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Mittwoch, 29. Januar 2025

Im Kino: Paddington in Peru (Paddington 3)

Bär Paddington (deutsche Stimme: Elyas M’Barek) lebt nun bereits einige Zeit bei der Familie Brown in London und bekommt endlich seinen eigenen Reisepass. Den will er auch gleich nutzen, um Tante Lucy in Peru zu besuchen, die dort in einem Heim für Bären im Ruhestand lebt. Zusammen mit den Browns bricht er auf, nur um vor Ort zu erfahren, dass Tante Lucy verschwunden ist und es beginnt eine abenteuerliche Suche im dichten Dschungel Perus…

Der zweite Teil der Reihe um die Abenteuer des putzigen Bären hat, daran dürfte kein Zweifel bestehen, die Messlatte so hoch gelegt, dass es danach keine wirkliche Steigerung geben konnte, und genau dies ist das Problem des aktuellen Films. Hatte Teil 2 Witz, Dramatik und eine zu Herzen gehende Geschichte, mit einem fies-genialen Oberschurken, dargestellt von einem bestens aufgelegten Hugh Grant, der sich einmal mehr erfolgreich von seinem trottelig-liebenswerten Image freispielen durfte, so fehlt es hier eigentlich an allem.

Die Story ist eher dürftig, die Suche nach Tante Lucy bietet wenig Überraschendes, die Nebenfiguren, obwohl mit Olivia Colman und Antonio Banderas äußerst prominent besetzt, können nicht wirklich überzeugen, und die Auflösung der Geschichte enttäuscht ebenfalls ein wenig.

Teil 2 war ein echter Film für die ganze Familie, an dem sowohl kleine, größere als auch ganz große Kinder ihren Spaß haben konnten, da in die Handlung geschickt eine durchaus etwas düstere Erwachsenengeschichte so eingebunden wurde, dass für jeden etwas dabei war, was vor allem auch auf die liebenswert-irrwitzigen Gefängnisszenen zutrifft.

Hier nun zielt man eher wieder auf die eigentliche Zielgruppe, nämlich ein jüngeres Publikum, für das sich ein Kinobesuch auf jeden Fall lohnen wird, dafür ist Paddington einfach zu unwiderstehlich in seiner tollpatschig-liebenswerten Art. Wunderbar animiert und mit einem überzeugenden Setdesign bietet der Film auch eine sehenswerte Optik, die zwar die zuvor aufgezählten Mängel nicht ganz, aber doch am Ende zufriedenstellend aufwiegen kann.

Also: Bühne frei für ein weiteres bäriges Abenteuer – und die Orangenmarmeladen-Brote nicht vergessen! Und nicht zu früh aus dem Kinosessel aufspringen – da kommt noch was!

 


 Regie: Dougal Wilson

Drehbuch: Mark Burton, Jon Foster, James Lamont, Paul King, Simon Farnaby, b/a „Paddington Bear“ von Michael Bond

Kamera: Erik Wilson

Schnitt: Úna Ni Dhonghaíle,

Musik: Dario Marianelli

 

Besetzung:

Stimmen:

Ben Wishaw (Paddington), Imelda Staunton (Tante Lucy), Elyas M’Barek (Deutsch);

Hugh Bonneville, Olivia Colman, Antonio Banderas, Emily Mortimer, Madeleine Harris, Samuel Joslin, Julie Walters, Jim Broadbent,Joel Fry,Robbie Gee, Sanjeev Bhskar, Ben Miller, Jessica Hynes,

 

Studiocanal Germany/ Columbia Pirctures/ Sony Pictures

2024

106 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 30. Januar 2025

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RLxq5U7TMSY (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=NTvudSGfHRI (Englisch)

 

Dienstag, 27. September 2022

Im Kino: Tausend Zeilen

Lars Bogenius (Jonas Nay) ist Starreporter beim renomierten Magazin "Die Chronik" und liefert regelmäßig bewegende und brilliant geschriebene Artikel über aktuelle und brisante Themen aus aller Welt. Während der Arbeit an einer gemeinsamen Reportage fallen dem Kollegen Juan Romero (Elyas M'Barek) allerdings Unstimmigkeiten in Bogenius' Recherchen auf und als er beginnt, diesen nachzugehen, kommt ihm ein ungeheuerlicher Verdacht, mit dem er allerdings bei seinen Vorgesetzten, die sich in den Erfolgen ihres mit Preisen überhäuften Starschreibers sonnen, auf wenig Gegenliebe stößt, vielmehr kostet ihn seine Hartnäckigkeit, hinter Bogenius' dunkle Geheimnisse zu kommen beinahe den Job.

