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Dienstag, 8. November 2022

Im Kino: Black Panther 2: Wakanda Forever (Black Panther: Wakanda Forever)

König T'Challa ist tot und seine Mutter Ramonda (Angela Bassett) lenkt nun Wakandas Geschicke. Das wertvolle Metall Vibranium weckt immer noch Begehrlichkeiten überall auf der Welt, aber Wakanda bleibt seinen ethischen Prinzipien treu. Da betritt ein neuer Player die Bühne: Namor (Tenoch Huerta), Anführer des kriegerischen Unterwasservolkes aus Talokan, das ebenfalls Zugang zu Vibranium hat und sich mit dessen Hilfe die Herrschaft über die Überwasserwelt sichern will. Nun ist es an Shuri (Letitia Wright), die Kraft des Schwarzen Panthers wieder aufleben zu lassen und sich Namor entgegen zu stellen. Wir sie dieser Aufgabe gewachsen sein?

Nach dem realen Tod des Schauspielers Chadwick Boseman, der im ersten Teil von Black Panther den König von Wakanda verkörperte, mussten die Weichen für die Fortsetzung neu gestellt werden, und das macht der Film in gefühlvoller und angemessener Weise. Nach einer Phase der Trauer und des Abschiednehmens ist es jedoch wie im richtigen Leben, die Welt nimmt nicht lange Rücksicht, und wie sich der Kampf um das von allen so begehrte Vibranium entwickelt, ist von erschreckender Realität und Aktualität. Die friedlichen Absichten Wakandas haben keine Chance gegen die Gier der Großmächte, aber auch ein möglicher Verbündeter, das Volk aus dem Meer, das überraschenderweise ebenfalls über Vibranium verfügt, stellt sich gegen Wakanda und die Logik des charismatischen Anführers Namor ist die Logik, die (Welt)Kriege über die Menschheit bringt.

Große Gefühle und große Konflikte beherrschen die Leinwand, neben den erwartbaren Kämpfen und Scharmützeln füllen vor allem die engagierten Darsteller das Ringen um den richtigen Weg mit Leben, dabei überzeugen besonders Letitia Wright in ihrer Entwicklung von der kleinen Schwester zu einer veritablen Anführerin und der Neuzugang Tenoch Huerta in der Rolle des charismatischen Unterwasserherrschers, in diesem Fall ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft..

Mit Black Panther 2 bietet Marvel mehr als bloßes Superhelden-Kino, denn neben seinen exotischen und farbenfrohen Elementen hat es hochaktuelle Aspekte eines Politthrilers. Leider ist dabei der Humor etwas zu kurz gekommen, hier hätte eine Prise mehr gut getan, und wann setzt sich endlich die Erkenntnis durch, dass ein Film nicht automatisch besser wird, je mehr Laufzeit er hat…

 

 

Regie: Ryan Coogler

Drehbuch: Joe Robert Cole, Ryan Coogler

Kamera: Autumn Durald Arkapaw

Schnitt: Kelley Dixon, Jennifer Lame, Michael P. Shawver

Musik: Ludwig Göransson

 

Besetzung:

Letitia Wright, Angela Bassett, Tenoch Huerta, Lake Bell, Lupita Nyong’o, Danai Gurira, Winston Duke, Martin Freeman

 

Marvel Studios 

USA 2022

161 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 09. November 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=VEiy9aZLL9o (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_Z3QKkl1WyM (Englisch)

 

 

Im Kino: Mrs. Harris und ein Kleid von Dior (Mrs. Harris goes to Paris)

Die verwitwete Ada Harris (Lesley Manville) verdient sich als Haushaltshilfe ihren bescheidenen Lebensunterhalt im London der 1950ger Jahre. Das wunderschöne Dior-Kleid einer ihrer Arbeitgeberinnen weckt bei ihr den Wunsch, genau so ein Kleid zu besitzen, koste es was es wolle, also arbeitet sie noch mehr und spart sich das Geld für eine Reise nach Paris zu Dior buchstäblich vom Mund ab. Dort angekommen gestaltet sich die Erfüllung ihres Traums allerdings um einiges schwieriger als gedacht, aber Ada lässt sich so leicht nicht entmutigen und verfolgt ihr Ziel ebenso naiv wie hartnäckig, wird sie am Ende Erfolg haben?

Mit seiner 1958 erschienenen Novelle hat Paul Gallico einen gleichermaßen liebenswerten wie zeitlosen Klassiker über den völlig irreal erscheinenden Traum einer Putzfrau erschaffen, und die Fernsehadaption aus dem Jahr 1982 mit der unverwüstlichen Inge Meysel ist vielleicht noch in Erinnerung.

