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Mittwoch, 3. Mai 2023

Im Kino: Guardians oft he Galaxy: Vol.3

Den Guardians ist es einfach nicht vergönnt, nach Thanos‘ Niederlage den Frieden zu genießen, denn es droht neues Ungemach, als Adam Warlock (Will Poulter) auftaucht und Rocket (Bradley Cooper/ Fahri Yardim) schwer verletzt. Um ihn zu retten, muss die Truppe unter Führung des zwischenzeitlich dem Alkohol verfallenen Peter Quill aka Star-Lord (Chris Pratt) wieder all ihre Kräfte aufbieten, wobei auch Quills Verflossene Gamora (Zoe Saldana) mit an Bord ist. Gemeinsam gilt es, den High Evolutionary (Chukwudi Iwuji) in die Schranken zu weisen, bevor er das, was er einst Rocket angetan hat, auf die Menschheit anwendet…

Das neue – vielleicht letzte? – Abenteuer der bunt zusammengesetzten Guardians-Gruppe fährt noch einmal alles auf, was dieses Franchise so sympathisch macht: Jede Menge Humor und abgedrehte Action, diesmal allerdings gepaart mit einer gehörigen Portion Herz und Schmerz, denn erstmals erfahren wir von Rockets grausamer Vorgeschichte, die wirklich stellenweise an die Nieren geht, und das will etwas heißen, wenn in jedem gleichartigen Film ein fieser Bösewicht am Werk ist.

Der Film ist routiniert inszeniert, wartet aber immer wieder mit originellen Schauplätzen wie einer Laborstation in bonbonfarbenen Farben mit wunderbar eklig-schwabbeligem Interieur auf, und auch die dorthin geschickte Guardians-Abordnung darf sich in knallbunten Raumanzügen zeigen. Witzige Dialoge und Situationskomik sowie ein schmissiger Soundtrack runden das – allerdings wieder einmal zu lang geratene – Abenteuer ab, das trotz der diesmal düsteren Untertöne dennoch Spaß macht und einmal mehr von Freundschaft und Zusammenhalt erzählt, was es auch einer so unterschiedlichen Gruppe wie den Guardians möglich macht, immer wieder die Welt zu retten.

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, b/a Comic von Dan Abnett und Andy Lanning

Kamera: Henry Braham

Schnitt: Greg D’Auria, Fred Raskin

Musik: John Murphy

 

Besetzung:

Chris Pratt, Zoe Soldana, Dave Bautista, Vin Diesel (Stimme OV), Bradley Cooper (Stimme OV), Karen Gillan, Pom Klemtieff, Chukwudi Iwuji, Will Poulter, Elisabeth Debicki, Sean Gunn, Sylvester Stallone

 

Marvel Studios/ Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

USA 2023

150 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 03. Mai 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=5PjTRyoToho (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=JqcncLPi9zw (Englisch)

 

Donnerstag, 20. Januar 2022

Im Kino: Nightmare Alley

 Während der 1930ger Jahren schlägt sich der smarte Stanton Carlisle (Bradley Cooper) mit Gelegenheitsjobs durch und findet schließlich unter den Schaustellern eines Jahrmarktes einen Job. Dort, wo mit Illusionen und Täuschungen gearbeitet wird, um das Publikum zu unterhalten, scheint er sich wohlzufühlen und von dem Mentalisten Pete (David Strathairn) lernt er genug, um dessen Geschäft – und dessen Frau, die Hellseherin Zeena (Toni Collette) –  zu übernehmen. Aber sein Ehrgeiz treibt ihn weiter, zusammen mit der jungen  Molly (Rooney Mara) will er die besseren Kreise der New Yorker Gesellschaft ausnehmen, bis er eines Tages in der geheimnisvollen Psychoanalytikerin Dr. Lilith Ritter (Cate Blanchett) eine Gegenspielerin trifft, die ihn und sein Können herausfordert.…

Der Titel deutet an, dass sich hier jemand auf einem ganz üblen Weg befindet, worin dieser Alptraum liegt, erahnt und erfährt man allerdings erst kurz vor Schluss. Bis dahin nimmt der Film einen seeehr langen Anlauf, aber der Film hat so viel Kraft und Bildgewalt, dass er diese Länge rechtfertigen kann.

Im Stil eines Film Noir, der den Sprung in den Farbfilm geschafft hat, aus dem die grellen Farben aber gleich wieder herausgefiltert wurden, bietet er einen Blick hinter die Kulissen des Kirmesgewerbes in früheren Zeiten, wo Freaks und Abartigkeiten zum wohligen Schauer der unbedarften und sensationslüsternen Betrachter zur Schau gestellt wurden, nicht so subtil, wie in manchen TV-Shows heute, sondern platt, derb und hässlich. Stanton Carlisle interessiert sich vordergründig mehr für die etwas feineren Täuschungen von Wahrsagern und anderen Taschenspielern, aber auf seinem vermeintlichen Weg nach oben bleibt wenig von seiner aufgesetzten Eleganz und seinem Charme, diese Fassade bröckelt um so schneller, je mehr er sich von seiner Gier und seiner Hybris leiten lässt und seine – wenigen – eigenen Grundsätze vergisst. Er setzt sich über eine deutliche Warnung des alten Mentalisten Pete hinweg, seine Seele nicht an den Teufel zu verkaufen, und macht genau dies, und, das wissen wir, so etwas geht niemals gut.