Sehr eng angelehnt an den Skandal um den SPIEGEL-Reporter Claas Relotius und dessen Nemesis Juan Moreno arbeitet "Bully" Herbig ein Stück Zeitgeschichte satirisch und mit nettem Augenzwinkern auf, eine Krise der Printmedien, die vielleicht in ihrer ganzen Dimension nur diejeinigen mitbekommen haben, die noch Zeitungen und Magazine nutzen. Es gelingt Herbig, bei aller humorigen Lockerheit durchaus der Ernst der Lage abzubilden, den ein Journalismus bedeutet, dem man nicht mehr trauen kann, indem er klar herausstellt, dass am Ende wiederum sorgfältige Recherche, die eben guten Journalismus ausmacht, zum Erfolg und damit zur Aufdeckung eines Schwindels geführt haben.

Elyas M'Barek fällt dabei die Rolle des hartnäckigen Wühlers und Arbeiters zu, scheinbar chaotisch, aber absolut integer im Verständnis seines Jobs, während sich seine Chefredakteure fast schon als Karikaturen ihrer selbst (herrlich überzogen und schmierig: Michael Maertens und Jörg Hartmann) gerieren. Der von Jonas Nay sehr zurückhaltend gespielte Bösewicht in dieser Geschichte hält uns allen einen Spiegel vor (no pun intended...), wir sehen am liebsten nur das, was wir sehen wollen, um am allerliebsten schauen wir natürlich auf uns selbst darin.

Eine gelungene Mediensatire, die ihre Geschichte ernst nimmt, den Ernst dahinter durch vordergründige Späße, aber auch satirische Schärfe unterhaltsam auflockert, und dank seines hervorragend aufgelegten Schauspielensembles beste Unterhaltung bietet.

 


Regie: Michael "Bully" Herbig

Drehbuch: Hermann Florin, b/a dem Buch "Tausend Zeilen Lüge" von Juan Moreno

Kamera: Torsten Breuer

Schnitt: Alexander Dittner

Musik: Ralf Wengenmayr

 

Besetzung:

Elyas M'Barek, Jonas Nay, Marie Burchard, Michael Maertens, Jörg Hartmann, Sara Fazilat, Jeff Burrell, Daniel M. Jacobs, Kurt Krömer

 

Warner Bros. Pictures Germany

2022

93 min.

FSK 12

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=XCiXmtEeluo 

 

Donnerstag, 18. April 2019

Film-Rezensionen: Der Fall Collini


Als der bekannte Unternehmer Jean-Baptiste Meyer (Manfred Zapatka), ein von allen geachteter alter Mann, eines schönen Tages im Jahr 2001 scheinbar ohne jedes Motiv von einem anderen alten Mann namens Collini (Franco Nero) brutal ermordet wird, stehen sowohl Meyers Familie als auch die Staatsanwaltschaft vor einem Rätsel, denn Collini schweigt beharrlich zu seinen Motiven. 

Junganwalt Caspar Leinen (Elyas M`Barek), frisch zugelassen und gänzlich unerfahren,
erhält sein erstes Pflichtmandat und macht sich voller Elan an die Arbeit. Ein Schock für ihn, der ohne Eltern aufwuchs: der Tote war sein Ziehvater, der ihn über lange Jahre unterstützt und gefördert und ihm auch sein Jurastudium ermöglicht hat, und so ist es für den Rest der Familie eigentlich selbstverständlich, dass er sein Mandat sofort wieder niederlegt. Hier bezieht der Film, der auf einer Romanvorlage des Juristen Ferdinand von Schirach beruht, das erste Mal Stellung, indem er betont, dass es bei juristischen Auseinandersetzungen stets und ausschließlich um die Sache und niemals um persönliche Befindlichkeiten zu gehen hat. Als Anwalt ist es Caspar Leinens Aufgabe, jeden Mandanten so gut er kann zu vertreten und seine persönlichen Gefühle dabei auszublenden. Collini macht es ihm allerdings durch sein Schweigen fast unmöglich, eine Verteidigungsstrategie zu finden und um dessen scheinbar unerklärliche Tat zu verstehen, beginnt er zu recherchieren. Was er bei seinen Nachforschungen entdeckt, führt ihn weit zurück in die Vergangenheit, als gegen Ende des zweiten Weltkriegs Täter und Opfer in einem kleinen italienischen Dorf schon einmal aufeinandergetroffen sind…

Wie immer bei von Schirach geht es in dessen Roman um die Frage nach menschlicher Schuld und den oft schwierigen Umgang der Justiz damit. Der Film, der einige der Handlungsstränge der Vorlage unnötigerweise verändert hat, konzentriert sich in weiten Teilen auf die Darstellung des Strafprozesses, angesichts der – im Vergleich zu den sattsam bekannten amerikanischen Vorbildern – wenig unterhaltsamen deutschen Gerichtswirklichkeit kein ganz leichtes Unterfangen. Das Ergebnis ist stellenweise dennoch durchaus spannend, trotz der etwas holzschnittartig gezeichneten Figuren und der eher konventionell choreographierten Gerichts- und Rechercheszenen.

