Die Story ist allerdings eher einfach gestrickt und setzt sich aus vielen Einzelepisoden zusammen, die keiner durchgehenden Dramaturgie folgen, es geht um Freundschaft; Mut und die schützende Gemeinschaft von Dorf und Familie, aus der man auf dem Weg zum Erwachsenenwerden aber auch schon mal ausbrechen muss, um seinen eigenen Weg zu finden. Alles in allem sicher ein toller Film für ganz kleine Zuschauer, für Jugendliche oder Erwachsene ohne nostalgischen Yakari-Hintergrund in ihrem Leben allerdings am Ende zu schlicht, um wirklich zu fesseln.

 


Regie: Xavier Giacometti & Toby Genkel

Drehbuch: Xavier Giacometti & Toby Genkel, b/a auf den YAKARI-Comics von Derib & Job (Texter André Jobin und Zeichner Claude de Ribaupierre)

Musik: Guillaume Poyet

 

Mit den Stimmen von Mia Diekow (Yakari), Diana Amft (Lindenbaum), Hans Sigl (Großer Adler) und Patrick Bach (Kleiner Dachs).

 

Leonine

Gefördert von Deutscher Filmförderfonds, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein,
Film- und Medienstiftung NRW, FFA Minitraité
 

FSK 0

82 min.

Deutscher Kinostart: 29. Oktober 2020

 

 

Donnerstag, 11. April 2019

Film-Rezensionen: Hellboy - Call of Darkness


Big Red is back – Der Halbdämon Hellboy kehrt in einem Reboot in die Kinos zurück! Für alle, die ihn noch nicht kennen: Hellboy wird einst während des Zweiten Weltkriegs mittels eines schaurigen Rituals aus der Hölle heraufbeschworen, um das Ende der Welt zu beschleunigen und ein neues Zeitalter einzuläuten. Glücklicherweise wächst er bei den Guten auf, sein Ziehvater ist Professor Broom, der aus seinem „Sohn“ einen Spezial-Agenten im Einsatz der B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen) macht. Soweit deckt sich die Geschichte mit der Verfilmung „Hellboy“ von 2004 und deren Fortsetzung „Hellboy – The Golden Army“ von 2008.

In der aktuellen Version gibt nicht mehr Ron Pearlman sondern David Harbour das Höllenwesen, die Rolle seines Ziehvaters hat Ian McShane übernommen, und Hellboy hat es mit fürchterlichen Gegner zu tun, allen voran der mächtigen Hexe Nimue (Milla Jovovich) und deren eilfertigem Diener Gruagach, einem schweinemäßig fiesen Monster. Nimue wurde vor langer Zeit von König Arturs Mannen besiegt, zerstückelt und in diversen Kisten über ganz England verteilt, um sie für immer zu verbannen. Nun aber steht sie, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vor ihrer Wiederauferstehung und Hellboy hat alle Hände voll zu tun, ihren Zug der Verwüstung, den sie umgehend in Gang setzt, aufzuhalten. Dabei wird er von zwei Mitstreitern unterstütz, Alice (Sasha Lane) und Ben (Daniel Dae Kim), und bei ihrem gemeinsamen Kampf gegen alle Dämonen der Hölle muss sich letztlich auch Hellboy fragen, auf welcher Seite er wirklich steht.

Offensichtlich ermutigt von einer Reihe erfolgreicher Comicverfilmungen mit einer höheren Altersfreigabe als 12, haben die Macher dieses Films einen entfesselten Reigen von Blut- und Schlachtszenen auf die Leinwand gebracht. Dabei haben sie leider aus der zuvor von Ron Pearlman so liebevoll gestalteten Figur des wütenden, grantelnden, aber tief in seinem Inneren liebenswerten Hellboy einen uncharmanten, unkomischen Monsterjäger gemacht, der es inmitten all der fiesen Gestalten, mit denen er es zu tun bekommt, schwer hat, sich die Sympathien der Zuschauer zu erhalten. Aber das wäre das einzig Ansprechenden, was der Film noch zu bieten gehabt hätte, denn alles übrige wird von einer Blut- und Schleimspur übergossen, für die die Altersfreigabe von 16 an manchen Stellen noch zu niedrig erscheint.

Für wen dieses Reboot letztlich gemacht wurde, erschließt sich nicht, ob die Freunde der Comicreihe ihren Helden so mögen, ist fraglich, die Freunde der ersten Hellboyfilme werden jedenfalls enttäuscht sein, und die Zuschauer, die weder die Comicvorlage noch die anderen beiden Filme kennen, werden sich, abgestoßen von vielen widerlichen Szenen, verstört abwenden.




Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Andrew Cosby & Mike Mignola,
b/a der Comic-Reihe (Dark Horse)
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: Martin Bernfeld
Musik: Benjamin Wallfisch

Darsteller:
David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane, Daniel Dae Kim, Sasha Lane, Brian Gleeson

Universum Film
FSK 16
120 min.
Deutscher Kinostart: 11. April 2019