Regisseur Anthony Fabian hat sich nun an eine Neuverfilmung gewagt und sich dabei in Zeit und Ort komplett zurück in die 1950ger Jahre begeben, mit dem Risiko, dass eine solch altmodische Geschichte möglicherweise nicht mehr funktioniert. Aber das Gegenteil ist der Fall, ihm ist ein charmanter Film gelungen, ein modernes Märchen, das vielleicht gerade in den heutigen Zeiten eine fast heilsame Wirkung entfaltet. Dies ist vor allem ein Verdienst der Ada-Darstellerin Lesley Manville, deren unwiderstehlichem Charme man sich einfach nicht entziehen kann, auch wenn die Handlung immer wieder die unwahrscheinlichsten Wendungen zu nehmen scheint.

Wer bereit ist, sich aufs Träumen einzulassen und keine Angst vor herzerwärmenden Gefühlen hat, wird sich bei diesem Film fühlen wie mit einer heißen Schokolade an einem kalten Wintertag vor einem prasselnden Kaminfeuer, die böse Welt da draußen für fast zwei Stunden ausgeblendet, hin und wieder braucht man das!

 


 Regie: Anthony Fabian

Drehbuch: Carroll Cartwright, Anthony Fabian, Keith Thompson, Olivia Hetreed, b/a Roman von Paul Gallico

Kamera: Felix Wiedemann

Schnitt: Barney Pilling

Musik: Rael Jones

 

Besetzung:

Lesley Manville, Isabelle Huppert, Lambert Wilson, Alba Baptista, Lucas Bravo, Ellen Thomas, Rose Williams, Jason Isaacs,

 

Universal Pictures

2022

115 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 10. November 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=56a056rXZzE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=jVjPTiSvz6A (Englisch)

 

 

Im Kino: Crimes of the Future

In einer dystopischen Zukunft bieten die Performancekünstler Saul (Viggo Mortensen) und Caprice (Léa Seydoux) ihrem Publikum eine spektakuläre Show, in der sich Saul, dem immer wieder neue, wenngleich nutzlose Organe wachsen, diese noch in seinem Körper tätowieren und anschließend von Caprice herausoperieren lässt. Irgendwann geraten sie damit ins Visier von Timlin (Kristen Stewart), einer Mitarbeiterin der Organ-Registrierungsbehörde und mit ihr ist nicht zu spaßen…

Mit diesem Film ist der fast achtzigjährige Cronenberg zu seinen Wurzeln, dem Body- Horror, zurückgekehrt und er bietet Liebhabern dieses Genres einiges an Ideen und Ansätzen. Aber so ganz will sich das alles nicht zusammenfügen, die neuen Organe, die manche Menschen das Verzehren von Plastik möglich machen, demgegenüber der Verlust der Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden, die seltsame organische Maschine, die Viggo Mortensen beim Essen und Schlafen hilft, all das verstört, bleibt aber so seltsam unverbunden, dass sich kein Gesamtbild ergeben will. Selbst die Darsteller können mit Ausnahme von Kristen Stewart nicht durchgehend überzeugen, nicht einmal Cronenbergs bewährte Fachkraft Mortensen, und so überwiegt am Ende eher ein Gefühl der Enttäuschung als Lust am Horror, vorausgesetzt man hat hierfür überhaupt die entsprechende Antenne, ohne eine solche wäre man ohnehin im völlig falschen Film.

 

 

Regie: David Cronenberg

Drehbuch: David Cronenberg

Kamera: Douglas Koch

Schnitt: Christopher Donaldson

Musik: Howard Shore

 

Besetzung:

Viggo Mortensen, Léa Seydoux, Kristen Stewart, Scott Speedman, Lihi Kornovski, Don McKellar, Nadia Litz, Tanay Beatty

 

 Weltkino

2022

 107 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 10. November 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3AzQcTMlmQk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=Aqv_xam64Es (Englisch)


 

 

 

 

Donnerstag, 3. November 2022

Heimkino: Top Gun: Maverick

Top-Pilot Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) fliegt seit über 30 Jahren für die Navy, eine große Karriere hat er dabei nicht gemacht, alle Beförderungen, die nach Innendienst „rochen“, hat er ausgelassen. Nun soll er als Ausbilder noch einmal an seine alte Elite-Flugschule Top Gun zurückkehren und eine junge Fliegerstaffel für eine gefährliche Mission fit machen, nicht leicht, wenn einem dabei die Geister der Vergangenheit in die Quere kommen…

„Spezialoperationen“ haben aufgrund aktueller Ereignisse im Moment leider einen bitteren Beigeschmack, und es gibt es ein noch gravierenderes Problem: Kampfpiloten, die sich auf ein Himmelfahrtskommando begeben – Zielobjekt in schwierigstem Terrain anfliegen, zerstören und wieder heil zurück kommen – könnten eigentlich von Drohnen ersetzt werden, die viel effizienter und ohne Risiko für Leib und Leben operieren, damit brauchte es keine Piloten, kein Pilotentraining, keine Mission und… keinen Film! Dass Leute wie er „bald“ nicht mehr gebraucht würden, muss sich sogar Maverick zu Beginn anhören, um auf sein fortgeschrittenes Alter und seinen aus der Zeit gefallenen Status hinzuweisen. Allerdings wird dieser Gedanke – glücklicherweise für ihn und uns – nicht weiter verfolgt, und es kann losgehen, das Spektakel, auf das Fan seit 36 Jahren warten mussten, die Fortsetzung des Kultfilms aus den 1980ger Jahre, mit dem die bemerkenswerte Karriere des Tom Cruise einst begann!