Eine tragende Rolle spielt ein weiteres Anliegen von Schirachs, nämlich ein in seinen Augen wenig bekanntes, aber skandalöses Gesetz der deutschen Nachkriegsgeschichte anzuprangern, worauf auch der Film sein Augenmerk richtet, und es gelingt, die für den Laien oft eher trockenen juristischen Gedankengänge verständlich zu machen. Da Collini als Täter von Anfang an feststeht, geht es jedoch in erster Linie darum, wie ein Gericht seine Handlung einzuordnen hat, um zu einer angemessenen Strafe zu gelangen, und der Film bietet hierzu zunächst durchaus interessanten Diskussionsstoff. Aber sowohl Film als auch Vorlage enttäuschen am Ende, weil sie sich durch einen scheinbar cleveren Schlusspunkt aus der Affäre ziehen und sich damit vor der Beantwortung dieser interessantesten und von Anfang an im Mittelpunkt stehenden Frage drücken. Schade.


Regie: Marco Kreuzpaintner
Drehbuch: Robert Gold, Jens-Frederick Otto, Christian Zübert, b/a Roman von Ferdinand von Schirach
Kamera: Jakub Bejnarowicz
Schnitt: Johannes Hubrich
Musik: Pia Hoffamn

Darsteller:
Franco Nero, Elyas M`Barek, Manfred Zapatka, Alexandra Maria Lara, Rainer Bock, Jannis Niewöhner, Heiner Lauterbach, Hannes Wegener, Stefano Cassetti

Constantin Film
118 min.
Deutscher Kinostart: 18. April 2019


 Copyright Fotos und Video: Constantin Film

Dienstag, 19. Dezember 2017

Film-Rezensionen: Dieses bescheuerte Herz

Lars „Lenny“ Reinhard (Elyas M’Barek) ist fast 30 und genießt sein Leben in vollen Zügen. Sein Vater (Uwe Preuss), ein erfolgreicher Herzspezialist, finanziert seinem Sohn ein Luxusleben zwischen Clubs und Nobelkarossen, bis dieser eines Tages den Bogen überspannt und der Vater den Geldhahn zudreht. Statt dem süßen Nichtstun zu frönen soll Lenny sich um einen Patienten des Vaters kümmern, den herzkranken fünfzehnjährigen David (Philip Schwarz), dessen Leben bisher nicht so schön verlaufen ist. Er lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter (Nadine Wrietz) in bescheidenen Verhältnissen, hat die Hälfte seines Lebens in Krankenhäusern verbracht und es ist nicht sicher, ob er seinen 16. Geburtstag erleben wird.

Lenny macht sich erwartungsgemäß widerwillig an seine Aufgabe, im Vordergrund steht dabei das Abarbeiten einer Liste mit Wünschen, die der Junge aufstellen darf und – wie ebenfalls zu erwarten – es entwickelt sich zwischen den beiden nach und nach eine Beziehung. Lenny wächst erkennbar mit seiner Aufgabe, David hat endlich eine männliche Bezugsperson, mit der er Zeit verbringen und Dinge erleben darf, und so werden beide zu ziemlich besten Freunden... Wie in dem gleichnamigen französischen Film beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, der Autor Lars Amend – nach eigenen Angaben Mentor, Life Coach und Storyteller – hat sie erlebt und aufgeschrieben.

Leider fehlt dem Film „Dieses bescheuerte Herz“ über weite Strecken der nötige Charme, um voll und ganz zu überzeugen. Indem Lenny – wiederum mit dem Geld des Vaters – Davids Wünsche erfüllt, angefangen von ein paar coolen Klamotten über einen Besuch in einem Tonstudio bis hin zu einer Nacht in einem Luxushotel mit Limousinenfahrt entsteht das etwas schale Gefühl, dass man jeden Menschen glücklich machen kann, vorausgesetzt man hat genügend finanzielle Mittel. Es wird nicht wirklich klar, was die beiden letztlich aneinander bindet, ist es tatsächlich Freundschaft oder hat sich Lenny doch nur das (lädierte) Herz des Jungen erkauft… Lennys Läuterung bleibt fraglich, am Ende des Films steht für ihn immer noch, dass man mit Papas Geld ein schönes Leben bereiten kann, aber zumindest hat er gelernt, dass man dieses mit anderen teilen kann.

Als Weihnachtsfilm bietet sich diese Tragikkomödie dennoch an, denn am Ende bleibt ein positives Gefühl, das Leben ist lebenswert und es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Die Darsteller, allen voran Elyas M’barek und der junge Philip Schwarz, überzeugen und sorgen durchaus für unterhaltsame Momente und es ist auf jeden Fall tröstlich, im Abspann zu erfahren, dass der reale Daniel, um dessen Geschichte es hier geht, mittlerweile Anfang 20 ist und es ihm den Umständen entsprechend gut geht.




Regie: Marc Rothemund

Drehbuch: Andi Rogenhagen, Maggie Peren, b/a Lars Amend und Daniel Meyer

Darsteller: Elyas M’Barek, Philip Schwarz, Nadine Wrietz, Uwe Preuss, Karin Thaler, Jürgen Tonkel, Lisa Bitter

Deutscher Kinostart: 21. Dezember 2017