Die dem Film zugrundeliegende Romanvorlage wurde bereits 1947 unter dem deutschen Titel „Der Scharlatan" verfilmt, Guillermo del Toro hat diesen Stoff nun in seinem wuchtigen Werk mit faszinierenden Bildern und grandioser Ausstattung noch einmal verfilmt, angesiedelt in einem Metier, in dem sich Filmemacher zu Hause fühlen dürften, denn auch sie arbeiten gerne mit Tricks und Täuschungen. Unterstützt wird er dabei von einem bis in die Nebenrollen hervorragend besetzten Cast, allen voran Cate Blanchett, die als geheimnisvolle Femme Fatale wie aus den besten Zeiten Hollywoods besticht, und Bradley Cooper, der in seiner Figur Carlisle – Dreh- und Mittelpunkt der Geschichte –  so glatt und kaltschnäuzig ist, dass am Ende keinerlei Sympathien für ihn übrig bleiben.

Alles in allem pralles Kino mit beeindruckenden Schauwerten, vielleicht etwas zu lang angelegt, aber auf jeden Fall empfehlenswert.

 

 

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro, Kim Morgan, b/a Roman von William Lindsay Gresham

Kamera: Dan Laustsen

Schnitt: Cam McLauchlin

Musik: Nathan Johnson

 

Besetzung:

Bradley Cooper, Cate Blanchett, Toni Collette, Rooney Mara, Willem Dafoe, Richard Jenkins, Ron Perlman, Mary Steenburgen, David Strathairn

 

20th Century Studios/

Walt Disney Studio Motion Pictures GmbH

USA 2021

139 min.

FSK

Deutscher Kinostart: 20. Januar 2022

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=kMZqYE7IfM4 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=h8aCA3aXP_Q (Englisch)

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Film-Rezensionen: A Star is Born

Die Geschichte ist schnell erzählt: Alternder Rockstar mit Alkoholproblem entdeckt und protegiert junge Sängerin, verliebt sich in sie, ihr Stern geht auf, während seiner ungebremst abstürzt, bis am Ende auch ihre Liebesbeziehung scheitert.

Drei Mal zuvor wurde der Stoff bereits auf die Leinwand gebracht, in den dreißiger, fünfziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die aktuelle Version, bei der der Schauspieler Bradley Cooper sein Regiedebüt gibt, fügt der Geschichte nichts wirklich Neues hinzu. Cooper hat den Film mitproduziert und am Drehbuch, das auf der ursprünglichen Vorlage beruht, mitgeschrieben, um dann - lasst mich den Löwen auch spielen! - auch noch die Rolle des Rockstars Jackson Maine selbst zu übernehmen.

Mit Lady Gaga als Schützling Ally ist ihm sicher ein spektakulärer Coup für die Rolle der titelgebenden jungen Sängerin gelungen. Sie macht ihre Sache bei ihrem Leinwanddebüt gut, allerdings ist ihr das, was sie spielt, nicht so ganz fremd, wenn sie als Sängerin den Start einer Sängerinnenkarriere darstellt.

Cooper gönnt ihr durchaus ein paar schöne Szenen, sorgt aber stets dafür, dass er gleich wieder selbst mit einer Großaufnahme im Bild ist, hier hätte der Regisseur Cooper den Darsteller Cooper etwas zurückhaltender inszenieren sollen. So zerstört er am Ende die schönste Szene seiner Hauptdarstellerin, die nur ihr gehört hätte, als Ally ein Lied vorträgt, das Jackson für sie geschrieben hat, und plötzlich in einer Rückblende Jackson selbst übernimmt und das Lied beendet.

Insgesamt ist der mit so vielen Vorschusslorbeeren bedachte Film enttäuschend, vor allem die bisherigen euphorischen Reaktionen, die er in den USA bei Kritikern und ausgewähltem Publikum ausgelöst hat, bleiben unverständlich. Für ein Meisterwerk ist er zu konventionell, die Liebesgeschichte reißt nicht unbedingt mit, es gibt unnötige Längen, und damit der vierte Aufguss desselben Themas noch einmal fesselt, hätte es ein wenig mehr Originalität bedurft. Stattdessen scheint man sich auf die Zugkraft der beiden Hauptdarsteller zu verlassen, die im Hinblick auf die kommende Awards Season bereits überall in Stellung gebracht und ins rechte Licht gerückt werden.




Regie: Bradley Cooper
Drehbuch: Eric Roth, Bradley Cooper, Will Fetters b/a story by William A. Wellman und Robert Carson
Kamera: Matthew Libatique 

Darsteller:
Lady Gaga, Bradley Cooper, Sam Elliott, Dave Chapelle, Anthony Ramos 

USA 2018
Warner Brothers
135 min.
Deutscher Kinostart: 4. Oktober 2018