Und nachdem man die genannten Bedenken aus dem Hirn verdrängt hat, kann man sich getrost im Kinositz zurücklehnen und das genießen, was Kino letztlich (auch) ausmacht: Eine zu Herzen gehende Geschichte, bei der man draufgängerischen Männern und Frauen (ja, eine Pilotin ist auch dabei!) bei der Arbeit zusehen kann, atemberaubende Bilder, Flugsequenzen, bei denen der Kinosessel zum Pilotensitz wird, Spannung, pointierter Witz und ein Held, der in Gestalt des bewundernswert fitten Tom Cruise auch verletzliche Seiten zeigen darf, während die jungen Wilden um ihn herum das tun, was ihnen zusteht, jung und wild sein.

Besondere Erwähnung verdient die Szene, in der sich Maverick und sein alter Weg- und Kampfgefährte Iceman, dargestellt von dem durch Krankheit gezeichneten Val Kilmer, noch einmal gegenüber stehen, eine bewegende Begegnung, bei der kein Auge trocken bleib. Es sind solche Momente, die den Unterschied zwischen durchschnittlichem und gutem Film ausmachen, hierfür steht letztlich die Riege der beteiligten Drehbuchschreiber, die insgesamt einen guten Job abgeliefert haben.

Fazit: Obwohl eine kriegerische Aktion glorifiziert wird, macht der Film, gerade weil der Gegner gesichts- und namenlos bleibt und tatsächlich nur die Zerstörung einer Anlage auf feindlichem Boden, wo auch immer auf der Welt, im Vordergrund steht, einfach nur Spaß, bietet spektakuläre Unterhaltung pur, die man eigentlich unbedingt im Kino genießen sollte, aber wer das verpasst hat, bekommt nun die Möglichkeit, das Versäumte zu Hause nachholen zu können und als Bonus gibt es umfangreiche Extras.

 


 Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger, Eric Warren Singer, Christopher McQuarrie, b/a story von Peter Craig, Justin Marks und der Vorlage von Jim Cash und Jack Epps Jr.

Kamera: Claudio Miranda

Schnitt: Eddie Hamilton

Musik: Lorne Balfe, Harold Faltermeyer, Hans Zimmer

 

Besetzung:

Tom Cruise, Jennifer Connelly, Miles Teller, Glen Powell, Monica Barbaro, Lewis Pullman, Jon Hamm, Jean Louisa Kelly, Danny Ramirez, Greg Tarzan Davis, Ed Harris, Raymond Lee, Jay Ellis und VAL KILMER

 

Paramount Pictures Germany

2022

131 min.

FSK 12

Ab 03. November 2022 als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD und ab

08. Dezember als exklusive 2-Movie 4K Steelbook Superfan Collection

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=3hO--XhlsfU (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=giXco2jaZ_4 (Englisch)

 

Bonusmaterial der Heimedition:

 Bereit zum Abheben – Einblick in das intensive Trainingsprogramms, mit dem sich der Cast für den Dreh im Kampfjet unter dem Einfluss von mehreren G-Kräften vorbereitet hat

Beschreiten neuer Wege – Der Dreh von TOP GUN: MAVERICK – Wie die spektakulären Flugszenen entstanden sind

Ein Liebesbrief an die Luftfahrt – Tom Cruise teilt seine Passion für die Flugkunst, während er seine eigene Maschine fliegt: eine P-51 Mustang aus dem zweiten Weltkrieg, die zu ihrer Zeit das Top Gun Flugzeug gewesen wäre.

Die Kreation des „Darkstar“ – Einblick in die Zukunft der Luftfahrt – weit über das Limit von Mach-10 hinaus.

„Hold My Hand“– Lady Gaga Musikvideo

“I Ain’t Worried” – OneRepublic Musikvideo

Masterclass mit Tom Cruise – Cannes Film Festival: Tom Cruise spricht über seine unglaubliche Karriere beim Vorzeigeevent des 75. Cannes Film Festivals. (nur auf der 4K Ultra HD enthalten)

„Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ Teaser Trailer – Wir teilen alle das gleiche Schicksal: Der offiziellen Teaser Trailer zu „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“ mit Tom Cruise. 2023 im Kino. (Digitales Bonusmaterial auf Apple TV)